Dampfen in 10 Jahren – ein vielleicht etwas polemischer Ausblick

Dampferland, irgendwo in Europa, im Jahre 2029:

Alternative Nikotininhalatoren haben die alte Tabakzigarette weitgehend ersetzt. Nicht nur aus gesundheitlichen Gründen sind, bis auf ein paar Dinosaurier, alle Raucher auf die Alternativen umgestiegen, sondern weil schlichtweg der Genuss der Kippen im Prinzip nirgends mehr erlaubt ist – eigene Wohnung inklusive. Negativberichte über die E-Zigarette findet man in der Presse kaum noch – nicht etwa aus Einsicht, sondern weil nach jahrelangem inflationären Dampfenbashing negative Schlagzeilen über das Thema einfach keinen mehr sonderlich interessieren. Der Staat unterstützt mittlerweile den Umstieg auf die E-Zigarette – übrigens auch nicht aus Einsicht, sondern weil natürlich längst Steuern zusätzlich zum Tabak auch auf Nikotin erhoben wird, und somit auch auf die E-Zigarette – und wer möchte schon gerne Einnahmequellen verlieren, zumal die Tabaksteuer kaum noch Geld in die Kassen spült.

E-Zigaretten sind mittlerweile weitverbreitet und überall erhältlich – in Supermärkten, Ramschläden und Kiosken. Nur nicht mehr in Dampfershops, die sind mittlerweile ausgestorben – sie sind einfach nicht mehr rentabel, denn das Dampfen hat sich massiv verändert und keine Ähnlichkeit mehr mit dem, was wir 2019 noch kannten. Befeuert unter anderem durch den “THC-Skandal” in den USA hatte die Politik reagiert: Nachfüllbare Systeme sind schon lange nicht mehr erlaubt, ebenso wenig wie Liquids, die nach etwas anderem als nach Tabak schmecken. Die Tabakindustrie hat mittlerweile quasi das Monopol auf den Vertrieb von E-Zigaretten – bereits Ende der Zehnerjahre hatte sie die großen Dampferketten übernommen und damit das Knowhow und die Vertriebswege des neuen Mediums innerhalb kurzer Zeit für – für ihre Verhältnisse – lächerliche Beträge eingekauft.

E-Zigaretten 2029: Es gibt nur noch POD-Systeme. (Symbolbild)

Natürlich gibt es immer noch Dampfgeräte, die nicht der Standardnorm entsprechen. Es sind die kleinen Modder, die ihrer Leidenschaft weiterhin frönen und die “Hobbydampfer” bedienen, auch wenn es für sie nicht einfach ist, da sie natürlich nicht über die Kapazitäten verfügen wie einst die mittelständischen Firmen, und somit nur kleine Stückzahlen produzieren können. Auch der Vertrieb ihrer Geräte ist schwierig: Unter den eigentlichen Bezeichnungen können sie nirgends mehr angeboten werden, und immer wieder müssen sich die Hersteller neue Begriffe ausdenken, wenn die großen Versandplattformen plötzlich den Verkauf von “Geschmacksinhalatoren”, “Raumbefeuchtern” und “elektronischen Duftzerstäubern” verbieten. Aber irgendwie funktioniert es doch, schließlich werden auf den Dampferstammtischen – gut getarnt, in dunklen Hinterzimmern – Bezugsquellen für Geräte und Ersatzteile ebenso ausgetauscht wie neue Rezepte für die “Lebensmittelaromen”. Und die ganz alten Hasen fühlen sich in die Zeit zurückversetzt, in der beim Erscheinen eines neuen Selbstwicklers – Pardon, Duftzerstäuber-Bausatzes – die F5-Taste am Rechner glühte.

Back to the roots, Symbolbild

Natürlich nutzen auch diese Nerds im Alltag die richtlinienkonformen E-Zigaretten. Diese sind – zum Glück – nicht mehr vergleichbar mit den Geräten, mit denen man vor 20 Jahren dampfte. Natürlich sind die vorgefüllten Kartuschen teurer, die Auswahl an Geräten und Geschmäckern ist übersichtlich, und riesige Dampfwolken kann man damit auch nicht erzeugen. Aber immerhin wird man nur noch von den üblichen Enthaltsamkeitsaposteln genervt angeschaut, wenn man an der Dampfe nuckelt. Die E-Zigarette ist in der Gesellschaft angekommen, wenn auch etwas anders, als vor zehn Jahren gedacht.

Nur hin und wieder, wenn sich unterwegs zwei Dampfer-Nerds der ersten Stunde begegnen, werfen sie sich einen vielsagenden Blick zu, der sagt “weißt du noch, damals, als das Dampfen noch in den Kinderschuhen steckte und etwas ganz Besonderes war? Irgendwie war das damals ja doch ein bisschen schöner…”

Ach ja, damals…

 

Die Sache mit der Vorbildfunktion

Vorbildunktion?Als ich noch rauchte (ihr wisst schon, diese ekelig stinkenden Tabakkippen 😉 ) habe ich mich um die Vorbildfunktion offengestanden nicht sonderlich gekümmert. Rauchende Menschen sehen die Kids, gerade in Berlin, an allen Ecken und Enden, und wenn die Gören irgendwann mit dem Rauchen anfangen wollen, dann werden sie es auch tun. Wenn ich allerdings mit meiner Dampfe unterwegs bin fällt mir auf, dass Kids wesentlich interessierter zu mir herschauen, und nicht selten hört man im Vorbeigehen aus den Ohrwinkeln “Boah, ey, E-Shisha, voll cool!” Nun dampfe ich ja nicht aus Vergnügen… hm, Blödsinn, natürlich auch, aber eigentlich ist die Dampferei ja als weniger ungesunde Alternative zur Tabakkippe gedacht – also zu einer extrem ungesunden Sucht, von der ich schon das ein oder andere mal ablassen wollte, es aber erst durch die Dampferei geschafft habe. Und eigentlich möchte ich den Kids weder ein Vorbild für die Nikotinsucht, noch für die Dampferei an sich sein, egal ob man es nun E-Zigarette, Dampfe oder E-Shisha nennt. Nun könnte ich zwar jedesmal, wenn die Jugend mit großen, staunenden Augen auf meine SVD schaut und sich wahrscheinlich schon überlegt, wieviel Taschengeld man investieren müsste, um so eine geile Nebelmaschine zu erwerben, den Kids sagen “du, das Teil ist zwar toll, macht auch Spaß, aber eigentlich… nicht wirklich gesund… du solltest nicht…” Aber selbst wenn ich diesen Warnhinweis tanzen würde hätte er wahrscheinlich keinen Effekt. Da müssen wir uns nur mal zurückversetzen in die Zeit, als wir selbst noch in dem Alter waren: Alles, was cool aussah, wollten wir haben, auch – oder vor allem erst recht – wenn es verboten oder ungesund war.

Stattdessen ertappe ich mich immer häufiger dabei, dass ich meinen Nebelwerfer, sobald ich Kids im “gefährdeten Alter” sehe, in die Tasche stecke. Damit breche ich mir ja, selbst als Dauernuckler, keinen ab, schließlich bleibe ich auch an roten Ampeln stehen, wenn Kids in der Nähe sind. Äh, natürlich auch wenn keine Kids… 😉 Wie sehen das denn die anderen Dampfer? Wie geht ihr mit der “Vorbildfunktion” bezüglich der Dampferei um?

Die Dampferei – eine ganz individuelle Angelegenheit

erwachsenDass man Liquids nicht objektiv testen kann dürfte klar sein: Der Geschmack ist nun mal verschieden, der eine mag etwas, das dem anderen so gar nicht schmeckt, und umgekehrt. Dass die einzelnen Liquids in unterschiedlichen Verdampfern unterschiedlich schmecken – auch das ist eigentlich logisch. Und selbst dass die Akkuträger – bzw. Akkukombis – mit unterschiedlicher Leistung den Geschmack beeinträchtigen verwundert nicht unbedingt. Also sind Testberichte von Liquids, ich will nicht sagen für die Katz, aber eben doch sehr, sehr subjektiv. Klar.

Aber nicht nur bei den Liquids, auch bei der Wahl des Verdampfers kann man nur bedingt Tipps geben. Natürlich hängt die Wahl des Verdampfers, ja des gesamten Dampfzubehörs nicht unwesentlich vom Budget ab – nicht jeder, der vielleicht möchte, kann mal eben mehrere hundert Euro für die Dampferei ausgeben. Aber selbst innerhalb der Budgetgrenzen kann man kaum sagen “nimm Verdampfer X oder Verdampfer Y.” Man kann versuchen, die technischen Beschaffenheiten, die Verarbeitung und natürlich auch seinen subjektiven Eindruck vom Geschmack zu erklären, vielleicht die Dampfentwicklung zeigen, aber letztendlich ist auch die Wahl des Verdampfers eine ganz individuelle Angelegenheit.

Bei den Akkukombis bzw. Akkuträgern mag dann – neben dem Budget – schon eher die Technik den Ausschlag für das eine oder andere Produkt geben, natürlich das Zusammenspiel mit dem Verdampfer, aber auch die Optik – wo wir wieder am Punkt der Geschmacksfrage angekommen wären.

Um jetzt noch einen drauf zu setzen: Wenn ihr einmal eure ganz individuelle Kombination aus Verdampfer, Akku und Liquid gefunden habt ist das keine Entscheidung für die Ewigkeit. Erstens erscheinen zur Zeit ständig neue Produkte. Zweitens entwickelt man sich auch weiter und möchte irgendwann mal etwas bessere – und meist auch teurere – Dampfen erwerben. Und drittens ändert sich mit der Zeit auch ziemlich sicher euer Geschmacksempfinden generell.

“Ja aber… wenn die ganzen Tipps subjektiv sind – wie soll man dann bei der Fülle der Produkte wissen, was man sich anschaffen soll?” wird sich jetzt der geneigte Einsteiger – und natürlich die ebenso geneigte Einsteigerin – fragen. Natürlich könnte man jetzt sagen: Kaufen, ausprobieren, urteilen. Das kann aber recht schnell die finanziellen Möglichkeiten sprengen, außerdem kann man unmöglich sämtliche auf dem Markt befindliche Produkte kaufen. Wir empfehlen: Geht dahin, wo andere Dampfer sind. Besucht die Dampferstammtische (einige Termine findet ihr in unserem Kalender), dort trefft ihr sicher auf freundliche Dampfer, die euch nicht nur mit Rat sondern auch mit Tat zur Seite stehen und euch auch mal an ihren Dampfen ziehen lassen. Allerdings sind bei diesen Stammtischen häufig die erfahrenen Dampfer, nicht selten auch die “Nerds”, und so toll deren Dampfequipment aussieht – und auch schmeckt – ob diese Sachen jetzt wirklich was für Einsteiger sind wage ich zu bezweifeln: Häufig handelt es sich um teure Geräte, die auch der entsprechenden Pflege – und mitunter Bastelarbeit – bedürfen. Aber immerhin könnt ihr so erfahren, welche Möglichkeiten die Dampferei bietet, welchen Geschmack – und welche Dampfmenge – die guten Geräte erzeugen können.

Gerade für Einsteiger seien aber auch die Fachgeschäfte – von Nerds gerne “Offlineshops” genannt – als Anlaufstelle empfohlen. Dort solltet ihr gute Beratung, aber auch die Möglichkeit zum Ausprobieren bekommen. In der Regel sind die Verkäufer dort passionierte Dampfer, die durchaus Ahnung von der Materie haben. Aber keine Sorge – auch die haben mal klein angefangen, also traut euch, fragt ihnen ruhig Löcher in den Bauch und habt keine Angst, dass sie euch für dumm halten.

Dampfen ist nicht nur ein wunderschönes Hobby, es ist auch eine sehr individuelle Angelegenheit. Und bei aller Individualität steht dahinter erfreulicherweise eine (zu größten Teilen) sehr sympathische Community. 🙂

Besser wäre ohne!

gesund...Als langjähriger Ex-Raucher freut man sich nen Keks wenn man es durch die Dampferei offenbar geschafft hat, von den Kippen wegzukommen. Und natürlich zeigt man diese Freude auch in seinem privaten Umfeld, auch denen gegenüber, die, selbst Ex-Raucher, einen bei der Quarzerei gerne mal mit dem “Du weißt schon wie ungesund das ist-Blick”, einhergehend mit kaum erkennbaren Kopfschütteln, missbilligend anschauten. Und dann, mitten in der Freude, kommt der Kommentar: “Ja ja, aber noch gesünder wäre es, wenn du ganz damit aufhören würdest”. Danke!

Natürlich wäre es gesünder, auch die Dampferei, zumal mit Nikotinliquids, aufzugeben. Es wäre aber auch gesünder anstelle der Pizza, die man sich hin und wieder gönnt, einen Apfel-Kolrabi-Auflauf zu essen. Und anstatt dem Gläschen Likör lieber von mundgeklöppelten Esoterik-Filtern gereinigtes und von Schamaninnen geweihtes Leitungswasser zu trinken. Und anstatt am PC zu sitzen und solche Texte zu tippen sich draußen im Wald im Takt der Bäume zu wiegen und dabei seinen Namen zu tanzen.

Fest steht: Bisherige Versuche, mit der Tabakkippe zu brechen, sind gescheitert, durch den Umstieg auf die Dampfe hingegen bin ich seit Wochen die stinkenden Pyros los. Und das finde ich für einen (Ex-)Raucher schon ne sehr schöne Sache! Fest steht auch: Mit der Dampferei ist ein Stück Lebensqualität dazugekommen. Nicht nur, weil man auf die stinkenden Tabakkippen verzichten kann, sondern weil das Dampfen, mit allem was dazugehört, einfach Spaß macht!

“Alles was Spaß macht ist entweder unmoralisch, illegal oder macht dick!” heißt es. Die Dampferei macht nicht dick, ist nicht “unmoralisch”, und illegal ist sie – zumindest Stand heute – auch nicht. Auch wenn sich manche Politiker bemühen, das zu ändern.

Ja, nicht zu dampfen wäre noch gesünder. Aber ganz ehrlich: Ob ein Leben in Askese wirklich für Körper (und Geist) auf Dauer so viel besser ist? Dann doch lieber entspannt und friedlich vor sich hindampfen – und zwar gerne inklusive des letzten Atemzugs. 🙂

 

Dieser blöde Name!

Wir alten (und auch wir nicht ganz so alten) Hasen sprechen, wenn wir von unserem Hobby reden, immer vom Dampfen. Man dampft, man geht in Dampfershops, besucht Dampferforen oder -Stammtische, dampft mit Dampfgeräten, und nur selten kommt einer auf die Idee, von der E-Zigarette zu sprechen. Wäre auch irgendwie unpassend: Abgesehen davon, dass die ganze Sache nix mit Tabakverbrennung der gewöhnlichen Pyros zu tun hat sehen zumindest die höherwertigen Geräte nach allem möglichen aus – nur nicht nach einer Zigarette. Wenn überhaupt, hat das Dampfen für mich weitaus mehr Ähnlichkeit mit Pfeifenkonsum: Sowohl der “Pfeifer” als auch der Dampfer besitzt mehrere Geräte, beide putzen, hegen und pflegen sie. Die “Pfeifer” nutzen Tabak mit unterschiedlichen Geschmacksrichtungen, wir Dampfer haben eben unsere Liquids. Die einen stopfen, wir füllen nach oder tröpfeln. Und wie viele Pfeifenraucher bewahrt auch mancher Dampfer seine Geräte in edlen Ständern auf.

Eher wenig Ähnlichkeit mit Zigaretten: Die Dampfen
Eher wenig Ähnlichkeit mit Zigaretten: Die Dampfen

Offiziell spricht man jedoch nach wie vor von der E-Zigarette, viele Foren, Webseiten und Shops gebrauchen diesen Begriff, und auch Interessierte oder Newbies nutzen diesen Terminus. Nun ist es zwar müßig (und zu spät) darüber zu sinnieren, ob die Dampferei auch dann unter die neue Tabakrichtlinie gefallen wäre wenn man von vornherein von “Dampfgeräten” statt E-Zigaretten gesprochen hätte, und, zugegeben, die ursprünglichen Teile – und mitunter auch die neuen Produkte der Tabakkonzerne – hatten bzw. haben ja äußerlich noch große Ähnlichkeit mit Pyros. Dennoch wäre es in meinen Augen sinnvoll, endlich von diesem Namen und damit aus der “stinkenden SchmuddelRaucherecke” wegzukommen!

Ich spreche im Alltag zwar konsequent vom Dampfen – das Blog heißt ja auch Dampfschnuten und nicht E-Zig-Schnuten – aber spätestens wenn ein Interessierter Nichtdampfer oder (Noch)Raucher wissen möchte, was ich da mache, wird irgendwann das “böse E-Wort” fallen. Und solange interessierte Um- oder Einsteiger mit dem Suchbegriff “E-Zigarette” besser zu ködern sind werden natürlich auch die meisten Shops, Blogs und Foren diesen Begriff weiter nutzen. Aber steter Tropfen höhlt ja bekanntlich den Tabak Stein, und wer weiß, vielleicht setzt sich der Begriff “Dampfen” ja eines Tages auch im allgemeinen Sprachgebrauch durch, nicht nur bei uns alten (und nicht ganz so alten) Dampferhasen…

Nur eins ist sicher: Die Verunsicherung

Die Interessengemeinschaft E-Dampfen (IG-ED) äußert sich nun, allerdings recht zurückhaltend, zur Tabakrichtlinie. Ihr Fazit:

Insgesamt ist der Artikel 20 (ehemals 18A) der TPD2 ein Flickwerk, das den Mitgliedsstaaten einen Handlungsspielraum einräumt, der wahrscheinlich eher für Irritationen statt für Rechtssicherheit sorgen wird. Je nach jeweiliger Ländergesetzgebung werden mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit Rechtsverfahren durch Händler und Konsumenten angestrengt werden. [Quelle]

Die Meinung der IG-ED, es hätte noch schlimmer kommen können, stößt zumindest in den Kommentaren auf Unverständnis. Auch der Aufruf

Auf alle Fälle ist der Ball jetzt wieder bei den Staaten – und bei uns Dampfern. Es erscheint sinnvoll, in nächster Zeit verstärkt aufzuklären, Abgeordnete zu sensibilisieren sowie Ärzte und Wissenschaftler pro Dampfen für unsere Sache zu gewinnen. [Quelle]

stößt eher auf Kritik: “Für das Recht kämpfen” und “Druck aufbauen” wird gefordert – wie dies allerdings aussehen soll, darüber schweigen die Kommentatoren.

Eine Möglichkeit ist die EFVI. Allerdings sind europaweit, aber auch in Deutschland, noch längst nicht so viele Mitzeichner zusammengekommen wie erforderlich:

Also, weitere Ideen für einen adäquaten, wirkungsvollen Protest? Wir sind dabei. Bis dahin gilt es aber weiterhin Stimmen zu sammeln, Präsenz zu zeigen und Überzeugungsarbeit zu leisten!

 

TPD2 – und was nun?

Du uns auch, EUNun ist sie also verabschiedet worden, die neue Tabakproduktrichtlinie – zu unserem Leidwesen inklusive dem Artikel 18a. Auf die einzelnen Punkte dieser Richtlinie mag ich an dieser Stelle gar nicht eingehen, allein die Tatsache, dass die E-Zigarette, die ja nun mal absolut kein Tabakprodukt ist, darin vorkommt ist der eigentliche Skandal. Dass diese Richtlinie auf Druck der Pharma- und Tabaklobbyisten zustande kam und lediglich unter dem Deckmäntelchen der Besorgnis um die Gesundheit der Bürger verabschiedet wurde mutmaße nicht nur ich. Gesundheit hin, Jugendschutz her – letztendlich wird das Volk für unmündig und dumm erklärt. Dass unter Umständen auch die freie Berichterstattung über das Dampfen nicht mehr erlaubt sein könnte passt dazu.

Was bedeutet aber nun diese Richtlinie für uns Dampfer? Erst mal nix – könnte man sagen. Im Mai wird die TPD wohl endgültig in Kraft treten, dann haben die Mitgliedstaaten zwei Jahre Zeit, diese Richtlinie in nationale Gesetzgebung zu pressen. Erst dann werden wir wohl sehen, was die Richtlinie für uns im Alltag wirklich bedeutet. Der Einfluss der Pharma- und der Tabaklobby hierzulande dürfte, wie auch im EU-Parlament, kein geringer sein, weshalb wir uns wohl keine großen Hoffnungen machen brauchen, dass die deutsche Gesetzgebung die Vorgaben aus Brüssel nicht bis an die Grenzen ausschöpft.

Dennoch heißt es, bei aller verständlichen Wut oder auch Fassungslosigkeit, erst mal Ruhe bewahren. Panikkäufe dürften erst mal nicht notwendig sein, schließlich gibt es noch genug Händler, die – zumindest vorerst – ihre Preise stabil halten. Und irgend ein Weg, auch in Zukunft normal weiter zu dampfen, wird sich garantiert finden.

Wir lassen uns nicht aus der Ruhe bringen – aber eben auch nicht bevormunden! Und deshalb schön dran denken, wer noch nicht unterschrieben hat – es wird höchste Zeit!

Links: Pressemitteilung der EU-Kommission: Fragen & Antworten – Neue Regelungen für Tabakerzeugnisse, Artikel 20 der Tabakproduktrichtlinie, die E-Zigarette betreffende Teile in der deutschen Übersetzung auf De-Talk