Vom Beast zum Superbeast

Der ein oder andere kennt das: Eigentlich ist man mit seinem Verdampfer absolut zufrieden, aber… ein bisschen besser geht ja irgendwie immer. Mein Beast zum Beispiel liebe ich, aber es dürfte ruhig noch etwas offener sein, außerdem könnte man es – nach den guten Erfahrungen mit dem anderen Simurg – ja vielleicht doch mit Mesh statt mit Coils bestücken…

Und als könnten sie meine Gedanken lesen brachte Eroltec nun ein Open Draw Kit heraus. Nach langer und reiflicher Überlegung – wieder ne Stange Geld ausgeben, wieder umbauen – habe ich mich schließlich entschlossen, mir das ODK zu besorgen.
Unsinn, natürlich gab es weder eine lange noch eine reifliche Überlegung. Wenn es für deinen Lieblingsverdampfer Zubehör gibt, das du herbeisehnst, überlegst du nicht sondern handelst nach dem üblichen HWV-Motto “shut up and take my money”, oder auf deutsch “GIB!!!” 😉

Das Open Draw Kit

Das Open Draw Kit besteht aus einer Topcap und einer AFC-Hülse mit zweimal 21 statt 15 Luftlöchern sowie dem “MeExSo XL”-Mesh-Deck.

Wenn man jetzt Topcap und AFC-Hülse des ODKs mit den Standard-Komponenten vergleicht scheint der Unterschied gar nicht so gewaltig – diese kleinen Änderungen sollen für deutlich mehr Durchzug sorgen?

Top Cap und Airflow-Hülse – Original (links) und ODK (rechts)

Spoiler: Ja, das machen sie! Und zwar üppig – komplett aufgedreht stört kein Widerstand mehr beim Zug.

Beim neuen Meshdeck sieht man den Unterschied sofort: Zum einen wurde – zu meinem Bedauern – auf die gefederte Brücke verzichtet, zum anderen ist das Deck jetzt deutlich breiter geworden. Vorteil: Eine größere Mesh-Fläche für mehr Geschmacksentfaltung. Nachteil: Kleinere Wattetaschen.

Standard-Mesh-Deck 1.5 (links) und MeExSo XL-Deck (rechts)

Der Umbau von Cap und Shield ist tatsächlich selbsterklärend (einfach austauschen), der des Decks funktioniert genau so wie beim Wechsel auf das Coildeck beschrieben und ist in kurzer Zeit vollzogen.

Aber genug der Theorie, hier sind meine Erfahrungen mit dem ODK in der Praxis:

Die Airflow ist deutlich offener – hier sollten wirklich alle Fans des extremen Lungenzugs auf ihre Kosten kommen. Der Zug ist zudem angenehm smooth, und der Geschmack für so viel Luft tatsächlich ausgezeichnet!

Das breitere Deck hat seine Vorteile: Das von mir genutzte Mesh von der Rolle von Vandyvape passt in seiner gesamten Breite in die Schlitze – trotzdem schneide ich es ein klein wenig bei. Das Einfädeln und Befestigen funktioniert genau so tadellos wie beim Standard-Deck.

Ein- und Durchzug des Mesh-Streifens – spielend einfach

Der Nachteil: Durch das breitere Deck reduziert sich der Platz in den Wattetaschen – die Watte sollte also wesentlich üppiger ausgedünnt werden, und bei der Verlegung muss man jetzt deutlich präziser sein. Warum auf die gefederte Brücke verzichtet wurde erschließt sich mir nicht – einen großen Nachteil ergibt sich dadurch in der Praxis aber nicht.

Allerdings hatte ich zwischenzeitlich mit dem Nachfluss zu kämpfen. Nicht dass die sechs Dochte nicht fördern würden, im Gegenteil, aber die ausgedünnte Watte in den Taschen und der “steilere Winkel” am Mesh lassen sich nun mal nicht verleugnen. Wichtig ist also Präzision beim Verlegen, hier verzeiht das Original-Deck wesentlich mehr Fehler.

MeExSo XL-Deck – gemesht und wattiert

Mein Fazit:

Der Umbau auf das Open Draw Kit hat sich in meinen Augen gelohnt – der Zug ist angenehm offen und smooth, und der Geschmack übertrifft den des Coildecks deutlich. Allerdings bin ich mir noch nicht sicher ob ich weiterhin das XL-Deck nutze oder doch wieder auf das Standard-Deck umsteige. Aber was wären Selbstwickler, wenn man nicht immer ein wenig dran tüfteln würde. 😉

Wer übrigens glaubt dass der Simurg mit dem normalen Deck schon viel säuft – mit dem ODK (und entsprechender Leistung) steigt der Verbrauch noch mal immens. Die Literflasche mit Liquid sollte also immer griffbereit stehen. 😉

Zum Open Draw Kit habe ich mir noch das “Heat Sink” Driptip gegönnt, welches nicht nur optisch eine Bereicherung ist: Ausreichend offen, mit einem angenehmen Mundgefühl und endlich in einer adäquaten Länge.

Das Beast mit ODK, Star Shield, Epsilon Base und Heat Sink Driptip

Nun habe ich aber auch genug gebastelt, individualisiert und verschönert – jedenfalls Stand jetzt; wer weiß, mit welchem Zubehör mich Eroltec in der Zukunft ködern will. 😉

Allerdings: So schön es auch ist, wenn man sich seinen Verdampfer dergestalt individualisieren kann – günstig ist das Ganze nicht. Hätte ich von Anfang an gewusst, in welcher Konstellation ich mein Beast letztendlich betreibe, hätte ich mir die ganzen Bauteile auch einzeln kaufen – und somit gut 100 Euro sparen können!

Ganz schön viel Verpackungen für zwei Verdampfer

Aber zum einen weiß man so etwas selten vorher, zum anderen kamen einige Komponenten – wie eben das ODK – erst später in den Handel, und außerdem hätte man als bekennender Nerd natürlich auch gerne das komplette Originalgerät mit Zubehör, Seriennummer und Zertifikat.

Das war jetzt aber auch erst mal der letzte Beitrag zum Simurg (gut, das dachte ich nach dem letzten Beitrag ja auch schon), vielleicht sollten wir uns aus Gründen der Vielfalt im nächsten Beitrag einfach mal einem schlanken, preiswerten Podsystem für Einsteiger widmen…

Simurg Version 1.5 – Theorie und Praxis

Ja, es ist schon der dritte Beitrag über den Simurg innerhalb des letzten halben Jahres, aber was willste machen, wenn das Teil so interessant ist? Eben!

Simurg  und Black Simurg

Ich wollte den vor Kurzem erschienenen Black Simurg ja von Anfang an als Dualcoiler betreiben, also einfach das Mesh- durch das Coildeck ersetzen. Nun verpassten aber die Jungs von Eroltec ihrem Schützling beim aktuellen Batch ein überarbeitetes Mesh-Deck, das so ziemlich alle Punkte verbesserte, die man beim ersten Batch für optimierungswürdig gehalten hatte. Also könnte man nun seine Pläne umschmeißen, den neuen als Mesher nutzen und einfach den “alten” Simurg zum Coiler umbauen. Oder man macht es sich kompliziert, baut beide Geräte auseinander und setzt sie, da man sowieso noch ein paar Teile austauschen möchte, komplett neu zusammen:

Das Simurg-Puzzle

Betrachten wir die Veränderungen am Mesh-Deck mal etwas näher: Die Peekplatte und -schraube wurden durch eine Keramikplatte und Edelstahlschraube ersetzt, was eventuell auftretende Probleme beim Durchglühen behebt. Zum Einspannen des Meshs muss man nur noch eine Schraube pro Seite lösen, zudem ist man hier von Schlitz- auf 1.5er Sechskantschrauben gewechselt.

Mesh-Deck neu (links) und alt (rechts)

Die gravierendste Änderung besteht aber darin, dass man nun auch die “Durchschleiftechnik” anwenden kann, ähnlich wie man es bereits beim Gevolution² von GSV kennt. So muss man zum Einen den Mesh-Streifen nicht mehr in der Länge vorschneiden, zum Anderen kann man auch nach der Wattierung noch ein wenig nachspannen. Jedenfalls theoretisch.

Der Simurg ist zwar kein Communityprojekt, dennoch bemüht sich Eroltec, Anregungen aus der Fanbase umzusetzen. So wurde das Driptip etwas breitwandiger (leider nicht länger), die Luftführung in der Topcap wurde überarbeitet, und durch leichte Modifikationen funktioniert auch das Drehen der Topcap deutlich leichter – das Problem mit den zerreibenden O-Ringen sollte damit behoben sein.

Leichte Modifikationen

Eher für die Optik ist die neue gerändelte, optional erhältliche 26er-Base, die sicherlich vor allem bei größeren Akkuträger ihre Verwendung findet – und von mir natürlich direkt in beiden Geräten verbaut wurde.

Alle überarbeiteten Elemente sind einzeln erhältlich. Ob du als Nutzer der ersten Version jetzt unbedingt alle Bauteile oder nur das Mesh-Deck ersetzt, deinen alten Simurg ganz normal weiternutzt oder dir einen zweiten kaufst, das musst du selbst wissen, ist ja auch eine Frage des Budgets. Bei mir hat sich jedenfalls inzwischen einiges an Zubehör angesammelt:

Zwei Simurgs mit diversem Zubehör

In der Praxis:

Gut vier Wochen bin ich jetzt dem Simurg 1.5 unterwegs und kann festhalten: Die Befüllung ist mit den Modifikationen noch mal ein Stück besser geworden, da tropft und sifft rein gar nichts mehr, und auch die Airflow lässt sich deutlich geschmeidiger einstellen. Das neue Mesh-Deck lässt sich Dank der besseren – und weniger gewordenen – Schrauben noch einmal etwas leichter nutzen – jedenfalls, wenn man auf konventionelle Art mesht.

Leider funktioniert die neue “Durchschleiftechnik” im Praxistest so gar nicht bei mir – der Meshstreifen lässt sich einfach nicht nach oben durchziehen, da kann ich ihm gut zureden, wie ich will. Zugegeben, mein liebgewonnenes 300er-Mesh ist sehr dünn, nutzen wir also, einfach nur zum Ausprobieren, einen der mitgelieferten 100er-Meshstreifen, der deutlich stabiler ist. Aber siehe da: Auch nix!

Soll das so? Nö!

Bislang ist es mir nach unzähligen Versuchen nicht gelungen, diesen verflixten Streifen nach oben (oder auch nach unten) durchzuschieben. Es scheint einigen Usern ähnlich zu gehen während es bei anderen hervorragend klappt – ob es nun am Gerät liegt oder an der Person davor konnte ich bislang noch nicht eruieren.

Edit: Auch hier konnte wieder ein Tipp aus der Community helfen: Einfach den Mesh-Streifen an einer Seite schräg abschneiden, und schon klappt’s auch mit dem Nachbarn Durchziehen!

Die Durchschleiftechnik

Spätestens jetzt, da die “Meshung” noch mal ein Stück einfacher geworden ist, hat sich der Simurg seine 5 Sternchen verdient!

Nun ist aber erst mal genug gebastelt und geschrieben, widmen wir uns endlich wieder dem, weshalb wir den ganzen Quatsch eigentlich machen – nämlich dem Wolkenschieben… 😉

Wölkchen schieben

Euch allen wünschen wir nun, trotz der widrigen Umstände, eine möglichst entspannte, erholsame und gesunde Weihnachtszeit!

 

Doch wieder ein SQuape: Der Arise

Vielleicht ist es ein Reflex, eine Sucht, Nostalgie oder schlichtweg Irrsinn:  Stattqualm bringt einen neuen Verdampfer raus, und ich habe ihn, egal ob ich will oder nicht.

Stefans SQuape-Familie

Ich hatte ja bereits beim N[duro] ein wenig gezögert, ihn mir dann doch gekauft, war auch ganz angetan, aber so richtig glücklich wurde ich mit ihm nie – ich habe es einfach nicht geschafft, ihm seine Nachflussprobleme dauerhaft auszutreiben. Und obwohl er seit Ewigkeiten nur noch im Regal steht und ich mir eigentlich geschworen hatte, mir den nächsten SQuape nun wirklich nicht zu kaufen… Je nun:

Der SQuape A[rise]
In den letzten drei Wochen habe ich viel mit dem neuen Schatz experimentiert – zum Teil mehr, als mir lieb war – und möchte nun, wie gewohnt, die geneigte Leserschaft an den Erkenntnissen teilhaben lassen.

Die Optik

Im Review des N[duro] hatte ich mich bereits ausführlich über die neue Optik ausgelassen. Nach anfänglichem Fremdeln habe ich mich inzwischen daran gewöhnt, das macht es mir nun leichter, ähnelt der A[rise] seinem Vorgänger doch ziemlich – er wurde sogar noch ein bisschen schlichter, dazu fast 8mm kürzer, dadurch aber auch etwas gefälliger. Das eher ungewöhnliche Maß von 24mm behielt man allerdings bei.

Schlichtheit als neue Tradition? SQuape N[duro] und A[rise]
Die Topcap mit ihren sichtbaren Befüllöffnungen ist nachwievor keine Schönheit, das neue Standarddriptip wirkt hingegen nicht mehr so plump wie das des Vorgängers. Alles in allem: Schlicht, schnörkellos, funktional.

Das Innenleben

Einiges wurde vom N[duro] übernommen – der Closing-Mechanismus zum Beispiel, der mittlerweile wirklich ausgereift ist und zum Besten gehört, was es bei Verdampfern gibt! Oder der Befüllmechanismus, der noch mal ein wenig verbessert wurde (aber spätestens bei einem längeren Driptip immer noch nicht optimal für die verbreiteten Chubby-Flaschen ist).

Toller Befüllmechanismus – aber immer das Problem mit den leidigen Chubby-Flaschen

Neu hingegen ist der Einsatz von Air Discs, mit denen die Luftzufuhr zur Wicklung reguliert werden kann – offensichtlich ein neuer Trend, erschienen doch in letzter Zeit schon einige Verdampfer mit dieser Technik. Vier verschiedene Größen liegen bei, von ein- bis viermal 0.8mm, weitere Airdiscs sind optional erhältlich. Leider kann man die Discs nur bei entfernter Wicklung tauschen, aber zusätzlich geschieht eine stufenlose Feinjustierung ja weiterhin über den Closingring. Wer den A[rise] direkt auf Lunge dampfen möchte lässt die AirDiscs weg, und wer einen extrem restriktiven Zug bevorzugt kann noch die beigelegte Kaminreduzierung nutzen.

Airdiscs und Kaminreduzierung

Überarbeitet wurde das Deck, das wieder mehr an den SQuape R erinnert, und – zu meiner Begeisterung – die Liquidzufuhr, die nun wieder auf Umwege verzichtet und das Liquid direkt von oben auf die Watte laufen lässt. Diese beiden Dinge waren es auch, die mich abgeholt haben und weshalb eben der neueste Spross doch wieder bei mir Einzug hielt.

Das Innenleben des SQuape A[rise]
Das Handling

Wie bereits mehrfach erwähnt ist für mich das Handling eines Verdampfers enorm wichtig – lieber nehme ich (leichte) Geschmackseinbußen in Kauf als mich im Alltag mit dem Nachfluss, dem Wickeln oder beim Befüllen rumärgern zu müssen. Und das Handling beim jüngsten Schweizer ist absolut einwandfrei: Kein Siffen, kein Nachflussproblem, die Befüllung ist ein Kinderspiel. Durch die Führungsnasen gelingt das Anbringen der Wicklung selbst Einsteigern ebenso leicht wie das Verlegen der Watte. Klare Note Eins mit Sternchen!

Ein Kinderspiel: Wicklung und Wattierung des SQuape A[rise]
MTL oder DL?

Mit dem N[duro] war erstmals ein SQuape in zwei Varianten erschienen. Ich hatte mich seinerzeit für die DL-Version entschieden – und es ein Stück weit bereut. Beim A[rise] macht mir Stattqualm die Sache leichter: Der jüngste Schweizer soll sowohl im MTL- als auch im DL-Einsatz funktionieren. Da ich mittlerweile genug einige Geräte für den direkten Lungenzug besitze konzentriere ich mich beim A[rise] erst mal auf das, was den SQuape seit jeher ausmacht, nämlich den MTL-Betrieb.

Der Geschmack

Eigentlich sind die SQuape immer für ihren exzellenten Geschmack bekannt, aber diesmal tat ich mich wirklich schwer – ich glaube, ich habe noch bei keinem Test so viele verschiedene Liquids ausprobiert. Als Drähte mussten der Standard-Draht für MTL-Settings (Superfine Fused Clapton von VandyVape) und temporär eine – sehr träge – Kanthal-Clapton-Wicklung herhalten.

Die ersten Versuche wurden mit der 3 x 0.8mm-Airdisc und ohne die Kaminreduzierung durchgeführt – passionierten Backehörnchen wäre das viel zu offen, aber wenn ein Verdampfer schon so zum üppigen Experimentieren auffordert…

Fruchtig-frisch ist seit jeher die Domäne der Schweizer, und meine beiden derzeitigen Lieblinge – das “Green No.3” von KTS und das “Drunken Honey” von Snow Owl – eignen sich ob ihrer Komplexität hervorragend zum Testen. Leider enttäuschte mich hier der A[rise] doch ziemlich: Die Grundnote wurde zwar gut wiedergegeben, einzelne Nuancen jedoch kaum dargestellt, es fehlte schlicht die Vielschichtigkeit. Ein weniger komplexes Liquid wie die – schlichte, aber gute – Mango von Dash One hingegen interpretierte der A[rise] so wie gewünscht.

Die A[rise]-Testkollektion (1)
Zu viel Luft tat den SQuape aber noch nie wirklich gut, also wurde die 2 x 0.8 AirDisc eingebaut, dazu – wenn schon strikt, dann richtig – die Kaminreduzierung. Und siehe da, nicht nur beim Zug fühlte man sich plötzlich wieder “squapianisch”, sondern auch der Geschmack kam der – zugegeben, recht hohen – Erwartung schon wesentlich näher. Deutlich nuancenreicher, auch wenn beim Drunken Honey die Süße des Honigs ein wenig unterging und beim Green No.3 die Frische etwas zu sehr betont wurde. Dem Berry Marmalade von 5 Elements entlockte der SQuape noch mal völlig andere Noten als ich es vom GT IV oder vom Simurg kenne – wesentlich “marmeladiger”, dafür ließ sich die leichte Säure des Liquids nur erahnen.

Da musste wohl noch eine weitere Testrunde ran: Das White Rook von Dampflion kommt, obwohl wirklich gut getroffen, im GT IV etwas zu harsch für ein Allday daher, im A[rise] ist es etwas zurückhaltender, runder, weicher. Das #SYLD interpretierte der A[rise] dann so, wie ich es gewohnt bin – fruchtig, ausgewogen und nicht zu kantig. Schließlich musste noch das Tom Sawyer Frucht von Tom Klark herhalten, ein sehr komplexes Liquid, welches ich schon seit Jahren immer wieder dampfe – und bei dem ich mich sofort abgeholt fühle. Jou, genau so muss das schmecken!

Die A[rise]-Testkollektion (2)
Es scheint also nicht ganz so einfach zu sein, für den A[rise] das richtige Leckerli zu finden – natürlich schmeckt jedes Liquid in jedem Verdampfer ein bisschen anders, aber der SQuape interpretiert einige Aromen doch schon sehr… sagen wir mal “individuell”. 😉 Wenn man dann aber den passenden “Stoff” gefunden hat macht der kleine Schweizer so richtig Spaß.

Preis und Leistung

Geräte aus der Schweiz sind keine Billigheimer, und auch für den neuen SQuape muss man recht tief in die Tasche greifen: Mit 169 € ist er noch mal ein wenig teurer als sein Vorgänger. Dafür bekommt man allerdings auch einen extrem wertig verarbeiteten, technisch ausgeklügelten Verdampfer, und auch das mitgelieferte Zubehör kann sich sehen lassen.

Reichhaltiges Zubehör

Ob man jetzt jede Airdisc einzeln in Plastiktütchen verpacken muss sei allerdings mal dahingestellt.

Passende Schuhe

Seine gediegene Höhe lässt den A[rise] natürlich auf kleinen Akkuträgern sehr hübsch aussehen, zum Beispiel auf diversen Side-by-Side Boxen, die gerade sehr en vogue sind, oder der – leider nicht mehr produzierten – Pico 21700.

A[rise] auf der Aspire Mixx und der Pico 21700 – klein und handlich
Eine gute Figur macht er auch auf Yihis MX Class; auf dem Skarabäus Pro steht er leider ein wenig über – 24mm sind gerade für Tubes nun mal nicht das ideale Maß.

SQuape A[rise] auf der SX Mini MX Class und dem Skarabäus Pro.
Unterwegs nutze ich die Pico 21700 als Stromquelle, hier sind nicht nur die Proportionen stimmig, auch kommt man mit einem 21700er Akku sehr weit über den Tag, und mit 230 Gramm inklusive Akku ist die Kombi zudem noch ein Leichtgewicht. Allerdings nervt die automatische Zugabschaltung nach 10 Sekunden – meine MTL-Züge dauern einfach ein, zwei Sekunden länger -, und so nutze ich beim entspannten Dampfen zuhause derzeit die Coldsteel 200. Dauerhaft suche ich aber noch einen netten Untersatz, der alle Vorteile dieser beiden Kombis vereinigt, mal sehen, wann ich fündig werde.

SQuape A[rise] auf der Coldsteel 200
Brauche ich den nun?

Die SQuape-Jünger werden sich den A[rise] in jedem Fall holen – der Schreiber dieses Beitrags ist das beste Beispiel dafür. 😉 Ansonsten dürfte der jüngste SQuape sicher für diejenigen interessant sein, die sich ihren ersten High End-Selbstwickler anschaffen wollen und eher ein kleines Universalgerät suchen – ist mit dem A[rise] doch vom strengen MTL bis hin zum restriktiven DL alles möglich, außerdem ist der Verdampfer im Handling inklusive Wicklung und Wattierung so unkompliziert, dass er wirklich niemanden vor größere Probleme stellen sollte. Aber auch wer einen kleinen, entspannten Verdampfer für unterwegs sucht sollte sich mit dem neuen SQuape näher befassen. Wer einen komplett offenen Lungenzieher will wird mit dem A[rise] nicht glücklich, aber für offene Scheunentore war Stattqualm ja noch nie berühmt.

Fazit

Rund zwei Jahre nach dem N[duro] präsentiert Stattqualm jetzt den Nachfolger – und hat in diesem das beste an Technik von seinen Vorgängern vereint, so dass ich mich zu der Aussage hinreißen lasse “besser geht es nicht!” Bei der Optik scheint man den Weg der “neuen Sachlichkeit” weiter zu verfolgen, und auch wenn er mit den frühen Verdampfern nichts mehr gemein hat finde ich das Design gelungen. Geschmacklich ist der A[rise] anspruchsvoll, manche Liquids interpretiert er, nunja, eigenwillig, und man muss schon ein bisschen experimentieren. Vom Zug her überzeugt er mich vor allem bei striktem MTL-Setting – eigentlich logisch, ist ja schließlich ein SQuape.

Noch eine kleine Anmerkung: Ein Review eines Verdampfers basiert immer auf den persönlichen Empfindungen und Vorlieben, und es ist immer eine Momentaufnahme. Das Dampfen generell und der Geschmack im Speziellen sind vollkommen individuell, und so sollte man keinesfalls den Kauf (oder Nichtkauf) eines Gerätes von einem Review abhängig machen – auch wenn sich der Schreiberling noch so große Mühe gibt. 😉

Der SQuape A[rise] von Stattqualm
SQuape A[rise] von Stattqualm
Maße: 24 mm Durchmesser, Höhe 40mm (ohne Driptip)
Füllvoumen: 4ml
Material: Edelstahl, PSU (Tank), Aluminium emataliert, eloxiert (Deck, Kamin, Closing Ring)
Preis: 169,- € (inkl. 19% MwSt)

 

The Beauty and the Beast

Der Simurg hat etwas geschafft, was noch keinem Gerät vorher gelungen ist: Ich nutze ihn bereits seit über drei Monaten als Mesh-Verdampfer! Nun erschien der neue Batch, und ich konnte einfach nicht anders, als mir einen zweiten zu kaufen um ihn als Dualcoiler betreiben zu können. Und obwohl ich eher ein Freund der klassischen Edelstahl-Optik bin musste dieser zweite einfach in schwarz sein.

Gestatten: The Beauty and the Beast.

The Beauty (links) und the Beast (rechts)

The Beauty: Simurg 1 mit dem 1.5er Mesh-Deck, 300er Edelstahl-Mesh, 0.2 Ohm, 55 Watt, vier Dochte.
The Beast: Black Simurg mit Multideck, Dual-Coil (Framed Staple, NiChr), 0,1 Ohm, 75 Watt, sechs Dochte.

Einmal Mesh, einmal Coils

Beide Schönheiten wurden mit der 26er-Epsilon-Base und dem Tankshield “Star” aufgehübscht. Und bei ihrer Größe brauchen sie natürlich auch adäquates Schuhwerk:

Dampferträume

The Beauty sitzt auf der SX Mini T-Class, the Beast auf der Vapefly Kriemhild-Box.

So, und bevor ich jetzt am geplanten Beitrag zu den Veränderungen von der Version 1 zur Version 1.5 weiterschreibe werden erst mal ein paar kräftige Wolken geschoben… 😀

Imist Simurg – ein Multitalent

Eigentlich ist der Imist Simurg ja so gar kein Verdampfer für mich: Zum einen stehe ich mit Topcoilern gerne mal auf Kriegsfuß, zum anderen haben mich Mesh-Verdampfer nie dauerhaft fesseln können. Trotzdem hat er mich von Anfang an gereizt, was sicher auch an der Flexibilität des Verdampfers liegt: Der Simurg kann sowohl mit Mesh als auch – mit optionalem Deck – mit klassischen Coils betrieben werden, und er soll auf DL genauso funktionieren wie auf MTL. Allerdings gehen Günther Zeller und Karl Hoebel von Eroltec noch einen Schritt weiter: Sie wollten mit ihrem ersten (!) Selbstwickler einen modularen Verdampfer auf den Markt bringen, der erweiterbar ist, bei dem einzelne Bauteile ausgetauscht werden können, und der auch noch in der Version 2 oder 3 mit dem Ur-Simurg kompatibel sein soll – Stichwort Nachhaltigkeit. In jedem Fall ein interessantes Projekt, und so habe ich mir eben doch ein Exemplar besorgt.

Der Imist Simurg von Eroltec

Als der Simurg dann endlich ankam war ich zuerst von den Ausmaßen der Verpackung, dann vom umfangreichen Zubehör und schließlich von der guten Verarbeitung geflasht. Okay, ein erster Batch hat immer noch kleine Macken, so war bei einigen Exemplaren das Befüllloch wohl nicht ausreichend entgratet, und auch die Schrauben für die Mesh-Aufnahme sind noch nicht ideal, aber bis auf diese Kleinigkeiten ist die Verarbeitung top!

Ich habe den Simurg jetzt seit gut zwei Wochen im Test – und zwar bislang ausschließlich im DL-Setting. MTL werde ich sicherlich auch noch ausprobieren, aber zum einen bin ich zur Zeit (typisch für den Sommer) fast ausschließlich mit recht offenem Zug unterwegs, zum anderen sehe ich den Simurg einfach nicht als MTL-Gerät. Aber ich lasse mich gerne eines Besseren belehren – im Winter dann. 😉

Die Optik

Über die Optik lässt sich immer streiten – so auch hier. Die Rändelung der Topcap gefällt manchen nicht, am Tankshield scheiden sich die Geister, und eine 26er Base wäre stimmiger als die jetzige, auf 25mm zulaufende.
Nun: Alternative Tankshields gab es bereits von Anfang an, eine 26er Base soll in Kürze erscheinen – über die endgültige Optik stimmt gerade die Community ab – und selbst eine alternative Topcap ist geplant. So kann man sich seinen Simurg auch optisch nach eigenem Geschmack zusammenstellen, wobei sich dann das Kleingeldfach natürlich auch ganz schnell leert.

Optik ist halt immer Geschmackssache, und ich habe schon deutlich hässlichere Verdampfer gesehen. Trotzdem habe ich meinem Simurg recht schnell ein neues Tankshield spendiert, ebenso ein anderes Driptip (mehr dazu weiter unten), und auch die 26er Base ist bereits vorbestellt.

Stefans Kombi: Simurg mit alternativem Tankshield “Star” auf einer SX Mini G-CLass

Im Übrigen sollte man große Verdampfer schon mögen – als dezent oder filigran kann man das Geschoss nun wirklich nicht bezeichnen – und auch einen adäquaten Akkuträger mit mindestens 25mm Aufnahme sein Eigen nennen.

Das Zubehör

Das Zubehör des Simurg sucht seinesgleichen: Ersatz-O-Ringe sind ja überall Standard, Ersatzgläser meist ebenso. Auch einen Schraubendreher bekommen die meisten Selbstwickler beigelegt, in der Regel sollte man diesen allerdings direkt im Müll entsorgen zeitnah durch einen Markendreher ersetzen. Nicht so bei Eroltec, das beigelegte Tool ist recht hochwertig und auch nach häufiger Nutzung noch nicht durchgenudelt. Aber nicht genug damit: Eine MTL-Topcap und ein entsprechendes Driptip sind bereits im Paket enthalten, dazu je zwei vorgeschnittene Mesh-Streifen für MTL und DL (eat this, GSV!), außerdem zwei weitere Dochte, Stopfen für die nichtgenutzten Dochtlöcher und eine transparente “Baseprotection-Disc”, auf deutsch Unterlegscheibe, zum Schutz des Akkuträgers. Mehr geht nicht!

Das umfangreiche Zubehör

Nun endlich: Die Praxis

Beginnen wir mit der Mesh-Variante. Hier muss als Referenz der Gevolution² von German Stil Vapor herhalten, der absolute König beim Geschmack unter den Mesh-Verdampfern. Und um es gleich vorweg zu nehmen: Er bleibt auch der König!

Allerdings hat der Simurg dem Gevolution² ein paar Dinge voraus:
Das Anbringen des Meshstreifens klappt innerhalb weniger Sekunden, und zwar ohne das halbe Deck auseinander zu bauen. Das Verlegen der Watte ist ein Kinderspiel, welches ganz ohne Friseurausbildung zu meistern ist, zumal die Wattetaschen riesig sind. Die Befüllung funktioniert perfekt mit sämtlichen gängigen Flaschen. Das Fassungsvermögen ist mit 8,5 bis 11,5ml um ein Vielfaches höher, und der Nachfluss ist, selbst mit vier Dochten, sensationell.

In Sekunden erledigt: Das Anbringen von Mesh und Watte

Der Geschmack

Mesh-Verdampfer dampfen sich anders, und sie schmecken auch anders als klassische Coil-Verdampfer – ist einfach so, und das muss man wissen. Ihre Stärke entfalten sie in erster Linie bei leicht frischen oder süßen Liquids – extrem vielschichtige, nuancenreiche Aromen hingegen mögen doch eher klassische Coils.

Wie bei jedem neuen Verdampfer muss man auch hier erst mal spielen: Welches Mesh nehme ich? Welche Watte – und wie viel? Wie dicht wird sie verlegt? All dies trägt zum Finden des eigenen Sweetpoints bei, und das Experimentieren lohnt sich! Zum Glück ist das Anbringen der “Wicklung” beim Simurg spielend einfach, man muss natürlich immer gut drauf achten, dass wirklich jeder Millimeter des Mesh-Streifens gut mit Watte bedeckt ist, Hotspots in einem Mesh-Verdampfer sind extrem ekelig.

Watte schön fluffig in die Taschen verlegen

Nach einigen Versuchen habe ich mit 300er Edelstahl-Mesh und sehr ausgedünnter, fluffig verlegter Watte mein absolutes Lieblings-Setting gefunden. 0,2 Ohm, 55 Watt, die Airflow nicht ganz geöffnet – so erreicht der Simurg mit meinen derzeitigen, frisch-süßen Favoriten (Eiskaffeenchen von Nebelfee und Berry Marmalade von 5 Elements) geschmacklich fast den Gevolution² – und das ist ein riesiges Kompliment!

Simurg oder Gevolution²?

Der Gevolution² ist etwas besonderes und geschmacklich mit das Beste, das ich bislang gedampft habe. Es ist ein Gerät für Vape-Nerds, für Leute, die ihren Verdampfer lieben, ihn hätscheln, und die ein wenig mehr Aufwand gerne in Kauf nehmen um auch den letzten Rest Geschmack raus zu kitzeln. Der Simurg ist eher was für Praktiker, für Leute, die einfach sehr lecker dampfen wollen und nicht basteln, die lieber mit einem weniger filigranen Gerät unterwegs sind, dafür weniger häufig nachfüllen wollen (und es doch ständig müssen).

Imist Simurg oder GSV Gevolution²?

Ich bin nun mal eher ein Praktiker, und da der Simurg geschmacklich sehr nahe an den Gevolution² ranreicht, ziehe ich persönlich den Herausforderer tatsächlich vor!

Der Simurg mit Coils

Optional ist für 30 Taler das Multi-Deck erhältlich – ein postless Coildeck für Single-, Dual- oder Triple-Coil. Das Wechseln des Decks ist innerhalb kürzester Zeit erledigt: Base abschrauben, Glas und Shield abziehen, zwei Schrauben lösen, die beiden Deck-Teile austauschen und danach wieder zusammenbauen.

Deckwechsel spielend einfach – vorne das Mesh-Deck, darüber das Multideck

Da ich, wie eingangs erwähnt, den Simurg eher als DL-Gerät sehe habe ich mich für eine Dual-Coil entschieden (Framed Staple, NiChr, 0,1 Ohm), also recht klassisch gehalten.

Bei komplett geöffneter Airflow und 90 bis 100 Watt wird es nach ein paar Zügen – wenig überraschend – doch ganz schön heiß an der Schnute. Der Nachfluss ist auch bei dieser Leistung hervorragend, lediglich auf dem letzten Milliliter sollte man den Dochten mal die Chance geben, nachzuziehen. Wer ihn mit höherer Leistung befeuern und auf Nummer sicher gehen will kann den Simurg auch mit sechs Dochten betreiben, dann stehen einen immerhin noch 8ml Fassungsvermögen zur Verfügung.

Multideck mit Dual-Coil und Blick auf die riesigen Wattetaschen

Nun darf man ein solch offenes Scheunentor natürlich geschmacklich nicht mit einem Single-Coiler mit gemäßigtem Luftzug – zum Beispiel dem von mir so geliebten und geschmacklich hervorragenden Taifun GT IV – vergleichen. Passende Vergleichsgeräte wären hier eher der Gelite² von German Stil Vapor, aber auch die Brunhilde von Vapefly.
Mein erster Eindruck war dann auch “solide”, schließt man die AFC ein wenig und zügelt die Leistung wird daraus ein “sehr solide”, und das ist durchaus als Kompliment zu verstehen.
Geschmacklich liegen alle drei Geräte für mich in etwa auf Augenhöhe, von der Verarbeitung (und auch beim Nachfluss) toppt der Simurg die Brunhilde allerdings deutlich – gut, er kostet auch das Dreifache. Der Gelite² ist noch mal eine andere Hausnummer, allein wegen der Materialstärke, da er aber nicht mehr produziert wird findet man im Simurg durchaus eine gute Alternative.

Braucht man das? Und – brauche ich das?

Wer einen gut verarbeiteten, flexiblen Topcoiler mit üppig Tankvolumen und ganz entspanntem Handling sucht ist beim Simurg gut aufgehoben, mit dem Coildeck zusammen liegen wir dann aber auch schon bei 160 Euro. Ist man bereit, diesen Betrag auszugeben, wird man es aber nicht bereuen. Wer den Simurg bereits besitzt und mit Coils experimentieren will hat sich das Multideck wahrscheinlich sowieso schon besorgt. 😉

Multideck mit Dualcoil und Wattierung.

Für mich wäre der “Coil-Simurg” eine Alternative zum Widowmaker. Mit dem bin ich zwar durchaus zufrieden, aber wie heißt es so schön: Besser geht immer, und allein von der Verarbeitung und vom Handling her ist der Simurg hier deutlich überlegen.
Der nächste Batch soll Stand jetzt im späten September Anfang Oktober erscheinen (wobei das nur, siehe Batch 1, eine geringe Aussagekraft hat), bis dahin werde ich den Simurg wieder als Mesher nutzen. Wenn er mich in den nächsten Wochen weiterhin so begeistert wird es wohl einen zweiten geben – das Coildeck habe ich ja schon. 😉

Und sonst so?

Da wäre natürlich zuerst der Anschaffungswiderstand zu nennen: 130 Euro ist schon eine Hausnummer! Die einzelnen Teile werden in Europa gefertigt, Zusammenbau und Endkontrolle finden in Deutschland statt. Die Verarbeitung ist insgesamt hervorragend, alles ist leichtgängig, das Gerät fühlt sich wertig an. Und ein Gevolution² schlägt immerhin mit 60€ mehr zu Buche.

Dann wäre da noch das Driptip, gerade bei High End-Verdampfern gerne mal ein Ärgernis. Das Simurg-Mundstück ist optisch keine Schönheit aber allemal ausreichend, mir ist es lediglich ein wenig zu kurz – ja, Topcoiler werden heiß, Mesh-Topcoiler noch heißer. Zwar handelt es sich hier um einen 810er-Standard-Anschluss (yeah!), allerdings ist das Original-Driptip optisch genau der zulaufenden Topcap angepasst – man kann es zwar auswechseln, muss dann allerdings unter Umständen optische Einbußen hinnehmen. Ich habe mir jetzt – ein Tipp aus der Community – das Driptip “Hydra” von Steampipes gegönnt, gehe aber davon aus, dass Eroltec in absehbarer Zeit noch weitere passende Driptips anbietet.

Licht und Schatten: Original-Driptip etwas kurz, dafür Befüllmechanismus perfekt

Ein wahres Highlight ist der Befüllmechanismus! Sidefilling kennt man ja schon von anderen Topcoilern, hier wurde noch ein Schritt weiter gedacht: Durch kleine Einkerbungen gibt es Rastpunkte, so dass man quasi blind die richtige Stellung des Shields findet. Abgesehen davon sind die Befüll-Öffnungen auch für ältere Chubby-Flaschen groß genug – hier macht das Befüllen Spaß. Muss es auch, weil…

Ja, natürlich säuft der Simurg wie ein Loch, aber es handelt sich nun mal um einen Mesh-Verdampfer, und die Dinger sind eben extrem durstig – weshalb einen die einfache Befüllung natürlich umso mehr erfreut. Und bevor die Coil-Fraktion jetzt hämisch grinst – keine Sorge, als Dualcoiler säuft er genauso. 😉

Und, Kaufempfehlung?

Ja, wenn du einen flexiblen Topcoiler suchst und dich die typische Hitzeentwicklung nicht stört. Ja, wenn du auf große Verdampfer mit viel Tankvolumen stehst. Ja, wenn du eher einen offenen Zug liebst. Ja, wenn du Mesh-Verdampfer (und eher süße Liquids) magst.

Nein, wenn du sparsam mit deinem Liquid umgehen möchtest. Nicht zwingend, wenn der Gevolution² bereits dein absoluter Lieblingsverdampfer ist. Eher nicht, wenn du auf straffen MTL-Zug stehst, da gibt es ausreichend Alternativen.

Simurg auf einer Coldsteel 200, einer Dani 21700 und auf einer Lostvape Paranormal

Fazit

Die Jungs von Eroltec haben mit dem Simurg einen richtig guten Verdampfer herausgebracht – meine hohen Erwartungen jedenfalls wurden bislang erfüllt, wenn nicht gar übertroffen. Wie er sich auf Dauer schlägt – und ob ich diesmal länger als ein paar Wochen beim Mesh bleibe – wird die Zeit zeigen. In jedem Fall ist der Simurg mit seinem modularen Aufbau – und der damit verbundenen Nachhaltigkeit – ein durchaus interessantes Projekt, das es wert ist, weiter verfolgt zu werden.

Ein Simurg am Ostseestrand

Für dieses Review waren erforderlich: Mehrere Deckwechsel, diverse neue Wicklungen, 300ml diverser Liquids, ca. 4 Liter Kaffee, 7 Fotoshootings mit insgesamt knapp 300 Fotos – und unendlich viele Stunden voller Dampfspaß.
Wem ein geschriebenes Review zu wenig (oder wer mit einem so langen Text überfordert) ist: Freunde der Bewegtbilder kommen unter anderem bei Dampfwolke7 auf ihre Kosten.

Imist Simurg von Eroltec
Höhe: 67mm
Durchmesser: 26mm (Base 25mm)
Gewicht: 100g
Füllvolumen: 8,5 bis 11,5ml, je nach Anzahl der verbauten Dochte
810er Widebore-Driptip (DL) und 510er-Driptip (MTL)
Bislang ausschließlich in der Edelstahl-Version erhältlich, schwarz soll Ende des Jahres folgen, DLC-Beschichtung ist geplant.
Preis: 129,95 €

The Torpedo has landet

Er sollte eigentlich Anfang Juni erscheinen. Dann Mitte Juni. Dann zum 1. Juli. Zum 20.Juli dann aber ganz bestimmt. Mit dem Imist Simurg verhält es sich ähnlich wie mit dem Berliner Großflughafen. Im Gegensatz zu diesem ist Eroltecs erster Selbstwickler aber nun endlich da:

Allerdings wurde beim Simurg – anders als beim Berliner Flughafen – die generell schon hohe Erwartungshaltung täglich ein bisschen größer.

Ob er sie erfüllen kann wird sich zeigen. Ich werde ihn auf Herz und Nieren Coil und Mesh testen…

…und berichten.

 

Kriemhild-Mod – eine “Sagenhafte” Allianz

Bislang war die Kooperation vom chinesischen Hersteller Vapefly mit den “German 103” ausschließlich auf Verdampfer ausgelegt. Nun kam – nach leichter, Coronabedingter Verzögerung – der erste gemeinsam entwickelte Akkuträger auf den Markt: Der Kriemhild-Mod.

Er ist natürlich auch im Set mit dem Kriemhild-Verdampfer erhältlich, und obwohl diese Kombi nicht nur optisch ein Genuss ist befassen wir uns an dieser Stelle ausschließlich mit dem Akkuträger; vielleicht wird der Verdampfer ja noch in einem separaten Beitrag behandelt – verdient hätte er es allemal.

Ausgelegt ist der Mod für zwei 21700er-Akkus, er kann allerdings auch, mit den beigelegten Adapterhülsen, mit zwei 18650ern betrieben werden. Von der Nutzung mit zwei 20700ern raten wir ab – es ist zwar problemlos möglich, allerdings klappert das Gerät dann heftiger als eine Kinderrassel.

Was sofort auffällt: Der Akkuträger ist, obwohl für 21700er gebaut, klein – meines Wissens der kleinste auf dem Markt für diesen Akkutyp, und durchaus schlanker als so mancher 18650er-Mod:

Größenvergleich: SX Mini T-Class, Kriemhild-Mod, Geekvape Aegis X (v.l.)

Beim Thema Akku wären wir dann auch bei einer weiteren Besonderheit dieses Mods: Anstelle von Seitenklappen mit Magneten oder einer Klappe auf der Unterseite hat man sich für einen Akkuschlitten entschieden. Einerseits schön, ein bisschen futuristisch und allemal besser als eine dieser pieseligen Plaste-Klappen, deren Halterung bereits beim zweiten Abstellen auf dem Tisch zerbröselt, andererseits sehe ich hier auch eine potentielle Gefahr: Wie lange die Schienen aus Plastik den Schlitten halten wird erst die Zeit zeigen. Die ersten User beschwerten sich schon über ein leichtes Spiel, in diesen Fällen empfiehlt es sich, den Schlitten ganz leicht zusammenzudrücken, schon sitzt er perfekt.

Akkuschlitten mit zwei 21700ern, links daneben die Adapterhülsen für 18650er Akkus

Der Kriemhild-Mod liegt ob seiner Rundung unheimlich gut in der Hand und ist für “Daumenfeuerer” ein Genuss. Der große Feuertaster hat einen schönen Klickpunkt und ist auch nicht ganz so empfindlich, wenn man mit dem Daumen oder Daumengelenk mal nicht die Mitte trifft. Ob das Schwarz des Tasters jetzt gerade eine optische Schönheit darstellt – je nun. So richtig edel sieht die Box in schwarz-gold aus, silber und gunmetal sind auch durchaus gelungen, lediglich die schwarze Version fällt deutlich ab.

Die Farbvarianten des Kriemhild-Mods

An der Verarbeitung gibt es nicht auszusetzen, ebensowenig an der Technik: Angeblich kommt hier ein leicht modifizierter Chip von Geekvape zum Einsatz, der schon in der Aegis X verbaut wurde und sich dort auch nach langer, intensiver Nutzung als absolut zuverlässig erweist. Er verfügt über einen Leistungs- (VW) sowie Temperaturmodus mit anpassbaren Kurven, darüberhinaus über die mittlerweile fast üblichen Arbeitsmodi für das Preheat: soft, standard und strong. Auf eine Bypass-Funktion wird verzichtet.

Das Display gibt alle wichtigen Informationen auf einen Blick preis und lässt sich selbst für alte Männer sehr gut ablesen. Natürlich ist ein DNA-Chip hier deutlich variabler bei den Einstellungsmöglichkeiten, aber auch wesentlich komplizierter und vor allem teurer.

Das Display: Alle wichtigen Daten gut ablesbar

Den ein oder anderen wird es freuen, dass ein USB-C Anschluss verbaut wurde. Praktisch ist, dass dieser durch einen Plastikmöppel vor Staub geschützt wird, weniger praktisch allerdings ist die Tatsache, dass man zum Abnehmen desselben sehr spitze Finger benötigt. Da ich meine Akkus ausschließlich extern lade ist mir sowohl das eine als auch das andere aber ziemlich egal. 😉

Ein nettes Gimmick ist der Kriemhild-Schriftzug auf der Rückseite, der beim Feuern leuchtet – was man allerdings, da man die Box wohl ausschließlich mit dem Daumen bedient und darum die Rückseite von der Hand umschlossen ist, niemals sieht.

Nett aber eigentlich nutzlos – der leuchtende Kriemhild-Schriftzug auf der Rückseite

Die – durchaus hübsche – Uhr, die im “Leerlauf” auf dem Display erscheint, sieht man hingegen, allerdings ist sie dermaßen hell, dass man abends im Dämmerlicht auf der Couch liegend schon mal kurzfristig im Augenwinkel erblindet. 😉

Bei mir befeuert der Kriemhild-Mod zur Zeit den GT IV, allerdings nur bis zum Erscheinen des “Simurg”, der von seinen Proportionen her wohl noch etwas besser zur Box passt. Dann wird Kriemhild auch wieder mit zwei 21700er-Akkus betrieben – zur Zeit läuft sie hier mit zwei 18650ern, ja, ein Frevel, aber die 25 Gramm weniger an Gewicht machen schon einiges aus, wenn man die Kombi ständig mit sich herumschleppt.

Fazit: Der Akkuträger ist eine wirklich gelungene Kooperation von Vapefly und den German 103. Er liegt gut in der Hand, Technik und Verarbeitung stimmen, das Display ist gelungen, wesentlich mehr kann man für diesen Preis nicht erwarten. Wie immer gilt: Optik und Haptik sind ganz persönliche Dinge, also einfach mal den Mod beim Offliner deines Vertrauens ausprobieren.

Vapefly Kriemhild-Mod
Höhe: 91,0 mm
Breite: 47,5 mm
Tiefe: 38,6 mm
Gewicht ohne Akkus: 211 g
Gewicht mit zwei 21700er: 348 g
Ausgangsleistung: 5 bis 200 Watt
USB C-Anschluss
Preis je nach Version zwischen 80 und 90€

Nachtrag: Ein erstes Firmware-Update mit ein paar Verbesserungen ist erschienen. Ein kurzes Video dazu gibt es bei Dampfwolke7, das Update kann man sich bei Vapefly herunterladen.

Flash-e-Vapor – das Urgestein

Heute widmen wir uns einmal einem Dampfer-Urgestein, einem Gerät, das Benedikt bereits vor sechs Jahren gedampft hat (und das als einer meiner ersten Wickelversuche herhalten musste): Dem Flash-e-Vapor.
Gefühlt gibt es ihn seit 100 Jahren – in Wirklichkeit wurde er 2012 von Arthur Schwarze entwickelt – und jedem, der sich ein klein wenig mit Selbstwicklern beschäftigt hat, ist er ein Begriff. Mittlerweile liegt er in der Version 4.5+ vor, und weder technisch noch optisch scheint sich seit der Ur-Version auf den ersten Blick all zuviel verändert zu haben.

FeV V3 mit Glaskit von 2014 (links) und der aktuelle FeV V4.5+ (rechts)

Natürlich wurde auch der FeV über die Jahre weiterentwickelt, aber eben nur punktuell. Das liegt in erster Linie an seinem Entwickler, der am bewährten Konzept festhalten will, und das gilt offensichtlich auch für die neuen Inhaber. Warum auch sollte man das Rad immer wieder neu erfinden? Und während man sich bei den Konkurrenzprodukten immer wieder an eine neue Optik gewöhnen muss bleibt der Wiedererkennungswert beim Flash-e-Vapor einfach hoch.

Ein gewisses Retrogefühl überkommt einen übrigens bereits beim Auspacken der Pappschachtel – noch immer findet man beim Zubehör Ortmann-Schnur als Alternative zur Watte und einen kleinen Nagel als Wickelhilfe, auch wenn die meisten ihn heutzutage ganz “normal” wickeln und wattieren wie jeden anderen Verdampfer.

Umfangreiches Zubehör – inklusive Edelstahl- und Polycarbonat-Tank, Docht, Schnur, Luftschrauben und natürlich dem obligatorischen Centstück für den Tankwechsel

Auch die Befüllung durch Abschrauben des Tanks wirkt in Zeiten von Top- und Sidefilling oder gar Ventilen etwas anachronistisch. Andererseits fasst der “normale” FeV 4.5+ beachtliche 7 Milliliter, und wenn man ihn dann mal nachfüllen muss geht dies ob der großen Öffnungen innerhalb weniger Sekunden. Gerüchteweise befüllen ihn die Hardcore-Fans, indem sie den Tank lediglich einmal in einen Liquid-Eimer tauchen. 😉

Befüllung von unten – etwas altmodisch, aber schnell und leicht gemacht

Aber was ist eigentlich so speziell am “Flashi”, wie ihn die Fanboys und -girls meist liebevoll nennen? In erster Linie der Aufbau: Die Tanksektion und die Wickelbase sind räumlich voneinander getrennt, so dass man durch einfaches Abziehen von Tank samt Bodenplatte sofort an die Wicklung kommt, ohne schrauben zu müssen oder Gefahr zu laufen, dass der Tank ausläuft. Das Liquid wird über Dochte – in der Regel aus Baumwollschnur, aber auch Mesh wird häufig verwendet – zur Wicklung geführt. Anders als bei Topcoilern müssen die Dochte das Liquid nicht über mehrere Zentimeter nach oben sondern nur wenige Millimeter nach unten befördern, weshalb der Flash-e-Nutzer selten mit Nachflussproblemen zu kämpfen hat. Will man auf Nummer sicher gehen kann man auch auf die DLC-Dochte zurückgreifen, die dem “kleinen” FeV serienmäßig beiliegen und für die anderen Varianten vom Hersteller als Zubehör angeboten werden. Auch ich nutze die DLC-Dochte und bin in der Regel mit dem Nachfluss mehr als zufrieden. Sollte dieser doch mal unterbrochen sein – was man leider erst sehr spät merkt – einfach mal beherzt ins Driptip pusten, zwei Sekunden warten und schon ist die Watte wieder nass.

Zu wickeln ist der FeV übrigens kinderleicht – auch wenn viele Nutzer hoffen, dass eines Tages die Posts doch mal mit Führungsnasen für die Drähte versehen werden. Auch das Wattieren sollte niemanden vor Probleme stellen, so dass der Flash-e-Vapor auch Wickeleinsteigern empfohlen werden kann.

Wicklung und Wattierung – SS316 MTL Fused, 7 Windungen, 3mm, 0.8 Ohm

Auch wenn es für den FeV seit der Version 2 immer mehr optionale Luftschrauben gibt ist und bleibt er in meinen Augen ein Backeverdampfer. Ich betreibe ihn mit der – mitgelieferten – 1.4mm-Schraube, wer auf extrem straffen Zug steht kann bis auf 0.9mm reduzieren. Andererseits kann man ihn auch mit zwei 2.1mm-Schrauben versehen und hat so einen Verdampfer für restriktiven Lungenzug. Einen Airflow-Ring wie bei den meisten Verdampfern heute üblich wird der FeV wohl nie erhalten – da man aber sein Setting, wenn man es einmal gefunden hat, im Alltag meist sowieso nicht verändert lässt es sich damit gut leben.

Am ehesten würde ich den FeV von Geschmack und Zug her noch mit dem Taifun GTR vergleichen wollen, aber auch der SQuape N MTL und der Kaifun Prime dürften eine ähnliche Zielgruppe ansprechen. Bis auf den SQuape N sind sie alle deutlich kleiner, aber wen die Länge des FeVs stört sollte sich die s-Version anschauen – bei 52mm Länge verfügt diese immer noch über ein Tankvolumen von 4,5ml.
Auch wirken all die Vergleichsmodelle sowohl vom Aufbau als auch von der Optik her wesentlich moderner – andererseits steckt im FeV eben jahrelange Erfahrung. Überhaupt ist der Flash-e-Vapor ein absolutes Alltagsgerät. Immer wieder fällt einem die Aussage seiner Nutzer auf, dass der FeV extrem zuverlässig ist und einen einfach nicht im Stich lässt – eine Aussage, der ich mich gerne anschließe. Mittlerweile ist er mein ständiger Begleiter – wenn auch, zugbedingt, nicht meine Nummer 1, aber eben eine wunderbare Ergänzung zu meinem geliebten GT IV.

FeV 4.5+ auf einer Yihi MX-Class, Dicodes Dani V3, Lost Vape Paranormal, Dicodes No6, Scarabäus Pro und Coldsteel 200

Der Flash-e-Vapor macht, wie oben zu sehen, auf vielen Akkuträgern eine gute Figur. Und obwohl bei seiner eingeforderten Leistung ein Single-Akkuträger ausreichend ist habe ich mich als Stromquelle für die Coldsteel 200 entschieden – und so eine, meiner Meinung nach, unheimlich stimmige, hübsche Kombi. Dass der FeV mit einem Dampfwürmchen versehen wurde versteht sich dabei von selbst. 😉

Bei fast allem im Leben gibt es natürlich auch einen kleinen Haken – im Falle des FeV ist es seine Verfügbarkeit: Kaum werden ein paar Modelle in freier Wildbahn gesichtet sind sie auch schon wieder weg. Wenn du also mit dem Gedanken spielst, dir ein Exemplar zu kaufen und du findest beim Off- oder Onliner deiner Wahl einen, dann schlage zu – sonst tut es ein anderer. 😉

Flesh e Vapor 4.5+
Durchmesser: 23 mm
Länge ohne Driptip: 61 mm
Leergewicht: ca. 95 Gramm
Tankvolumen: 7ml
Preis: 148,90 €

 

Einschränkungen im Wohnzimmer

In einigen Bundesländern sind Dampfshops ja (noch bzw. wieder) geöffnet. Ob das im Hinblick auf die Eindämmungsversuche des Coronavirus’ sinnvoll ist, darüber könnte man natürlich diskutieren – schließlich gibt es ausreichend Online-Shops, über die man sich seinen “Stoff” besorgen kann, und eine umfangreiche Beratung dürfen die geöffneten Läden momentan sowieso nicht bieten. Auf der anderen Seite möchte vielleicht doch gerade jetzt der ein oder andere Raucher aufs Dampfen umsteigen, und da ist eine, wenn auch eher theoretische Beratung – Probenuckeln geht nun mal gerade nicht – beim Fachhändler immer noch sinnvoller als wenn sich ein Einsteiger auf gut Glück irgend ein Gerät im Netz bestellt, mit dem er am Ende nicht klar kommt. Außerdem freut sich bestimmt mancher Dampfer, wenn er seine Lieblingsaromen in seinem Lieblingsladen bekommt – und damit ganz nebenbei auch den kleinen Einzelhändler vor Ort unterstützen kann.

In Mecklenburg-Vorpommern dürfen die Dampfshops seit dieser Woche wieder öffnen, natürlich nur unter strenger Einhaltung der zur Zeit üblichen Auflagen. Für uns bedeutet das, es darf sich nur ein Kunde im Laden aufhalten, dies auch erst nach Einlass und mit dem gebotenen Sicherheitsabstand. Das Probieren von Liquids ist ebensowenig möglich wie das Testen der Geräte, und der gewohnte, gemütliche Schnack bei zwei bis fünf Tassen Kaffee fällt erst recht aus. Also eigentlich ist all das, was den kleinen Stammoffliner um die Ecke eben ausmacht, nicht möglich. Und trotzdem sind viele Dampfer froh, wenn sie ihre Aromen und sonstige Dampfutensilien eben persönlich einkaufen, ein paar Worte wechseln und, sofern möglich, die ein oder andere Hilfe in Anspruch nehmen können.

Schön sind diese Einschränkungen natürlich nicht, aber wir nehmen es möglichst mit Humor und freuen uns jetzt schon alle zusammen auf die Zeiten, in denen der Stamm-Öffi wieder das sein darf, was er für viele Dampfer eigentlich ist, nämlich das zweite Wohnzimmer.

Komplex und doch simpel – der Widowmaker

“Die ganzen Dual-Topcoiler wie Gelite² oder Brunhilde sind ja wirklich toll, aber so langsam möchtest du doch noch mal einen schönen Bottomcoiler haben” dachte ich vor einiger Zeit. Kurz darauf kündigte Vandyvape den Widowmaker an, und die ersten Reviews erweckten eindeutig die Lust auf diesen Verdampfer. Mit kaum zwei Monaten Verzögerung war er dann auch in Deutschland verfügbar:

Es handelt sich um einen Bottomcoiler, der sowohl für den Dual- (sinnvoll) als auch für Singlecoilbetrieb (warum sollte man?) geeignet ist. Er verfügt über zwei stufenlos verstellbare Luftsysteme (eines seitlich, eines von unten), eine stufenlos verstellbare Liquidcontrol und – natürlich – Topfilling. Durchdachtes Schmankerl: Möchte man seinen Tank befüllen fasst man ihn erst am Glas an, schließt durch Drehen desselben die Liquidcontrol und öffnet, quasi im gleichen Arbeitsgang, den Deckel.

Zum Lieferumfang gehören neben einem – scheußlichen – Bubbleglas noch ein 510er-Driptip-Adapter, zwei Coils für den Start, jede Menge Ersatzteile sowie drei verschiedene Airflow-Shields, so dass wirklich jeder seinen idealen Luftzug finden sollte.

Allerdings ist auch beim größtmöglichen Lufteinlass noch ein Widerstand spürbar – ein reines Opendraw-Gerät ist der Widowmaker nicht, aber die Freunde des offenen Lungenzugs sollten gut auf ihre Kosten kommen.

Beim Deck handelt es sich um ein mittlerweile übliches postless Deck. Ich bin zwar nachwievor ein Freund des Velocity-Decks, aber zum Glück befindet sich auch beim Widowmaker eine Abschneidhilfe im Lieferumfang.

Das Wickeln ist ein Kinderspiel, auch etwas größere Coils lassen sich problemlos auf dem Deck unterbringen. Das Liquid muss keine langen, verschlungenen Wege zurücklegen sondern läuft direkt bei geöffneter Liquidcontrol von oben auf die Watte. Entsprechend entspannt gestaltet sich das Wattieren – einfach die Watte recht dünn und fluffig in die Kanäle legen:

Obwohl der Widowmaker recht komplex ist halte ich ihn für Einsteiger durchaus geeignet – man muss sich halt, wie an anderer Stelle bereits erwähnt, mit dem Gerät auseinandersetzen.

Natürlich habe ich meinen Widowmaker ein wenig gepimpt. Da ich ein Gerät für zuhause und eine weiteres für die Arbeit wollte war auch eine kleine Spielerei mit den Farben möglich. Ja, ich mag schwarz-gold. 😉

Eigentlich ist für den zweiten Widowmaker ja die Kriemhild-Box als Untersatz gedacht. Da diese wegen der Corona-Krise aber noch auf sich warten lässt…

Fazit:

Der Widowmaker ist ein zwar komplexer, trotzdem einfach zu handelnder Verdampfer mit wirklich gutem Geschmack. Zwei Nachteile sollte man allerdings nicht verschweigen: Zum einen muss konstruktionsbedingt das Deck nach dem Wickeln erst vom Akkuträger (oder dem Wickelsockel) genommen und dann unter den Verdampfer geschraubt werden – ein zusätzlicher Arbeitsschritt, der sich aber verschmerzen lässt. Zum anderen feuchtelt das ein oder andere Exemplar ein klein wenig an der Base – offensichtlich wurde beim Verpressen nicht immer ganz sauber gearbeitet. Wer ein solches Exemplar ergattert hat kann sich mit einer einfachen Unterlegscheibe für wenige Cent behelfen.

Freunden des offenen Luftzugs kann ich den Widowmaker klar empfehlen, testet ihn – nach dem Ende der Corona-Krise – doch einfach mal beim Dampfshop eures Vertrauens.

Vandyvape Widowmaker
Höhe: 51mm
Durchmesser: 25mm
Füllvolumen: 5ml (mit Bubbleglas 6ml)
Preis: Ca. 55 Euro