Mato – gehypt, verrissen, gehypt

Hier isser endlich, der Mato!

Nach heftigem Vorab-Hype und verzögertem Verkaufsstart spaltete der Mato erst mal heftig die Gemeinde, und das lag nur an ein paar kleinen Stahlseilen:
Da gab es die einen, deren Dochte problemlos förderten – sie waren mit ihrem Mato sofort glücklich.
Und dann gab es die, deren Dochte nicht förderten.

Fördert nicht so wirklich

Sie versuchten, die Dochte zu entkernen – und die Dochte zerfielen zu Staub. Sie probierten die mitgelieferten Ersatzdochte – und diese schlackerten gar fürchterlich im Tank umher. Sie versuchten es mit Mesh-Röllchen – diese förderten hervorragend, hinterließen aber beim Befüllen ein ruckzuck überflutetes Deck und manche Sauerei auf dem Akkuträger.

Fördert vor allem beim Befüllen etwas zu viel: Mato mit Meshröllchen

Oder sie legten die Watte bis in den Tank, was zwar leidlich funktionierte aber auch unpraktisch war und dazu grottig aussah. Schließlich wandten sie sich in ihrer Not an den freundlichen Helfer im örtlichen Baumarkt, schnitten sich ihre 7×7-Dochte – und plötzlich war bei den meisten Leidgeprüften der Nachfluss da! Die weitere Optimierung gelang dann durch Experimente bei der Watteverlegung oder mit unterschiedlichen Wattesorten.

Nun läuft’s richtig!

Einfach zu handhaben war der Mato also nicht zu Beginn,  aber es handelt sich nunmal um einen Selbstwickler, einen Topcoiler noch dazu, und der funktioniert nun mal nicht immer auf Anhieb so, wie man sich das vorstellt – schon gar nicht, wenn es sich um die erste Serie handelt. Im aktuellen Batch scheint das Problem mit den Dochten übrigens gelöst zu sein – die Bohrungen wurden einfach etwas breiter gemacht.

Leider zeigte sich in dieser Situation wieder mal ganz deutlich, dass die Dampferei längst mitten in der Gesellschaft angekommen ist: Der Shitstorm, der in erster Linie den Designer, nämlich die Nebelfee, überkam, machte auch dem letzten Naivling klar, dass es eine kuschelige Dampfercommunity nicht (mehr) gibt. So mancher Ausfall einiger Dampftuber und -innen konnte zwar noch als Amüsement dienen, generell ließ das Verhalten in den (a)sozialen Netzwerken aber heftige Zweifel an einer gewissen Reife der Dampferszene an sich aufkommen. Üble Beleidigungen und wüste Beschimpfungen, nur weil der Verdampfer nicht auf Anhieb funktioniert – sagt mal, geht’s eigentlich noch? Wer nicht bereit ist, sich mit seinem Selbstwickler zu beschäftigen sollte einfach Fertigcoiler nutzen, es gibt ja inzwischen genügend wirklich gute.

Eigentlich ganz einfach zu wickeln, der Mato

Wenn aber der Mato erst mal läuft, dann bekommt man einen sehr guten Verdampfer für einen restriktiven Lungenzug und mit wirklich gutem Geschmack. Die mitgelieferte Coil ist nicht nur durchaus lecker sondern auch noch “richtig rum” gedreht – also eigentlich falsch rum, und  praktischerweise gibt es direkt von Vandy Vape vorgefertigte, “links gedrehte” Coils im Zehnerpack zu kaufen – Geschäftssinn oder Kundenservice, das muss jeder für sich selbst beantworten. 😉

Praktisch – und mit allen gängigen Flaschen nutzbar – ist das Sidefilling: Einfach die Topcap ein wenig hoch- (oder ganz ab-) ziehen und den Tank durch das Silikonnubsi befüllen. (Glücklicherweise liegen zwei Ersatznubsis dabei, die ersten klagen schon, dass ihre Originalnubsis kaputt sind.) Apropos Zubehör: die mitgelieferte Abschneidhilfe ist wirklich praktisch. Wahrscheinlich wird dieses nützliche Tool bald jedem Selbstwickler mit postless Deck beiliegen – zur Müllvermeidung wird das dann dauerhaft allerdings nicht unbedingt beitragen.

Das Zubehörset mit praktischer Abschneidhilfe

Und, braucht man den Mato jetzt?
Wenn du einen Single-Top-Coiler für restriktiven Lungenzug suchst – nur zu! Für den Preis machst du nichts falsch: Er schmeckt gut, ist gut verarbeitet, und er macht Spaß, vorausgesetzt, du bist bereit, dich mit dem Gerät auseinander zu setzen! Anfängern würde ich den Mato nicht unbedingt empfehlen, aber es gibt ja auch bastel- und lernwillige Wickeleinsteiger, von daher…

Interessant ist übrigens gerade zu beobachten, wie viele Mato-Besitzer noch einen zweiten, dritten oder vierten kaufen. Natürlich liegt es auch daran, dass man die unterschiedlichen Farben so schön kombinieren kann…

Hübsche Kombinationen

…aber das würde man trotz des überschaubaren Preises wohl kaum mit einer “völligen Fehlkonstruktion” machen. Ja, zwischen Hype, völliger Verdammung und erneutem Hype können mitunter nur wenige Tage liegen… 😉

Vandy Vape Mato designed by Nebelfee
24mm Durchmesser
5ml Fassungsvermögen
Ca. 50€

5 Jahre Küstendampfer

Vor fünf Jahren haben wir unseren Traum, nicht nur Hobby- sondern auch Berufsdampfer zu sein, umgesetzt! Und auch, wenn sich die Dampferszene – mal wieder – in heftigen Turbulenzen bewegt (die Tabakkonzerne mischen im Dampfermarkt immer mehr mit, der Gegenwind der Dampfgegner hat wieder, auch befeuert durch die Situation in den USA, an Fahrt aufgenommen, die Dampferbranche beklagt schwindende Umsätze) wollte der fünfjährige Geburtstag adäquat gefeiert werden. Und das scheint uns ganz gut gelungen zu sein:

Einen herzlichen Dank allen, die uns auf unserem bisherigen Weg – und an diesem Tag – begleitet haben!

Dann eben doch einen zweiten…

Eigentlich wollte ich ja nie zwei mal den gleichen Verdampfer haben – schließlich gibt es mittlerweile viele gute Geräte, und es kommen immer wieder neue, gute Verdampfer auf den Markt. Nun sind wir aber seit über einem Jahr bekanntlich große Fans des Taifun GT IV. Ursprünglich habe ich dort drin meinen Süßkram gedampft – Vanille mit Honig, Vanille mit Rum, Creme Brulée, halt alles, was gefühlt nach einem Zug einen Zuckerschock auslöst. 😉 Im Sommer aber dampfe ich mit Vorliebe fruchtig-frische Liquids, weshalb der GT IV in den letzten Monaten “zweckentfremdet” wurde – in erster Linie für mein zur Zeit absolutes Daily, das Drunken Honey von Snowowl. Der Süßkram wurde getröpfelt, was ja auch kein Problem darstellt, schließlich gibt es auch in diesem Segment richtig leckere Geräte, zum Beispiel den Loop 1.5. Nun bricht aber die kalte Jahreszeit an, sprich der Wunsch nach süßen Liquids steigt wieder immens, und da ist ein Tröpfler einfach auf Dauer unpraktisch.

Nun könnte man also wieder seinen GT IV dem “eigentlichen Zweck” zuführen, aber was macht man dann mit seinem Daily?  Der Leser ahnt es, man bricht mit seinen Vorsätzen, und schafft sich doch ein Gerät ein zweites mal an:

Damit man nicht zum falschen greift wurde natürlich auch der neue GT IV ein wenig gepimpt, in dem Fall mit dem PEI-Tank aus dem Hause Smokerstore. Rasch noch ein – natürlich auch farblich zur Kombi passendes – Driptip ausgewählt, und schon ist Papa richtig glücklich. 😉

Aegis – der neue Volksakkuträger?

Es ist ungefähr vier Jahre her, da sah man gefühlt jeden Dampfer mit dem gleichen Akkuträger rumlaufen, nämlich der Releaux von Wismec. Spätestens, als sie nicht nur mit dem DNA 200-Chip sondern mit einem deutlich preiswerteren Joytech-Chip ausgeliefert – und damit für jeden erschwinglich – wurde kam kaum ein Dampfer, der etwas mehr Wolken schieben wollte, ohne diese Box aus. Während einige seiner Nachfolger schon bald am 510er-Anschluss und der Elektronik schwächelten galt der Urtyp – bis auf den schnell abblätternden Lack – als quasi unkaputtbar, und selbst heute wird dieser Akkuträger noch in der freien Wildbahn angetroffen.

Natürlich gab es auch später noch Akkuträger, die sich allgemeiner Beliebtheit erfreuten, aber ein richtiges “Volksgerät” ist seitdem nicht mehr darunter – was sicher auch an der stetig wachsenden Auswahl liegt.

Seit geraumer Zeit schickt sich nun Geekvape an, mit der Aegis-Serie in Wismecs Fußstapfen zu treten. War der Urtyp mit einem 26650er-Akku noch eher ein Geheimtipp, kennt fast jeder den Nachfolger, die Aegis Legend. Nun für zwei 18650er Akkus ausgelegt bietet sie nicht nur bei der Leistung (bis zu 200 Watt) sondern auch bei der Kapazität all das, was Otto Normaldampfer benötigt, wenn er eine gute Stromquelle für seinen Lungenzieher sucht. Nicht nur das, gilt die Box doch als (fast) unkaputtbar, ist stoß-, staub und spritzwassergeschützt (nach IP67), also auch für den Gebrauch für unterwegs geeignet – die Angst, dass das gute Stück besser nur auf dem heimischen Wohnzimmertisch steht weil es sonst am Lack, am Anschluss oder gar der Elektronik Schaden nehmen könnte, entfällt.

Geekvape Aegis Legend – die Box für unterwegs

Natürlich ist die Legend nicht für grazile, kleinere Hände gemacht. Einen Schönheitspreis wird sie auch eher nicht einheimsen (wobei die “limited Magnesium Edition” hier noch mal Pluspunkte sammelt), und in die Hosentasche passt “der Klopper” schon mal gar nicht. Aber er liegt trotz seiner Maße unheimlich gut in der Hand, die Tasten verfügen über einen angenehmen Druckpunkt, und der Chip funktioniert zuverlässig und verzichtet weitestgehend auf unnötigen Schnickschnack.

Für denjenigen, der auf die Vorteile der Box nicht verzichten will, es aber ein bis zwei Nummern kleiner mag, hat Geekvape noch die Aegis Mini (fest verbauter Akku mit 2200mAh, bis zu 80 Watt) oder die Aegis Solo (für einen 18650er Akku, bis 100 Watt) im Programm. Für die breite Masse sind die beiden Geräte meiner Meinung nach nicht geeignet, aber auch die beiden “Kleinen” haben bereits ihren festen Fankreis.

Aegis Solo (links) und Aegis Mini (rechts)

So richtig durchstarten könnte Geekvape jetzt aber mit dem aktuellen Modell, der Aegis X. Wie ihr Vorgänger ist sie “gut gepolstert” (und auch stoß-, staub- und spritzwassergeschützt), und zumindest von einer Seite erinnert sie auch optisch sehr stark an die Legend. Allerdings wurden zwei Dinge gravierend verbessert: Zum einen ist sie kleiner geworden, zum anderen verfügt sie endlich über ein deutlich größeres Display, das auch von über 25jährigen Dampfern problemlos abgelesen werden kann:

Aegis Legend (links) und ihr Nachfolger, die Aegis X

Ich muss allerdings gestehen, dass mein erster Eindruck zwiegespalten war, wirkt das Gerät doch auf den ersten Blick wie aus zwei unterschiedlichen Boxen zusammengeklöppelt; beim näheren Betrachten merkt man aber schnell, dass das Gerät doch aus einem Guss ist.

Die zwei Seiten der Medaille, nein, der Aegis X

Das 2,4 Zoll große OLED-Display hat drei verschiedene “Templates” an Bord, jedes davon kommt zusätzlich mit unterschiedlichen Farbvarianten daher. Die Helligkeit des Displays kann man einstellen, die Range reicht von “leidlich dezent” bis “kurzfristige Erblindung”.

Wie die Legend bietet auch die Aegis X verschiedene Modi an, inklusive Temperatur- und Bypass-Modus. Neu sind die vier Memorypunkte, die man sich einrichten kann, so dass man bei der Nutzung mehrerer Verdampfer (oder auch beim alltäglichen Durchglühen der Coil) nichts an der Leistung verstellen muss sondern ganz einfach, nach drei Klicks auf den Feuertaster, mit der Plus- oder Minustaste das gewünschte Profil wählt. Wenn man nach drei Klicks auf den Feuerbutton die Plus- und Minustaste für drei Sekunden gleichzeitig hält gelangt man übrigens ins Untermenu – anfangs vielleicht etwas ungewohnt, aber bei näherem Betrachten sinnvoll, da man die dort hinterlegten Werte doch nur sehr selten verstellt.

Der absolute Clou des neuen Aegis-Modells ist aber ein ganz anderer: Selten habe ich einen Akkuträger erlebt, der besser in der Hand liegt! Ob der abgerundeten Flächen und der – wenn auch nur leicht – verringerten Größe ist die Box ein absoluter Handschmeichler!

Gefällige Kombi: Aegis X mit Taifun GT IV

Einen kleinen Nachteil muss aber einfach jedes Gerät haben: Hundertprozentig in den Vorteil von Handlichkeit und großem Display kommen nur die Linkshänder! Der Rechtshänder muss, wenn er das Display ständig im Blick haben will, den Daumen zum Feuern nutzen, dafür entgeht ihm aber die perfekte Rundung der Rückseite der Box. Oder er nutzt den Zeigefinger zum Feuern, sieht dann aber das Display nicht. Mich stört weder das eine noch das andere sonderlich, trotzdem ertappe ich mich immer häufiger dabei, wie ich mit der linken Hand zur Dampfe greife. Ob in absehbarer Zeit die Aegis X noch als “Rechtshänderbox” auf den Markt kommt entzieht sich meiner Kenntnis, aber allerspätestens dann hätte sie das Zeug zu einem absoluten Volksakkuträger. 😉

Geekvape Aegis, Aegis Solo, Aegis Mini, Aegis Legend, Aegis X (von links)

In jedem Fall ist es der Firma Geekvape mit ihren Produkten bereits jetzt gelungen, dem ein oder anderen arrivierten Boxen-Hersteller das Wasser zu reichen, wenn nicht gar abzugraben. Wollen wir hoffen, dass der Hersteller das jetzige Niveau auch bei seinen weiteren Produkten hält – Wismec ist das bei seinen Boxen leider nicht gelungen.

Geekvape Aegis X
Maße: 90 x 56 x 31mm (H/B/T)
Gewicht: 178g (ohne Akkus)
Für Verdampfer bis 27mm geeignet
5 bis 200 Watt Ausgangsleistung, 0,1 bis 12 Volt Ausgangsspannung
ca. 70€

Dampfen in 10 Jahren – ein vielleicht etwas polemischer Ausblick

Dampferland, irgendwo in Europa, im Jahre 2029:

Alternative Nikotininhalatoren haben die alte Tabakzigarette weitgehend ersetzt. Nicht nur aus gesundheitlichen Gründen sind, bis auf ein paar Dinosaurier, alle Raucher auf die Alternativen umgestiegen, sondern weil schlichtweg der Genuss der Kippen im Prinzip nirgends mehr erlaubt ist – eigene Wohnung inklusive. Negativberichte über die E-Zigarette findet man in der Presse kaum noch – nicht etwa aus Einsicht, sondern weil nach jahrelangem inflationären Dampfenbashing negative Schlagzeilen über das Thema einfach keinen mehr sonderlich interessieren. Der Staat unterstützt mittlerweile den Umstieg auf die E-Zigarette – übrigens auch nicht aus Einsicht, sondern weil natürlich längst Steuern zusätzlich zum Tabak auch auf Nikotin erhoben wird, und somit auch auf die E-Zigarette – und wer möchte schon gerne Einnahmequellen verlieren, zumal die Tabaksteuer kaum noch Geld in die Kassen spült.

E-Zigaretten sind mittlerweile weitverbreitet und überall erhältlich – in Supermärkten, Ramschläden und Kiosken. Nur nicht mehr in Dampfershops, die sind mittlerweile ausgestorben – sie sind einfach nicht mehr rentabel, denn das Dampfen hat sich massiv verändert und keine Ähnlichkeit mehr mit dem, was wir 2019 noch kannten. Befeuert unter anderem durch den “THC-Skandal” in den USA hatte die Politik reagiert: Nachfüllbare Systeme sind schon lange nicht mehr erlaubt, ebenso wenig wie Liquids, die nach etwas anderem als nach Tabak schmecken. Die Tabakindustrie hat mittlerweile quasi das Monopol auf den Vertrieb von E-Zigaretten – bereits Ende der Zehnerjahre hatte sie die großen Dampferketten übernommen und damit das Knowhow und die Vertriebswege des neuen Mediums innerhalb kurzer Zeit für – für ihre Verhältnisse – lächerliche Beträge eingekauft.

E-Zigaretten 2029: Es gibt nur noch POD-Systeme. (Symbolbild)

Natürlich gibt es immer noch Dampfgeräte, die nicht der Standardnorm entsprechen. Es sind die kleinen Modder, die ihrer Leidenschaft weiterhin frönen und die “Hobbydampfer” bedienen, auch wenn es für sie nicht einfach ist, da sie natürlich nicht über die Kapazitäten verfügen wie einst die mittelständischen Firmen, und somit nur kleine Stückzahlen produzieren können. Auch der Vertrieb ihrer Geräte ist schwierig: Unter den eigentlichen Bezeichnungen können sie nirgends mehr angeboten werden, und immer wieder müssen sich die Hersteller neue Begriffe ausdenken, wenn die großen Versandplattformen plötzlich den Verkauf von “Geschmacksinhalatoren”, “Raumbefeuchtern” und “elektronischen Duftzerstäubern” verbieten. Aber irgendwie funktioniert es doch, schließlich werden auf den Dampferstammtischen – gut getarnt, in dunklen Hinterzimmern – Bezugsquellen für Geräte und Ersatzteile ebenso ausgetauscht wie neue Rezepte für die “Lebensmittelaromen”. Und die ganz alten Hasen fühlen sich in die Zeit zurückversetzt, in der beim Erscheinen eines neuen Selbstwicklers – Pardon, Duftzerstäuber-Bausatzes – die F5-Taste am Rechner glühte.

Back to the roots, Symbolbild

Natürlich nutzen auch diese Nerds im Alltag die richtlinienkonformen E-Zigaretten. Diese sind – zum Glück – nicht mehr vergleichbar mit den Geräten, mit denen man vor 20 Jahren dampfte. Natürlich sind die vorgefüllten Kartuschen teurer, die Auswahl an Geräten und Geschmäckern ist übersichtlich, und riesige Dampfwolken kann man damit auch nicht erzeugen. Aber immerhin wird man nur noch von den üblichen Enthaltsamkeitsaposteln genervt angeschaut, wenn man an der Dampfe nuckelt. Die E-Zigarette ist in der Gesellschaft angekommen, wenn auch etwas anders, als vor zehn Jahren gedacht.

Nur hin und wieder, wenn sich unterwegs zwei Dampfer-Nerds der ersten Stunde begegnen, werfen sie sich einen vielsagenden Blick zu, der sagt “weißt du noch, damals, als das Dampfen noch in den Kinderschuhen steckte und etwas ganz Besonderes war? Irgendwie war das damals ja doch ein bisschen schöner…”

Ach ja, damals…

 

Tote in den USA – Nein, die E-Zigarette ist nicht schuld!

Da die Berichterstattung über plötzlich aufgetauchte “mysteriöse Lungenkrankheiten und Todesfälle in den USA durch E-Zigaretten” bei etlichen Menschen zu erheblicher Unsicherheit beiträgt, möchten wir hiermit noch mal darauf hinweisen: Diese Krankheiten entstanden nicht durch die E-Zigarette!
Die E-Zigarette wurde in diesen Fällen lediglich als “Transportmittel” zum Konsumieren von verunreinigten illegalen Substanzen genutzt!

Wir verurteilen die reißerische und zu großen Teilen unwahre Berichterstattung in der deutschen Presse auf das Schärfste! Hier wurden Ängste vor einem Produkt geschürt, das deutlich weniger schädlich ist als die Tabakzigarette und das laut Studien klar beim Ausstieg aus dem Tabakkonsum helfen kann.

Als Vergleich: Wenn plötzlich Menschen durch gepanschten Wein krank werden oder gar sterben würden wäre auch nicht das Weinglas schuld, und niemand käme auf die Idee, vor Weingläsern zu warnen oder sie gar verbieten zu wollen.

Abgesehen davon sei nochmals darauf hingewiesen, dass im Gegensatz zur USA in der EU – und damit auch in Deutschland – kein Liquid auf den Markt gebracht wird, das nicht vorher ausführlich getestet und zugelassen wurde!

Weitere Infos (und Quellen) auf der hier verlinkten Webseite.

Double Barrel – Purist mit kleinem Schönheitsfehler

Gefühlt erscheinen heute immer noch fünf neue Akkuträger pro Woche auf dem Markt. Wirklich Neues bieten sie eher nicht – wie auch, die Technik ist weitgehend ausgereizt – und auch bei der Optik tut sich nicht viel, ein bisschen was Buntes hier, ein paar Abrundungen dort, ansonsten ist von einer Revolution am Boxenhimmel zur Zeit wenig zu sehen.

Eine der wenigen Ausnahmen ist der Double Barrel von Squid Industries. Zum einen ist die Optik ungewöhnlich – sie ist einer doppelläufigen Büchse nachempfunden, deren “Läufe” natürlich als Akkuaufnahme dienen. Zum anderen ist der Akkuträger sehr puristisch gehalten – ein kleines Rad an der Seite, ein eher winziges Display oben neben dem 510er-Anschluss, und fertig. Auch auf einen USB-Anschluss hat man verzichtet – die Akkus sollen gefälligst extern geladen werden (sinnvoll!), und Hoffnungen auf ein eventuelles Chip-Update werden so gar nicht erst geweckt.

Foto: Projekt Eulchen

Aber eben dieser Minimalismus ist, neben der Optik, die hervorstechende Eigenschaft des Double Barrel. Mit dem Rad – dessen Rastpunkte angenehm “klicki” sind – verstellt man, in angenehmen 1-Watt-Schritten, die Leistung, zudem dient das Rad als Feuertaster – hier ist der Druckpunkt zwar recht leicht, aber nicht schwammig. Mit den klassischen fünf Klicks wird das Gerät ein- und ausgeschaltet, mit vier Klicks wird der AT gesperrt, und mit drei Klicks lässt sich das Display flippen, so dass es sowohl von Daumen- als auch Fingerfeurern gut abgelesen werden kann – jedenfalls wenn es draußen nicht zu hell ist und der Dampfer generell über gute Augen verfügt, denn das Display ist sowohl klein als auch recht dunkel.

Ein klassisches Menü gibt es nicht – wozu auch, Squid verzichtet auf alles vermeintlich Unnötige. Temperatursteuerung? Nö. Eigene Leistungskurven? Nö. Eine Auswahl an Display-Hintergründen? Schon gar nicht. Hier wird sich auf das Wesentliche konzentriert, schließlich ist ein Akkuträger nichts weiter als die Stromquelle für den Verdampfer.

Foto: Projekt Eulchen

Da kommen wir aber auch zum einzigen kleinen Schönheitsfehler, den der Double Barrel mit sich bringt: Das Ansprechverhalten! Der Purist will so richtig nur puristische Coils befeuern – mehrfach getwistete, dreimal ummantelte, vierfach verknotete Fahrradspeichen, die nun mal ziemlich träge sind, mag die Elektronik nur sehr zögerlich in Gang bringen – und über eine Preheat-Funktion verfügt der Akkuträger (natürlich) nicht. Wer also im Alltag die modernen, feisten, mitunter eher Schmuckstücken gleichenden Coils nutzt, muss schon sehr geduldig sein oder auf schlichtere Drähte wechseln, sonst macht der Barrel nur mäßig Spaß.

Eine weitere Eigenschaft dieses Akkuträgers: Er ist zwar sehr schlank, aber auch üppig schwer. 218 Gramm bringt das Teil auf die Waage – ohne Akkus! Muss man schon mögen. Dafür liegt er sehr gut in der Hand und fühlt sich (nicht nur) ob des Gewichts sehr wertig an.

Fazit: Wer das etwas Ausgefallene liebt, wer das Puristische mag, wer gerne etwas schwerere Geräte in der Hand hält und dann auch noch eher klassische Drähte nutzt, der wird mit dem Double Barrel richtig Spaß haben. Wen einen dieser Punkte stört sollte sich die Anschaffung dieses Geräts noch mal gut überlegen, und ihn am besten – wie schon häufiger erwähnt – auf dem Stammtisch oder im Offliner des Vertrauens mal ausprobieren.

Double Barrel, Squid Industries
Maße: 92 x 43 x 25mm; 25mm-Verdampfer sitzen bündig
Gewicht: 218g
Maximale Ausgangsleistung: 150 Watt
Akkus: 2 x 18650er
Farben: Viel Buntes und schwarz
Preis: ca. 85€

Dicke Backen machen: Der GTR

Die Schnutsche Begeisterung für den Taifun GT IV hält ungebrochen an, er ist auch nach fast einem Jahr unsere absolute Lieblings-Dampfe.

Für das ultimative “Backedampfen” ist er allerdings nicht gemacht. Wenn man hin und wieder doch mal richtig “oldschooled”, also MTL dampfen, und dazu gerne beim gleichen Hersteller bleiben möchte, dann kommt man um den vor Kurzem erschienenen Taifun GTR wohl nicht herum. Ein 23mm- Singlecoiler, eher schlicht im Erscheinungsbild, aber dafür mit tollen “inneren Werten”.

Ich habe ihn, wie wahrscheinlich fast alle, in der “Special Edition” erworben, inklusive zweier Tabakaromen (die ich bis zum heutigen Tage noch nicht angemischt habe) und einer “handmade Coil” von DO-Coils, die man aber getrost in ihrer Verpackung belassen kann – sie taugt leider gar nix ist nicht gerade ein geschmackliches Highlight.

Der GTR verfügt über ein Topfill-System (ganz ohne Gewinde!) und über eine neuartige, aus zwei Kanälen bestehende Liquidcontrol. Der Luftzug lässt sich variabel einstellen (je zwei Luftlöcher mit 1,0 und 1,2mm, die in mehreren Kombinationen genutzt werden können), und bei der Wattierung kann man, Taifun-typisch, eigentlich nichts falsch machen, so dass der GTR im Handling extrem entspannt ist. Anstelle aus Glas besteht der Tank aus Polysulfon (PSU), ein Werkstoff, der auch extrem hohen Temperaturen und sämtlichen Chemikalien trotzen soll – trotzdem vermeide ich die üblichen “aggressiven” Liquids.

Entscheidend ist aber der Geschmack, und da bietet der Kleine wahrlich Großes! Bestückt mit einer SS316 Finefused Clapton liefert der GTR Geschmack auf höchstem Niveau, egal ob man mentholige, fruchtige oder süße Liquids bevorzugt. Nach einigen Wochen Dark Menthol von Tom Klark fließt zur Zeit das Feenchen von Nebelfee durch den GTR, und ich muss sagen: Absolut auf den Punkt getroffen!

Als Stromquelle habe ich mich für einen Akkuträger aus dem gleichen Hause entschieden, nämlich für den Skarabäus Pro, der – zusammen mit dem Adam von Old Sam – eine herrlich stimmige Kombi ergibt:

Der Skarabäus Pro ist eine halbmechanische Tube, also nicht regelbar, aber mit einem Hochleistungs-MosFet inklusive Temperatursensor ausgestattet und verfügt über diverse Schutzvorkehrungen gegen Überlastung, Spannungsabfall, Verpolung und Tiefenentladung. Das Highlight des Akkuträgers ist aber ganz klar der verschleißfreie “magnetoptische” Taster – ein haptisches Erlebnis! Ausgelegt ist der Skarabäus Pro für einen 18650er-Akku, was bei einem “Backedampfer” wie dem GTR aber allemal ausreicht, um einige Stunden Dampfspaß zu haben.

Ganz billig ist dieser Spaß nicht, die Geräte werden nun mal in Deutschland gefertigt, aber die Verarbeitung und das haptische, optische und geschmackliche Erlebnis lassen einen den üppigen Anschaffungswiderstand schnell verschmerzen. 😉 Ein weiterer, smokerstore-typischer Nachteil ist leider die Verfügbarkeit – wer mit dieser Kombi (oder auch nur mit Teilen davon) liebäugelt sollte zuschlagen, wenn er die Geräte beim Offliner des Vertrauens sieht.

Taifun GTR, Smokerstore
Höhe: 40mm (ohne Driptip)
Durchmesser: 23mm
Preis: 149,- €

Skarabäus Pro, Smokerstore
Höhe: 93 mm
Durchmesser: 23mm
Preis: 169,- €

Vaping is not tobacco

Seit Einführung der TPD2 wird die Dampferei innerhalb der Tabakproduktrichtlinie reguliert – völlig unlogisch, denn wie wir wissen, hat das Dampfen absolut nichts mit Tabak zu tun. Eine neue europäische Bürgerinitiative versucht nun, das Dampfen aus dieser Linie herauszuholen, es separat zu bewerten und sinnvoll (!) zu regulieren. Damit die Dampfer auch in Zukunft ihrem Genuss nachgehen können, damit Raucher an zuverlässige und wahre Informationen kommen, und damit endlich in den Köpfen von Politikern, Presse, Medizinern und letztendlich auch des “Bürgers von nebenan” klar wird, dass wir Dampfer eben nicht rauchen sondern eine – wesentlich weniger schädliche – Alternative nutzen. Die Dampfschnuten unterstützen diese Bürgerinitiative gerne!

Simon von VSI macht erfreulicherweise wieder den Erklärbär:

 

Unsere Bitte: Unterstützt die Initiative! Die Teilnahme kostet nichts außer zwei Minuten eurer Zeit!