Aegis – der neue Volksakkuträger?

Es ist ungefähr vier Jahre her, da sah man gefühlt jeden Dampfer mit dem gleichen Akkuträger rumlaufen, nämlich der Releaux von Wismec. Spätestens, als sie nicht nur mit dem DNA 200-Chip sondern mit einem deutlich preiswerteren Joytech-Chip ausgeliefert – und damit für jeden erschwinglich – wurde kam kaum ein Dampfer, der etwas mehr Wolken schieben wollte, ohne diese Box aus. Während einige seiner Nachfolger schon bald am 510er-Anschluss und der Elektronik schwächelten galt der Urtyp – bis auf den schnell abblätternden Lack – als quasi unkaputtbar, und selbst heute wird dieser Akkuträger noch in der freien Wildbahn angetroffen.

Natürlich gab es auch später noch Akkuträger, die sich allgemeiner Beliebtheit erfreuten, aber ein richtiges “Volksgerät” ist seitdem nicht mehr darunter – was sicher auch an der stetig wachsenden Auswahl liegt.

Seit geraumer Zeit schickt sich nun Geekvape an, mit der Aegis-Serie in Wismecs Fußstapfen zu treten. War der Urtyp mit einem 26650er-Akku noch eher ein Geheimtipp, kennt fast jeder den Nachfolger, die Aegis Legend. Nun für zwei 18650er Akkus ausgelegt bietet sie nicht nur bei der Leistung (bis zu 200 Watt) sondern auch bei der Kapazität all das, was Otto Normaldampfer benötigt, wenn er eine gute Stromquelle für seinen Lungenzieher sucht. Nicht nur das, gilt die Box doch als (fast) unkaputtbar, ist stoß-, staub und spritzwassergeschützt (nach IP67), also auch für den Gebrauch für unterwegs geeignet – die Angst, dass das gute Stück besser nur auf dem heimischen Wohnzimmertisch steht weil es sonst am Lack, am Anschluss oder gar der Elektronik Schaden nehmen könnte, entfällt.

Geekvape Aegis Legend – die Box für unterwegs

Natürlich ist die Legend nicht für grazile, kleinere Hände gemacht. Einen Schönheitspreis wird sie auch eher nicht einheimsen (wobei die “limited Magnesium Edition” hier noch mal Pluspunkte sammelt), und in die Hosentasche passt “der Klopper” schon mal gar nicht. Aber er liegt trotz seiner Maße unheimlich gut in der Hand, die Tasten verfügen über einen angenehmen Druckpunkt, und der Chip funktioniert zuverlässig und verzichtet weitestgehend auf unnötigen Schnickschnack.

Für denjenigen, der auf die Vorteile der Box nicht verzichten will, es aber ein bis zwei Nummern kleiner mag, hat Geekvape noch die Aegis Mini (fest verbauter Akku mit 2200mAh, bis zu 80 Watt) oder die Aegis Solo (für einen 18650er Akku, bis 100 Watt) im Programm. Für die breite Masse sind die beiden Geräte meiner Meinung nach nicht geeignet, aber auch die beiden “Kleinen” haben bereits ihren festen Fankreis.

Aegis Solo (links) und Aegis Mini (rechts)

So richtig durchstarten könnte Geekvape jetzt aber mit dem aktuellen Modell, der Aegis X. Wie ihr Vorgänger ist sie “gut gepolstert” (und auch stoß-, staub- und spritzwassergeschützt), und zumindest von einer Seite erinnert sie auch optisch sehr stark an die Legend. Allerdings wurden zwei Dinge gravierend verbessert: Zum einen ist sie kleiner geworden, zum anderen verfügt sie endlich über ein deutlich größeres Display, das auch von über 25jährigen Dampfern problemlos abgelesen werden kann:

Aegis Legend (links) und ihr Nachfolger, die Aegis X

Ich muss allerdings gestehen, dass mein erster Eindruck zwiegespalten war, wirkt das Gerät doch auf den ersten Blick wie aus zwei unterschiedlichen Boxen zusammengeklöppelt; beim näheren Betrachten merkt man aber schnell, dass das Gerät doch aus einem Guss ist.

Die zwei Seiten der Medaille, nein, der Aegis X

Das 2,4 Zoll große OLED-Display hat drei verschiedene “Templates” an Bord, jedes davon kommt zusätzlich mit unterschiedlichen Farbvarianten daher. Die Helligkeit des Displays kann man einstellen, die Range reicht von “leidlich dezent” bis “kurzfristige Erblindung”.

Wie die Legend bietet auch die Aegis X verschiedene Modi an, inklusive Temperatur- und Bypass-Modus. Neu sind die vier Memorypunkte, die man sich einrichten kann, so dass man bei der Nutzung mehrerer Verdampfer (oder auch beim alltäglichen Durchglühen der Coil) nichts an der Leistung verstellen muss sondern ganz einfach, nach drei Klicks auf den Feuertaster, mit der Plus- oder Minustaste das gewünschte Profil wählt. Wenn man nach drei Klicks auf den Feuerbutton die Plus- und Minustaste für drei Sekunden gleichzeitig hält gelangt man übrigens ins Untermenu – anfangs vielleicht etwas ungewohnt, aber bei näherem Betrachten sinnvoll, da man die dort hinterlegten Werte doch nur sehr selten verstellt.

Der absolute Clou des neuen Aegis-Modells ist aber ein ganz anderer: Selten habe ich einen Akkuträger erlebt, der besser in der Hand liegt! Ob der abgerundeten Flächen und der – wenn auch nur leicht – verringerten Größe ist die Box ein absoluter Handschmeichler!

Gefällige Kombi: Aegis X mit Taifun GT IV

Einen kleinen Nachteil muss aber einfach jedes Gerät haben: Hundertprozentig in den Vorteil von Handlichkeit und großem Display kommen nur die Linkshänder! Der Rechtshänder muss, wenn er das Display ständig im Blick haben will, den Daumen zum Feuern nutzen, dafür entgeht ihm aber die perfekte Rundung der Rückseite der Box. Oder er nutzt den Zeigefinger zum Feuern, sieht dann aber das Display nicht. Mich stört weder das eine noch das andere sonderlich, trotzdem ertappe ich mich immer häufiger dabei, wie ich mit der linken Hand zur Dampfe greife. Ob in absehbarer Zeit die Aegis X noch als “Rechtshänderbox” auf den Markt kommt entzieht sich meiner Kenntnis, aber allerspätestens dann hätte sie das Zeug zu einem absoluten Volksakkuträger. 😉

Geekvape Aegis, Aegis Solo, Aegis Mini, Aegis Legend, Aegis X (von links)

In jedem Fall ist es der Firma Geekvape mit ihren Produkten bereits jetzt gelungen, dem ein oder anderen arrivierten Boxen-Hersteller das Wasser zu reichen, wenn nicht gar abzugraben. Wollen wir hoffen, dass der Hersteller das jetzige Niveau auch bei seinen weiteren Produkten hält – Wismec ist das bei seinen Boxen leider nicht gelungen.

Geekvape Aegis X
Maße: 90 x 56 x 31mm (H/B/T)
Gewicht: 178g (ohne Akkus)
Für Verdampfer bis 27mm geeignet
5 bis 200 Watt Ausgangsleistung, 0,1 bis 12 Volt Ausgangsspannung
ca. 70€

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