Besser wäre ohne!

gesund...Als langjähriger Ex-Raucher freut man sich nen Keks wenn man es durch die Dampferei offenbar geschafft hat, von den Kippen wegzukommen. Und natürlich zeigt man diese Freude auch in seinem privaten Umfeld, auch denen gegenüber, die, selbst Ex-Raucher, einen bei der Quarzerei gerne mal mit dem “Du weißt schon wie ungesund das ist-Blick”, einhergehend mit kaum erkennbaren Kopfschütteln, missbilligend anschauten. Und dann, mitten in der Freude, kommt der Kommentar: “Ja ja, aber noch gesünder wäre es, wenn du ganz damit aufhören würdest”. Danke!

Natürlich wäre es gesünder, auch die Dampferei, zumal mit Nikotinliquids, aufzugeben. Es wäre aber auch gesünder anstelle der Pizza, die man sich hin und wieder gönnt, einen Apfel-Kolrabi-Auflauf zu essen. Und anstatt dem Gläschen Likör lieber von mundgeklöppelten Esoterik-Filtern gereinigtes und von Schamaninnen geweihtes Leitungswasser zu trinken. Und anstatt am PC zu sitzen und solche Texte zu tippen sich draußen im Wald im Takt der Bäume zu wiegen und dabei seinen Namen zu tanzen.

Fest steht: Bisherige Versuche, mit der Tabakkippe zu brechen, sind gescheitert, durch den Umstieg auf die Dampfe hingegen bin ich seit Wochen die stinkenden Pyros los. Und das finde ich für einen (Ex-)Raucher schon ne sehr schöne Sache! Fest steht auch: Mit der Dampferei ist ein Stück Lebensqualität dazugekommen. Nicht nur, weil man auf die stinkenden Tabakkippen verzichten kann, sondern weil das Dampfen, mit allem was dazugehört, einfach Spaß macht!

“Alles was Spaß macht ist entweder unmoralisch, illegal oder macht dick!” heißt es. Die Dampferei macht nicht dick, ist nicht “unmoralisch”, und illegal ist sie – zumindest Stand heute – auch nicht. Auch wenn sich manche Politiker bemühen, das zu ändern.

Ja, nicht zu dampfen wäre noch gesünder. Aber ganz ehrlich: Ob ein Leben in Askese wirklich für Körper (und Geist) auf Dauer so viel besser ist? Dann doch lieber entspannt und friedlich vor sich hindampfen – und zwar gerne inklusive des letzten Atemzugs. 🙂

 

Weg von der Kippe – zwei Versuche

Stinkt!Vor gut vier Jahren hatte ich den ersten Versuch unternommen, mir das Tabakrauchen abzugewöhnen. Mit einem fein ausgeklügelten 10-Punkte-Plan – der ein oder andere Ex- oder Immer-noch-Raucher wird so etwas kennen – ging ich mutig und zuversichtlich ans Werk:

  1. Informationen zum Rauchstopp aus dem Netz holen.
  2. Erfolgreiche Ex-Raucher nach Tipps fragen.
  3. Suche nach Alternativen, auf denen man rumbeißen kann und die keine Kalorien haben.
  4. Punkte 1-3 streichen bzw. ignorieren.
  5. Die richtige Formulierung wählen: Nicht “ich will das Rauchen aufgeben” (wer möchte schon eine liebgewordene Sache aufgeben?) sondern “ich befreie mich von der Last des Rauchens!”
  6. Alle Aschenbecher aus dem Wohn- und Schlafzimmer verbannen. (Man, habe ich dort auf einmal viel Platz… 😉 )
  7. Sämtlicher Rauchkram in die hinterste Ecke der Vorratskammer packen. (Jaja, ich weiß, man soll den ganzen Kram wegschmeißen. Aber hier gibt’s an jeder Ecke ne Spätverkaufsstelle wo man – im Notfall – Ersatz kaufen könnte, also…)
  8. Zur Abschreckung am ersten Morgen: Abends den vollen Aschenbecher in der Küche stehen lassen und nicht lüften!
  9. Keine “Ersatzdrogen” kaufen, auch keinen Süßkram. Obst kaufen. Und auch essen!
  10. Jede qualmlose Stunde als Erfolg verbuchen und sich darüber freuen!

Das Ergebnis sah so aus: 60 Stunden qualmfrei, minütlich unausstehlicher geworden, am Nachmittag des dritten Tages die erste Pyro angezündet, entspannt genossen, danach wieder Dauerraucher.

Der etwas andere RauchgenussDer zweite Versuch, knapp vier Jahre später. Eine fein ausgeklügelte Vorbereitung entfiel diesmal, weil die Begegnung mit der Dampferei recht überraschend kam. Stattdessen wurde einfach gedampft, ein Haufen Videos zum Thema angeschaut, in Foren gesurft, und einfach ausprobiert.

Das – derzeitige – Ergebnis: Da die Dampferei nicht unbedingt mit dem Zwang, das Rauchen aufzugeben, verbunden war konnte ich die Qualmerei peu-a-peu verringern – von anfangs zwei Kippen täglich auf eine Kippe pro Woche. Seit ungefähr vier Wochen rauche ich nun gar keine Tabakkippe mehr, und nach wie vor bin ich ein begeisterter Dampfer.

Natürlich ist seither erst knapp ein halbes Jahr vergangen, und hin und wieder überkommt mich auch heute noch der Schmacht auf ne Kippe. Aber es wird immer seltener, und momentan ist es für mich unvorstellbar, wieder vom Dampfen auf Pyros umzusteigen. Am Nikotin hänge ich zwar noch – obwohl ich gerade die Dosierung reduziere – aber die Dampferei ist ja auch keine Suchtentwöhnung sondern lediglich ne Alternative zur Pyro – allerdings, zumindest in meinem Fall, offenbar eine sehr wirksame… 🙂

Dampfertypen: Ich bin ein Dauernuckler

Als Raucher war es bei mir eigentlich immer das gleiche Ritual: Es wird mal wieder Zeit, der Körper – oder der Geist – schreien nach Nikotin, also Tabakbeutel schnappen, KippenkramsPyro drehen, ab auf den Balkon / ins Freie / in die Raucherecke, Kippe rauchen, wieder in die gute Stube, und warten auf den nächsten Schmachtanfall. Bei längeren Spaziergängen waren immer ausreichend Pyros vorgedreht, damit auch unterwegs der Schmacht befriedigt werden konnte, in Gesellschaft anderer Raucher wurde mal eine Kippe mehr geraucht, und wenn man genau wusste, die nächsten paar Stunden darfst du nicht quarzen (wer einmal mit dem Zug von Berlin nach Stuttgart fuhr weiß wovon ich spreche) wurde schon mal eine Kippe “auf Vorrat” inhaliert, aber ansonsten galt: Möglichst nur dann quarzen, wenn unbedingt nötig.

Beim Dampfen ist das anders: Da gehöre ich zur Fraktion der “Dauernuckler”. Zwar habe ich nicht ständig und pausenlos die Dampfe am Mund, aber griffbereit ist sie eigentlich immer. Auf diese Weise allzeit bereit besteht natürlich die Gefahr, über den Tag gesehen deutlich mehr Nikotin aufzunehmen als durch meine vorherige Qualmerei – aber zum Glück kann man ja die Nikotinstärke variieren: Vormittags dampfe ich in der Regel 12er-Nikotin – anscheinend braucht das Nikotin bei der Dampferei etwas länger bis es anschlägt – nachmittags tut’s auch ein Liquid mit 9er-Nic, und spätestens am Abend maximal eines mit 6 mg pro Mililiter – wobei ich nicht ausschließen will, irgendwann auch mal mit Nuller Nic zu experimentieren. Erfreulicherweise scheint auch mein Geschmackssinn zu dieser Vorgehensweise kompatibel zu sein, entsprechend stehen hier für die unterschiedlichen Tageszeiten diverse Verdampfer mit verschiedenen Nikotinstärken bereit und müssen lediglich ausgewechselt werden – und schon lässt es sich adäquat dampfen. 🙂

Neben den “Dauernucklern” gibt es natürlich auch noch diejenigen, die sich im gewohnten Rauchintervall ihre Dampfe schnappen, diese dann ganz bewusst nutzen, vier, fünf Züge nehmen und anschließend wieder im Ascher ausdrücken beiseite legen – und wahrscheinlich auch noch viele weitere “Dampfertypen”.

Und, zu welcher Sorte Dampfer gehörst du?

 

Das Ab-und-zu-Phänomen

Ganz ohne Kippe geht’s noch nicht – schrub ich vor knapp vier Wochen. Mittlerweile ist der Stand folgendermaßen: Nach wie vor überkommt mich ab und zu die Lust das Bedürfnis, eine richtige Kippe zu rauchen, und hin und wieder gehe ich diesem Bedürfnis sogar nach. Alle paar Tage steht dann der Stef auf dem Balkon, zieht genüsslich an der Selbstgedrehten, genießt diese wenigen Züge – und wendet sich dann mit knautschigem bis angewidertem Gesichtsausdruck von dem üblen Gestank wieder ab. Nein, ein Rückfall in Raucherzeiten ist mit dieser einen Kippe nicht eingetreten, bis das Bedürfnis das nächste mal auftaucht können einige Tage vergehen, und ich habe in dieser Zeit auch nicht das Gefühl, dass mir etwas fehlt. Aber eben hin und wieder…

So richtig kann ich den Grund für diese “Ab-und-zu-Gelüste” nicht einordnen. Macht Gelegenheit den Raucher? Eher nicht, mich reizt es zum Beispiel nicht im geringsten, wenn mir unterwegs ein Raucher eine Kippe anbietet. Auch können es kaum der Tabak oder sonstige, bei der Verbrennung entstehenden Stoffe sein, sonst wäre das Bedürfnis sicher häufiger da. Am Nikotin liegt es sowieso nicht, das ziehe ich mir ja bereits mit der Dampferei rein. Was also ist es dann? Vielleicht geht es auch um das ganze “Drumherum”, um das Ritual des Rauchens: Den entspannten (oder hektischen, oder genüsslichen) Zug. Vielleicht auch nach diesem Zug einfach nur entspannt da zu stehen und zuzusehen, wenn der Rauch den Mund verlässt und auf ne kleine Reise geschickt wird.

Dabei kann das alles die Dampferei – im Gegensatz zu anderen “Ersatzprodukten” wie Nikotinpflaster oder -kaugummi – bieten. Stinkt!Inklusive dem wohligen Gefühl in der Lunge und dem kratzigen im Hals, je nach Einstellung der Dampfmaschine. Den entspannten (hektischen, genüsslichen) Zug und den Dampf sowieso. Auch den Kontakt, den man nun mal unter Rauchern – in Raucherecken abgeschoben und böse vom Rest der Welt angeguckt – schneller bekommt, kann übrigens kein Nikotinpflaster ersetzen. Wenn man hingegen mit seiner Dampfe inmitten einiger Raucher steht und bestaunt wird, als hätte man Antennen auf dem Kopf und ne grüne Hautfarbe, kommt man doch recht schnell ins Gespräch. 😉

Auch in diversen Dampferforen fand ich für dieses Ab-und-zu-Verlangen bislang keine schlüssige Erklärung, allerdings bin ich wohl nicht der einzige Dampfer, bei dem dieses Phänomen auftritt. Wie auch immer und wie ebenfalls bereits geschrieben: Ich freue mich über jede Pyro, die ich nicht rauche. Und wenn mit der Zeit die Lust-Abstände länger werden soll’s mir dann auch recht sein. 😉

Ganz ohne geht’s (noch) nicht

Seit knapp drei Wochen dampfe ich jetzt, und das Hauptziel ist es natürlich, vom Tabakrauchen wegzukommen. Wie bereits geschrieben ist das nicht ganz so leicht, offensichtlich nicht nur für mich – in Umfragen in diversen Dampferforen zeigt sich, dass ungefähr 20% aller Dampfer nicht vom Tabak loskommen. Ich war zwar bereits vorher kein starker Raucher und habe meinen geringen Konsum noch mal reduziert, aber ein oder zwei kleine Selbstgedrehte am Tag müssen nach wie vor sein. Nun gibt es zwar für Tabakjunkies Alternativen zum Zigaretterauchen wie Snus, smokeless tobacco, Schnupf- oder Kautabak, aber offengestanden interessiert mich keine davon auch nur ansatzweise. Was es genau ist, das mich vorerst nicht so ganz von den – geliebten und doch gehassten – Kippen loskommen lässt, weiß ich noch nicht genau, vielleicht ist es wirklich der Tabak, vielleicht aber auch die Art des Inhalierens oder auch nur das Ritual – Möglichkeiten gibt es viele. Ich werde im Laufe der Zeit mit weiteren Liquids, anderen Nikotindosen und vielleicht doch mal mit anderen Dampfmaschinen experimentieren, außerdem mal beobachten, in welchen Situationen es mich gelüstet zu rauchen. Wie auch immer – das Ziel bleibt weiterhin, von den stinkenden Glimmstengeln eines Tages völlig loszukommen. Ob – und vor allem wann – das nun klappt werden wir sehen, unter Druck setze ich mich jedenfalls nicht. Und zur Zeit freue ich mich einfach über jede Kippe, die ich nicht rauche…

Schnuten unter Dampf (oder: wie alles begann)

Der Raucher heutzutage ist eine doppelt arme Sau: Nicht nur, dass er von seiner Nikotinsucht geplagt ist, nein, es wird ihm auch immer schwerer gemacht, dieser Plage am Ort seiner Wahl nachzugehen. Durch die Gesundheitsapostel mit ihren Hetzkampagnen steht ein Raucher mittlerweile im gesellschaftlichen Ansehen ungefähr auf der gleichen Stufe wie Bundespolitiker, Abmahnanwalt oder Blöd-Zeitungs-Reporter.

“Musst du halt mit dem Rauchen aufhören!” plärren da die Nichtraucher und, noch schlimmer,  die – mitunter militanten – Ex-Raucher. Wenn das so einfach wäre… Aber es gibt immerhin eine Möglichkeit seiner Nikotinsucht weiterhin nachzugehen ohne die weitaus gefährlicheren, bei der Verbrennung entstehenden Reststoffe einzuatmen, dazu noch ohne Belästigung von Nichtrauchern: Die E-Zigarette.

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Nun hatte ich mich bis dahin mit dem Thema noch nicht auseinander gesetzt und auch erst wenige “Dampfer” richtig wahrgenommen, aber der Benedikt befasst sich seit geraumer Zeit mit diesem Thema – und konnte bei meinem Besuchswochenende auch direkt missionarisch einwirken:

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Ich bin doch ziemlich auf den Geschmack gekommen, dampfe zur Zeit mit einem Einsteigerset, dem eGo-C von Joyetech. Damit lässt sich zwar weitaus weniger experimentieren als mit Benedikts iTaste SVD, aber als Einsteiger – bzw. Umsteiger – ist es mir erst mal wichtig, dass alles einwandfrei läuft ohne dass ich drei mal am Tag im Forum oder einem Video nach Problemlösungen suchen muss. Wobei ich nicht ausschließen will eines Tages auf ein etwas luxuriöseres Dampfgerät umzusteigen – allerdings werde ich wohl nie zu denen gehören, die aus der ganzen Sache eine Wissenschaft machen: Liquids selber mixen vielleicht wahrscheinlich, Selbstwickeln hingegen sicherlich nicht.

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Man kann übrigens bei der E-Zigarette nicht nur weniger ungesund und störend dampfen – sondern auch leckerer! Die Liquids gibt es in allen möglichen – und unmöglichen – Aromen: von Zimtbratapfel über Gouda, Käsekuchen, weiße Schokolade, Eierlikör bis hin zu Thunfisch! Manche Menschen können übrigens auch stundenlang Liquids testen und darüber berichten. Klar dass am letzten Wochenende auch ein wenig ausprobiert wurde – Stichwort Hexenküche – und wir dabei einige, vielleicht etwas exotisch klingende Mixturen verdampft haben wie Erdnuss-Pfirsich oder Butterscotch/Sahnebonbon. Mir persönlich sind die etwas “rauchigen” wie Tabak/Menthol dann doch lieber, wobei mein derzeitiger Favorit klar Limette ist.

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Nun sollte man nicht glauben, dass die Umgewöhnung vom Tabakrauchen auf das Dampfen einfach ist – ist es nämlich nicht! Eine Kippe zu rauchen knallt einfach besser, egal wie hoch der Nikotinanteil im Liquid ist – wobei ich bei einem Anteil von unter 9 Milligramm pro Milliliter direkt ne Schokoladenzigarette rauchen kann, das hätte die gleiche Wirkung. Vielleicht hängt es auch mit dem Ritual des Rauchens zusammen, das einem beim Dampfen fehlt, mal ganz abgesehen davon, dass man sich beim normalen Rauchen nicht ständig vergewissern muss ob Akku und Tank noch voll sind und man Ersatz dabei hat. Dennoch ist ein Umstieg sinnvoll, zum Einen weil deutlich gesünder weniger ungesund, zum Anderen schmeckt, einmal an die “Dampfmaschin” gewohnt, “richtiges Rauchen” einfach nur bäh – außerdem stinkt es! Über meinen (hoffentlichen) Erfolg des Umstiegs halte ich die geneigte Leserschaft natürlich auf dem Laufenden…

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