Kleiner Bruder – Der Simurg SX
Kleiner Bruder – Der Simurg SX

Kleiner Bruder – Der Simurg SX

(Lesezeit: ca. 11 Minuten)

Eigentlich war dieser Beitrag ganz anders geplant. Ich wollte auf den Simurg SX zwar am Rande eingehen – ist ja schließlich “nur” ein etwas kürzerer Simurg, und mit dem haben wir uns in den letzten Monaten schon ausführlich beschäftigt – und in erster Linie noch mal ein Fazit zur “IMIST-Familie” ziehen. Und da ich in all diesen Beiträgen immer voll des Lobes war – und bei “zu viel” Begeisterung gerne mal Vorwürfe der Gefälligkeitsreviews aufkommen – wollte ich auch darauf hinweisen, dass ich weder Mitarbeiter von Eroltec bin noch deren Geräte für die Tests gratis bekommen habe.
Wie das aber so häufig mit Plänen ist, sie werden gerne mal durchkreuzt – in dem Fall durch ein Päckchen, das ich vor einer Woche geschickt bekam, und in dem sich ein Simurg SX nebst diversem Zubehör befand:

Inhalt des Überraschungspakets

Auf Nachfrage stellte sich heraus, dass ich als eine der Testpersonen für den SX ausgewählt wurde, und man sich lediglich ein ehrliches, ungeschöntes Feedback wünscht. Nun, wenn mir schon diese unerwartete Ehre zu Teil wird, dann kann ich auf den Verdampfer natürlich nicht nur am Rande eingehen, also wird der Test – und damit dieser Beitrag – wieder etwas umfangreicher ausfallen.

Also dann: Der Simurg SX

Der Simurg SX ist, wie der Name schon vermuten lässt, ein kurzer Simurg, und so sind die meisten austauschbaren Bauteile des großen Bruders – Topcap, Base, Deck – auch mit der SX-Version kompatibel. Rein optisch wirkt der “Kleine” sehr gefällig, was nicht nur an den gelungenen Proportionen sondern auch am kürzeren Tankshield liegt, welches ich diesmal wirklich sehr hübsch finde.

Großer und kleiner Simurg

Allerdings ist der SX nicht einfach ein zu heiß gebadeter Standard-Simurg, sondern eher, analog zum Gryphus, auf den gemäßigten Lungenzug oder offenes MTL ausgelegt und entsprechend direkt mit einem 510er-Driptip versehen.

Und tatsächlich finde ich hier den ersten kleinen, persönlichen Kritikpunkt: Das Standard-Driptip behagt mir nicht, es vermittelt einfach kein schönes Mundgefühl. Zugegeben, bei Driptips bin ich sehr eigen, und ich habe noch nie einen Verdampfer dauerhaft mit dem mitgelieferten Mundstück genutzt. Also flugs das – auch farblich passende – Jigsaw aufgesetzt, und schon macht das Nuckeln Spaß!

Endlich mal wieder schwarz-gold 😉

 

510 oder 810?

Standardmäßig kommt der SX also mit einem 510er-Driptip, allerdings kann man ihn Dank des modularen Aufbaus auch mit einer anderen Topcap und damit einem 810er-Driptip nutzen. Freundlicherweise war dem Päckchen die Flat Topcap V2 beigelegt, dazu das passende 810er VTX-Driptip. Nun muss man wissen, dass ich meinen großen Simurg zwar mit dem 810er nutze – wenn auch mit zurückhaltender Leistung und nicht ganz offen – aber “den Kleinen” wollte ich von Anfang an etwas moderater bedienen. Schließlich soll er meine neue “Unterwegsdampfe” sein, und da möchte man doch etwas weniger Wolken schmeißen, Rücksichtnahme und so. Aber ausprobieren musste ich den “großen Schornstein” natürlich schon.

Simurg SX mit Flat Top Cap V2 und 810er VTX-Driptip

Und ja, natürlich kann man den SX mit einem 810er Driptip dampfen – wobei ich das Heat Sink aus gleichem Hause dem VTX deutlich vorziehe – ob das mit dem kleinen Tank sinnvoll ist sei jedoch dahingestellt. Aber das ist ja das Schöne am modularen Aufbau: (Fast) alles ist kombinierbar. Einfach ausprobieren – und dann kann man einfach je nach Bedarf die Topcap austauschen.

 

Das Handling

Das 1.5er-Deck des Simurg habe ich ja schon ausgiebig gefeiert, und wer mit dem großen Simurg klarkam schafft es auch beim kleinen Bruder – logisch, die Decks sind identisch. Ich nutze ausschließlich die Durchschleiftechnik, in meinen Augen die beste und einfachste Methode – zumindest wenn man ein wenig Acht gibt, dass beim Nachziehen die Watte nicht “mitrutscht”, sonst gibt’s einen Hotspot. Wer mit dieser Technik nicht klarkommt nutzt die Umklapp-Methode, die einen, Dank der gefederten Brücke, auch vor keine Probleme stellen sollte. Bei der Watteverlegung ist der SX genau so entspannt wie der große Bruder – einfach fluffig in die üppig dimensionierten Taschen legen, fertig.

IMIST Simurg SX

Wie vom großen Simurg gewohnt läuft auch beim SX alles geschmeidig, die Befüllung ist ein Traum, der Nachfluss unproblematisch, die – fürs RDL perfekte – Airflowcontrol ist wunderbar leichtgängig. Der einzige Unterschied zum großen Bruder im Alltag: Der Tank ist kleiner und somit schneller leer. 😉

 

Was ist denn nun mit MTL?

“Mesh taugt nicht für MTL” sage ich gerne. Also mir zumindest nicht. Um das zu bestätigen – oder zu widerlegen – müsste man es natürlich mal intensiver ausprobieren, klar, dennoch schiebe ich diesen Test seit Ewigkeiten vor mir her. Jetzt soll es aber soweit sein, also flugs das MTL-Mesh eingespannt, möglichst wenig Luft, ein schlankes Driptip – da das MTL-Mundstück des großen Simurg nicht passen will gibt es halt ein schlankes Dampfwürmchen – und runter mit der Leistung. 17 Watt, 20 Watt, 22 Watt, jo, geht, dennoch ist es ein wenig unbefriedigend. Ab 25 Watt fängt es an, mehr Spaß zu machen, sogar so viel, dass ich das Gerät gar nicht mehr aus der Hand lege. Nanu?

Nun endlich der MTL-Test

MTL-Züge dauern bei mir deutlich länger, und so langsam wird es mit der Leistung auch etwas feucht in der Schnute – also wieder etwas weniger Power, dabei leidet aber der Geschmack und somit der Genuss. Und dann ertappe ich mich doch, wie ich an der Airflow drehe – ich brauche mehr Luft. Und ein offeneres Driptip. Und mehr Leistung.

Fazit dieses Testabschnitts: Ja, MTL kann generell mit Mesh funktionieren, aber optimal finde ich dafür auch den kleinen Simurg nicht. Wer auf etwas strafferen MTL-Zug steht ist meiner Meinung nach mit dem Gryphus einfach besser bedient.

 

Wie viel Dochte braucht der Mensch?

Ausgeliefert wird der Simurg mit vier verbauten Dochten, allerdings ist der Betrieb auch mit zwei oder sechs Dochten möglich. Letzteres ist höchstens bei sehr hohen Leistungen, in der Regel in Verbindung mit dem Open Draw Kit, halbwegs sinnvoll, ansonsten ist der Nachfluss mit vier Dochten vollkommen ausreichend.
Dochte, obwohl so klein und unscheinbar, klauen Platz fürs Liquid – pro Paar sprechen wir, zumindest beim großen Simurg, von ungefähr 1,5ml. Bei großen Tanks fällt das kaum ins Gewicht, aber je kleiner der Tank… was lag also näher, den SX mal mit lediglich zwei Dochten zu betreiben? Entsprechende Verschlussschrauben für offene Dochtlöcher liegen dem Zubehör bei, und auch wenn diese kleinen Schräubchen jeden Grobmotoriker – so auch mich – in den Wahnsinn treiben können ist der Umbau doch recht schnell vollzogen. Auf diese Weise fasst der Tank – grob geschätzt – einen Milliliter Liquid mehr, wie viel Züge das jetzt sind darf jeder selbst ausrechnen. 😉

Nur ein Docht pro Seite, dieser aber mittig

Ist aber der Nachfluss so auch ausreichend? Nun, zumindest bei meinem Testsetting (200er Mesh, AFC etwas mehr als halb geöffnet, 45 bis 50 Watt) funktioniert es, auch bei mehreren, schnellen Zügen hintereinander bleibt die Watte schön nass. Im normalen Betrieb sollte es also keine Probleme geben, dennoch – so ganz traue ich der Sache nicht. Und da der SX ja wie geschrieben meine “Unterwegsdampfe” wird, also jederzeit zuverlässig fördern muss, betreibe ich ihn im Alltag – zumindest vorerst – trotzdem mit vier Dochten. Das ist eine reine Kopfsache, aber wie meinte schon der große Philosoph Dr. Sheldon Cooper: “Was wäre der Mensch ohne Schrullen?” 😉

 

Alles Mesh oder was?

Im Paket enthalten waren auch die neuen hauseigenen Mesh-Rollen in diversen Stärken. Ich habe bislang ja immer das Rollen-Mesh von Vandyvape genutzt, anfangs eher 400er, zuletzt auch mal gerne das 200er. Aber wenn ich die IMIST-Rollen schon mal hier liegen habe…
Und bevor ich nur ein einziges Wort zum Geschmack verliere: Für diese Mesh-Rollen feiere ich Eroltec hart! Kein Beischneiden (Streifen passt genau ins Deck), keine ausgefransten Ränder (hat man bei VandyVape ja gerne mal), und dazu noch geschickte Abrollsperren – ein Traum!

Mesh von der Eroltec-Rolle – perfekt für den Simurg

Natürlich wollte ich jetzt noch wissen, ob sich das IMIST-Mesh auch geschmacklich abhebt, konnte aber keinen signifikanten Unterschied zum VandyVape-Mesh feststellen. Dennoch bleibt immer noch der deutlich höhere Komfort und der akkuratere Schnitt, und auch wenn das IMIST-Mesh preislich etwas höher liegt fällt mir die Wahl meiner Mesh-Rollen in Zukunft sehr leicht.

Jedem Simurg liegt ja bereits ein Röhrchen mit je zwei Mesh-Streifen für MTL und DL bei. Sehr schön, um direkt nach dem Kauf loszulegen, allerdings braucht man bei der Meshdicke schon eine ruhige Hand (und viel Geduld), da die dicken Dinger doch sehr widerspenstig sind. Außerdem ist der breite Streifen (vermutlich 100er SS) für den SX doch etwas niederomig, das MTL-Mesh hingegen bereitet, so man es denn erst mal eingefädelt hat, direkt Laune.

Das beigelegte Mesh – mitunter widerspenstig

 

Der Geschmack

Geschmack ist immer individuell, und ich kann einen Verdampfer über den grünen Klee loben, es kann immer sein, dass er gerade deinen Geschmack nicht trifft. Den großen Simurg dampfe ich mittlerweile seit fast einem Jahr, den kleinen Bruder habe ich jetzt ausgiebig getestet, und ich bin von beiden einfach rundum begeistert. Diese Begeisterung bezieht sich ausdrücklich auf den Betrieb mit Mesh, aber die IMIST-Produkte sind in meinen Augen eben in erster Linie Mesh-Geräte.

Solltest du nun einen dieser Verdampfer erworben haben und mit dem Geschmack nicht ganz glücklich sein: Versuche ein anderes Setting. Probiere eine andere Mesh-Stärke. Spiel mit der Wattemenge. Oder nutze mal klassische Coils. Die IMIST-Geräte sind extrem variabel – das war für mich damals ja der Hauptgrund, mir den ersten Simurg zuzulegen; dass daraus eine so große Liebe wurde hätte ich nicht gedacht – und wahrscheinlich findest du nach ein wenig Experimentieren doch noch dein Traumsetting.

 

Umfang und Preis

Wie gewohnt liefert Eroltec den SX mit üppigem Zubehör aus: Zusätzliche Dochte, ein Ersatzglas, dutzende O-Ringe, der beliebte Schraubendreher, aber auch diverse Mesh-Streifen und Watte, so dass man den neuen Freund direkt wickeln und in Betrieb nehmen kann.

Simurg SX mit Zubehör

Mit knapp 120 Euro in der Edelstahlversion liegt er zehn Euro unter dem großen Simurg, die mattschwarze Version gibt es für 140 Euro. Ein Schnäpperchen ist der SX also auch nicht, aber gemessen an der Verarbeitung und den Optionen, die er bietet, ein durchaus angemessener Preis.

 

Simurg, Simurg SX oder doch der Gryphus?

Eigentlich kann ich nur den entsprechenden Text von meinem Gryphus-Review wiederholen: Wer den offenen Lungenzug mag sollte nach dem (großen) Simurg greifen, eventuell ergänzt durch das Open Draw Kit. Wer eher den gemäßigten Lungenzug oder offenes MTL bevorzugt hat die Wahl zwischen dem Simurg SX als Topcoiler oder dem Gryphus als Bottomcoiler, wobei, zumindest nach meinem Empfinden, der Gryphus am besten mit wenig Leistung klarkommt. Als Alltagsgerät ziehe ich den Simurg (egal ob Standard oder SX) dem Gryphus vor – einfach weil man schneller ans Deck kommt, ihn schneller befüllen kann, und weil er Schludrigkeiten bei der Watteverlegung eher verzeiht.

Die IMIST-Familie: Gryphus, Simurg, Simurg SX

Nun ist also die IMIST-Familie komplett, wenn man den Gerüchten glauben darf ist allerdings noch das ein oder andere Projekt in der Pipeline. Und ich werde mich diesmal hüten zu schreiben, dass dies der letzte Beitrag zum Simurg & Co. hier im Blog ist. 😉

 

Und die schonungslose Kritik?

Ich habe mich wirklich bemüht, kritikwürdige Punkte zu finden. Aber: Die Optik ist stimmig, die Verarbeitung hervorragend, die beweglichen Teile sind leichtgängig, die Befüllung ein Traum. Die Abstimmung von Luft, Leistung und Zug ist passend, jedenfalls für den gemäßigten Lungen- oder den sehr offenen Backezug. Das Deck und die Wattierung sind leicht zu beherrschen, und der Geschmack ist hervorragend. Selbst der Preis ist, gemessen an Verarbeitung und mitgeliefertem Zubehör, absolut angemessen. Das einzige, das ich persönlich ändern würde, wäre das Driptip, aber das sage ich bei fast jedem Verdampfer – außerdem ist das ja nun wirklich eine ganz persönliche Vorliebe.

 

Fazit

Der Simurg überzeugte bereits mit seiner Vielfältigkeit, seinem einfachen Handling und dem guten Geschmack. Mit dem SX dürfte Eroltec nun auch die DampferInnen erreichen, denen die Standard-Version zu groß, zu klobig ist. Was seit vielen Jahren der GT IV für die Coilfraktion ist – ein zuverlässiger Leckerschmecker für den Alltag – dürfte ab sofort der Simurg SX für die Mesher sein. Und ein größeres Lob gibt es eigentlich nicht.

IMIST Simurg SX
Topcoiler, Mesh (Coildecks optional erhältlich)
Maße: 56,5mm x 26mm (Base 25mm)
Fassungsvermögen: max. 6,5ml (bei zwei Dochten)
510er Driptip, Standard-Aufnahme
Edelstahl; Deck und Pluspol Edelstahl vergoldet
Farben: Edelstahl, mattschwarz
Preis: 120€ (Edelstahl) bzw. 140€ (mattschwarz)

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