Siegfried – kein Ritter der traurigen Gestalt

Mesh-Selbstwickler sind ja seit geraumer Zeit der heiße Scheiß große Hype, und auch Vapefly brachte, wieder unterstützt von den “German 103”, Ende letzten Jahres einen solchen auf den Markt: Siegfried, eine Kombi aus ungeregelter Tube und einem RTA, wobei beides auch einzeln erhältlich ist.

Hier wollen wir uns in erster Linie mit dem Verdampfer beschäftigen. Obwohl das Gerät schon etwas länger auf dem Markt ist habe ich ihn keinem Langzeittest unterzogen, aber für ein paar persönliche Eindrücke sollte meine Zeit, die ich mit dem Siegfried verbracht habe, ausreichen.

Die Optik

Rein optisch ist der Siegfried kein Verdampfer, der einem sofort auffällt – er ist keine ausgemachte Schönheit, aber auch keinesfalls hässlich. Kein sonderlich innovativer Wurf, aber er wirkt gefällig, und bei einem Durchmesser von 25mm und der Länge von 69mm stimmen auch die Proportionen.

Das Glas ist relativ kurz, sitzt aber an der richtigen Stelle, so dass man immer erkennt wenn es an der Zeit ist, nachzufüllen. Die Befüllung geht leicht über die Topcap mit Bajonettverschluss, die eingelassene Silikonabdichtung kann man, so sie einen denn stört, auch entfernen. Der Verdampfer verfügt über eine leichtgängige, stufenlos verstellbare Airflow und ist ausgelegt für den gemäßigten bis direkten Lungenzug. Der Zug selbst ist angenehm smooth, das Zuggeräusch ist hörbar, aber nicht störend.

Der Geschmack

Obwohl man das Deck auch problemlos mit einer klassischen Singlecoil – aus Draht und so, die älteren Dampfer kennen das noch – betreiben kann ist der Siegfried in erster Linie als Mesh-Verdampfer gedacht, und auch nur so habe ich ihn in meinem kleinen Test betrieben. Wie schon häufiger erwähnt hat Mesh seine Eigenarten: Der Geschmack ist eher “bääääm” als differenziert, die süßen Noten werden gerne mal betont, und wer das mag, der wird den Siegfried lieben.

Neue Geräte werden ja heutzutage inflationär als “beschde” gehypt. Soweit würde ich nicht gehen, aber zumindest mit den von mir getesteten Liquids bekommt der Siegfried für seinen Geschmack ein klares “sehr gut”! Und er würde auch sicher in den Kreis meiner Dauerdampfen aufgenommen, wenn da nicht… aber dazu später mehr.

Das Deck

Das Deck ist schlicht gehalten – keine gefederte Brücke, keine Durchschleifmöglichkeit, einfach zwei Klemmbacken mit je einer Schraube (Kreuzschlitz!) und zwei kleinen Federn, die die Backen beim Lösen der Schrauben auseinanderdrücken, das war’s.

Mit den hauseigenen Meshplättchen (drei verschiedene sind derzeit verfügbar, mit unterschiedlichen Materialien und jeweils um die 0.2 Ohm) ist das Anbringen recht einfach, man muss nichts ausmessen oder abschneiden – einfach die eine Seite des Meshstreifens festschrauben,  leicht biegen, Watte drunterpacken, die andere Seite festschrauben, fertig. Alternativ kann man auch erst das Mesh komplett befestigen und dann die – mitgelieferte – “Schnürsenkelwatte” durchziehen. In jedem Fall wichtig: Die Watte soll möglichst bündig am Deckende abgeschnitten werden, also nichts umklappen oder gar in die Rinne legen! Natürlich lässt sich auch Mesh von der Rolle verwenden, zum Zuschneiden am besten eines der mitgelieferten Plättchen als Vorlage nutzen.

Der Vorteil dieses schlichten Decks: Die “Wicklung” ist schnell angebracht, Neulinge werden nicht mit einer komplizierten Technik überfordert, auf alles Überflüssige wird verzichtet. Der Nachteil: die Wattemenge muss direkt passen, ein Nachziehen des Mesh-Streifens ist nicht möglich. Die Durchschleiftechnik, über die mein ach so geliebter Simurg verfügt, ist mir persönlich zwar lieber, aber das bedeutet auch einen höheren Konstruktionsaufwand, was den Verdampfer wahrscheinlich wieder teurer gemacht hätte. Aber auch mit diesem Deck hat man den Bogen schnell raus, also alles schick.

Nachflussproblem? Nö!

Vapefly wirbt mit “Anti Dryburn System”, trotzdem las ich schon die ein oder andere Klage über Dryhits. Eigentlich dürften diese, wenn man sich das System genau anschaut, nicht vorkommen, und ich hatte bei meinen Test auch keinerlei Probleme, selbst bei hoher Leistung und vielen Zügen nacheinander nicht. Wichtig ist, dass man für ausreichend Watte unter dem Meshstreifen sorgt – muss spack sitzen, wie der Rheinländer sagt – und die Watte wirklich sehr bündig abschneidet.

Ein Schritt zu viel

Leider hat der Siegfried in meinen Augen einen kleinen Nachteil: Baubedingt muss man ihn, um ans Deck zu kommen, vom Akkuträger lösen. Das kennen wir bereits vom Aromamizer oder vom Widowmaker, viele Leute mag es auch überhaupt nicht stören, zumal Mesh in der Regel deutlich länger hält als klassische Coils und man somit nur selten ans Deck muss.

Mich persönlich stört mittlerweile dieser zusätzliche Schritt (im Grunde genommen zwei zusätzliche Schritte, das Deck muss nach dem Wickeln ja auch wieder unter den Verdampfer geschraubt werden), weshalb der Siegfried für mich eben kein Alltagsgerät wäre. Aber das ist meine ganz persönliche Macke.

Die Tube

Wie eingangs erwähnt gibt es zum Siegfried auch einen Akkuträger in Tube-Form. Dieser arbeitet nur im Bypassmodus, lässt sich also nicht regeln und haut raus, was der Akku hergibt. Vorteile solcher Tubes: Sie sind klein, übersichtlich und stellen auch einen Anfänger nicht vor große Probleme – Knopf drücken, fäddich, und wenn nicht mehr genug Leistung kommt muss eben der Akku gewechselt werden. Ganz glücklich bin ich mit solchen Geräten bei Einsteigern zwar nicht, aber der Siegfried-Mod verfügt über diverse Schutzschaltungen, eine LED gibt Auskunft über die Akkuspannung, und zumindest solange man die vorgefertigten Meshstreifen von Vapefly nutzt muss man sich auch keine Gedanken über den passenden Widerstand machen. Natürlich sollte der Einsteiger bei der Auswahl des Akkus richtig beraten werden.

Die Tube selbst ist schön klein, der Taster angenehm “klicki”, und mit einem 21700er Akku kommt man auch erst mal eine gute Weile hin. Die Optik ist ja immer Geschmackssache – ich persönlich finde die Laserung ganz gelungen, sie ist in meinen Augen aber auch dezent genug um im Zweifel nicht ernsthaft zu stören.

Das Set

Natürlich ist es schön, dass man die Komponenten – Verdampfer und Tube – auch einzeln erwerben kann, so richtig passt der Schuh aber als Set. Optisch und technisch perfekt aufeinander abgestimmt liegt sie mit einer Gesamtlänge von 168 Millimetern auch angenehm und ausgewogen in der Hand.

Wer braucht das jetzt?

Für circa 70 Euro bekommt man eine durchaus ansprechende Kombi, die zum einen Einsteiger anspricht – wobei auch an dieser Stelle der Hinweis nicht fehlen darf, dass man sich mit einem Selbstwickler erst mal auseinandersetzen muss. Wer nach einiger Zeit feststellt, dass Mesh einfach nicht sein Ding ist kann auch ohne zusätzliche Kosten oder Umbauten klassische Coils nutzen. Zum anderen wäre das Siegfried-Kit aber auch eine schöne, preiswerte “Unterwegsdampfe” für den passionierten Nerd.

Da ich kein Freund von ungeregelten Akkuträgern bin und mich der oben genannte “zusätzliche Schritt” stört bin ich aus der Nummer raus, dennoch kann ich das Set – und auch die einzelnen Komponenten – durchaus empfehlen. Und bei der recht entspannten Preisgestaltung kann man auch nicht all zu viel falsch machen.

 

Name: Siegfried
Hersteller: Vapefly
Durchmesser: 25,2mm
RTA:
Länge: 69mm
Fassungsvermögen: 7ml
Mesh oder Singlecoil
Topfilling
810er Driptip
Gemäßigter bis offener DL
Tube:
Länge: 99mm
Ein 18650/20700/21700er Akku
Bypass
LED für Akkuspannung
Diverse Schutzschaltungen (u.a. Kurzschluss, Verpolung, Überladung, 10 Sekunden-Abschaltung)
Farben: Edelstahl, Schwarz, Gunmetal (weitere folgen als limitierte Edition)
Preis: RTA und Tube je ca. 40€, Kombi ca. 70€

 

Vom Beast zum Superbeast

Der ein oder andere kennt das: Eigentlich ist man mit seinem Verdampfer absolut zufrieden, aber… ein bisschen besser geht ja irgendwie immer. Mein Beast zum Beispiel liebe ich, aber es dürfte ruhig noch etwas offener sein, außerdem könnte man es – nach den guten Erfahrungen mit dem anderen Simurg – ja vielleicht doch mit Mesh statt mit Coils bestücken…

Und als könnten sie meine Gedanken lesen brachte Eroltec nun ein Open Draw Kit heraus. Nach langer und reiflicher Überlegung – wieder ne Stange Geld ausgeben, wieder umbauen – habe ich mich schließlich entschlossen, mir das ODK zu besorgen.
Unsinn, natürlich gab es weder eine lange noch eine reifliche Überlegung. Wenn es für deinen Lieblingsverdampfer Zubehör gibt, das du herbeisehnst, überlegst du nicht sondern handelst nach dem üblichen HWV-Motto “shut up and take my money”, oder auf deutsch “GIB!!!” 😉

Das Open Draw Kit

Das Open Draw Kit besteht aus einer Topcap und einer AFC-Hülse mit zweimal 21 statt 15 Luftlöchern sowie dem “MeExSo XL”-Mesh-Deck.

Wenn man jetzt Topcap und AFC-Hülse des ODKs mit den Standard-Komponenten vergleicht scheint der Unterschied gar nicht so gewaltig – diese kleinen Änderungen sollen für deutlich mehr Durchzug sorgen?

Top Cap und Airflow-Hülse – Original (links) und ODK (rechts)

Spoiler: Ja, das machen sie! Und zwar üppig – komplett aufgedreht stört kein Widerstand mehr beim Zug.

Beim neuen Meshdeck sieht man den Unterschied sofort: Zum einen wurde – zu meinem Bedauern – auf die gefederte Brücke verzichtet, zum anderen ist das Deck jetzt deutlich breiter geworden. Vorteil: Eine größere Mesh-Fläche für mehr Geschmacksentfaltung. Nachteil: Kleinere Wattetaschen.

Standard-Mesh-Deck 1.5 (links) und MeExSo XL-Deck (rechts)

Der Umbau von Cap und Shield ist tatsächlich selbsterklärend (einfach austauschen), der des Decks funktioniert genau so wie beim Wechsel auf das Coildeck beschrieben und ist in kurzer Zeit vollzogen.

Aber genug der Theorie, hier sind meine Erfahrungen mit dem ODK in der Praxis:

Die Airflow ist deutlich offener – hier sollten wirklich alle Fans des extremen Lungenzugs auf ihre Kosten kommen. Der Zug ist zudem angenehm smooth, und der Geschmack für so viel Luft tatsächlich ausgezeichnet!

Das breitere Deck hat seine Vorteile: Das von mir genutzte Mesh von der Rolle von Vandyvape passt in seiner gesamten Breite in die Schlitze – trotzdem schneide ich es ein klein wenig bei. Das Einfädeln und Befestigen funktioniert genau so tadellos wie beim Standard-Deck.

Ein- und Durchzug des Mesh-Streifens – spielend einfach

Der Nachteil: Durch das breitere Deck reduziert sich der Platz in den Wattetaschen – die Watte sollte also wesentlich üppiger ausgedünnt werden, und bei der Verlegung muss man jetzt deutlich präziser sein. Warum auf die gefederte Brücke verzichtet wurde erschließt sich mir nicht – einen großen Nachteil ergibt sich dadurch in der Praxis aber nicht.

Allerdings hatte ich zwischenzeitlich mit dem Nachfluss zu kämpfen. Nicht dass die sechs Dochte nicht fördern würden, im Gegenteil, aber die ausgedünnte Watte in den Taschen und der “steilere Winkel” am Mesh lassen sich nun mal nicht verleugnen. Wichtig ist also Präzision beim Verlegen, hier verzeiht das Original-Deck wesentlich mehr Fehler.

MeExSo XL-Deck – gemesht und wattiert

Mein Fazit:

Der Umbau auf das Open Draw Kit hat sich in meinen Augen gelohnt – der Zug ist angenehm offen und smooth, und der Geschmack übertrifft den des Coildecks deutlich. Allerdings bin ich mir noch nicht sicher ob ich weiterhin das XL-Deck nutze oder doch wieder auf das Standard-Deck umsteige. Aber was wären Selbstwickler, wenn man nicht immer ein wenig dran tüfteln würde. 😉

Wer übrigens glaubt dass der Simurg mit dem normalen Deck schon viel säuft – mit dem ODK (und entsprechender Leistung) steigt der Verbrauch noch mal immens. Die Literflasche mit Liquid sollte also immer griffbereit stehen. 😉

Zum Open Draw Kit habe ich mir noch das “Heat Sink” Driptip gegönnt, welches nicht nur optisch eine Bereicherung ist: Ausreichend offen, mit einem angenehmen Mundgefühl und endlich in einer adäquaten Länge.

Das Beast mit ODK, Star Shield, Epsilon Base und Heat Sink Driptip

Nun habe ich aber auch genug gebastelt, individualisiert und verschönert – jedenfalls Stand jetzt; wer weiß, mit welchem Zubehör mich Eroltec in der Zukunft ködern will. 😉

Allerdings: So schön es auch ist, wenn man sich seinen Verdampfer dergestalt individualisieren kann – günstig ist das Ganze nicht. Hätte ich von Anfang an gewusst, in welcher Konstellation ich mein Beast letztendlich betreibe, hätte ich mir die ganzen Bauteile auch einzeln kaufen – und somit gut 100 Euro sparen können!

Ganz schön viel Verpackungen für zwei Verdampfer

Aber zum einen weiß man so etwas selten vorher, zum anderen kamen einige Komponenten – wie eben das ODK – erst später in den Handel, und außerdem hätte man als bekennender Nerd natürlich auch gerne das komplette Originalgerät mit Zubehör, Seriennummer und Zertifikat.

Das war jetzt aber auch erst mal der letzte Beitrag zum Simurg (gut, das dachte ich nach dem letzten Beitrag ja auch schon), vielleicht sollten wir uns aus Gründen der Vielfalt im nächsten Beitrag einfach mal einem schlanken, preiswerten Podsystem für Einsteiger widmen…

Doch wieder ein SQuape: Der Arise

Vielleicht ist es ein Reflex, eine Sucht, Nostalgie oder schlichtweg Irrsinn:  Stattqualm bringt einen neuen Verdampfer raus, und ich habe ihn, egal ob ich will oder nicht.

Stefans SQuape-Familie

Ich hatte ja bereits beim N[duro] ein wenig gezögert, ihn mir dann doch gekauft, war auch ganz angetan, aber so richtig glücklich wurde ich mit ihm nie – ich habe es einfach nicht geschafft, ihm seine Nachflussprobleme dauerhaft auszutreiben. Und obwohl er seit Ewigkeiten nur noch im Regal steht und ich mir eigentlich geschworen hatte, mir den nächsten SQuape nun wirklich nicht zu kaufen… Je nun:

Der SQuape A[rise]
In den letzten drei Wochen habe ich viel mit dem neuen Schatz experimentiert – zum Teil mehr, als mir lieb war – und möchte nun, wie gewohnt, die geneigte Leserschaft an den Erkenntnissen teilhaben lassen.

Die Optik

Im Review des N[duro] hatte ich mich bereits ausführlich über die neue Optik ausgelassen. Nach anfänglichem Fremdeln habe ich mich inzwischen daran gewöhnt, das macht es mir nun leichter, ähnelt der A[rise] seinem Vorgänger doch ziemlich – er wurde sogar noch ein bisschen schlichter, dazu fast 8mm kürzer, dadurch aber auch etwas gefälliger. Das eher ungewöhnliche Maß von 24mm behielt man allerdings bei.

Schlichtheit als neue Tradition? SQuape N[duro] und A[rise]
Die Topcap mit ihren sichtbaren Befüllöffnungen ist nachwievor keine Schönheit, das neue Standarddriptip wirkt hingegen nicht mehr so plump wie das des Vorgängers. Alles in allem: Schlicht, schnörkellos, funktional.

Das Innenleben

Einiges wurde vom N[duro] übernommen – der Closing-Mechanismus zum Beispiel, der mittlerweile wirklich ausgereift ist und zum Besten gehört, was es bei Verdampfern gibt! Oder der Befüllmechanismus, der noch mal ein wenig verbessert wurde (aber spätestens bei einem längeren Driptip immer noch nicht optimal für die verbreiteten Chubby-Flaschen ist).

Toller Befüllmechanismus – aber immer das Problem mit den leidigen Chubby-Flaschen

Neu hingegen ist der Einsatz von Air Discs, mit denen die Luftzufuhr zur Wicklung reguliert werden kann – offensichtlich ein neuer Trend, erschienen doch in letzter Zeit schon einige Verdampfer mit dieser Technik. Vier verschiedene Größen liegen bei, von ein- bis viermal 0.8mm, weitere Airdiscs sind optional erhältlich. Leider kann man die Discs nur bei entfernter Wicklung tauschen, aber zusätzlich geschieht eine stufenlose Feinjustierung ja weiterhin über den Closingring. Wer den A[rise] direkt auf Lunge dampfen möchte lässt die AirDiscs weg, und wer einen extrem restriktiven Zug bevorzugt kann noch die beigelegte Kaminreduzierung nutzen.

Airdiscs und Kaminreduzierung

Überarbeitet wurde das Deck, das wieder mehr an den SQuape R erinnert, und – zu meiner Begeisterung – die Liquidzufuhr, die nun wieder auf Umwege verzichtet und das Liquid direkt von oben auf die Watte laufen lässt. Diese beiden Dinge waren es auch, die mich abgeholt haben und weshalb eben der neueste Spross doch wieder bei mir Einzug hielt.

Das Innenleben des SQuape A[rise]
Das Handling

Wie bereits mehrfach erwähnt ist für mich das Handling eines Verdampfers enorm wichtig – lieber nehme ich (leichte) Geschmackseinbußen in Kauf als mich im Alltag mit dem Nachfluss, dem Wickeln oder beim Befüllen rumärgern zu müssen. Und das Handling beim jüngsten Schweizer ist absolut einwandfrei: Kein Siffen, kein Nachflussproblem, die Befüllung ist ein Kinderspiel. Durch die Führungsnasen gelingt das Anbringen der Wicklung selbst Einsteigern ebenso leicht wie das Verlegen der Watte. Klare Note Eins mit Sternchen!

Ein Kinderspiel: Wicklung und Wattierung des SQuape A[rise]
MTL oder DL?

Mit dem N[duro] war erstmals ein SQuape in zwei Varianten erschienen. Ich hatte mich seinerzeit für die DL-Version entschieden – und es ein Stück weit bereut. Beim A[rise] macht mir Stattqualm die Sache leichter: Der jüngste Schweizer soll sowohl im MTL- als auch im DL-Einsatz funktionieren. Da ich mittlerweile genug einige Geräte für den direkten Lungenzug besitze konzentriere ich mich beim A[rise] erst mal auf das, was den SQuape seit jeher ausmacht, nämlich den MTL-Betrieb.

Der Geschmack

Eigentlich sind die SQuape immer für ihren exzellenten Geschmack bekannt, aber diesmal tat ich mich wirklich schwer – ich glaube, ich habe noch bei keinem Test so viele verschiedene Liquids ausprobiert. Als Drähte mussten der Standard-Draht für MTL-Settings (Superfine Fused Clapton von VandyVape) und temporär eine – sehr träge – Kanthal-Clapton-Wicklung herhalten.

Die ersten Versuche wurden mit der 3 x 0.8mm-Airdisc und ohne die Kaminreduzierung durchgeführt – passionierten Backehörnchen wäre das viel zu offen, aber wenn ein Verdampfer schon so zum üppigen Experimentieren auffordert…

Fruchtig-frisch ist seit jeher die Domäne der Schweizer, und meine beiden derzeitigen Lieblinge – das “Green No.3” von KTS und das “Drunken Honey” von Snow Owl – eignen sich ob ihrer Komplexität hervorragend zum Testen. Leider enttäuschte mich hier der A[rise] doch ziemlich: Die Grundnote wurde zwar gut wiedergegeben, einzelne Nuancen jedoch kaum dargestellt, es fehlte schlicht die Vielschichtigkeit. Ein weniger komplexes Liquid wie die – schlichte, aber gute – Mango von Dash One hingegen interpretierte der A[rise] so wie gewünscht.

Die A[rise]-Testkollektion (1)
Zu viel Luft tat den SQuape aber noch nie wirklich gut, also wurde die 2 x 0.8 AirDisc eingebaut, dazu – wenn schon strikt, dann richtig – die Kaminreduzierung. Und siehe da, nicht nur beim Zug fühlte man sich plötzlich wieder “squapianisch”, sondern auch der Geschmack kam der – zugegeben, recht hohen – Erwartung schon wesentlich näher. Deutlich nuancenreicher, auch wenn beim Drunken Honey die Süße des Honigs ein wenig unterging und beim Green No.3 die Frische etwas zu sehr betont wurde. Dem Berry Marmalade von 5 Elements entlockte der SQuape noch mal völlig andere Noten als ich es vom GT IV oder vom Simurg kenne – wesentlich “marmeladiger”, dafür ließ sich die leichte Säure des Liquids nur erahnen.

Da musste wohl noch eine weitere Testrunde ran: Das White Rook von Dampflion kommt, obwohl wirklich gut getroffen, im GT IV etwas zu harsch für ein Allday daher, im A[rise] ist es etwas zurückhaltender, runder, weicher. Das #SYLD interpretierte der A[rise] dann so, wie ich es gewohnt bin – fruchtig, ausgewogen und nicht zu kantig. Schließlich musste noch das Tom Sawyer Frucht von Tom Klark herhalten, ein sehr komplexes Liquid, welches ich schon seit Jahren immer wieder dampfe – und bei dem ich mich sofort abgeholt fühle. Jou, genau so muss das schmecken!

Die A[rise]-Testkollektion (2)
Es scheint also nicht ganz so einfach zu sein, für den A[rise] das richtige Leckerli zu finden – natürlich schmeckt jedes Liquid in jedem Verdampfer ein bisschen anders, aber der SQuape interpretiert einige Aromen doch schon sehr… sagen wir mal “individuell”. 😉 Wenn man dann aber den passenden “Stoff” gefunden hat macht der kleine Schweizer so richtig Spaß.

Preis und Leistung

Geräte aus der Schweiz sind keine Billigheimer, und auch für den neuen SQuape muss man recht tief in die Tasche greifen: Mit 169 € ist er noch mal ein wenig teurer als sein Vorgänger. Dafür bekommt man allerdings auch einen extrem wertig verarbeiteten, technisch ausgeklügelten Verdampfer, und auch das mitgelieferte Zubehör kann sich sehen lassen.

Reichhaltiges Zubehör

Ob man jetzt jede Airdisc einzeln in Plastiktütchen verpacken muss sei allerdings mal dahingestellt.

Passende Schuhe

Seine gediegene Höhe lässt den A[rise] natürlich auf kleinen Akkuträgern sehr hübsch aussehen, zum Beispiel auf diversen Side-by-Side Boxen, die gerade sehr en vogue sind, oder der – leider nicht mehr produzierten – Pico 21700.

A[rise] auf der Aspire Mixx und der Pico 21700 – klein und handlich
Eine gute Figur macht er auch auf Yihis MX Class; auf dem Skarabäus Pro steht er leider ein wenig über – 24mm sind gerade für Tubes nun mal nicht das ideale Maß.

SQuape A[rise] auf der SX Mini MX Class und dem Skarabäus Pro.
Unterwegs nutze ich die Pico 21700 als Stromquelle, hier sind nicht nur die Proportionen stimmig, auch kommt man mit einem 21700er Akku sehr weit über den Tag, und mit 230 Gramm inklusive Akku ist die Kombi zudem noch ein Leichtgewicht. Allerdings nervt die automatische Zugabschaltung nach 10 Sekunden – meine MTL-Züge dauern einfach ein, zwei Sekunden länger -, und so nutze ich beim entspannten Dampfen zuhause derzeit die Coldsteel 200. Dauerhaft suche ich aber noch einen netten Untersatz, der alle Vorteile dieser beiden Kombis vereinigt, mal sehen, wann ich fündig werde.

SQuape A[rise] auf der Coldsteel 200
Brauche ich den nun?

Die SQuape-Jünger werden sich den A[rise] in jedem Fall holen – der Schreiber dieses Beitrags ist das beste Beispiel dafür. 😉 Ansonsten dürfte der jüngste SQuape sicher für diejenigen interessant sein, die sich ihren ersten High End-Selbstwickler anschaffen wollen und eher ein kleines Universalgerät suchen – ist mit dem A[rise] doch vom strengen MTL bis hin zum restriktiven DL alles möglich, außerdem ist der Verdampfer im Handling inklusive Wicklung und Wattierung so unkompliziert, dass er wirklich niemanden vor größere Probleme stellen sollte. Aber auch wer einen kleinen, entspannten Verdampfer für unterwegs sucht sollte sich mit dem neuen SQuape näher befassen. Wer einen komplett offenen Lungenzieher will wird mit dem A[rise] nicht glücklich, aber für offene Scheunentore war Stattqualm ja noch nie berühmt.

Fazit

Rund zwei Jahre nach dem N[duro] präsentiert Stattqualm jetzt den Nachfolger – und hat in diesem das beste an Technik von seinen Vorgängern vereint, so dass ich mich zu der Aussage hinreißen lasse “besser geht es nicht!” Bei der Optik scheint man den Weg der “neuen Sachlichkeit” weiter zu verfolgen, und auch wenn er mit den frühen Verdampfern nichts mehr gemein hat finde ich das Design gelungen. Geschmacklich ist der A[rise] anspruchsvoll, manche Liquids interpretiert er, nunja, eigenwillig, und man muss schon ein bisschen experimentieren. Vom Zug her überzeugt er mich vor allem bei striktem MTL-Setting – eigentlich logisch, ist ja schließlich ein SQuape.

Noch eine kleine Anmerkung: Ein Review eines Verdampfers basiert immer auf den persönlichen Empfindungen und Vorlieben, und es ist immer eine Momentaufnahme. Das Dampfen generell und der Geschmack im Speziellen sind vollkommen individuell, und so sollte man keinesfalls den Kauf (oder Nichtkauf) eines Gerätes von einem Review abhängig machen – auch wenn sich der Schreiberling noch so große Mühe gibt. 😉

Der SQuape A[rise] von Stattqualm
SQuape A[rise] von Stattqualm
Maße: 24 mm Durchmesser, Höhe 40mm (ohne Driptip)
Füllvoumen: 4ml
Material: Edelstahl, PSU (Tank), Aluminium emataliert, eloxiert (Deck, Kamin, Closing Ring)
Preis: 169,- € (inkl. 19% MwSt)

 

Leckerer Schweizer

“Selbstwickeln – muss ich nicht haben, wäre mir zu anstrengend” habe ich gesagt. “High End-Verdampfer, brauche ich nicht, die Deltas kommen da geschmacklich ran” habe ich gesagt. Tja, und nun…

squape1

Dass ich mir irgendwann einen guten Selbstwickler holen würde, das war schon etwas länger klar, wobei ich ursprünglich den FeV präferiert hatte, gefolgt vom Kayfun 4. Dann ließ mich vor einigen Tagen ein Kunde “probedampfen”, und schon war klar, es würde der SQuape werden – und gestern habe ich ihn mir tatsächlich gegönnt. 🙂 Natürlich sind die Deltas nachwievor “großes Verdampferkino”, und bei Fertigverdampfern gibt es meiner Meinung nach keine besseren, aber… Was der SQuape an Geschmack bietet haut einen nur noch um! Zumal er gestern mit einem neuen Leckerlie eingedampft wurde, nämlich Himbeerjoghurt von Dark Burner.

Nun werde ich also ums “tägliche” Selbstwickeln nicht mehr herumkommen – die erste Wicklung gab es von Benedikt quasi als Geburtstagsgeschenk – und ich bin mal gespannt, wie ich mich dabei anstellen werde. 😉

Was nicht ganz so passt ist der Akkuträger: Der SQuape wird von meiner Sigelei 100W befeuert, einem wirklich zuverlässigen Gerät, das man allerdings nicht gerade als grazil und elegant beschreiben würde, und so rein optisch nicht direkt zu meinem neuen Schmuckstück passt:

squape2

Eigentlich gehört unter den SQuape ein schicker Tubemod. Bis 30 Watt (womit – zum Glück – die Provari ausfällt), entspannter Menuführung (also auch kein BEC pro) und optisch passend. So richtig hat mir da noch kein Gerät gefallen, aber im Augenblick wäre die Anschaffung eines solchen Akkuträgers sowieso nicht drin. Aber mal sehen, was da so in den nächsten Monaten an neuen schicken Tubemods rauskommt. Wie, HWV? Ach was! 😉

Wickelpremiere

Vor Kurzem hatte Benedikt einen gebrauchten Kayfun 3.1 erworben. Dieser benötigte natürlich eine Wicklung, und da ich noch nie einen Kayfun gewickelt hatte durfte ich mich daran versuchen.

Microcoil, 0,3 NiCr-Draht, 10 Wicklungen, 2 mm, 1,3 Ohm:

mikrocoil_kayfun

Das Ergebnis musste direkt mal getestet werden…

coiltest

…und ich muss sagen: Wow! Was für eine Dampfmaschin, was für ein Geschmack! Erfreulicherweise war der Besitzer des Verdampfers mit dem Ergebnis genauso zufrieden. 🙂

Und da Benedikts FeV auch dringend einer neuen Wicklung bedurfte und ich den Flashi auch noch nie gewickelt hatte… Diesmal eine “normale” Coil mit 10 Wicklungen mit 0,4er Kanthal, ca. 3 mm (genauer ausgedrückt: Die Dicke von Benedikts Schraubendreher), 1.2 Ohm:

fevcoil

Auch dieses Ergebnis war äußerst zufriedenstellend, wenn mir auch ehrlich gesagt der FeV mit der Wicklung etwas zu flashig ist.

Und zur Belohnung für die gelungene Wickelpremiere gibt es heute Calipitter Chow im Kayfun zum Frühstück: 🙂

kayfunfruehstueck

(Gut, über die Optik der Kombination VTR/Kayfun könnte man jetzt diskutieren, und zugegeben, mit der SVD sieht er um Längen besser aus, aber der Feuertaster und so… )

Wochenende unter Dampf

Wenn die eine Schnute die andere besucht dreht sich seit geraumer Zeit alles vieles ums Thema Dampfen. Da wird sich ausgetauscht, erklärt, gezeigt, probiert, und das nicht nur zuhause, nein, man verbringt auch schon mal die ein oder andere (oder auch andere) Stunde im Dampfershop, guckt, plaudert, testet Liquids, simpelt fach und lässt letztendlich auch den ein oder anderen Euront im Laden liegen. Zusätzlich hatte Benedikt diesmal gefühlt 1000 Fläschchen in diversen Größen nebst Massen an Zubehör mitgebracht und fleißig Liquids gemischt. Damit werde ich demnähx auch beginnen – dies ist nicht nur um Längen kostengünstiger als sich immer fertige Liquids zu kaufen, man ist auch deutlich flexibler in der Zusammenstellung seines Lieblingsdampfstöffchens. Dass es in der heimischen Küche dabei mitunter aussieht wie im Hinterzimmer einer mittelgroßen Apotheke ist zu verschmerzen. 😉

mischen

Dieses Wochenende brachte unter anderem grünen Apfel, Ananas und Haselnuss in die Schnutschen Dampfer. Von den letzten beiden zeigen sich beide sehr angetan, an Benedikts Vanillepudding (!) scheiden sich allerdings die Geister Geschmäcker…

Auch gewickelt wurde am Wochenende! Nein, wir haben keinen Windelpupser aufgenommen, auch hier geht es ums Dampfen. Allerdings hat mir das Zusehen bei Benedikts Frickelarbeit wieder bestätigt, dass ich wohl nie zu den Selbstwicklern gehören sondern weiterhin brav die bereits fertigen Teile kaufen werde. Ist besser für alle, vor allem für die Ohren der Nachbarn mein Nervenkostüm. 😉

Die WickeleiNun mag ob der Anmerkungen oder Fotos der ein oder andere unbedarfte Nichtdampfer vielleicht denken, dass wir hier die totalen Dampfer-Nerds seien. Ich kann versichern: Es gibt Dampfer, die sind um Längen nerdiger als wir, also zumindest als ich! Aber ich bemühe mich natürlich, den Abstand peu-à-peu zu verringern… 😉