Tageszeitengeschmackler

Ich bin nicht nur ein Dauernuckler, sondern auch ein „Tageszeitengeschmackler“. Als solche bezeichne ich Dampfer, die sich nicht den ganzen Tag lang an einem Liquid festhalten sondern bestimmte Liquids zu bestimmten Tageszeiten bevorzugen. Morgens gab es lange Zeit Kaffeeliquid, wobei mir die einzelnen Sorten aber nie dauerhaft richtig gut geschmeckt haben – und bis heute habe ich kein Kaffeearoma gefunden, mit dem ich richtig glücklich bin. Später am Tag muss dann einfach mal ein Aroma her, das etwas mehr „knallt“, meist ein fruchtig-zitrussiges, lange Zeit war es Limette, zwischenzeitlich Traube oder Mandarine, zur Zeit dampfe ich gerne Cassis. Am Nachmittag gibt es ein richtig leckeres Süßliquid. Nach wie vor bin ich von Waffel schwer begeistert – das richtige zur Tasse Kaffee, und ganz ohne Kalorien. 😉 Zur Abwechslung steht hier aber schon Blueberry Cinnamon Crumble bereit und möchte angemischt werden. Abends gibt es dann gerne etwas „entspanntes“, eher mild-süßes, das ich angenehm dauerdampfen kann. Lange Zeit war es die Himbeere, momentan Vanilla Ice von Smoke Kingz.

Wenn man allerdings weder „Tröpfler“ noch Millionär ist birgt dieses tageszeitenabhängige Dampfen ein kleines Problem – schließlich will man nicht ein paar mal am Tag den Verdampfer für ein anderes Liquid komplett zerlegen und durchspülen, und so viel Kohle, dass ich mir mehrere Top-Geräte für viel Geld kaufen kann habe ich gerade auch nicht. Ist aber auch nicht nötig, da es mittlerweile ja auch schon verdammt gute Einsteigergeräte gibt, zum Beispiel von Kanger:

Die kleinen Kanger

Deren neueste Generation kommt bereits mit einem abnehmbaren Driptip und Dualcoil daher, und vor allem der T3D hat es mir sehr angetan. Vorteil gegenüber der EVOD 2 ist nicht nur das größere Füllvolumen (2,2 gegenüber 1,6 ml) sondern auch die Tatsache, dass sie komplett transparent ist. Die etwas kleinere EVOD 2 ist zwar für ihren Preis auch ein wirklich guter Clearomizer, aber der Füllstand ist leider nur bei bestimmten Lichtverhältnissen zu erkennen, und ich habe es tatsächlich schon zwei mal geschafft, das Teil trocken zu dampfen…

Es ist also problemlos möglich, wirklich gute Clearomizer für unter 10 Euro zu bekommen – und es kostet dann auch nicht die Welt, wenn man sich davon direkt mehrere zulegen möchte. Natürlich lässt sich aus einem weitaus teureren Gerät mehr Dampf, mehr Geschmack, mehr Volumen rauskitzeln, aber auch wenn man nicht mit einem heftig gefüllten Bankkonto gesegnet ist kann man wunderbar genussvoll dampfen. Ein Hoch auf die technische Entwicklung. 🙂

Die Dampferei – eine ganz individuelle Angelegenheit

erwachsenDass man Liquids nicht objektiv testen kann dürfte klar sein: Der Geschmack ist nun mal verschieden, der eine mag etwas, das dem anderen so gar nicht schmeckt, und umgekehrt. Dass die einzelnen Liquids in unterschiedlichen Verdampfern unterschiedlich schmecken – auch das ist eigentlich logisch. Und selbst dass die Akkuträger – bzw. Akkukombis – mit unterschiedlicher Leistung den Geschmack beeinträchtigen verwundert nicht unbedingt. Also sind Testberichte von Liquids, ich will nicht sagen für die Katz, aber eben doch sehr, sehr subjektiv. Klar.

Aber nicht nur bei den Liquids, auch bei der Wahl des Verdampfers kann man nur bedingt Tipps geben. Natürlich hängt die Wahl des Verdampfers, ja des gesamten Dampfzubehörs nicht unwesentlich vom Budget ab – nicht jeder, der vielleicht möchte, kann mal eben mehrere hundert Euro für die Dampferei ausgeben. Aber selbst innerhalb der Budgetgrenzen kann man kaum sagen „nimm Verdampfer X oder Verdampfer Y.“ Man kann versuchen, die technischen Beschaffenheiten, die Verarbeitung und natürlich auch seinen subjektiven Eindruck vom Geschmack zu erklären, vielleicht die Dampfentwicklung zeigen, aber letztendlich ist auch die Wahl des Verdampfers eine ganz individuelle Angelegenheit.

Bei den Akkukombis bzw. Akkuträgern mag dann – neben dem Budget – schon eher die Technik den Ausschlag für das eine oder andere Produkt geben, natürlich das Zusammenspiel mit dem Verdampfer, aber auch die Optik – wo wir wieder am Punkt der Geschmacksfrage angekommen wären.

Um jetzt noch einen drauf zu setzen: Wenn ihr einmal eure ganz individuelle Kombination aus Verdampfer, Akku und Liquid gefunden habt ist das keine Entscheidung für die Ewigkeit. Erstens erscheinen zur Zeit ständig neue Produkte. Zweitens entwickelt man sich auch weiter und möchte irgendwann mal etwas bessere – und meist auch teurere – Dampfen erwerben. Und drittens ändert sich mit der Zeit auch ziemlich sicher euer Geschmacksempfinden generell.

„Ja aber… wenn die ganzen Tipps subjektiv sind – wie soll man dann bei der Fülle der Produkte wissen, was man sich anschaffen soll?“ wird sich jetzt der geneigte Einsteiger – und natürlich die ebenso geneigte Einsteigerin – fragen. Natürlich könnte man jetzt sagen: Kaufen, ausprobieren, urteilen. Das kann aber recht schnell die finanziellen Möglichkeiten sprengen, außerdem kann man unmöglich sämtliche auf dem Markt befindliche Produkte kaufen. Wir empfehlen: Geht dahin, wo andere Dampfer sind. Besucht die Dampferstammtische (einige Termine findet ihr in unserem Kalender), dort trefft ihr sicher auf freundliche Dampfer, die euch nicht nur mit Rat sondern auch mit Tat zur Seite stehen und euch auch mal an ihren Dampfen ziehen lassen. Allerdings sind bei diesen Stammtischen häufig die erfahrenen Dampfer, nicht selten auch die „Nerds“, und so toll deren Dampfequipment aussieht – und auch schmeckt – ob diese Sachen jetzt wirklich was für Einsteiger sind wage ich zu bezweifeln: Häufig handelt es sich um teure Geräte, die auch der entsprechenden Pflege – und mitunter Bastelarbeit – bedürfen. Aber immerhin könnt ihr so erfahren, welche Möglichkeiten die Dampferei bietet, welchen Geschmack – und welche Dampfmenge – die guten Geräte erzeugen können.

Gerade für Einsteiger seien aber auch die Fachgeschäfte – von Nerds gerne „Offlineshops“ genannt – als Anlaufstelle empfohlen. Dort solltet ihr gute Beratung, aber auch die Möglichkeit zum Ausprobieren bekommen. In der Regel sind die Verkäufer dort passionierte Dampfer, die durchaus Ahnung von der Materie haben. Aber keine Sorge – auch die haben mal klein angefangen, also traut euch, fragt ihnen ruhig Löcher in den Bauch und habt keine Angst, dass sie euch für dumm halten.

Dampfen ist nicht nur ein wunderschönes Hobby, es ist auch eine sehr individuelle Angelegenheit. Und bei aller Individualität steht dahinter erfreulicherweise eine (zu größten Teilen) sehr sympathische Community. 🙂

Greensmoke – der Test

Wie geschrieben bringen seit geraumer Zeit immer mehr Tabakfirmen ihre E-Zigaretten auf den deutschen Markt. Hier ist der Name passend, die Teile haben deutlich mehr Ähnlichkeit mit normalen Pyros Tabakkippen als unsere geliebten Dampfmaschinen. GreenSmoke EinsteigersetUnd diese kleinen Dinger sollen was taugen? Konnte ich mir, nachdem ich mittlerweile doch schon etwas höherwertige Dampfen nutze, kaum vorstellen. Aber Versuch macht kluch, und so habe ich mir ein Starter Kit von GreenSmoke kommen lassen. Das Package kommt in einer ansprechenden Optik daher und beinhaltet einen kurzen und einen langen Akku, ein Ladegerät, ein Wandadapter, eine – auf englisch gehaltene – Bedienungsanleitung und ein Pack mit fünf Cartomizern. Standardmäßig kommt dieses „Varietypack“ in fünf Geschmackssorten mit 1,8% Nikotin daher. Dieses 18er-Nikotin dürfte für Rauchumsteiger eine geeignete Dosis sein, für mich, der gerade seine Nikotindosis senkt, ist das mittlerweile ein wenig heftig, weshalb ich mir noch ein Fünferpack mit 6er-Nikotin und der Geschmacksrichtung Menthol-Ice dazu bestellt habe.

Optik und Handling

Wie eine PyroDie Zig ähnelt von der Optik her einer „normalen Kippe“, was sicherlich einige Raucher eher lockt als riesige Dampfmaschinen. Allerdings ist sie, vor allem mit dem längeren Akku, größer und schwerer als eine Pyro – lässiges Fluppe im Mundwinkel hängen klappt also nur mit sehr ausgeprägter Lippenmuskulatur. 😉 Andererseits ist das Handling für jemanden, der normalerweise eine SVD in der Hand hält, doch eher… je nun, sagen wir mal putzig. Da kommen Erinnerungen an das eGo-Set hoch, und irgendwie fühlt sich die Greensmoke etwas verloren in der Hand an. Ebenfalls ungewohnt für uns Dampfer – aber durchaus ein Vorteil für die Umsteiger: Es gibt keinen Feuertaster! Einfach ziehen, und schon dampft es!

Und was können diese kleinen Dinger jetzt?

Macht durchaus DampfAlso erstmal machen sie Dampf, und zwar gar nicht so schlecht. Natürlich darf man den Dampf nicht mit dem einer selbstgewickelten Quattruppelcoil auf einem mechanischen Akkuträger vergleichen, aber mit den in der Szene bekannten Einsteigersets können sie durchaus mithalten. Sehr ungewohnt ist für einen Dampfer das Mundstück, das nicht so lippenschmeichelnd ist wie viele der gewohnten Driptipps, aber wahrscheinlich kommt dies gerade Umsteigern entgegen. Und der Geschmack? Nun, der ist bekanntlich Geschmackssache, aber das von mir als erstes getestete Menthol ist angenehm frisch, schmeckt nicht zu künstlich und ist auch nicht zu aufdringlich.

Der „Langzeittest“

Nachdem sich die ersten Eindrücke gesetzt hatten wollte ich auch mal ausprobieren, ob ich einen Tag lang ausschließlich mit den Greensmokes dampfen kann. Würde das irgendwann langweilig? Käme die Lust auf eine Kippe zurück? Kippe und Kaffee - wie zu alten ZeitenWas taugen die Akkus? (Der kleiner Akku hält angeblich bis zu vier, der große bis zu fünf Stunden – was auch nötig ist, wenn die Ladezeit drei bis vier Stunden beträgt.) Also begann der Tag, wie zu früheren Zeiten, mit Kaffee und „Kippe“… Die „Testkonfiguration“: Mocha-Liquid mit 18er Nikotin. Durch die – für mich – hohe Nikotindosis verfiel ich schnell wieder in „alte Rauchgewohnheiten“: Kein Dauernuckeln, sondern dann ein paar Züge nehmen, wenn man das Gefühl hat, den Nikotinspeicher wieder füllen zu müssen. Zum Mocha-Geschmack sei gesagt: Kaffee- und Schokoladenliquids gehören zu den am schwierigsten herzustellenden Aromen. So sollte es also nicht verwundern, dass mir das Liquid bald zu süß wurde, aber wie gesagt – alles Geschmackssache. Viel wichtiger aber: Den ganzen Tag über trat kein Verlangen nach ner Pyro auf! Allerdings wurde das Verlangen nach der Dampfe spätestens am Nachmittag doch recht groß. Den Akku habe ich an diesem Tag übrigens nicht leerbekommen, auch die Mocha-Kartusche nicht – was allerdings bei sehr intensivem Dampfen wieder anders aussehen dürfte. Und ja, abends gab es auch wieder meine geliebte Dampfe…

Die Kosten

Das Einsteigerkit kostet knapp 60 Euronten, ist also nicht gerade ein Schnäppchen. Allerdings ist alles dabei, was man zum Dampfen mit den Greensmokes benötigt, Folgekosten fallen dann nur noch für die Kartuschen an. Ein Fünferpack davon kostet derzeit € 13,95, nach Angaben des Herstellers entspricht dies 7,5 Schachteln herkömmlicher Tabakkippen. Nun kann sich also jeder ausrechnen, wie viel Geld er gegenüber der Tabakraucherei spart – jedenfalls theoretisch, denn die realen Kosten hängen natürlich immer vom Dampfverhalten ab.

Was fällt sonst noch so auf?

Cartomizer in BlisternZur Zeit werden auch Cartomizer mit 24er-Nikotin angeboten – was nicht konform zur neuen EU-Verordnung ist. Auch sind die Inhaltsstoffe weder auf den Blistern noch auf der Verpackung aufgeführt.

Etwas anstrengend ist im Dunklen die Leuchtdiode: Sie ist hell. Sehr hell! Wenn man abends bei gedimmtem Licht mit der GreenSmoke dampfen möchte überlegt man sich schon, eine Sonnenbrille aufzusetzen…

Für wen lohnt sie sich?

Für den UmsteigerVor allem zwei Faktoren dürften die Greensmoke für Umsteiger interessant machen: Zum Einen die große Ähnlichkeit mit ner Kippe, sowohl vom Aussehen als auch vom Handling her, zum Anderen ihre Schlichtheit: Kein Liquid nachfüllen, kein Siffen, keine regelmäßige Verdampferreinigung. Einfach Cartomizer auf den Akku schrauben und losdampfen. Dass man, gerade mit 18er- oder, solange noch erhältlich, 24er-Nikotin mit diesen Teilen zumindest eine gute Ergänzung zur Pyro findet kann ich mir gut vorstellen. Ob man dauerhaft den Umstieg schafft? Diese Frage könnten wohl nur umsteigewillige, langjährige Raucher beantworten. Na, Interesse?

E-Zig vs. DampfeIch für meinen Teil möchte aber mehr experimentieren, mehr probieren, mehr… ja, sag’s doch einfach, mehr spielen! Ich möchte ab und zu neue Liquids mischen, ich möchte abends meditativ meine Verdampfer reinigen, ich möchte neue Hardware ausprobieren, mehr Dampf und mehr Geschmack rauskitzeln – und ich glaube, so geht es den meisten eingefleischten Dampfern. Für eben jene ist die Greensmoke – und wohl auch ähnliche Produkte – sicher höchstens als „Notdampfe“ geeignet. Umsteiger hingegen könnten mit diesen Teilen entweder einfach ihrer Nikotinsucht ohne Tabakverbrennung frönen – oder den Einstieg ins „erwachsene Dampfen“ finden.

Fazit:

FazitDie Greensmoke bietet eine praktische Alternative zur Tabakzigarette, sie ist einfach im Handling, benötigt keine ernsthafte Pflege. Umsteiger, die selbst das Nachfüllen des Liquids als zu umständlich ansehen, können damit durchaus glücklich werden. Leute die mehr von einer E-Zig erwarten, aber auch „altgediente Dampfer“, die Modifikationsmöglichkeiten, viiiel Dampf und eine größere Auswahl an Liquids, ja, die schlichtweg Spaß an der Dampferei haben möchten, wird eine Greensmoke auf Dauer nicht befriedigen. Aber es ist ja auch kein Problem, wenn E-Zigarette und Dampfe ein friedliches Nebeneinander führen – oder sollte es zumindest in einem freien Europa nicht sein…

Sparen oder nicht?

Kost ja alles Geld...Eine häufige Frage bei – potentiellen – Neudampfern ist die, ob man mit dem Dampfen im Gegensatz zu den Kippen Geld sparen kann. Darauf gibt es eine glasklare Antwort: Kommt drauf an! 😉

Da ich zu meinem „Pyromanenzeiten“ relativ wenig geraucht und dazu noch selbstgedreht habe gibt es bei mir natürlich kaum Einsparpotential. Anders sieht es bei den (vormaligen) Vielrauchern aus, vor allem wenn sie fertige Kippen gekauft haben. Natürlich kommt es dann auch auf die Dampfgewohnheiten an: Bin ich ein Dauernuckler oder nutze ich die Dampfe nur alle zwei Stunden mal? Welche Dampfausstattung habe ich? Eher die einfachen Einsteigerprodukte, bei denen sich der Liquidverbrauch in Grenzen hält oder nutze ich doch schon besseres Equipment, bei dem der Liquiddurchfluss und somit der Verbrauch wesentlich höher ist? Dampfe ich eher leichte, fruchtige Liquids oder die pappsüßen, dickflüssigen Sorten, die den Verdampferköpfen ziemlich zusetzen und häufigeres Auswechseln erfordern? Kaufe ich fertige Liquids oder mache ich mir die Arbeit und mische selbst? All das muss bei der Frage, ob man im Gegensatz zum Kippenrauchen Geld spart, beachtet werden.

Natürlich benötigt man auch erst mal eine Grundausstattung, die je nach Modell, Zusatzausstattung und Liquidmenge auch mal knapp am dreistelligen Bereich kratzen kann. Ist man damit eingedeckt (und mit seiner Ausstattung zufrieden) fallen an laufenden Kosten eigentlich nur noch Geld für Liquid und Ersatzcoils an, also ist es auf Dauer schon möglich, ein paar Euronten zu sparen. Voraussetzung: Man hat sich nicht mit dem HWV, dem Haben-will-Virus angesteckt. Der ist in Dampferkreisen ziemlich weit verbreitet und auch nur schwer heilbar. 😉 (Näheres zum HWV vielleicht mal in einem anderen Beitrag.)

Ich hatte das große Glück, dass meine Dampferleidenschaft in unmittelbarer Nähe zu Weihnachten und Geburtstag begann, so konnte ein wenig der Erst- (und auch der Zweitausstattung) geschenketechnisch abgedeckt werden. Außerdem ist es ganz praktisch, dass Benedikt schon ein wenig vor mir mit dem Dampfen anfing und mir so nicht nur mit vielen Tipps weiterhelfen konnte sondern auch mit dem ein oder anderen von ihm „abgelegten“ Equipment. 😉

Es gibt also keine klare Antwort auf die Frage, ob Dampfen preiswerter ist als das herkömmliche Kipperauchen. Ich würde die Geldersparnis jedenfalls nicht als Hauptmotivation für den Umstieg empfehlen, aber wenn man langfristig ein paar Euro dadurch sparen kann ist es immerhin ein netter Nebeneffekt.

Einweg auf dem Weg

Seit geraumer Zeit präsentieren immer mehr Tabakhersteller ihre Einweg-E-Zigaretten in Deutschland – so sind bereits Produkte von DanSmoke oder British American Tobacco (Vype) hierzulande erhältlich, im April werden NJOY und wahrscheinlich ab Sommer dann auch Phillip Morris mit MarkTen folgen.

Nun muss diese „Flutung“ des Marktes nicht verkehrt sein, könnte sie doch helfen, die E-Zigarette – und somit das Dampfen generell – in der Öffentlichkeit bekannter oder gar „salonfähig“ zu machen. Dass diese Einwegteile allerdings ebenso viel Spaß machen wie „ausgewachsene Dampfen“ kann ich mir nicht so richtig vorstellen. Für Umsteiger könnten sie, da leicht zu bedienen und auch optisch einer normalen Pyro sehr ähnlich, interessant sein, vielleicht auch als Ersatzlösung für die Dampfer, die unterwegs sind und keine Ersatzakkus oder ausreichend Liquid dabei haben. Aber für die „Dauerdampfer“, die ihre Monsterakkuträger ebenso gewohnt sind wie „Highend-Verdampfer“ und selbstgemischte Liquids? Und vor allem die daraus resultierende hohe Intensität an Geschmack und Dampf?

Erste Eindrücke von Vype, NJOY King und MarkTen findet man auf Liquid-News.de, aber bei Gelegenheit muss ich zumindest einige dieser Angebote wohl mal selbst testen. Was macht man nicht alles, um für seine Leserschaft auf dem Laufenden zu sein… 😉

Erste richtlinienkonforme Starterkits tauchen auf

Fast zeitgleich mit der Verabschiedung der Tabakproduktrichtlinie bringt Green Smoke ein E-Zig-Starterkit raus, das vollkommen den Anforderungen dieser Richtlinie entspricht – und lässt diese von Bloggern und anderen aktiven Internetusern bewerben. Erst Anfang Februar diesen Jahres hatte Altria, der Mutterkonzern von Marlboro, Green Smoke aufgekauft. Nun stellt sich natürlich die Frage: Wusste oder ahnte der Konzern, wie die Richtlinie letztlich aussieht und hat sich entsprechend rechtzeitig gewappnet? Oder haben die Konzerne – wie ja bereits von den einen gemunkelt, von den anderen als Verschwörungstheorie belächelt – den EU-Politikern die Richtlinie diktiert?

Die Schnuten sind sich nicht ganz einig, ob hinter der Frage eine Einflussnahme oder professionelle Markteinschätzung zu vermuten ist, aber letztlich muss sich jeder seine Meinung selbst bilden, und manchmal ist Wahrheit auch nicht ganz schwarz/weiß. Hill Billie ist jedenfalls ohne es zu bemerken auf einen „netten Werbezug“ aufgesprungen, hatte in einem ersten Video dieses Einsteigerset noch gelobt, dieses Lob aber, nachdem er von den Hintergründen erfuhr, revidiert.

Das Ab-und-zu-Phänomen

Ganz ohne Kippe geht’s noch nicht – schrub ich vor knapp vier Wochen. Mittlerweile ist der Stand folgendermaßen: Nach wie vor überkommt mich ab und zu die Lust das Bedürfnis, eine richtige Kippe zu rauchen, und hin und wieder gehe ich diesem Bedürfnis sogar nach. Alle paar Tage steht dann der Stef auf dem Balkon, zieht genüsslich an der Selbstgedrehten, genießt diese wenigen Züge – und wendet sich dann mit knautschigem bis angewidertem Gesichtsausdruck von dem üblen Gestank wieder ab. Nein, ein Rückfall in Raucherzeiten ist mit dieser einen Kippe nicht eingetreten, bis das Bedürfnis das nächste mal auftaucht können einige Tage vergehen, und ich habe in dieser Zeit auch nicht das Gefühl, dass mir etwas fehlt. Aber eben hin und wieder…

So richtig kann ich den Grund für diese “Ab-und-zu-Gelüste” nicht einordnen. Macht Gelegenheit den Raucher? Eher nicht, mich reizt es zum Beispiel nicht im geringsten, wenn mir unterwegs ein Raucher eine Kippe anbietet. Auch können es kaum der Tabak oder sonstige, bei der Verbrennung entstehenden Stoffe sein, sonst wäre das Bedürfnis sicher häufiger da. Am Nikotin liegt es sowieso nicht, das ziehe ich mir ja bereits mit der Dampferei rein. Was also ist es dann? Vielleicht geht es auch um das ganze “Drumherum”, um das Ritual des Rauchens: Den entspannten (oder hektischen, oder genüsslichen) Zug. Vielleicht auch nach diesem Zug einfach nur entspannt da zu stehen und zuzusehen, wenn der Rauch den Mund verlässt und auf ne kleine Reise geschickt wird.

Dabei kann das alles die Dampferei – im Gegensatz zu anderen “Ersatzprodukten” wie Nikotinpflaster oder -kaugummi – bieten. Stinkt!Inklusive dem wohligen Gefühl in der Lunge und dem kratzigen im Hals, je nach Einstellung der Dampfmaschine. Den entspannten (hektischen, genüsslichen) Zug und den Dampf sowieso. Auch den Kontakt, den man nun mal unter Rauchern – in Raucherecken abgeschoben und böse vom Rest der Welt angeguckt – schneller bekommt, kann übrigens kein Nikotinpflaster ersetzen. Wenn man hingegen mit seiner Dampfe inmitten einiger Raucher steht und bestaunt wird, als hätte man Antennen auf dem Kopf und ne grüne Hautfarbe, kommt man doch recht schnell ins Gespräch. 😉

Auch in diversen Dampferforen fand ich für dieses Ab-und-zu-Verlangen bislang keine schlüssige Erklärung, allerdings bin ich wohl nicht der einzige Dampfer, bei dem dieses Phänomen auftritt. Wie auch immer und wie ebenfalls bereits geschrieben: Ich freue mich über jede Pyro, die ich nicht rauche. Und wenn mit der Zeit die Lust-Abstände länger werden soll’s mir dann auch recht sein. 😉

Was dampft denn da?

Wenn man, was selten genug vorkommt, Dampfern in freier Wildbahn begegnet fragt man sich vielleicht, was die denn da eigentlich so verdampfen:

Die zu verdampfende Flüssigkeit wird Liquid genannt und besteht zumeist aus Propylenglykol, Glycerin, Lebensmittelaromen und zu geringen Teilen aus Wasser. Als Trägerflüssigkeit fungiert zum größten Teil Propylenglykol, welches als Lebensmittelzusatzstoff E 1520 zugelassen ist. Es sind Liquide mit Nikotin in verschiedener Stärke erhältlich, aber auch nikotinfreie und nicht aromatisierte Liquide. Der Dampf der Flüssigkeit erzeugt das sensorische Gefühl des Rauchens.

Der Nikotinanteil gebrauchsfertiger Liquide variiert dabei nach Angabe der Hersteller zwischen 0 und 18 Milligramm pro Milliliter. Liquide sind sowohl in sofort benutzbaren Kartuschen (englisch Cartridge), als auch in größeren Mengen zum Nachfüllen von Depots und Tanks, oder zum direkten Träufeln auf den Verdampfer erhältlich. [WikiPedia]

Liquids gibt es in den unterschiedlichsten “Geschmäckern”: Banane, Bratapfel, Cassis, Chilli, Cubana Zigarre, Eierlikör, Glühwein, Gouda, Gummibärchen, Hustenbonbon, Kaugummi, Knoblauch, Lakritz, Marshmellow, Marzipan, Nougat, Popcorn, Rotwein, Sanddorn, Schlumpfeis, Spekulatius, Thunfischpizza, Tiramisu, Tomate, Vanillepudding, Waldmeister-Wackelpeter… Einige davon möchte man wahrscheinlich gar nicht ausprobieren. Hm, vielleicht sollte ich mal ne Sammlung der grauseligsten Sorten aufstellen…

Nachdem ich mir letztens drei Liquids bestellt hatte (Kaffee – mein absoluter Favorit, Maxx Tabak – belangloser als belanglos, Menthol – knallt herrlich durch) wurde ich nun zu Weihnachten von Benedikt noch mal mit einem ganzen Schwung dieser Aromen bedacht: Himbeer-Menthol (überraschend lecker), Lebkuchen (jo, nicht gerade schlecht, aber…), Erdnuss (kein “Dauerliquid”, aber für den “Flash ab und zu” genial), Orange-Creamsicle (das in Ansätzen wirklich eine kleine Ähnlichkeit mit Langneses Split aufweist), Erdbeer-Menthol (noch nicht getestet) und einem “Überraschungsaroma”, das ich bislang noch nicht so ganz zuordnen konnte.

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Mein momentaner Favorit neben Kaffee ist nachwievor Limette, wobei ich auch von der Himbeer-Mischung sehr angetan bin.

Und seit Weihnachten kann ich die Liquids sogar mit etwas größeren Verdampfern verkasematuckeln, nämlich einem Kanger Mini T3S und einem Kanger Protank II, die beide von den bisherigen eGo-Akkus befeuert werden.

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Wobei ich die ganz dumme Befürchtung habe, mir in absehbarer Zeit doch mal etwas leistungsstärkere Akkuträger besorgen zu müssen. Ja, der Virus greift um sich… 😉