Die Krone dem König

Natürlich benötigt man nicht unbedingt einen sündhaft teuren Selbstwickler um zu dampfen; man benötigt noch nicht mal unbedingt einen Selbstwickler. Der Cleito für Lungedampfer oder der Nautilus für Backehörnchen sind absolut leckere Fertigcoiler, mit denen das Dampfen richtig Spaß machen und auch lecker sein kann. Dennoch wird ein “richtiger Dampfernerd” Fertigcoiler nur in Ausnahmefällen dampfen, kommen sie doch von Geschmack, Verarbeitung und Flexibilität her nie ganz an einen guten Selbstwickler ran.

Auch beim Fertigcoiler, den wir heute vorstellen möchten, muss man Kompromisse machen: Es sind gerade mal zwei verschiedene Coils – 0.25 und 0.5 Ohm Edelstahl-Parallel-Coils – verfügbar, das Material ist eher dünn, und das Gewinde der Topcap läuft alles andere als butterweich, zumal das Abschrauben des Deckels zur Befüllung heutzutage schon nicht mehr State of the Art ist.

Aber: vom Geschmack her haben wir noch keinen Fertigcoilverdampfer gefunden, der ähnlich gut oder gar besser schmeckt, dafür schon viele Selbstwickler, die diesem Gerät deutlich unterlegen sind! Es handelt sich um das neueste Baby von Uwell, den Crown III. Die beiden Vorgänger, Crown I und II, bestachen schon durch guten Geschmack, waren allerdings hierzulande eher unbekannt, dazu waren sie, vor allem aber die Coils, nur schwierig zu bekommen. Mittlerweile hat sich der gute Geschmack aber wohl bei den Händlern rumgesprochen, immer mehr Shops führen den Crown III im Sortiment. Und das ist auch gut so.

Optisch ist der Crown eher schlicht und unauffällig – jedenfalls sofern man nicht die “Multicolor-Variante” nutzt. 😉 Fürs reine Backedampfen ist er kaum geeignet, ein absoluter Wolkenschieber ist er auch nicht. Aber er hat einen guten Zug, ist eher smooth, und kann vor allem geschmacklich absolut überzeugen!

Ich habe den Crown III jetzt seit vier Wochen im Dauereinsatz, das bevorzugte Setting ist die 0.5er Coil mit entspannten 72 Watt bei halb geöffneter Airflow. Und im Gegensatz zu allen bisherigen Fertigcoilern ist es keine Nutzung um des Testenwollens, sondern weil das Gerät einfach geil ist! Kein Blubbern, kein Siffen, keinerlei Nachflussprobleme, dafür eine gute, dichte Dampfentwicklung und ein absolut klarer, vielschichtiger, superguter Geschmack, den ich bislang nur bei perfekt gewickelten Highend-Verdampfern erlebt habe!

Natürlich ist der Liquidverbrauch üppig, das Driptip zu kurz und die Ersatzcoils mit fünf bis sechs Euro das Stück nicht gerade preiswert. Natürlich kommen Material und Verarbeitung nicht an SQuape, Gelite oder ähnliche Hochkaräter heran. Aber wer einfach Wert auf besten Geschmack legt benötigt nicht mehr zwangsläufig einen Selbstwickler sondern ist mit dem Crown III bestens bedient.

Uwell Crown III, Durchmesser 24,5mm (es gibt auch eine Miniversion mit 22,5mm), Fassungsvermögen 5ml, Preis ca. 40 Euro.

 

Geile Boxenluder

Bei den Verdampfern gehen wir ja wenig Kompromisse ein – da müssen es einfach die besten sein, Selbstwickler aus europäischer Produktion wie der SQuape​ von Stattqualm, Kayfun von Svoemesto, Genius oder Gelite von GSV. Eine kleine Ausnahme ist der Crown 3 von Uwell, dazu die Tage aber mal mehr.

Etwas komplizierter gestaltet sich jedoch das Finden adäquater Akkuträger. Es gibt nur sehr wenige, die uns sowohl vom Chip als auch von der Verarbeitung her so überzeugen, dass wir den üppigen Preis, der für solche Geräte aufgerufen werden, bereit sind zu bezahlen. Eigentlich kommen da zur Zeit nur Akkuträger von Dicodes in Frage, allerdings sind diese in der Leistung eher zurückhaltend: 40 bis 60 Watt Ausgangsleistung sind zwar für Backedampfgeräte allemal ausreichend, aber wenn ein BT oder ein Gelite befeuert werden sollen ist das einfach zu wenig. Natürlich gibt es dann noch die Geräte mit DNA- oder Yihi-Chips, die die nötige Leistung bereit stellen, aber häufig überzeugt bei diesen Geräten die Verarbeitung nicht, und da hält sich die Bereitschaft, 200 Euro oder mehr auszugeben, in Grenzen. Glücklicherweise ist das aber auch gar nicht nötig – mittlerweile sind die Akkuträger von der “chinesischen Stange” in Verarbeitung, Zuverlässigkeit und Optik richtig, richtig gut!

Exemplarisch dafür drei Boxen, die wir schon seit einiger Zeit selbst nutzen:
Fuchai 213 plus, Wismec P218 und die Sigelei KAOS Spectrum. Alle werden von zwei 18650er Akkus gespeist und können bis knapp über 200 Watt ausgeben.

Von links: Sigelei KAOS, Wismec P218, Fuchai 213 Plus

Jede dieser Boxen hat so ihre speziellen Vorzüge in der Optik und Haptik: Die Fuchai ist mittlerweile schon ein Dauerbrenner, schlicht und doch elegant, seit der Plus-Version auch mit Farbdisplay, und einfach absolut zuverlässig. Die Wismec ist ein bisschen auffälliger, wirkt präsenter, der Feuertaster geht über die gesamte Seite (muss man halt mögen) und mit der Arcticfox-Software sind bei den Einstellungsmöglichkeiten und dem Display kaum Grenzen gesetzt. Die KAOS letztendlich ist eher die “jugendliche” Box – bei Bedarf auch in kunterbunt mit viel Leucht und Blink – und liegt durch ihre Rundungen sehr gut in der Hand. Außerdem sind das gut lesbare Farbdisplay und der große Feuertaster ein absoluter Pluspunkt.

Natürlich sind diese “Chinakracher” keine Produkte für die Ewigkeit, aber bei einem Preis zwischen 60 und 80 Euro erwarte ich das auch nicht. Die Fuchais laufen allerdings schon seit über einem Jahr im Dauerbetrieb, und weder am Lack noch an der Funktion gibt es bislang Verschleißerscheinungen.
Auf alle drei Boxen passen problemlos Verdampfer bis 26mm, wobei sie alle unter einem Gelite schon etwas verloren wirken. Wer Giga-Verdampfer wie zum Beispiel den Aromamizer Plus hat, der muss weiter suchen, aber für alle Tanks in Standardmaßen sind die Boxen absolut geeignet.

Sollten natürlich eines Tages deutsche Highend-Boxen mit adäquater Leistung auf den Markt kommen ist es nicht ausgeschlossen, dass davon auch eine oder zwei den Weg in unsere Sammlung finden. 😉 Bis dahin sind wir allerdings mit den jetzigen Boxen mehr als zufrieden.

Dann eben nur Toast mit Ketchup

Für manchen Dampferfreak ist dies ein ziemlich teures Quartal, so auch für mich. Was müssen da aber auch drei Topgeräte in kürzester Zeit auf dem Markt erscheinen?

Es fing an mit dem Taifun BT – ein absoluter Muss-Kauf! Ein komplett neues System ist per se schon mal interessant, und wenn es dann noch für wickelfaule Menschen wie mich bestens geeignet ist… Nun, die Begeisterung für den BT hat nicht nachgelassen, im Gegenteil. Eigentlich bräuchte man allein zum Austesten aller Möglichkeiten noch einen zweiten, quasi als Spielwiese, aber da kamen ja “dummerweise” noch ein paar andere Geräte raus…

Kurz darauf erschien nämlich der zweite Batch des Gelite². Für mich kein unbedingter Pflichtkauf – auch wenn ich bislang der einzige im Laden war, der kein GSV-Produkt dampfte. Ich konnte das Gerät schon längerer Zeit bei unseren Jungs testen, und so war klar, dass der Gelite² für meine Settings deutlich besser geeignet ist als sein Vorgänger, der Genius², den ja Benedikt dampft. Erstes Zwischenfazit: Mit dem Gelite² kann man nicht nur üppig Wolken schieben, sondern man hat auch – bei moderateren Settings (zur Zeit eine Ribbon Dual-Coil mit 0.37 Ohm, befeuert mit schlanken 85 Watt) – einen hervorragenden Geschmacksverdampfer. Hin und wieder ist er eine kleine Zicke was den Nachfluss angeht, aber die Lernkurve bei einem solch komplexen Gerät ist nun mal etwas flacher, und das Problem(chen) scheine ich auch so langsam in den Griff zu bekommen.

Tja, und dann kündigte Stattqualm den SQuape Emotion an – quasi den Nachfolger meines ersten Selbstwicklers und besten Geschmacksverdampfers aller Zeiten. Damit war auch dieses Gerät ein “Muss-Kauf”, und bei einem solchen – die Dampferfreaks wissen es – kann man  keinesfalls bis zum zweiten Batch warten. 😉 Nun werden wir – versteht sich ja, dass beide Schnuten einen brauchten – den neuen SQuape erst mal auf Herz und Nieren Backe und Lunge testen, mal sehen, ob er den ersten Eindruck – ein ganz klares wow! – bestätigt.

Jetzt hoffe ich nur, dass ich nicht so schnell einen schönen Akkuträger für den Gelite² finde – der Boxer Mod ist lediglich ein Provisorium – ansonsten gibt es eben zwei Monate nur Toast mit Ketchup zu den Mahlzeiten… 😉

 

Alles anders – der Taifun BT

Lange bevor der Hype um den neuen Taifun BT so extrem wurde hatten wir uns jeder ein Exemplar vorbestellt. Schließlich klang die neue Art der “Wicklung”, nämlich Mesh statt normalen Heizdraht zu nutzen, mehr als interessant, und man wollte ja wissen, wie das so funktionieren würde. Abgesehen davon schien diese neue Methode gerade für wickelfaule Menschen – wie den Stef – die Erfüllung sämtlicher Dampferträume. 😉

Jetzt nutzen wir den BT seit knapp zwei Wochen und können ein erstes Fazit ziehen:

Alles anders!

Irgendwie ist beim BT alles anders als bei bisherigen Dampfgeräten: Statt eine Wicklung aus altbekanntem Draht mit pieseligen Schrauben auf dem Deck zu befestigen wird jetzt ein Edelstahlgeflecht in zwei Posts geklemmt; statt wie bislang vorsichtig die Watte durch die Wicklung zu ziehen und penibel zu verlegen wird jetzt einfach Watte hinein gestopft. Klingt sehr einfach, ist es auch – jedenfalls wenn man den Bogen – im wahrsten Sinne – erst mal raus hat. Aber: Selbst altgediente Dampfer, die schon tausende mal ihre Geräte gewickelt haben, fangen quasi bei null an! Zum Glück fand man schon sehr schnell diverse Videos mit Anleitungen und Tipps im Netz, und wer wirklich will, kann mit ein bisschen Training den BT mindestens so schnell dampfbereit bekommen wie jeden anderen Selbstwickler auch – wenn nicht gar deutlich schneller.

Meshung und Stopfung des BT

Wirklich alles anders!

Aber nicht nur die Art der Wicklung ist neu – eigentlich ist alles, wirklich alles anders! Die Range, in der man das Gerät betreiben kann, ist so groß wie nirgends (alles zwischen 70 und 250 Watt ist mit der selben Wicklung machbar); der Dampf ist ungewohnt kühl; je nach “Meshung” ist der Flash kaum spürbar – dafür der Nikotinkater am nächsten Tag um so mehr – und der Liquidverbrauch ist immens! Um auszuprobieren, wie lange man mit einer “Meshung und Stopfung” dampfen kann ohne sie erneuern zu müssen, reichte die bisherige Zeit nicht, aber angeblich soll man ja monatelang dampfen können ohne etwas austauschen zu müssen. Wir werden sehen – und berichten. 😉

Und im Alltag?

Im Alltag ist der BT bislang absolut zuverlässig – kein Siffen, kein Blubbern, kein Liquidabriss. Das Nachfüllen ist – bei dem Liquidverbrauch aber auch dringend nötig – ein Traum: Topcap ab, Flasche im Post ansetzen, fertig! Der Geschmack hängt auch beim BT von der “Meshung und Stopfung” ab: Mit der Stärke, Höhe und Weite des Meshs flasht der BT mehr oder weniger spürbar, wichtiger für den Geschmack ist allerdings die Menge der Watte: Wird zu heftig gestopft ist der Geschmack ein wenig flach, wenn die Watte “fluffig” verlegt ist schmeckt das Teil erstklassig.

Bleibt noch das Aussehen, das ja nun wirklich immer Geschmackssache ist. Unser erster Eindruck beim Betrachten der Fotos war “naja, etwas 2014, eben typisch Taifun”. Als wir das Gerät dann live sahen war klar, dass man eher von einer zeitlosen Eleganz sprechen kann, sowohl Größe als auch Bauart lassen den BT auf jedem Akkuträger gefällig aussehen.

Taifun BT auf Fuchai 213+, Noisy Cricket 2, Dicodes Dani Box

Alles anders – ist das jetzt gut oder schlecht?

Weder noch – anders ist einfach anders. Wer “schon immer so”, also herkömmlich wickelt und nichts Neues ausprobieren möchte, für den ist der BT halt nichts. Für Dampfer, die gerne mit den unterschiedlichsten Wicklungen experimentieren, wird er sicherlich auch nur mäßig interessant sein, da die Experimentiermöglichkeiten relativ übersichtlich sind. Ebenso wenig ist der BT für Backedampfer geeignet, und Menschen, die moderaten Liquidverbrauch bevorzugen, sollten sich das Gerät auch nicht zulegen.

Wer hingegen Neuem gegenüber aufgeschlossen ist, mal etwas völlig anderes dampfen möchte, gerne direkt auf Lunge zieht und trotzdem smoothen Flash mag, wen der eher üppige Liquidverbrauch nicht stört, der könnte mit dem Taifun BT sehr glücklich werden!

Probedampfen nach der neuen “Stopfung”: Läuft!

Uns persönlich macht der BT einfach großen Spaß, und zumindest beim Stef fühlen sich die anderen Dampfen gerade ein wenig vernachlässigt. Interessant wird es jetzt werden, ob dieses Prinzip von anderen Herstellern aufgegriffen wird – Dampfer experimentieren bereits jetzt, mal mehr, mal weniger erfolgreich, mit Meshwicklungen in anderen Geräten – oder ob dieses System einzigartig oder gar eine Eintagsfliege bleibt. Wir sind gespannt.

Jetzt freut sich zumindest einer der beiden Schnuten auf den Driptip-Adapter, und als Wunsch hätten wir dann noch die 15ml-Tankerweiterung. 😉

Diesmal nur an der Farbe des Akkuträgers (und des Liquids) zu unterscheiden: Die Schnuten-BTs

Momentan ist der Taifun BT überall vergriffen, der nächste Batch soll gerüchteweise Ende Juni erscheinen. Preis: 139,-€.

 

Farbtupfer

Damals, als wir mit der Dampferei anfingen, gab es die Akkuträger in silber. Punkt. Heutzutage kann man auch mal ein bisschen Farbe in den Dampferalltag bringen:

Und natürlich werden die Driptips der Kombi farblich angepasst. Oder ist es doch andersrum? 😉

Detailfrage

An den Driptips sollt ihr sie erkennen!

Jaja, wenn zwei Dampfer einen ähnlichen Hardware-Geschmack haben…

Das Cloud Beast – Wolkenschieben mit dem TFV8

Als vor knapp einem Jahr der TFV4 von SMOK die Welt erblickte löste er einen riesigen Hype aus: Endlich mal mit einem relativ preiswerten Tankverdampfer riiiiesige Wolken schieben können – der Traum eines jeden “Pubertätdampfers”. 😉 Dass der Geschmack des Gerätes eher mäßig war, die Selbstwickeleinheit bestenfalls passabel und die Vielfalt der (relativ teuren) Coils einen fast schon überforderte – geschenkt.

Das Cloud Beast: Der TFV 8 von SMOK
Das Cloud Beast: Der TFV 8 von SMOK

Nun ist der Nachfolger da, der TFV8. Zwar vom Design und vom Aufbau her fast identisch ist er doch deutlich eine Verbesserung zu seinem Vorgänger – jetzt kann man mit dem “Cloudbeast” nicht nur mächtige Wolken schieben, er schmeckt sogar dabei! Klar, ein richtiges Geschmackswunder ist das Gerät, zumal mit offenem Luftzug, auch nicht, aber das erwartet man eigentlich auch nicht, dennoch sind die beiden zur Zeit erhältlichen Coils deutlich leckerer. Das Highlight des Verdampfers ist allerdings seine RBA, auf der auch etwas dickere Coils gut Platz finden, und man somit auch noch mal einiges an Geschmack herauskitzeln – und auch Geld sparen – kann.

Die Selbstwickeleinheit - Platz satt.
Die Selbstwickeleinheit – Platz satt.

Dass das Ding einen Akkuträger mit hoher Leistung (und mindestens zwei, besser drei Akkus) benötigt dürfte klar sein. Empfohlen werden die Q4 Coils mit 80 bis 150 Watt, die T8 mit 120 bis 180 Watt. Klar, ein bisschen weniger geht auch, aber mit einer der zur Zeit gängigen 75 Watt-Boxen macht das “Cloudbeast” nun wirklich keinen Spaß.

Wie von SMOK gewohnt ist das mitgelieferte Zubehör wieder sehr umfangreich: 2 Coils, eine RBA, ein Ersatzglas und -schrauben und diverse Dichtungs- und Beautyringe sind dabei, und das für gerade mal 50 Euronten! Dass der Tank 6ml fasst ist übrigens auch gut so – ansonsten könnte man bei intensiver Nutzung im Minutentakt nachfüllen, und das wäre selbst bei der, noch mal etwas verbesserten, Topbefüllung irgendwann nervig.

Der Umfang des TFV8-Sets
Der Umfang des TFV8-Sets

Fazit: Mit dem TFV8 bekommt man einen – relativ – günstigen Verdampfer, mit dem man einfach mal üppig Wolken schieben kann und bei dem der Geschmack trotzdem nicht völlig auf der Strecke bleibt. Genau das richtige übrigens für den Stef, der einfach kein Tröpfeltyp ist und so trotzdem ab und zu mal “die Sau raus lassen” kann… 😉