The Torpedo has landet

Er sollte eigentlich Anfang Juni erscheinen. Dann Mitte Juni. Dann zum 1. Juli. Zum 20.Juli dann aber ganz bestimmt. Mit dem Imist Simurg verhält es sich ähnlich wie mit dem Berliner Großflughafen. Im Gegensatz zu diesem ist Eroltecs erster Selbstwickler aber nun endlich da:

Allerdings wurde beim Simurg – anders als beim Berliner Flughafen – die generell schon hohe Erwartungshaltung täglich ein bisschen größer.

Ob er sie erfüllen kann wird sich zeigen. Ich werde ihn auf Herz und Nieren Coil und Mesh testen…

…und berichten.

 

Kriemhild-Mod – eine “Sagenhafte” Allianz

Bislang war die Kooperation vom chinesischen Hersteller Vapefly mit den “German 103” ausschließlich auf Verdampfer ausgelegt. Nun kam – nach leichter, Coronabedingter Verzögerung – der erste gemeinsam entwickelte Akkuträger auf den Markt: Der Kriemhild-Mod.

Er ist natürlich auch im Set mit dem Kriemhild-Verdampfer erhältlich, und obwohl diese Kombi nicht nur optisch ein Genuss ist befassen wir uns an dieser Stelle ausschließlich mit dem Akkuträger; vielleicht wird der Verdampfer ja noch in einem separaten Beitrag behandelt – verdient hätte er es allemal.

Ausgelegt ist der Mod für zwei 21700er-Akkus, er kann allerdings auch, mit den beigelegten Adapterhülsen, mit zwei 18650ern betrieben werden. Von der Nutzung mit zwei 20700ern raten wir ab – es ist zwar problemlos möglich, allerdings klappert das Gerät dann heftiger als eine Kinderrassel.

Was sofort auffällt: Der Akkuträger ist, obwohl für 21700er gebaut, klein – meines Wissens der kleinste auf dem Markt für diesen Akkutyp, und durchaus schlanker als so mancher 18650er-Mod:

Größenvergleich: SX Mini T-Class, Kriemhild-Mod, Geekvape Aegis X (v.l.)

Beim Thema Akku wären wir dann auch bei einer weiteren Besonderheit dieses Mods: Anstelle von Seitenklappen mit Magneten oder einer Klappe auf der Unterseite hat man sich für einen Akkuschlitten entschieden. Einerseits schön, ein bisschen futuristisch und allemal besser als eine dieser pieseligen Plaste-Klappen, deren Halterung bereits beim zweiten Abstellen auf dem Tisch zerbröselt, andererseits sehe ich hier auch eine potentielle Gefahr: Wie lange die Schienen aus Plastik den Schlitten halten wird erst die Zeit zeigen. Die ersten User beschwerten sich schon über ein leichtes Spiel, in diesen Fällen empfiehlt es sich, den Schlitten ganz leicht zusammenzudrücken, schon sitzt er perfekt.

Akkuschlitten mit zwei 21700ern, links daneben die Adapterhülsen für 18650er Akkus

Der Kriemhild-Mod liegt ob seiner Rundung unheimlich gut in der Hand und ist für “Daumenfeuerer” ein Genuss. Der große Feuertaster hat einen schönen Klickpunkt und ist auch nicht ganz so empfindlich, wenn man mit dem Daumen oder Daumengelenk mal nicht die Mitte trifft. Ob das Schwarz des Tasters jetzt gerade eine optische Schönheit darstellt – je nun. So richtig edel sieht die Box in schwarz-gold aus, silber und gunmetal sind auch durchaus gelungen, lediglich die schwarze Version fällt deutlich ab.

Die Farbvarianten des Kriemhild-Mods

An der Verarbeitung gibt es nicht auszusetzen, ebensowenig an der Technik: Angeblich kommt hier ein leicht modifizierter Chip von Geekvape zum Einsatz, der schon in der Aegis X verbaut wurde und sich dort auch nach langer, intensiver Nutzung als absolut zuverlässig erweist. Er verfügt über einen Leistungs- (VW) sowie Temperaturmodus mit anpassbaren Kurven, darüberhinaus über die mittlerweile fast üblichen Arbeitsmodi für das Preheat: soft, standard und strong. Auf eine Bypass-Funktion wird verzichtet.

Das Display gibt alle wichtigen Informationen auf einen Blick preis und lässt sich selbst für alte Männer sehr gut ablesen. Natürlich ist ein DNA-Chip hier deutlich variabler bei den Einstellungsmöglichkeiten, aber auch wesentlich komplizierter und vor allem teurer.

Das Display: Alle wichtigen Daten gut ablesbar

Den ein oder anderen wird es freuen, dass ein USB-C Anschluss verbaut wurde. Praktisch ist, dass dieser durch einen Plastikmöppel vor Staub geschützt wird, weniger praktisch allerdings ist die Tatsache, dass man zum Abnehmen desselben sehr spitze Finger benötigt. Da ich meine Akkus ausschließlich extern lade ist mir sowohl das eine als auch das andere aber ziemlich egal. 😉

Ein nettes Gimmick ist der Kriemhild-Schriftzug auf der Rückseite, der beim Feuern leuchtet – was man allerdings, da man die Box wohl ausschließlich mit dem Daumen bedient und darum die Rückseite von der Hand umschlossen ist, niemals sieht.

Nett aber eigentlich nutzlos – der leuchtende Kriemhild-Schriftzug auf der Rückseite

Die – durchaus hübsche – Uhr, die im “Leerlauf” auf dem Display erscheint, sieht man hingegen, allerdings ist sie dermaßen hell, dass man abends im Dämmerlicht auf der Couch liegend schon mal kurzfristig im Augenwinkel erblindet. 😉

Bei mir befeuert der Kriemhild-Mod zur Zeit den GT IV, allerdings nur bis zum Erscheinen des “Simurg”, der von seinen Proportionen her wohl noch etwas besser zur Box passt. Dann wird Kriemhild auch wieder mit zwei 21700er-Akkus betrieben – zur Zeit läuft sie hier mit zwei 18650ern, ja, ein Frevel, aber die 25 Gramm weniger an Gewicht machen schon einiges aus, wenn man die Kombi ständig mit sich herumschleppt.

Fazit: Der Akkuträger ist eine wirklich gelungene Kooperation von Vapefly und den German 103. Er liegt gut in der Hand, Technik und Verarbeitung stimmen, das Display ist gelungen, wesentlich mehr kann man für diesen Preis nicht erwarten. Wie immer gilt: Optik und Haptik sind ganz persönliche Dinge, also einfach mal den Mod beim Offliner deines Vertrauens ausprobieren.

Vapefly Kriemhild-Mod
Höhe: 91,0 mm
Breite: 47,5 mm
Tiefe: 38,6 mm
Gewicht ohne Akkus: 211 g
Gewicht mit zwei 21700er: 348 g
Ausgangsleistung: 5 bis 200 Watt
USB C-Anschluss
Preis je nach Version zwischen 80 und 90€

Nachtrag: Ein erstes Firmware-Update mit ein paar Verbesserungen ist erschienen. Ein kurzes Video dazu gibt es bei Dampfwolke7, das Update kann man sich bei Vapefly herunterladen.

Flash-e-Vapor – das Urgestein

Heute widmen wir uns einmal einem Dampfer-Urgestein, einem Gerät, das Benedikt bereits vor sechs Jahren gedampft hat (und das als einer meiner ersten Wickelversuche herhalten musste): Dem Flash-e-Vapor.
Gefühlt gibt es ihn seit 100 Jahren – in Wirklichkeit wurde er 2012 von Arthur Schwarze entwickelt – und jedem, der sich ein klein wenig mit Selbstwicklern beschäftigt hat, ist er ein Begriff. Mittlerweile liegt er in der Version 4.5+ vor, und weder technisch noch optisch scheint sich seit der Ur-Version auf den ersten Blick all zuviel verändert zu haben.

FeV V3 mit Glaskit von 2014 (links) und der aktuelle FeV V4.5+ (rechts)

Natürlich wurde auch der FeV über die Jahre weiterentwickelt, aber eben nur punktuell. Das liegt in erster Linie an seinem Entwickler, der am bewährten Konzept festhalten will, und das gilt offensichtlich auch für die neuen Inhaber. Warum auch sollte man das Rad immer wieder neu erfinden? Und während man sich bei den Konkurrenzprodukten immer wieder an eine neue Optik gewöhnen muss bleibt der Wiedererkennungswert beim Flash-e-Vapor einfach hoch.

Ein gewisses Retrogefühl überkommt einen übrigens bereits beim Auspacken der Pappschachtel – noch immer findet man beim Zubehör Ortmann-Schnur als Alternative zur Watte und einen kleinen Nagel als Wickelhilfe, auch wenn die meisten ihn heutzutage ganz “normal” wickeln und wattieren wie jeden anderen Verdampfer.

Umfangreiches Zubehör – inklusive Edelstahl- und Polycarbonat-Tank, Docht, Schnur, Luftschrauben und natürlich dem obligatorischen Centstück für den Tankwechsel

Auch die Befüllung durch Abschrauben des Tanks wirkt in Zeiten von Top- und Sidefilling oder gar Ventilen etwas anachronistisch. Andererseits fasst der “normale” FeV 4.5+ beachtliche 7 Milliliter, und wenn man ihn dann mal nachfüllen muss geht dies ob der großen Öffnungen innerhalb weniger Sekunden. Gerüchteweise befüllen ihn die Hardcore-Fans, indem sie den Tank lediglich einmal in einen Liquid-Eimer tauchen. 😉

Befüllung von unten – etwas altmodisch, aber schnell und leicht gemacht

Aber was ist eigentlich so speziell am “Flashi”, wie ihn die Fanboys und -girls meist liebevoll nennen? In erster Linie der Aufbau: Die Tanksektion und die Wickelbase sind räumlich voneinander getrennt, so dass man durch einfaches Abziehen von Tank samt Bodenplatte sofort an die Wicklung kommt, ohne schrauben zu müssen oder Gefahr zu laufen, dass der Tank ausläuft. Das Liquid wird über Dochte – in der Regel aus Baumwollschnur, aber auch Mesh wird häufig verwendet – zur Wicklung geführt. Anders als bei Topcoilern müssen die Dochte das Liquid nicht über mehrere Zentimeter nach oben sondern nur wenige Millimeter nach unten befördern, weshalb der Flash-e-Nutzer selten mit Nachflussproblemen zu kämpfen hat. Will man auf Nummer sicher gehen kann man auch auf die DLC-Dochte zurückgreifen, die dem “kleinen” FeV serienmäßig beiliegen und für die anderen Varianten vom Hersteller als Zubehör angeboten werden. Auch ich nutze die DLC-Dochte und bin in der Regel mit dem Nachfluss mehr als zufrieden. Sollte dieser doch mal unterbrochen sein – was man leider erst sehr spät merkt – einfach mal beherzt ins Driptip pusten, zwei Sekunden warten und schon ist die Watte wieder nass.

Zu wickeln ist der FeV übrigens kinderleicht – auch wenn viele Nutzer hoffen, dass eines Tages die Posts doch mal mit Führungsnasen für die Drähte versehen werden. Auch das Wattieren sollte niemanden vor Probleme stellen, so dass der Flash-e-Vapor auch Wickeleinsteigern empfohlen werden kann.

Wicklung und Wattierung – SS316 MTL Fused, 7 Windungen, 3mm, 0.8 Ohm

Auch wenn es für den FeV seit der Version 2 immer mehr optionale Luftschrauben gibt ist und bleibt er in meinen Augen ein Backeverdampfer. Ich betreibe ihn mit der – mitgelieferten – 1.4mm-Schraube, wer auf extrem straffen Zug steht kann bis auf 0.9mm reduzieren. Andererseits kann man ihn auch mit zwei 2.1mm-Schrauben versehen und hat so einen Verdampfer für restriktiven Lungenzug. Einen Airflow-Ring wie bei den meisten Verdampfern heute üblich wird der FeV wohl nie erhalten – da man aber sein Setting, wenn man es einmal gefunden hat, im Alltag meist sowieso nicht verändert lässt es sich damit gut leben.

Am ehesten würde ich den FeV von Geschmack und Zug her noch mit dem Taifun GTR vergleichen wollen, aber auch der SQuape N MTL und der Kaifun Prime dürften eine ähnliche Zielgruppe ansprechen. Bis auf den SQuape N sind sie alle deutlich kleiner, aber wen die Länge des FeVs stört sollte sich die s-Version anschauen – bei 52mm Länge verfügt diese immer noch über ein Tankvolumen von 4,5ml.
Auch wirken all die Vergleichsmodelle sowohl vom Aufbau als auch von der Optik her wesentlich moderner – andererseits steckt im FeV eben jahrelange Erfahrung. Überhaupt ist der Flash-e-Vapor ein absolutes Alltagsgerät. Immer wieder fällt einem die Aussage seiner Nutzer auf, dass der FeV extrem zuverlässig ist und einen einfach nicht im Stich lässt – eine Aussage, der ich mich gerne anschließe. Mittlerweile ist er mein ständiger Begleiter – wenn auch, zugbedingt, nicht meine Nummer 1, aber eben eine wunderbare Ergänzung zu meinem geliebten GT IV.

FeV 4.5+ auf einer Yihi MX-Class, Dicodes Dani V3, Lost Vape Paranormal, Dicodes No6, Scarabäus Pro und Coldsteel 200

Der Flash-e-Vapor macht, wie oben zu sehen, auf vielen Akkuträgern eine gute Figur. Und obwohl bei seiner eingeforderten Leistung ein Single-Akkuträger ausreichend ist habe ich mich als Stromquelle für die Coldsteel 200 entschieden – und so eine, meiner Meinung nach, unheimlich stimmige, hübsche Kombi. Dass der FeV mit einem Dampfwürmchen versehen wurde versteht sich dabei von selbst. 😉

Bei fast allem im Leben gibt es natürlich auch einen kleinen Haken – im Falle des FeV ist es seine Verfügbarkeit: Kaum werden ein paar Modelle in freier Wildbahn gesichtet sind sie auch schon wieder weg. Wenn du also mit dem Gedanken spielst, dir ein Exemplar zu kaufen und du findest beim Off- oder Onliner deiner Wahl einen, dann schlage zu – sonst tut es ein anderer. 😉

Flesh e Vapor 4.5+
Durchmesser: 23 mm
Länge ohne Driptip: 61 mm
Leergewicht: ca. 95 Gramm
Tankvolumen: 7ml
Preis: 148,90 €

 

Komplex und doch simpel – der Widowmaker

“Die ganzen Dual-Topcoiler wie Gelite² oder Brunhilde sind ja wirklich toll, aber so langsam möchtest du doch noch mal einen schönen Bottomcoiler haben” dachte ich vor einiger Zeit. Kurz darauf kündigte Vandyvape den Widowmaker an, und die ersten Reviews erweckten eindeutig die Lust auf diesen Verdampfer. Mit kaum zwei Monaten Verzögerung war er dann auch in Deutschland verfügbar:

Es handelt sich um einen Bottomcoiler, der sowohl für den Dual- (sinnvoll) als auch für Singlecoilbetrieb (warum sollte man?) geeignet ist. Er verfügt über zwei stufenlos verstellbare Luftsysteme (eines seitlich, eines von unten), eine stufenlos verstellbare Liquidcontrol und – natürlich – Topfilling. Durchdachtes Schmankerl: Möchte man seinen Tank befüllen fasst man ihn erst am Glas an, schließt durch Drehen desselben die Liquidcontrol und öffnet, quasi im gleichen Arbeitsgang, den Deckel.

Zum Lieferumfang gehören neben einem – scheußlichen – Bubbleglas noch ein 510er-Driptip-Adapter, zwei Coils für den Start, jede Menge Ersatzteile sowie drei verschiedene Airflow-Shields, so dass wirklich jeder seinen idealen Luftzug finden sollte.

Allerdings ist auch beim größtmöglichen Lufteinlass noch ein Widerstand spürbar – ein reines Opendraw-Gerät ist der Widowmaker nicht, aber die Freunde des offenen Lungenzugs sollten gut auf ihre Kosten kommen.

Beim Deck handelt es sich um ein mittlerweile übliches postless Deck. Ich bin zwar nachwievor ein Freund des Velocity-Decks, aber zum Glück befindet sich auch beim Widowmaker eine Abschneidhilfe im Lieferumfang.

Das Wickeln ist ein Kinderspiel, auch etwas größere Coils lassen sich problemlos auf dem Deck unterbringen. Das Liquid muss keine langen, verschlungenen Wege zurücklegen sondern läuft direkt bei geöffneter Liquidcontrol von oben auf die Watte. Entsprechend entspannt gestaltet sich das Wattieren – einfach die Watte recht dünn und fluffig in die Kanäle legen:

Obwohl der Widowmaker recht komplex ist halte ich ihn für Einsteiger durchaus geeignet – man muss sich halt, wie an anderer Stelle bereits erwähnt, mit dem Gerät auseinandersetzen.

Natürlich habe ich meinen Widowmaker ein wenig gepimpt. Da ich ein Gerät für zuhause und eine weiteres für die Arbeit wollte war auch eine kleine Spielerei mit den Farben möglich. Ja, ich mag schwarz-gold. 😉

Eigentlich ist für den zweiten Widowmaker ja die Kriemhild-Box als Untersatz gedacht. Da diese wegen der Corona-Krise aber noch auf sich warten lässt…

Fazit:

Der Widowmaker ist ein zwar komplexer, trotzdem einfach zu handelnder Verdampfer mit wirklich gutem Geschmack. Zwei Nachteile sollte man allerdings nicht verschweigen: Zum einen muss konstruktionsbedingt das Deck nach dem Wickeln erst vom Akkuträger (oder dem Wickelsockel) genommen und dann unter den Verdampfer geschraubt werden – ein zusätzlicher Arbeitsschritt, der sich aber verschmerzen lässt. Zum anderen feuchtelt das ein oder andere Exemplar ein klein wenig an der Base – offensichtlich wurde beim Verpressen nicht immer ganz sauber gearbeitet. Wer ein solches Exemplar ergattert hat kann sich mit einer einfachen Unterlegscheibe für wenige Cent behelfen.

Freunden des offenen Luftzugs kann ich den Widowmaker klar empfehlen, testet ihn – nach dem Ende der Corona-Krise – doch einfach mal beim Dampfshop eures Vertrauens.

Vandyvape Widowmaker
Höhe: 51mm
Durchmesser: 25mm
Füllvolumen: 5ml (mit Bubbleglas 6ml)
Preis: Ca. 55 Euro

Mato – gehypt, verrissen, gehypt

Hier isser endlich, der Mato!

Nach heftigem Vorab-Hype und verzögertem Verkaufsstart spaltete der Mato erst mal heftig die Gemeinde, und das lag nur an ein paar kleinen Stahlseilen:
Da gab es die einen, deren Dochte problemlos förderten – sie waren mit ihrem Mato sofort glücklich.
Und dann gab es die, deren Dochte nicht förderten.

Fördert nicht so wirklich

Sie versuchten, die Dochte zu entkernen – und die Dochte zerfielen zu Staub. Sie probierten die mitgelieferten Ersatzdochte – und diese schlackerten gar fürchterlich im Tank umher. Sie versuchten es mit Mesh-Röllchen – diese förderten hervorragend, hinterließen aber beim Befüllen ein ruckzuck überflutetes Deck und manche Sauerei auf dem Akkuträger.

Fördert vor allem beim Befüllen etwas zu viel: Mato mit Meshröllchen

Oder sie legten die Watte bis in den Tank, was zwar leidlich funktionierte aber auch unpraktisch war und dazu grottig aussah. Schließlich wandten sie sich in ihrer Not an den freundlichen Helfer im örtlichen Baumarkt, schnitten sich ihre 7×7-Dochte – und plötzlich war bei den meisten Leidgeprüften der Nachfluss da! Die weitere Optimierung gelang dann durch Experimente bei der Watteverlegung oder mit unterschiedlichen Wattesorten.

Nun läuft’s richtig!

Einfach zu handhaben war der Mato also nicht zu Beginn,  aber es handelt sich nunmal um einen Selbstwickler, einen Topcoiler noch dazu, und der funktioniert nun mal nicht immer auf Anhieb so, wie man sich das vorstellt – schon gar nicht, wenn es sich um die erste Serie handelt. Im aktuellen Batch scheint das Problem mit den Dochten übrigens gelöst zu sein – die Bohrungen wurden einfach etwas breiter gemacht.

Leider zeigte sich in dieser Situation wieder mal ganz deutlich, dass die Dampferei längst mitten in der Gesellschaft angekommen ist: Der Shitstorm, der in erster Linie den Designer, nämlich die Nebelfee, überkam, machte auch dem letzten Naivling klar, dass es eine kuschelige Dampfercommunity nicht (mehr) gibt. So mancher Ausfall einiger Dampftuber und -innen konnte zwar noch als Amüsement dienen, generell ließ das Verhalten in den (a)sozialen Netzwerken aber heftige Zweifel an einer gewissen Reife der Dampferszene an sich aufkommen. Üble Beleidigungen und wüste Beschimpfungen, nur weil der Verdampfer nicht auf Anhieb funktioniert – sagt mal, geht’s eigentlich noch? Wer nicht bereit ist, sich mit seinem Selbstwickler zu beschäftigen sollte einfach Fertigcoiler nutzen, es gibt ja inzwischen genügend wirklich gute.

Eigentlich ganz einfach zu wickeln, der Mato

Wenn aber der Mato erst mal läuft, dann bekommt man einen sehr guten Verdampfer für einen restriktiven Lungenzug und mit wirklich gutem Geschmack. Die mitgelieferte Coil ist nicht nur durchaus lecker sondern auch noch “richtig rum” gedreht – also eigentlich falsch rum, und  praktischerweise gibt es direkt von Vandy Vape vorgefertigte, “links gedrehte” Coils im Zehnerpack zu kaufen – Geschäftssinn oder Kundenservice, das muss jeder für sich selbst beantworten. 😉

Praktisch – und mit allen gängigen Flaschen nutzbar – ist das Sidefilling: Einfach die Topcap ein wenig hoch- (oder ganz ab-) ziehen und den Tank durch das Silikonnubsi befüllen. (Glücklicherweise liegen zwei Ersatznubsis dabei, die ersten klagen schon, dass ihre Originalnubsis kaputt sind.) Apropos Zubehör: die mitgelieferte Abschneidhilfe ist wirklich praktisch. Wahrscheinlich wird dieses nützliche Tool bald jedem Selbstwickler mit postless Deck beiliegen – zur Müllvermeidung wird das dann dauerhaft allerdings nicht unbedingt beitragen.

Das Zubehörset mit praktischer Abschneidhilfe

Und, braucht man den Mato jetzt?
Wenn du einen Single-Top-Coiler für restriktiven Lungenzug suchst – nur zu! Für den Preis machst du nichts falsch: Er schmeckt gut, ist gut verarbeitet, und er macht Spaß, vorausgesetzt, du bist bereit, dich mit dem Gerät auseinander zu setzen! Anfängern würde ich den Mato nicht unbedingt empfehlen, aber es gibt ja auch bastel- und lernwillige Wickeleinsteiger, von daher…

Interessant ist übrigens gerade zu beobachten, wie viele Mato-Besitzer noch einen zweiten, dritten oder vierten kaufen. Natürlich liegt es auch daran, dass man die unterschiedlichen Farben so schön kombinieren kann…

Hübsche Kombinationen

…aber das würde man trotz des überschaubaren Preises wohl kaum mit einer “völligen Fehlkonstruktion” machen. Ja, zwischen Hype, völliger Verdammung und erneutem Hype können mitunter nur wenige Tage liegen… 😉

Vandy Vape Mato designed by Nebelfee
24mm Durchmesser
5ml Fassungsvermögen
Ca. 50€

Aegis – der neue Volksakkuträger?

Es ist ungefähr vier Jahre her, da sah man gefühlt jeden Dampfer mit dem gleichen Akkuträger rumlaufen, nämlich der Releaux von Wismec. Spätestens, als sie nicht nur mit dem DNA 200-Chip sondern mit einem deutlich preiswerteren Joytech-Chip ausgeliefert – und damit für jeden erschwinglich – wurde kam kaum ein Dampfer, der etwas mehr Wolken schieben wollte, ohne diese Box aus. Während einige seiner Nachfolger schon bald am 510er-Anschluss und der Elektronik schwächelten galt der Urtyp – bis auf den schnell abblätternden Lack – als quasi unkaputtbar, und selbst heute wird dieser Akkuträger noch in der freien Wildbahn angetroffen.

Natürlich gab es auch später noch Akkuträger, die sich allgemeiner Beliebtheit erfreuten, aber ein richtiges “Volksgerät” ist seitdem nicht mehr darunter – was sicher auch an der stetig wachsenden Auswahl liegt.

Seit geraumer Zeit schickt sich nun Geekvape an, mit der Aegis-Serie in Wismecs Fußstapfen zu treten. War der Urtyp mit einem 26650er-Akku noch eher ein Geheimtipp, kennt fast jeder den Nachfolger, die Aegis Legend. Nun für zwei 18650er Akkus ausgelegt bietet sie nicht nur bei der Leistung (bis zu 200 Watt) sondern auch bei der Kapazität all das, was Otto Normaldampfer benötigt, wenn er eine gute Stromquelle für seinen Lungenzieher sucht. Nicht nur das, gilt die Box doch als (fast) unkaputtbar, ist stoß-, staub und spritzwassergeschützt (nach IP67), also auch für den Gebrauch für unterwegs geeignet – die Angst, dass das gute Stück besser nur auf dem heimischen Wohnzimmertisch steht weil es sonst am Lack, am Anschluss oder gar der Elektronik Schaden nehmen könnte, entfällt.

Geekvape Aegis Legend – die Box für unterwegs

Natürlich ist die Legend nicht für grazile, kleinere Hände gemacht. Einen Schönheitspreis wird sie auch eher nicht einheimsen (wobei die “limited Magnesium Edition” hier noch mal Pluspunkte sammelt), und in die Hosentasche passt “der Klopper” schon mal gar nicht. Aber er liegt trotz seiner Maße unheimlich gut in der Hand, die Tasten verfügen über einen angenehmen Druckpunkt, und der Chip funktioniert zuverlässig und verzichtet weitestgehend auf unnötigen Schnickschnack.

Für denjenigen, der auf die Vorteile der Box nicht verzichten will, es aber ein bis zwei Nummern kleiner mag, hat Geekvape noch die Aegis Mini (fest verbauter Akku mit 2200mAh, bis zu 80 Watt) oder die Aegis Solo (für einen 18650er Akku, bis 100 Watt) im Programm. Für die breite Masse sind die beiden Geräte meiner Meinung nach nicht geeignet, aber auch die beiden “Kleinen” haben bereits ihren festen Fankreis.

Aegis Solo (links) und Aegis Mini (rechts)

So richtig durchstarten könnte Geekvape jetzt aber mit dem aktuellen Modell, der Aegis X. Wie ihr Vorgänger ist sie “gut gepolstert” (und auch stoß-, staub- und spritzwassergeschützt), und zumindest von einer Seite erinnert sie auch optisch sehr stark an die Legend. Allerdings wurden zwei Dinge gravierend verbessert: Zum einen ist sie kleiner geworden, zum anderen verfügt sie endlich über ein deutlich größeres Display, das auch von über 25jährigen Dampfern problemlos abgelesen werden kann:

Aegis Legend (links) und ihr Nachfolger, die Aegis X

Ich muss allerdings gestehen, dass mein erster Eindruck zwiegespalten war, wirkt das Gerät doch auf den ersten Blick wie aus zwei unterschiedlichen Boxen zusammengeklöppelt; beim näheren Betrachten merkt man aber schnell, dass das Gerät doch aus einem Guss ist.

Die zwei Seiten der Medaille, nein, der Aegis X

Das 2,4 Zoll große OLED-Display hat drei verschiedene “Templates” an Bord, jedes davon kommt zusätzlich mit unterschiedlichen Farbvarianten daher. Die Helligkeit des Displays kann man einstellen, die Range reicht von “leidlich dezent” bis “kurzfristige Erblindung”.

Wie die Legend bietet auch die Aegis X verschiedene Modi an, inklusive Temperatur- und Bypass-Modus. Neu sind die vier Memorypunkte, die man sich einrichten kann, so dass man bei der Nutzung mehrerer Verdampfer (oder auch beim alltäglichen Durchglühen der Coil) nichts an der Leistung verstellen muss sondern ganz einfach, nach drei Klicks auf den Feuertaster, mit der Plus- oder Minustaste das gewünschte Profil wählt. Wenn man nach drei Klicks auf den Feuerbutton die Plus- und Minustaste für drei Sekunden gleichzeitig hält gelangt man übrigens ins Untermenu – anfangs vielleicht etwas ungewohnt, aber bei näherem Betrachten sinnvoll, da man die dort hinterlegten Werte doch nur sehr selten verstellt.

Der absolute Clou des neuen Aegis-Modells ist aber ein ganz anderer: Selten habe ich einen Akkuträger erlebt, der besser in der Hand liegt! Ob der abgerundeten Flächen und der – wenn auch nur leicht – verringerten Größe ist die Box ein absoluter Handschmeichler!

Gefällige Kombi: Aegis X mit Taifun GT IV

Einen kleinen Nachteil muss aber einfach jedes Gerät haben: Hundertprozentig in den Vorteil von Handlichkeit und großem Display kommen nur die Linkshänder! Der Rechtshänder muss, wenn er das Display ständig im Blick haben will, den Daumen zum Feuern nutzen, dafür entgeht ihm aber die perfekte Rundung der Rückseite der Box. Oder er nutzt den Zeigefinger zum Feuern, sieht dann aber das Display nicht. Mich stört weder das eine noch das andere sonderlich, trotzdem ertappe ich mich immer häufiger dabei, wie ich mit der linken Hand zur Dampfe greife. Ob in absehbarer Zeit die Aegis X noch als “Rechtshänderbox” auf den Markt kommt entzieht sich meiner Kenntnis, aber allerspätestens dann hätte sie das Zeug zu einem absoluten Volksakkuträger. 😉

Geekvape Aegis, Aegis Solo, Aegis Mini, Aegis Legend, Aegis X (von links)

In jedem Fall ist es der Firma Geekvape mit ihren Produkten bereits jetzt gelungen, dem ein oder anderen arrivierten Boxen-Hersteller das Wasser zu reichen, wenn nicht gar abzugraben. Wollen wir hoffen, dass der Hersteller das jetzige Niveau auch bei seinen weiteren Produkten hält – Wismec ist das bei seinen Boxen leider nicht gelungen.

Geekvape Aegis X
Maße: 90 x 56 x 31mm (H/B/T)
Gewicht: 178g (ohne Akkus)
Für Verdampfer bis 27mm geeignet
5 bis 200 Watt Ausgangsleistung, 0,1 bis 12 Volt Ausgangsspannung
ca. 70€

Double Barrel – Purist mit kleinem Schönheitsfehler

Gefühlt erscheinen heute immer noch fünf neue Akkuträger pro Woche auf dem Markt. Wirklich Neues bieten sie eher nicht – wie auch, die Technik ist weitgehend ausgereizt – und auch bei der Optik tut sich nicht viel, ein bisschen was Buntes hier, ein paar Abrundungen dort, ansonsten ist von einer Revolution am Boxenhimmel zur Zeit wenig zu sehen.

Eine der wenigen Ausnahmen ist der Double Barrel von Squid Industries. Zum einen ist die Optik ungewöhnlich – sie ist einer doppelläufigen Büchse nachempfunden, deren “Läufe” natürlich als Akkuaufnahme dienen. Zum anderen ist der Akkuträger sehr puristisch gehalten – ein kleines Rad an der Seite, ein eher winziges Display oben neben dem 510er-Anschluss, und fertig. Auch auf einen USB-Anschluss hat man verzichtet – die Akkus sollen gefälligst extern geladen werden (sinnvoll!), und Hoffnungen auf ein eventuelles Chip-Update werden so gar nicht erst geweckt.

Foto: Projekt Eulchen

Aber eben dieser Minimalismus ist, neben der Optik, die hervorstechende Eigenschaft des Double Barrel. Mit dem Rad – dessen Rastpunkte angenehm “klicki” sind – verstellt man, in angenehmen 1-Watt-Schritten, die Leistung, zudem dient das Rad als Feuertaster – hier ist der Druckpunkt zwar recht leicht, aber nicht schwammig. Mit den klassischen fünf Klicks wird das Gerät ein- und ausgeschaltet, mit vier Klicks wird der AT gesperrt, und mit drei Klicks lässt sich das Display flippen, so dass es sowohl von Daumen- als auch Fingerfeurern gut abgelesen werden kann – jedenfalls wenn es draußen nicht zu hell ist und der Dampfer generell über gute Augen verfügt, denn das Display ist sowohl klein als auch recht dunkel.

Ein klassisches Menü gibt es nicht – wozu auch, Squid verzichtet auf alles vermeintlich Unnötige. Temperatursteuerung? Nö. Eigene Leistungskurven? Nö. Eine Auswahl an Display-Hintergründen? Schon gar nicht. Hier wird sich auf das Wesentliche konzentriert, schließlich ist ein Akkuträger nichts weiter als die Stromquelle für den Verdampfer.

Foto: Projekt Eulchen

Da kommen wir aber auch zum einzigen kleinen Schönheitsfehler, den der Double Barrel mit sich bringt: Das Ansprechverhalten! Der Purist will so richtig nur puristische Coils befeuern – mehrfach getwistete, dreimal ummantelte, vierfach verknotete Fahrradspeichen, die nun mal ziemlich träge sind, mag die Elektronik nur sehr zögerlich in Gang bringen – und über eine Preheat-Funktion verfügt der Akkuträger (natürlich) nicht. Wer also im Alltag die modernen, feisten, mitunter eher Schmuckstücken gleichenden Coils nutzt, muss schon sehr geduldig sein oder auf schlichtere Drähte wechseln, sonst macht der Barrel nur mäßig Spaß.

Eine weitere Eigenschaft dieses Akkuträgers: Er ist zwar sehr schlank, aber auch üppig schwer. 218 Gramm bringt das Teil auf die Waage – ohne Akkus! Muss man schon mögen. Dafür liegt er sehr gut in der Hand und fühlt sich (nicht nur) ob des Gewichts sehr wertig an.

Fazit: Wer das etwas Ausgefallene liebt, wer das Puristische mag, wer gerne etwas schwerere Geräte in der Hand hält und dann auch noch eher klassische Drähte nutzt, der wird mit dem Double Barrel richtig Spaß haben. Wen einen dieser Punkte stört sollte sich die Anschaffung dieses Geräts noch mal gut überlegen, und ihn am besten – wie schon häufiger erwähnt – auf dem Stammtisch oder im Offliner des Vertrauens mal ausprobieren.

Double Barrel, Squid Industries
Maße: 92 x 43 x 25mm; 25mm-Verdampfer sitzen bündig
Gewicht: 218g
Maximale Ausgangsleistung: 150 Watt
Akkus: 2 x 18650er
Farben: Viel Buntes und schwarz
Preis: ca. 85€

Dicke Backen machen: Der GTR

Die Schnutsche Begeisterung für den Taifun GT IV hält ungebrochen an, er ist auch nach fast einem Jahr unsere absolute Lieblings-Dampfe.

Für das ultimative “Backedampfen” ist er allerdings nicht gemacht. Wenn man hin und wieder doch mal richtig “oldschooled”, also MTL dampfen, und dazu gerne beim gleichen Hersteller bleiben möchte, dann kommt man um den vor Kurzem erschienenen Taifun GTR wohl nicht herum. Ein 23mm- Singlecoiler, eher schlicht im Erscheinungsbild, aber dafür mit tollen “inneren Werten”.

Ich habe ihn, wie wahrscheinlich fast alle, in der “Special Edition” erworben, inklusive zweier Tabakaromen (die ich bis zum heutigen Tage noch nicht angemischt habe) und einer “handmade Coil” von DO-Coils, die man aber getrost in ihrer Verpackung belassen kann – sie taugt leider gar nix ist nicht gerade ein geschmackliches Highlight.

Der GTR verfügt über ein Topfill-System (ganz ohne Gewinde!) und über eine neuartige, aus zwei Kanälen bestehende Liquidcontrol. Der Luftzug lässt sich variabel einstellen (je zwei Luftlöcher mit 1,0 und 1,2mm, die in mehreren Kombinationen genutzt werden können), und bei der Wattierung kann man, Taifun-typisch, eigentlich nichts falsch machen, so dass der GTR im Handling extrem entspannt ist. Anstelle aus Glas besteht der Tank aus Polysulfon (PSU), ein Werkstoff, der auch extrem hohen Temperaturen und sämtlichen Chemikalien trotzen soll – trotzdem vermeide ich die üblichen “aggressiven” Liquids.

Entscheidend ist aber der Geschmack, und da bietet der Kleine wahrlich Großes! Bestückt mit einer SS316 Finefused Clapton liefert der GTR Geschmack auf höchstem Niveau, egal ob man mentholige, fruchtige oder süße Liquids bevorzugt. Nach einigen Wochen Dark Menthol von Tom Klark fließt zur Zeit das Feenchen von Nebelfee durch den GTR, und ich muss sagen: Absolut auf den Punkt getroffen!

Als Stromquelle habe ich mich für einen Akkuträger aus dem gleichen Hause entschieden, nämlich für den Skarabäus Pro, der – zusammen mit dem Adam von Old Sam – eine herrlich stimmige Kombi ergibt:

Der Skarabäus Pro ist eine halbmechanische Tube, also nicht regelbar, aber mit einem Hochleistungs-MosFet inklusive Temperatursensor ausgestattet und verfügt über diverse Schutzvorkehrungen gegen Überlastung, Spannungsabfall, Verpolung und Tiefenentladung. Das Highlight des Akkuträgers ist aber ganz klar der verschleißfreie “magnetoptische” Taster – ein haptisches Erlebnis! Ausgelegt ist der Skarabäus Pro für einen 18650er-Akku, was bei einem “Backedampfer” wie dem GTR aber allemal ausreicht, um einige Stunden Dampfspaß zu haben.

Ganz billig ist dieser Spaß nicht, die Geräte werden nun mal in Deutschland gefertigt, aber die Verarbeitung und das haptische, optische und geschmackliche Erlebnis lassen einen den üppigen Anschaffungswiderstand schnell verschmerzen. 😉 Ein weiterer, smokerstore-typischer Nachteil ist leider die Verfügbarkeit – wer mit dieser Kombi (oder auch nur mit Teilen davon) liebäugelt sollte zuschlagen, wenn er die Geräte beim Offliner des Vertrauens sieht.

Taifun GTR, Smokerstore
Höhe: 40mm (ohne Driptip)
Durchmesser: 23mm
Preis: 149,- €

Skarabäus Pro, Smokerstore
Höhe: 93 mm
Durchmesser: 23mm
Preis: 169,- €

Eine wahre (G)Evolution

Seitdem das Gerücht umhergeht, dass Heiko und Toto von German Stil Vapor an einem neuen 23mm-Verdampfer arbeiten, wuchs die Spannung. Was würde es werden? Ein verkleinerter Gelite? Eine überarbeiteter Genius? Nun, es wurde – ein Mesh-Verdampfer!

‘Warum nur?’ fragte sich der GSV-Fan – hatte sich doch nach dem Taifun BT die Mesh-Technik, zumindest bei Selbstwicklern, nicht wirklich durchsetzen können. Das Interesse sank nach der Ankündigung jedenfalls deutlich, erst recht, als die erste Wickelanleitung im Netz auftauchte: Zum Meshen das halbe Deck ausbauen, dabei gefühlte 20 Schrauben lösen (und natürlich wieder befestigen), und mindestens ein komplettes Schaf würde pro Wattierung dran glauben müssen. Geordert wurde der Gevolution² natürlich dennoch – ist ja ein GSV-Produkt – aber so richtig viel erwarteten wir nicht.

Und dann kam er an, der Gevolution…

Das erste, das beim Auspacken auffällt: Er ist klein! 3mm weniger Durchmesser als der Gelite², gerade mal 67 mm hoch, für GSV-Verhältnisse also geradezu filigran. Aber hübsch ist der Kleine geworden, mit stimmigen Proportionen, und zumindest optisch gefällt das Teil schon mal!

Der Kleine und sein großer Bruder – Gevolution² und Gelite²

Das zweite, das man beim Auspacken feststellt: Es wurde kein Mesh beigelegt! Ernsthaft Jungs? Ein kleines Tütchen mit ausreichend Mesh für 2 oder 3 Wicklungen liegen jedem China-Billig-Kracher bei!

Gevolution² mit Zubehör, Zertifikat und Anleitung – aber ohne Mesh

Also flugs ein Streifen Mesh aus alten BT-Beständen geschnappt (200er Kanthal), der Wickelanleitung gefolgt, und dabei festgestellt, dass es auf der Anleitung viel komplizierter wirkt als es in der Praxis letztendlich ist. Auf das Durchglühen des Meshs vor dem Wickeln verzichten wir – das funktioniert im Gerät selbst nämlich bestens, natürlich bevor man die Watte einlegt!

Meshung und Wattierung – Fotos by Manumodz

Dann kommt endlich der erste Dampftest, und weiter geht’s mit den Überraschungen: Der Zug ist weitaus geschlossener als von den anderen GSV-Geräten gewohnt. Der Dampf ist wesentlich wärmer als beim Taifun BT. Und der Geschmack ist – schlichtweg brillant! Sehr intensiv, auch kleine Noten werden herausgekitzelt, und von flach keine Spur! Die Ankündigung von GSV, dass der Gevolution² ein “geschmacklicher Hammer” sei, können wir nur bestätigen!

Natürlich wird nun fleißig experimentiert, mit unterschiedlichen Mesh-Sorten und -breiten, mit der Wattierung, mit der Größe der Schlaufe und natürlich mit der Airflow. Hier zeigt sich dann, dass der Gevolution² für ein Mesh-System doch sehr flexibel ist.

Ich persönlich bevorzuge einen maximal breiten Mesh-Streifen aus 300er Edelstahl mit recht weiter Schlaufe (also auch viel Watte) und der indirekten Airflow – so ergibt sich eine für mich perfekte Kombination aus angenehm leichtem Zug und hervorragendem Geschmack.

Stefans Mopfung

Aber da Zugverhalten und Geschmack nun mal ganz individuell sind lautet die Empfehlung auch bei diesem Verdampfer: Spielen, ausprobieren, experimentieren. Und ja, es lohnt sich!

Mesh – da war doch was (ein kleiner Exkurs)

Vor zwei Jahren hatte bereits ein Mesh-Verdampfer aus deutscher Herstellung einen Mesh-Hype ausgelöst, nämlich der Taifun BT. Der Hype war allerdings recht schnell wieder verflogen. Nicht, dass der BT per se schlecht war, aber die Nachteile – sehr kalter Dampf, mäßig pointierter Geschmack, wenig Möglichkeiten zum Experimentieren, vor allem aber ständiger Kampf gegen Hotspots – wogen meist mehr als die durchaus vorhandenen Vorteile, die dieses System mit sich bringt: Edelstahlgewebe springen nicht nur deutlich schneller an als kleine Drahtwicklungen – vor allem als die heute üblichen mehrfach geflochtenen, ummantelten, von tibetanischen Waisenkindern fußgeklöppelten Megacoils – sondern halten auch länger und sind meist schneller angebracht.

Das Anbringen des Mesh-Streifens ist beim Gevolution² zwar umständlicher als beim BT, dafür sitzt das Mesh wirklich bombenfest. Besonders begeistert sind wir von der kleinen “Fahne”, die hinter der Brücke bleibt und einem das Neuwattieren oder auch nur das erneute Anziehen der Watte extrem vereinfacht. Auch ist die beim Gevolution² angewandte “Spanngurttechnik” um Längen zuverlässiger – keine Hotspot-anfälligen Stellen an den Posts, kein Nachstopfen – einspannen, anziehen, und fertig. Und geschmacklich liegt der Gevolution², das müssen wir klar sagen, deutlich über dem BT.

Ein klein wenig Kritik

Natürlich ist kein Gerät perfekt, auch beim Gevolution² gibt es, wenn auch kleine, Kritikpunkte: Zum Beispiel das Befüllventil – so praktisch das auch für konventionelle Flaschen ist, bei den heute leider üblichen Chubby Gorilla-Flaschen hat man nur die Wahl zwischen wahnsinnig werden und dem Umfüllen in andere Flaschen – wir empfehlen letzteres.
Außerdem ist da noch das Fassungsvermögen des Tanks. Gut, das ist immer zu gering, aber hier ist der Tank mit 4ml wirklich etwas knapp gehalten, zumal das – sehr schmale – Glas am oberen Tankende sitzt und es so nach drei, vier Zügen wirkt, als wäre der Tank wieder leer. Ist er zwar nicht, aber die Jungs von GSV arbeiten bestimmt trotzdem schon an einer Tankverlängerung, nicht wahr?!
Der letzte Kritikpunkt betrifft das Driptip: Nicht, dass das mitgelieferte ein schlechtes ist, im Gegenteil. Das große Aber: Es ist keine genormte Aufnahme, das heißt, Fremddriptip geht (mal wieder) nicht. Bitte, liebe Hersteller, liefert in solchen Fällen immer einen Adapter auf ein gängiges Format mit!

Eine häufig gesehene Kombi: Gevolution² auf einer Lostvape Paranormal DNA 250-C

Ansonsten gibt es an dem Gerät nichts zu kritisieren. Die Verarbeitung ist auf gewohntem GSV-Niveau, der Nachfluss läuft hervorragend, und der Spaßfaktor ist üppig. Erwähnen sollte man an dieser Stelle vielleicht noch mal, dass der Gevolution ein reiner Mesh-Verdampfer ist! Die Nutzung von herkömmlichen Coils ist zwar theoretisch möglich, allerdings läuft man Gefahr, sich die Abdeckplatte zu verbiegen. Bleibt schließlich noch der – stolze – Preis von 189€ zu erwähnen. Ja, auch der Gevolution² ist kein Schnäppchen, aber das ist nun mal ein adäquater Preis für in Deutschland entwickelte und gefertigte Produkte in Kleinserien.

Wer braucht den Gevolution² nun?

Tja, was heißt schon brauchen? MTL-Dampfer brauchen sich keine Gedanken zu machen, ob sie schon mal mit dem Sparen anfangen sollen, ebensowenig diejenigen, die per se bei herkömmlichen Drahtwicklungen bleiben wollen. Alle, die einen der leckersten Verdampfer, der zur Zeit auf dem Markt ist, ihr eigen nennen wollen, sollten versuchen, einen Gevolution² mal bei Freunden, auf Stammtischen oder im Offliner des Vertrauens zur Probe zu dampfen. Und dann heißt es eigentlich nur noch auf den zweiten Batch zu warten…

Das Fazit

Wieder einmal hat es German Stil Vapor geschafft, die Dampferwelt – inklusive der Dampfschnuten – zu verblüffen, und wir müssen bei Heiko und Toto von GSV wirklich Abbitte leisten! Dass man aus einem Mesh-Verdampfer so viel Geschmack herauskitzeln kann war bis vor Kurzem eigentlich unvorstellbar. Dazu kommen die innovative Umsetzung, die wie gewohnt gute Verarbeitung und – ja, auch das Auge dampft mit – die gefällige Optik.

Ob der Gevolution² jetzt bei den Selbstwicklern eine neue Mesh-Welle lostreten wird – bei den Fertigcoilern wird ja Mesh, unserer Meinung nach bislang völlig zu Unrecht, immer beliebter – oder doch nur ein Nischenprodukt bleibt wird die Zeit zeigen, ebenso wie sich der Gevolution² im mehrmonatigen Dauergebrauch schlägt. Eines steht schon mal fest: Der Gevolution² ist ein hervorragender Verdampfer, der sogar meinem momentanen Referenzgerät, dem GT IV, locker das Wasser reichen kann!

Wer lieber bewegte Bilder mag: Ein ausführliches Review zum Gevolution² findet man bei Obis Dampfersofa.

Gevolution², German Stil Vapor, ab 189,- €, der erste Batch ist bereits ausverkauft, der zweite soll angeblich im Frühsommer 2019 erscheinen.

 

Es sammelt sich weiter

2013 haben wir mit dem Dampfen begonnen, und wie das so ist, wenn die Leidenschaft geweckt wird, sich dazu die Technik immer weiter verbessert,  sammelt sich so einiges an:

Altes und Neues vereint – und wahrscheinlich liegt noch das ein oder andere Altgerät in der Ladenvitrine, in irgendeiner Schublade oder unter dem ein oder anderen Gerümpelberg. 😉

Das letzte “Gruppenbild” entstand vor dreieinhalb Jahren, mal sehen, ob für das nächste Foto der Platz auf dem Balkon noch ausreicht. 😉