Die Steuer kommt!

Wie wahrscheinlich viele unserer StammleserInnen schon mitbekommen haben, wurde heute das “Tabakmodernisierungsgesetz” beschlossen. Dass es hier nicht in erster Linie um Tabakprodukte geht ist klar – die Kippensteuer wurde bislang regelmäßig erhöht, und das würde sie auch ohne diese Gesetzesänderung weiterhin. Hier geht es ganz klar um die E-Zigarette, und da hat Vater Staat jetzt mal so richtig zugeschlagen.

Wenn die angekündigte Verfassungsbeschwerde der Händlerverbände keinen Erfolg hat (oder das Gesetz vom Bundesrat entgegen aller Erwartungen nicht doch noch blockiert wird), wird ab Juli kommenden Jahres eine Steuer von 0,16€ pro Milliliter Flüssigkeit erhoben. Eine Staffelung für die weiteren Jahre ist auch bereits geschlossen, ab 2026 liegt die Steuer dann bei 0,32 Euro.

16 Cent klingt jetzt erst mal nicht viel, aber wie geschrieben: Pro Milliliter! Ein typisches 10ml-Fläschchen Liquid würde dann mit 1,60 € besteuert (ab 2026 mit 3,20€). Auch das klingt jetzt nicht dramatisch, aber es ist ja nicht so, dass sich der Endpreis dann lediglich um diesen Betrag erhöht: Zum einen wird die Steuer auf den Nettopreis erhoben. Zum anderen benötigen die Hersteller  Maschinen, die nach der Abfüllung noch Steuerbanderolen auf die Flaschen tackern. Den Anschaffungspreis besagter Maschinen – da kann ganz schnell eine halbe Million für drauf gehen! – werden die Hersteller sicher auf das Produkt umlegen. Man kann also davon ausgehen, dass 10ml Liquid ab nächsten Sommer gut acht bis zehn statt fünf Euro kosten, 2026 dann um die zehn bis 15 Euro. Wenn man nun bedenkt, dass sich die Steuer auf Tabakzigaretten auch weiterhin erhöht, wären die neuen Preise zwar schon heftig, aber den Todesstoß für die “klassische E-Zigarette” müsste es nicht unbedingt bedeuten! Bis man mit einem MTL-Pod 10 Milliliter durchgenuckelt hat, das dauert halt.

Schlimmer sieht es für die “Aufsteiger” oder gar die Hobbydampfer aus, die einen deutlich größeren Verbrauch haben und in der Regel ihre Liquids aus Aromen und Basis selbst anmischen: Für 100ml Flüssigkeit werden dann 16 Euro, ab 2026 sogar 32 Euro Steuern fällig! Denn die Steuer wird nicht – wie ursprünglich geplant – nur auf nikotinhaltige Flüssigkeiten erhoben sondern auch auf nikotinfreie Produkte, sofern sie für das Dampfen bestimmt sind. Darunter fällt auch Basis, und wenn man bedenkt, dass der Hobbydampfer sich seine Basen in Litergebinden kauft… 160 Euro bzw. am Ende 320 Euro Steuern für einen Liter Basis, der Bislang ca. zehn Euro kostet? Schwer vorstellbar, dass dies ein Dampfer berappen würde.

Natürlich werden die Hobbydampfer auch diesmal Lösungen finden. Die Bestandteile der Basis, VG und PG, gibt es zum Beispiel im Veterinärhandel, ohne zusätzliche Steuern. Der ein oder andere wird im Ausland bestellen, wobei man als “Importeur” natürlich auch verpflichtet ist, die Steuern zu zahlen – hier muss man auf die Trägheit des Zolls hoffen. In jedem Fall werden sich Wege finden lassen, das geliebte Hobby vorerst weiterhin zu betreiben ohne dabei arm zu werden.

Massiv treffen wird diese Steuersache aber den Handel: Den Hersteller von Liquids, der sich überlegen wird, ob sich die Anschaffung der Maschinen überhaupt lohnt, zumal er die Steuer vorfinanzieren muss. Den Einzelhandel, der schon durch Evali und durch Corona massive Umsatzeinbrüche zu verzeichnen hatte – und wahrscheinlich auch viele der Kunden, die durch den Lockdown zum Onlinehandel gewechselt sind, verliert. Es werden etliche kleine Dampfshops vor Ort aufgeben, damit Existenzen und Arbeitsplätze vernichtet, und der Umsteiger wird es schwerer haben, eine gute Beratung zu finden.

Treibende Kraft dieses Steuerirrsinns ist übrigens die SPD – in erster Linie Finanzminister Scholz, der sich etliche Millionen Steuereinnahmen verspricht, aber auch die sich durch die gesamte Partei ziehende Ignoranz der Studienlage, welche der E-Zigarette eine deutlich geringere Schädlichkeit gegenüber der Tabakfluppe bescheinigt.
Im Nachhinein könnte sich die ganze Aktion allerdings als Rohrkrepierer entpuppen: Länder, die bereits eine massive Steuer auf Dampfartikel erhoben haben, mussten zurückrudern, da die Umsätze – und damit auch die geplanten Steuereinnahmen – massiv einbrachen. Abgesehen davon plant die EU zum Ende des Jahres, nikotinhaltige Flüssigkeiten – und zwar ausschließlich diese! – zu besteuern. Dass Deutschland nicht nur dieser geplanten Steuer zuvorgekommen ist sondern sie auch auf nikotinfreie Produkte ausgeweitet hat stößt – zu Recht – zumindest auf Unverständnis.

Wie sich die Steuer letztendlich auf das Dampfen auswirkt werden wir erst nach einiger Zeit beurteilen können. Profiteure sind sicherlich die Tabakkonzerne, die wohl verstärkt auf vorgefüllte Podsysteme setzen – und auf beratenden Fachhandel gut verzichten können. Verlierer sind die kleinen enthusiastischen Liquidhersteller und der kleine Dampfshop vor Ort. Im schlimmsten Falle ist die Dampferei in zwei, drei Jahren endgültig Geschichte, allerdings wurde sie schon so oft totgesagt, und Totgesagte leben ja bekanntlich am längsten…

 

Tote in den USA – Nein, die E-Zigarette ist nicht schuld!

Da die Berichterstattung über plötzlich aufgetauchte “mysteriöse Lungenkrankheiten und Todesfälle in den USA durch E-Zigaretten” bei etlichen Menschen zu erheblicher Unsicherheit beiträgt, möchten wir hiermit noch mal darauf hinweisen: Diese Krankheiten entstanden nicht durch die E-Zigarette!
Die E-Zigarette wurde in diesen Fällen lediglich als “Transportmittel” zum Konsumieren von verunreinigten illegalen Substanzen genutzt!

Wir verurteilen die reißerische und zu großen Teilen unwahre Berichterstattung in der deutschen Presse auf das Schärfste! Hier wurden Ängste vor einem Produkt geschürt, das deutlich weniger schädlich ist als die Tabakzigarette und das laut Studien klar beim Ausstieg aus dem Tabakkonsum helfen kann.

Als Vergleich: Wenn plötzlich Menschen durch gepanschten Wein krank werden oder gar sterben würden wäre auch nicht das Weinglas schuld, und niemand käme auf die Idee, vor Weingläsern zu warnen oder sie gar verbieten zu wollen.

Abgesehen davon sei nochmals darauf hingewiesen, dass im Gegensatz zur USA in der EU – und damit auch in Deutschland – kein Liquid auf den Markt gebracht wird, das nicht vorher ausführlich getestet und zugelassen wurde!

Weitere Infos (und Quellen) auf der hier verlinkten Webseite.

Vaping is not tobacco

Seit Einführung der TPD2 wird die Dampferei innerhalb der Tabakproduktrichtlinie reguliert – völlig unlogisch, denn wie wir wissen, hat das Dampfen absolut nichts mit Tabak zu tun. Eine neue europäische Bürgerinitiative versucht nun, das Dampfen aus dieser Linie herauszuholen, es separat zu bewerten und sinnvoll (!) zu regulieren. Damit die Dampfer auch in Zukunft ihrem Genuss nachgehen können, damit Raucher an zuverlässige und wahre Informationen kommen, und damit endlich in den Köpfen von Politikern, Presse, Medizinern und letztendlich auch des “Bürgers von nebenan” klar wird, dass wir Dampfer eben nicht rauchen sondern eine – wesentlich weniger schädliche – Alternative nutzen. Die Dampfschnuten unterstützen diese Bürgerinitiative gerne!

Simon von VSI macht erfreulicherweise wieder den Erklärbär:

 

Unsere Bitte: Unterstützt die Initiative! Die Teilnahme kostet nichts außer zwei Minuten eurer Zeit!

 

Mailaufruf der IG-ED zur nationalen Umsetzung der TPD2

Ein Mailaufruf der IG-ED (Interessengemeinschaft E-Dampfen) geht gerade durch die Dampferszene, und wir möchten dieses Anliegen natürlich gerne unterstützen!

Die Tabakproduktrichtlinie muss ja in absehbarer Zeit in nationales Recht umgesetzt werden, und dieses Gesetz sollte zumindest nicht noch schlimmer ausfallen als die EU-Richtlinie! Nun stößt die IG-ED allein auf taube Ohren, also müssen wir Dampfer versuchen, die Politiker mit unseren persönlichen Eindrücken und Erfahrungen zu überzeugen, warum die Dampferei als weniger schädliche Alternative zur Tabakkippe weiterhin möglich sein soll.

+++ Zum Artikel auf der IG ED-Seite +++

Ein paar Mailadressen (als – bessere – Alternative zu den Sammelpostfächern, die die IG-ED auf ihrer Seite veröffentlicht) hat PepeCyB von der Dampfdruckpresse bereitgestellt.

Sebastian vom SteamTeam hat dazu ein kleines Video online gestellt:

 

Also, lieber Dampfergemeinde: Ran an die Tasten! Es geht um die Zukunft unserer Lieblingsbeschäftigung. Wir wollen schließlich alle entspannt weiterdampfen und auch diejenigen, die jetzt noch an der Stinkekippe hängen, sollen die Möglichkeit einer guten, möglichst von der Politik unreglementierten Alternative haben!

Wir brauchen Boxen!

Um die Unterschriftensammlung für die EFVI anzukurbeln und auch bei den weniger netzaffinen Dampfern publik zu machen sollen 2000 “Offline-Boxen” in den Dampfershops aufgestellt werden. Dafür werden etwa 1300 € benötigt, eine vergleichsweise kleine Summe. Gemeinsam mit dem SteamTeam, DE talk und der deutschen EFVI-Facebookgruppe ruft die IG ED nun zu Spenden auf:

Mehr Infos auf der Webseite der IG ED. Die IG-ED stockt eure Spende übrigens nochmals mit 10 % auf, pro €100 legen sie also €10 drauf. Also, liebe Dampfergemeinde, diese Woche einfach mal auf ein zusätzliches Liquid verzichten und versuchen, unsere Dampfzukunft zu retten?!

Werdet aktiv!

Heute vor zwei Monaten wurde von der EU die neue Tabakproduktrichtlinie verabschiedet. Anlässlich dieses unschönen Tages nochmal der Hinweis an alle Dampfer, Freunde von Dampfern, Unterstützer von Dampfern, Dampfershopbetreiber…: Es gibt noch sehr viel zu tun, bis wir die notwendigen Stimmen zusammen haben! Macht mit, werdet aktiv!

Es sei nochmals daran erinnert, dass auch die “Offline-Dampfer” erreicht werden müssen! Dazu stellt die FRIDA Handzettel zum Download bereit, außerdem gibt es von EFVI Deutschland mittlerweile einen “Abreiß-Flyer” mit QR-Code, welchen wir mal, bis er auf der geplanten Webseite für alle verfügbar ist, hier als PDF zum Download bereit stellen. Außerdem stellt die Interessengemeinschaft E-Dampfen (IG-ED) Material für Aufklärungsarbeit in der “Offline-Welt” zur Verfügung!

Weitere Infos – und mehr Material – findet man auf der Facebook-Seite der EFVI Deutschland.

Dampfer, zeigt euch!

Immer noch ist es eine Ausnahme, wenn man Dampfern in freier Wildbahn begegnet. Dass es hierzulande wirklich noch so wenige von uns gibt können wir uns nicht vorstellen, wahrscheinlich trauen sich viele einfach nicht, in der Öffentlichkeit zu dampfen – oder sie wollen nicht als Dampfer erkannt werden. Wie diese beiden:

Anonyme Dampfer

Kommt, Jungs, traut euch, wir Dampfer müssen Flagge Gesicht zeigen!

nonanonyme-dampfer

Na also, geht doch! 🙂

Grinsedampfer

Und, zeigst du schon dein Gesicht? Wenn nicht, dann wird’s höchste Zeit:

vapourfaces1