Greensmoke – der Test

Wie geschrieben bringen seit geraumer Zeit immer mehr Tabakfirmen ihre E-Zigaretten auf den deutschen Markt. Hier ist der Name passend, die Teile haben deutlich mehr Ähnlichkeit mit normalen Pyros Tabakkippen als unsere geliebten Dampfmaschinen. GreenSmoke EinsteigersetUnd diese kleinen Dinger sollen was taugen? Konnte ich mir, nachdem ich mittlerweile doch schon etwas höherwertige Dampfen nutze, kaum vorstellen. Aber Versuch macht kluch, und so habe ich mir ein Starter Kit von GreenSmoke kommen lassen. Das Package kommt in einer ansprechenden Optik daher und beinhaltet einen kurzen und einen langen Akku, ein Ladegerät, ein Wandadapter, eine – auf englisch gehaltene – Bedienungsanleitung und ein Pack mit fünf Cartomizern. Standardmäßig kommt dieses “Varietypack” in fünf Geschmackssorten mit 1,8% Nikotin daher. Dieses 18er-Nikotin dürfte für Rauchumsteiger eine geeignete Dosis sein, für mich, der gerade seine Nikotindosis senkt, ist das mittlerweile ein wenig heftig, weshalb ich mir noch ein Fünferpack mit 6er-Nikotin und der Geschmacksrichtung Menthol-Ice dazu bestellt habe.

Optik und Handling

Wie eine PyroDie Zig ähnelt von der Optik her einer “normalen Kippe”, was sicherlich einige Raucher eher lockt als riesige Dampfmaschinen. Allerdings ist sie, vor allem mit dem längeren Akku, größer und schwerer als eine Pyro – lässiges Fluppe im Mundwinkel hängen klappt also nur mit sehr ausgeprägter Lippenmuskulatur. 😉 Andererseits ist das Handling für jemanden, der normalerweise eine SVD in der Hand hält, doch eher… je nun, sagen wir mal putzig. Da kommen Erinnerungen an das eGo-Set hoch, und irgendwie fühlt sich die Greensmoke etwas verloren in der Hand an. Ebenfalls ungewohnt für uns Dampfer – aber durchaus ein Vorteil für die Umsteiger: Es gibt keinen Feuertaster! Einfach ziehen, und schon dampft es!

Und was können diese kleinen Dinger jetzt?

Macht durchaus DampfAlso erstmal machen sie Dampf, und zwar gar nicht so schlecht. Natürlich darf man den Dampf nicht mit dem einer selbstgewickelten Quattruppelcoil auf einem mechanischen Akkuträger vergleichen, aber mit den in der Szene bekannten Einsteigersets können sie durchaus mithalten. Sehr ungewohnt ist für einen Dampfer das Mundstück, das nicht so lippenschmeichelnd ist wie viele der gewohnten Driptipps, aber wahrscheinlich kommt dies gerade Umsteigern entgegen. Und der Geschmack? Nun, der ist bekanntlich Geschmackssache, aber das von mir als erstes getestete Menthol ist angenehm frisch, schmeckt nicht zu künstlich und ist auch nicht zu aufdringlich.

Der “Langzeittest”

Nachdem sich die ersten Eindrücke gesetzt hatten wollte ich auch mal ausprobieren, ob ich einen Tag lang ausschließlich mit den Greensmokes dampfen kann. Würde das irgendwann langweilig? Käme die Lust auf eine Kippe zurück? Kippe und Kaffee - wie zu alten ZeitenWas taugen die Akkus? (Der kleiner Akku hält angeblich bis zu vier, der große bis zu fünf Stunden – was auch nötig ist, wenn die Ladezeit drei bis vier Stunden beträgt.) Also begann der Tag, wie zu früheren Zeiten, mit Kaffee und “Kippe”… Die “Testkonfiguration”: Mocha-Liquid mit 18er Nikotin. Durch die – für mich – hohe Nikotindosis verfiel ich schnell wieder in “alte Rauchgewohnheiten”: Kein Dauernuckeln, sondern dann ein paar Züge nehmen, wenn man das Gefühl hat, den Nikotinspeicher wieder füllen zu müssen. Zum Mocha-Geschmack sei gesagt: Kaffee- und Schokoladenliquids gehören zu den am schwierigsten herzustellenden Aromen. So sollte es also nicht verwundern, dass mir das Liquid bald zu süß wurde, aber wie gesagt – alles Geschmackssache. Viel wichtiger aber: Den ganzen Tag über trat kein Verlangen nach ner Pyro auf! Allerdings wurde das Verlangen nach der Dampfe spätestens am Nachmittag doch recht groß. Den Akku habe ich an diesem Tag übrigens nicht leerbekommen, auch die Mocha-Kartusche nicht – was allerdings bei sehr intensivem Dampfen wieder anders aussehen dürfte. Und ja, abends gab es auch wieder meine geliebte Dampfe…

Die Kosten

Das Einsteigerkit kostet knapp 60 Euronten, ist also nicht gerade ein Schnäppchen. Allerdings ist alles dabei, was man zum Dampfen mit den Greensmokes benötigt, Folgekosten fallen dann nur noch für die Kartuschen an. Ein Fünferpack davon kostet derzeit € 13,95, nach Angaben des Herstellers entspricht dies 7,5 Schachteln herkömmlicher Tabakkippen. Nun kann sich also jeder ausrechnen, wie viel Geld er gegenüber der Tabakraucherei spart – jedenfalls theoretisch, denn die realen Kosten hängen natürlich immer vom Dampfverhalten ab.

Was fällt sonst noch so auf?

Cartomizer in BlisternZur Zeit werden auch Cartomizer mit 24er-Nikotin angeboten – was nicht konform zur neuen EU-Verordnung ist. Auch sind die Inhaltsstoffe weder auf den Blistern noch auf der Verpackung aufgeführt.

Etwas anstrengend ist im Dunklen die Leuchtdiode: Sie ist hell. Sehr hell! Wenn man abends bei gedimmtem Licht mit der GreenSmoke dampfen möchte überlegt man sich schon, eine Sonnenbrille aufzusetzen…

Für wen lohnt sie sich?

Für den UmsteigerVor allem zwei Faktoren dürften die Greensmoke für Umsteiger interessant machen: Zum Einen die große Ähnlichkeit mit ner Kippe, sowohl vom Aussehen als auch vom Handling her, zum Anderen ihre Schlichtheit: Kein Liquid nachfüllen, kein Siffen, keine regelmäßige Verdampferreinigung. Einfach Cartomizer auf den Akku schrauben und losdampfen. Dass man, gerade mit 18er- oder, solange noch erhältlich, 24er-Nikotin mit diesen Teilen zumindest eine gute Ergänzung zur Pyro findet kann ich mir gut vorstellen. Ob man dauerhaft den Umstieg schafft? Diese Frage könnten wohl nur umsteigewillige, langjährige Raucher beantworten. Na, Interesse?

E-Zig vs. DampfeIch für meinen Teil möchte aber mehr experimentieren, mehr probieren, mehr… ja, sag’s doch einfach, mehr spielen! Ich möchte ab und zu neue Liquids mischen, ich möchte abends meditativ meine Verdampfer reinigen, ich möchte neue Hardware ausprobieren, mehr Dampf und mehr Geschmack rauskitzeln – und ich glaube, so geht es den meisten eingefleischten Dampfern. Für eben jene ist die Greensmoke – und wohl auch ähnliche Produkte – sicher höchstens als “Notdampfe” geeignet. Umsteiger hingegen könnten mit diesen Teilen entweder einfach ihrer Nikotinsucht ohne Tabakverbrennung frönen – oder den Einstieg ins “erwachsene Dampfen” finden.

Fazit:

FazitDie Greensmoke bietet eine praktische Alternative zur Tabakzigarette, sie ist einfach im Handling, benötigt keine ernsthafte Pflege. Umsteiger, die selbst das Nachfüllen des Liquids als zu umständlich ansehen, können damit durchaus glücklich werden. Leute die mehr von einer E-Zig erwarten, aber auch “altgediente Dampfer”, die Modifikationsmöglichkeiten, viiiel Dampf und eine größere Auswahl an Liquids, ja, die schlichtweg Spaß an der Dampferei haben möchten, wird eine Greensmoke auf Dauer nicht befriedigen. Aber es ist ja auch kein Problem, wenn E-Zigarette und Dampfe ein friedliches Nebeneinander führen – oder sollte es zumindest in einem freien Europa nicht sein…

Einweg auf dem Weg

Seit geraumer Zeit präsentieren immer mehr Tabakhersteller ihre Einweg-E-Zigaretten in Deutschland – so sind bereits Produkte von DanSmoke oder British American Tobacco (Vype) hierzulande erhältlich, im April werden NJOY und wahrscheinlich ab Sommer dann auch Phillip Morris mit MarkTen folgen.

Nun muss diese “Flutung” des Marktes nicht verkehrt sein, könnte sie doch helfen, die E-Zigarette – und somit das Dampfen generell – in der Öffentlichkeit bekannter oder gar “salonfähig” zu machen. Dass diese Einwegteile allerdings ebenso viel Spaß machen wie “ausgewachsene Dampfen” kann ich mir nicht so richtig vorstellen. Für Umsteiger könnten sie, da leicht zu bedienen und auch optisch einer normalen Pyro sehr ähnlich, interessant sein, vielleicht auch als Ersatzlösung für die Dampfer, die unterwegs sind und keine Ersatzakkus oder ausreichend Liquid dabei haben. Aber für die “Dauerdampfer”, die ihre Monsterakkuträger ebenso gewohnt sind wie “Highend-Verdampfer” und selbstgemischte Liquids? Und vor allem die daraus resultierende hohe Intensität an Geschmack und Dampf?

Erste Eindrücke von Vype, NJOY King und MarkTen findet man auf Liquid-News.de, aber bei Gelegenheit muss ich zumindest einige dieser Angebote wohl mal selbst testen. Was macht man nicht alles, um für seine Leserschaft auf dem Laufenden zu sein… 😉

Erste richtlinienkonforme Starterkits tauchen auf

Fast zeitgleich mit der Verabschiedung der Tabakproduktrichtlinie bringt Green Smoke ein E-Zig-Starterkit raus, das vollkommen den Anforderungen dieser Richtlinie entspricht – und lässt diese von Bloggern und anderen aktiven Internetusern bewerben. Erst Anfang Februar diesen Jahres hatte Altria, der Mutterkonzern von Marlboro, Green Smoke aufgekauft. Nun stellt sich natürlich die Frage: Wusste oder ahnte der Konzern, wie die Richtlinie letztlich aussieht und hat sich entsprechend rechtzeitig gewappnet? Oder haben die Konzerne – wie ja bereits von den einen gemunkelt, von den anderen als Verschwörungstheorie belächelt – den EU-Politikern die Richtlinie diktiert?

Die Schnuten sind sich nicht ganz einig, ob hinter der Frage eine Einflussnahme oder professionelle Markteinschätzung zu vermuten ist, aber letztlich muss sich jeder seine Meinung selbst bilden, und manchmal ist Wahrheit auch nicht ganz schwarz/weiß. Hill Billie ist jedenfalls ohne es zu bemerken auf einen “netten Werbezug” aufgesprungen, hatte in einem ersten Video dieses Einsteigerset noch gelobt, dieses Lob aber, nachdem er von den Hintergründen erfuhr, revidiert.