Flash-e-Vapor – das Urgestein

Heute widmen wir uns einmal einem Dampfer-Urgestein, einem Gerät, das Benedikt bereits vor sechs Jahren gedampft hat (und das als einer meiner ersten Wickelversuche herhalten musste): Dem Flash-e-Vapor.
Gefühlt gibt es ihn seit 100 Jahren – in Wirklichkeit wurde er 2012 von Arthur Schwarze entwickelt – und jedem, der sich ein klein wenig mit Selbstwicklern beschäftigt hat, ist er ein Begriff. Mittlerweile liegt er in der Version 4.5+ vor, und weder technisch noch optisch scheint sich seit der Ur-Version auf den ersten Blick all zuviel verändert zu haben.

FeV V3 mit Glaskit von 2014 (links) und der aktuelle FeV V4.5+ (rechts)

Natürlich wurde auch der FeV über die Jahre weiterentwickelt, aber eben nur punktuell. Das liegt in erster Linie an seinem Entwickler, der am bewährten Konzept festhalten will, und das gilt offensichtlich auch für die neuen Inhaber. Warum auch sollte man das Rad immer wieder neu erfinden? Und während man sich bei den Konkurrenzprodukten immer wieder an eine neue Optik gewöhnen muss bleibt der Wiedererkennungswert beim Flash-e-Vapor einfach hoch.

Ein gewisses Retrogefühl überkommt einen übrigens bereits beim Auspacken der Pappschachtel – noch immer findet man beim Zubehör Ortmann-Schnur als Alternative zur Watte und einen kleinen Nagel als Wickelhilfe, auch wenn die meisten ihn heutzutage ganz “normal” wickeln und wattieren wie jeden anderen Verdampfer.

Umfangreiches Zubehör – inklusive Edelstahl- und Polycarbonat-Tank, Docht, Schnur, Luftschrauben und natürlich dem obligatorischen Centstück für den Tankwechsel

Auch die Befüllung durch Abschrauben des Tanks wirkt in Zeiten von Top- und Sidefilling oder gar Ventilen etwas anachronistisch. Andererseits fasst der “normale” FeV 4.5+ beachtliche 7 Milliliter, und wenn man ihn dann mal nachfüllen muss geht dies ob der großen Öffnungen innerhalb weniger Sekunden. Gerüchteweise befüllen ihn die Hardcore-Fans, indem sie den Tank lediglich einmal in einen Liquid-Eimer tauchen. 😉

Befüllung von unten – etwas altmodisch, aber schnell und leicht gemacht

Aber was ist eigentlich so speziell am “Flashi”, wie ihn die Fanboys und -girls meist liebevoll nennen? In erster Linie der Aufbau: Die Tanksektion und die Wickelbase sind räumlich voneinander getrennt, so dass man durch einfaches Abziehen von Tank samt Bodenplatte sofort an die Wicklung kommt, ohne schrauben zu müssen oder Gefahr zu laufen, dass der Tank ausläuft. Das Liquid wird über Dochte – in der Regel aus Baumwollschnur, aber auch Mesh wird häufig verwendet – zur Wicklung geführt. Anders als bei Topcoilern müssen die Dochte das Liquid nicht über mehrere Zentimeter nach oben sondern nur wenige Millimeter nach unten befördern, weshalb der Flash-e-Nutzer selten mit Nachflussproblemen zu kämpfen hat. Will man auf Nummer sicher gehen kann man auch auf die DLC-Dochte zurückgreifen, die dem “kleinen” FeV serienmäßig beiliegen und für die anderen Varianten vom Hersteller als Zubehör angeboten werden. Auch ich nutze die DLC-Dochte und bin in der Regel mit dem Nachfluss mehr als zufrieden. Sollte dieser doch mal unterbrochen sein – was man leider erst sehr spät merkt – einfach mal beherzt ins Driptip pusten, zwei Sekunden warten und schon ist die Watte wieder nass.

Zu wickeln ist der FeV übrigens kinderleicht – auch wenn viele Nutzer hoffen, dass eines Tages die Posts doch mal mit Führungsnasen für die Drähte versehen werden. Auch das Wattieren sollte niemanden vor Probleme stellen, so dass der Flash-e-Vapor auch Wickeleinsteigern empfohlen werden kann.

Wicklung und Wattierung – SS316 MTL Fused, 7 Windungen, 3mm, 0.8 Ohm

Auch wenn es für den FeV seit der Version 2 immer mehr optionale Luftschrauben gibt ist und bleibt er in meinen Augen ein Backeverdampfer. Ich betreibe ihn mit der – mitgelieferten – 1.4mm-Schraube, wer auf extrem straffen Zug steht kann bis auf 0.9mm reduzieren. Andererseits kann man ihn auch mit zwei 2.1mm-Schrauben versehen und hat so einen Verdampfer für restriktiven Lungenzug. Einen Airflow-Ring wie bei den meisten Verdampfern heute üblich wird der FeV wohl nie erhalten – da man aber sein Setting, wenn man es einmal gefunden hat, im Alltag meist sowieso nicht verändert lässt es sich damit gut leben.

Am ehesten würde ich den FeV von Geschmack und Zug her noch mit dem Taifun GTR vergleichen wollen, aber auch der SQuape N MTL und der Kaifun Prime dürften eine ähnliche Zielgruppe ansprechen. Bis auf den SQuape N sind sie alle deutlich kleiner, aber wen die Länge des FeVs stört sollte sich die s-Version anschauen – bei 52mm Länge verfügt diese immer noch über ein Tankvolumen von 4,5ml.
Auch wirken all die Vergleichsmodelle sowohl vom Aufbau als auch von der Optik her wesentlich moderner – andererseits steckt im FeV eben jahrelange Erfahrung. Überhaupt ist der Flash-e-Vapor ein absolutes Alltagsgerät. Immer wieder fällt einem die Aussage seiner Nutzer auf, dass der FeV extrem zuverlässig ist und einen einfach nicht im Stich lässt – eine Aussage, der ich mich gerne anschließe. Mittlerweile ist er mein ständiger Begleiter – wenn auch, zugbedingt, nicht meine Nummer 1, aber eben eine wunderbare Ergänzung zu meinem geliebten GT IV.

FeV 4.5+ auf einer Yihi MX-Class, Dicodes Dani V3, Lost Vape Paranormal, Dicodes No6, Scarabäus Pro und Coldsteel 200

Der Flash-e-Vapor macht, wie oben zu sehen, auf vielen Akkuträgern eine gute Figur. Und obwohl bei seiner eingeforderten Leistung ein Single-Akkuträger ausreichend ist habe ich mich als Stromquelle für die Coldsteel 200 entschieden – und so eine, meiner Meinung nach, unheimlich stimmige, hübsche Kombi. Dass der FeV mit einem Dampfwürmchen versehen wurde versteht sich dabei von selbst. 😉

Bei fast allem im Leben gibt es natürlich auch einen kleinen Haken – im Falle des FeV ist es seine Verfügbarkeit: Kaum werden ein paar Modelle in freier Wildbahn gesichtet sind sie auch schon wieder weg. Wenn du also mit dem Gedanken spielst, dir ein Exemplar zu kaufen und du findest beim Off- oder Onliner deiner Wahl einen, dann schlage zu – sonst tut es ein anderer. 😉

Flesh e Vapor 4.5+
Durchmesser: 23 mm
Länge ohne Driptip: 61 mm
Leergewicht: ca. 95 Gramm
Tankvolumen: 7ml
Preis: 148,90 €