Gryphus – der nächste Volltreffer?

Wie der eine oder die andere vielleicht schon mitbekommen hat, bin ich ein ziemlich großer Fan des Simurg. Und wenn dann aus dem gleichen Hause, sprich Eroltec, der nächste Selbstwickler erscheint, dann erwerbe ich diesen natürlich. Und teste ihn. Und berichte darüber.

Also, Vorhang auf für den Gryphus!

Der Imist Gryphus

Äußerlich ähneln sich die beiden Geschwister wenig, lediglich der – eher ungewöhnliche – Durchmesser von 26mm ist beiden gleich. Der Gryphus ist allerdings ein ganzes Stück kürzer; durch seine Höhe von 56,5 mm wirkt er leicht gedrungen, aber dennoch sehr gefällig:

Die Geschwister Imist: Simurg (l), Gryphus (r)

Weitere Unterschiede der beiden: Im Gegensatz zum Simurg ist der Gryphus ein Bottomcoiler. Und er ist für MTL oder RDL, sprich fürs gemütliche Backeschnutzeln oder den restriktiven Lungenzug gedacht – und damit auch für deutlich weniger Leistung ausgelegt. Vom Zug her könnte man ihn mit dem Taifun GT IV vergleichen, der sich bei vielen Dampfern noch größter Beliebtheit erfreut.

Relativ schnell fallen einem zwei Dinge auf: Der Gryphus verfügt über eine obenliegende Airflowcontrol – also ist ein Auslaufen des Verdampfers eigentlich unmöglich. Sehr schön! Und man setzt bei der Topcap auf ein Schraubgewinde anstelle eines Bajonettverschlusses. Nicht so schön.

Obenliegende AFC, aber kein Bajonettverschluss

Wie erwartet ist die Verarbeitung hervorragend – das Gerät fühlt sich wertig an, die Gewinde sind leichtgängig, das Finish gefällt. Das Driptip ist zwar optisch keine Augenweide, allerdings recht angenehm im Mund.

Zum Deck muss ich an dieser Stelle nicht mehr viel schreiben, es ist im Prinzip das gleiche wie beim Simurg V 1.5, inklusive Durchschleifmöglichkeit und gefederter Brücke.

Das Deck des Gryphus. Kommt einem als Simurgianer bekannt vor.

Ja, auch der Gryphus ist in erster Linie ein Mesh-Verdampfer, es befindet sich aber auch ein klassisches Single-Coil-Deck im Lieferumfang.

Das Handling

Der Gryphus ist im Alltag ein “entspanntes” Gerät, das nach kurzer Lernphase auch einen ungeübten Dampfer vor keine größeren Probleme stellen sollte. Dank der Durchschleiftechnik ist die Wicklung schnell angebracht, die AFC ist leichtgängig, das Befüllen einfach, eine Liquidcontrol ist bei einer obenliegenden AFC unnötig. Wie eingangs erwähnt hat Eroltec leider auf einen Bajonettverschluss verzichtet, allerdings läuft das Gewinde der Topcap butterweich. Trotzdem schade, die Schrauberei ist doch ziemlich 2019.

Etwas ungewohnt ist anfangs das Aufsetzen des Decks ins Tankgehäuse, allerdings geht dies mit etwas Übung dann doch völlig reibungslos – und erfreulicherweise muss man dazu das Deck auch nicht extra vom Akkuträger nehmen.

Deck und Verdampferkammer

Der Geschmack

Wie häufiger erwähnt sind Mesh-Verdampfer prädestiniert für süße Liquids, und genau dafür will ich den Gryphus ja auch haben. Zum Geschmacksvergleich nehmen wir natürlich den GT IV, der, obwohl schon ein wenig in die Jahre gekommen, immer noch meine absolute Nummer eins an Singlecoilern ist. Für meine Tests nutze ich nicht die beigelegten Meshstreifen sondern 200er, 300er und 400er Mesh von der Rolle, damit hatte ich beim Simurg ja bereits beste Erfahrungen gesammelt. Testliquids sind das Crème Brûlée von Dr. Fog und das (alte) Eiskaffeenchen von Nebelfee.

Gryphus mit GT IV als Vergleichsgerät plus Leckerchen

Wir beginnen mit der Crème, 300er Mesh, mit eher zurückhaltender Leistung  – und erstaunlicherweise sind die ersten Züge fast schon ein wenig enttäuschend: Flach, dazu nicht das typische “Bäääm” eines Meshers – da muss doch mehr gehen. Und tatsächlich, kaum dreht man die Leistung ein wenig hoch – 38 Watt bei 0.3 Ohm und zu zwei Dritteln geöffneter Luftzufuhr – und plötzlich ist da gar nix mehr flach! Dennoch wird man nicht von der Wucht des Liquids erschlagen, stattdessen umschmeichelt den Gaumen ein angenehm feiner, ausgewogener Geschmack. Leicht überraschend – und natürlich sehr erfreulich. Möchte man es – bei gleicher Leistung – doch etwas brachialer haben geht man mit der Mesh-Dichte einfach ein wenig runter – bereits 200er-Mesh hebt den “Bäääm-Faktor” schon deutlich an.

Beim zweiten Kandidaten, dem Eiskaffeenchen, geht es darum, die Mischung aus cremigem Kaffee mit leichter Vanillenote und einer Portion Frische ausgewogen darzustellen – und genau das macht der Gryphus. Auch wieder eher fein als brachial, vielleicht sogar etwas dezenter als der GT IV, dafür auf Dauer wesentlich konstanter. Hier kommt nämlich einer der Vorteile von Mesh zum Tragen: Während man nach 10ml extrem süßen Liquids bei einem Coiler nur noch einen schwarzen Klumpen vorfindet – und eigentlich nur noch “irgendwas Süßes” schmeckt – entfaltet Mesh seinen Geschmack dann erst so richtig.

Mesh vs. Coil nach 10ml Süßkram

Der alte Spruch, Mesh schmeckt erst dann so richtig gut, wenn es völlig unappetitlich aussieht, ist vielleicht etwas übertrieben, birgt aber einen wahren Kern. 😉

Nachdem der Gryphus mit dem Süßkram derart überzeugt, will ich natürlich auch wissen, wie er sich mit eher nicht-süßen Liquids schlagen würde. Als Referenz dient wieder ein GT IV, als Leckerlies habe ich zwei meiner Alldays ausgewählt: Zum einen das Checkmate White Rook – kühler Ginger Ale mit Granatapfel – zum anderen das Drunken Honey von Snowowl, einem kanarischen Honigrum mit Limette und Orange.

Die nächste Testrunde, wieder gegen einen GT IV

Diesmal nutze ich einen der mitgelieferten MTL-Meshstreifen. Die dicken Dinger lassen sich deutlich schwerer durchschleifen, vielleicht ist das aber auch nur Übungssache. Wichtiger ist ja auch der Geschmack: Das Drunken Honey schmeckt etwas “schwerer” als gewohnt, die Süße geht leicht zu Gunsten der Zitrusnoten zurück, aber das ist wirklich jammern auf höchstem Niveau. Das White Rook hingegen bildet der Gryphus genau so ab, wie ich es vom GT IV her kenne. Ja, der Kleine kann definitiv mehr als nur süß!

Sollte nun, nach zweieinhalb Jahren, tatsächlich ein Gerät meinen absoluten “Wirklich-Allday-Verdampfer” ersetzen? Nun, auch wenn er geschmacklich den GT IV erreicht heißt die Antwort: Nein. Jedenfalls vorerst nicht. Mein Allday-Verdampfer muss einfach immer funktionieren, und der GT IV hat mich in der langen Zeit, in der ich ihn dampfe, noch nicht ein mal im Stich gelassen. Dass er das auch kann muss der Gryphus erst beweisen. Die Gelegenheit dazu bekommt er, denn er ist ab sofort mein Verdampfer für den täglichen Süßkram und löst damit immerhin einen meiner beiden GT IV ab. Glückwunsch!

War sonst noch was?

Auffällig war zu Beginn der verhältnismäßig üppige Flash – ich dampfe mit gerade mal 1,5mg Nikotin, und dafür schepperte das doch ganz schön. Beim zweiten Versuch mit einem etwas schmaleren Streifen war dann der Flash deutlich zurückhaltender, aber durchaus noch spürbar. Also sollte man gerade zu Beginn mit dem Nikotin besser etwas zurückhaltender sein.

In den Tutorials wird drauf hingewiesen, dass man beim Gryphus die Watte deutlich mehr ausdünnen sollte als beim Simurg – beim Einsetzen des Decks in die Kammer wird die Watte nämlich ziemlich komprimiert, und liegt die Watte zu dicht in den Taschen, könnte es Probleme mit dem Nachfluss geben. Allerdings kann man das Ausdünnen auch übertreiben – dadurch kann es passieren, dass beim Befüllen der Verdampfer gnadenlos absäuft. Also es wird passieren. In dem Fall einfach die Base wieder abnehmen, ein paar mal gut Durchfeuern, die Kammer trocken legen, und anschließend ein klein wenig Watte in den Taschen nachlegen. Und beim nächsten Meshen ruhig mal etwas weniger ausdünnen.

Watte gut ausdünnen. Aber nicht zu viel, sonst blubbert es!

Es heißt also auch bei diesem Verdampfer: Erst mal viel ausprobieren. Unterschiedliche Meshdichte und -breite wirkt sich deutlich auf den Geschmack aus, ebenso die Wattemenge, die außerdem entscheidet, ob der Nachfluss stimmt, stockt oder der Verdampfer gar absäuft. Diese Erkenntnis ist nicht neu, da aber immer wieder Newbies meinen, bei einem Selbstwickler müsse alles beim ersten Versuch perfekt laufen, kann man den Tipp ja ruhig ab und an wiederholen.

Preis und Zubehör

Mit knapp 90 Euro (für die Edelstahlversion, die schwarze und die Gunmetal-Version jeweils zehn Euro mehr) liegt der Gryphus im gehobenen, aber nicht im abgehobenen Bereich.
Dafür bekommt man – wie schon beim Simurg – einiges an Ersatzteilen und Zubehör mitgeliefert:

Gryphus mit üppigem Zubehör

Wem das Fassungsvermögen von 8ml nicht reicht kann sich noch den “Boiler Tank” für 40 Euro (Edelstahlversion, sonst fünf Euro mehr) holen. Dieser erweitert das Füllvolumen auf satte 13ml, allerdings auch den Durchmesser auf 32mm. Auf einen Glaspart muss man dabei verzichten, und die Optik ist, nun ja, sagen wir mal gewöhnungsbedürftig.

Das Coil-Deck

Zum mitgelieferten Zubehör gehört auch ein postless Single Coil-Deck. In absehbarer Zeit werde ich das sicher wahrscheinlich auch mal testen, aber für mich ist der Gryphus – wie auch der Simurg – in erster Linie ein Mesh-Verdampfer, von daher wird das mit dem Test sicher noch eine Weile dauern.

Passende Schuhe

Der Gryphus ist ob seines zurückhaltenden Leistungsbereichs auch durchaus für Single-Akkuträger geeignet, jedenfalls so lange diese nicht zu schmal sind – eine Aufnahme von 26mm sollte es schon sein.

Gryphus auf SX Mini SL Class, Lostvape Grus, Aspire Deco (v.l.)

Aber auch auf diversen Dual-ATs macht der Gryphus eine gute Figur:

Gryphus auf Lostvape Thelema, Vapefly Kriemhild, Aspire VROD (v.l.)

Ich habe mich als Stromquelle für die Dovpo Riva entschieden – die Box passt mit ihrer leichten “Bauchigkeit” perfekt zum Gryphus. Wie bei mir üblich wurde das Driptip ersetzt, zum Glück fand sich in meiner Sammlung noch ein kleines Fuzzy von Old Sam. So ergibt sich eine kleine, handliche Kombi, die zumindest ich ausgesprochen hübsch finde:

Gryphus auf der DOVPO Riva

Wer braucht denn nun den Gryphus?

Na, ich! 😉

Ansonsten sollte sich eigentlich jeder, der einen leckeren, gut verarbeiteten Bottom-Mesher für gemäßigten Lungenzug oder etwas offeneres MTL sucht, den Gryphus beim Händler des Vertrauens mal anschauen. Wer auf der Suche nach einem “offenen Scheunentor” ist wäre mit dem Simurg besser bedient, und wer eine Mischung aus beidem sucht – Topcoiler für RDL – wartet einfach noch ein wenig auf den Simurg XS.

Das Fazit

Eroltec hat nach der Premiere mit dem Simurg nun mit dem Gryphus einen weiteren großen Wurf gelandet. Er überzeugt bei der Verarbeitung ebenso wie beim Geschmack und beim Handling, dazu ist der Preis moderat – also ein ganz klares Lob. Und um die Frage in der Überschrift zu beantworten: Ja, der nächste Volltreffer! 👍

Imist Gryphus
Bottomcoiler, Top-Airflow
Maße: 56,5mm x 26mm
Fassungsvermögen: 8ml
Empfohlener Arbeitsbereich zwischen 10W und 50W
Mesh-Deck (verbaut) und Single-Coil-Deck
510er Driptip, Standard-Aufnahme
Edelstahl; Deck und Pluspol Edelstahl vergoldet
Farben: Edelstahl, PVD schwarz, PVD Gunmetal
Preis: 90€ (Edelstahl) bzw. 100€

Vom ersten Batch ist nur noch vereinzelt die Edelstahlversion verfügbar, der nächste Batch soll noch im Sommer diesen Jahres erscheinen.

Siegfried – kein Ritter der traurigen Gestalt

Mesh-Selbstwickler sind ja seit geraumer Zeit der heiße Scheiß große Hype, und auch Vapefly brachte, wieder unterstützt von den “German 103”, Ende letzten Jahres einen solchen auf den Markt: Siegfried, eine Kombi aus ungeregelter Tube und einem RTA, wobei beides auch einzeln erhältlich ist.

Hier wollen wir uns in erster Linie mit dem Verdampfer beschäftigen. Obwohl das Gerät schon etwas länger auf dem Markt ist habe ich ihn keinem Langzeittest unterzogen, aber für ein paar persönliche Eindrücke sollte meine Zeit, die ich mit dem Siegfried verbracht habe, ausreichen.

Die Optik

Rein optisch ist der Siegfried kein Verdampfer, der einem sofort auffällt – er ist keine ausgemachte Schönheit, aber auch keinesfalls hässlich. Kein sonderlich innovativer Wurf, aber er wirkt gefällig, und bei einem Durchmesser von 25mm und der Länge von 69mm stimmen auch die Proportionen.

Das Glas ist relativ kurz, sitzt aber an der richtigen Stelle, so dass man immer erkennt wenn es an der Zeit ist, nachzufüllen. Die Befüllung geht leicht über die Topcap mit Bajonettverschluss, die eingelassene Silikonabdichtung kann man, so sie einen denn stört, auch entfernen. Der Verdampfer verfügt über eine leichtgängige, stufenlos verstellbare Airflow und ist ausgelegt für den gemäßigten bis direkten Lungenzug. Der Zug selbst ist angenehm smooth, das Zuggeräusch ist hörbar, aber nicht störend.

Der Geschmack

Obwohl man das Deck auch problemlos mit einer klassischen Singlecoil – aus Draht und so, die älteren Dampfer kennen das noch – betreiben kann ist der Siegfried in erster Linie als Mesh-Verdampfer gedacht, und auch nur so habe ich ihn in meinem kleinen Test betrieben. Wie schon häufiger erwähnt hat Mesh seine Eigenarten: Der Geschmack ist eher “bääääm” als differenziert, die süßen Noten werden gerne mal betont, und wer das mag, der wird den Siegfried lieben.

Neue Geräte werden ja heutzutage inflationär als “beschde” gehypt. Soweit würde ich nicht gehen, aber zumindest mit den von mir getesteten Liquids bekommt der Siegfried für seinen Geschmack ein klares “sehr gut”! Und er würde auch sicher in den Kreis meiner Dauerdampfen aufgenommen, wenn da nicht… aber dazu später mehr.

Das Deck

Das Deck ist schlicht gehalten – keine gefederte Brücke, keine Durchschleifmöglichkeit, einfach zwei Klemmbacken mit je einer Schraube (Kreuzschlitz!) und zwei kleinen Federn, die die Backen beim Lösen der Schrauben auseinanderdrücken, das war’s.

Mit den hauseigenen Meshplättchen (drei verschiedene sind derzeit verfügbar, mit unterschiedlichen Materialien und jeweils um die 0.2 Ohm) ist das Anbringen recht einfach, man muss nichts ausmessen oder abschneiden – einfach die eine Seite des Meshstreifens festschrauben,  leicht biegen, Watte drunterpacken, die andere Seite festschrauben, fertig. Alternativ kann man auch erst das Mesh komplett befestigen und dann die – mitgelieferte – “Schnürsenkelwatte” durchziehen. In jedem Fall wichtig: Die Watte soll möglichst bündig am Deckende abgeschnitten werden, also nichts umklappen oder gar in die Rinne legen! Natürlich lässt sich auch Mesh von der Rolle verwenden, zum Zuschneiden am besten eines der mitgelieferten Plättchen als Vorlage nutzen.

Der Vorteil dieses schlichten Decks: Die “Wicklung” ist schnell angebracht, Neulinge werden nicht mit einer komplizierten Technik überfordert, auf alles Überflüssige wird verzichtet. Der Nachteil: die Wattemenge muss direkt passen, ein Nachziehen des Mesh-Streifens ist nicht möglich. Die Durchschleiftechnik, über die mein ach so geliebter Simurg verfügt, ist mir persönlich zwar lieber, aber das bedeutet auch einen höheren Konstruktionsaufwand, was den Verdampfer wahrscheinlich wieder teurer gemacht hätte. Aber auch mit diesem Deck hat man den Bogen schnell raus, also alles schick.

Nachflussproblem? Nö!

Vapefly wirbt mit “Anti Dryburn System”, trotzdem las ich schon die ein oder andere Klage über Dryhits. Eigentlich dürften diese, wenn man sich das System genau anschaut, nicht vorkommen, und ich hatte bei meinen Test auch keinerlei Probleme, selbst bei hoher Leistung und vielen Zügen nacheinander nicht. Wichtig ist, dass man für ausreichend Watte unter dem Meshstreifen sorgt – muss spack sitzen, wie der Rheinländer sagt – und die Watte wirklich sehr bündig abschneidet.

Ein Schritt zu viel

Leider hat der Siegfried in meinen Augen einen kleinen Nachteil: Baubedingt muss man ihn, um ans Deck zu kommen, vom Akkuträger lösen. Das kennen wir bereits vom Aromamizer oder vom Widowmaker, viele Leute mag es auch überhaupt nicht stören, zumal Mesh in der Regel deutlich länger hält als klassische Coils und man somit nur selten ans Deck muss.

Mich persönlich stört mittlerweile dieser zusätzliche Schritt (im Grunde genommen zwei zusätzliche Schritte, das Deck muss nach dem Wickeln ja auch wieder unter den Verdampfer geschraubt werden), weshalb der Siegfried für mich eben kein Alltagsgerät wäre. Aber das ist meine ganz persönliche Macke.

Die Tube

Wie eingangs erwähnt gibt es zum Siegfried auch einen Akkuträger in Tube-Form. Dieser arbeitet nur im Bypassmodus, lässt sich also nicht regeln und haut raus, was der Akku hergibt. Vorteile solcher Tubes: Sie sind klein, übersichtlich und stellen auch einen Anfänger nicht vor große Probleme – Knopf drücken, fäddich, und wenn nicht mehr genug Leistung kommt muss eben der Akku gewechselt werden. Ganz glücklich bin ich mit solchen Geräten bei Einsteigern zwar nicht, aber der Siegfried-Mod verfügt über diverse Schutzschaltungen, eine LED gibt Auskunft über die Akkuspannung, und zumindest solange man die vorgefertigten Meshstreifen von Vapefly nutzt muss man sich auch keine Gedanken über den passenden Widerstand machen. Natürlich sollte der Einsteiger bei der Auswahl des Akkus richtig beraten werden.

Die Tube selbst ist schön klein, der Taster angenehm “klicki”, und mit einem 21700er Akku kommt man auch erst mal eine gute Weile hin. Die Optik ist ja immer Geschmackssache – ich persönlich finde die Laserung ganz gelungen, sie ist in meinen Augen aber auch dezent genug um im Zweifel nicht ernsthaft zu stören.

Das Set

Natürlich ist es schön, dass man die Komponenten – Verdampfer und Tube – auch einzeln erwerben kann, so richtig passt der Schuh aber als Set. Optisch und technisch perfekt aufeinander abgestimmt liegt sie mit einer Gesamtlänge von 168 Millimetern auch angenehm und ausgewogen in der Hand.

Wer braucht das jetzt?

Für circa 70 Euro bekommt man eine durchaus ansprechende Kombi, die zum einen Einsteiger anspricht – wobei auch an dieser Stelle der Hinweis nicht fehlen darf, dass man sich mit einem Selbstwickler erst mal auseinandersetzen muss. Wer nach einiger Zeit feststellt, dass Mesh einfach nicht sein Ding ist kann auch ohne zusätzliche Kosten oder Umbauten klassische Coils nutzen. Zum anderen wäre das Siegfried-Kit aber auch eine schöne, preiswerte “Unterwegsdampfe” für den passionierten Nerd.

Da ich kein Freund von ungeregelten Akkuträgern bin und mich der oben genannte “zusätzliche Schritt” stört bin ich aus der Nummer raus, dennoch kann ich das Set – und auch die einzelnen Komponenten – durchaus empfehlen. Und bei der recht entspannten Preisgestaltung kann man auch nicht all zu viel falsch machen.

 

Name: Siegfried
Hersteller: Vapefly
Durchmesser: 25,2mm
RTA:
Länge: 69mm
Fassungsvermögen: 7ml
Mesh oder Singlecoil
Topfilling
810er Driptip
Gemäßigter bis offener DL
Tube:
Länge: 99mm
Ein 18650/20700/21700er Akku
Bypass
LED für Akkuspannung
Diverse Schutzschaltungen (u.a. Kurzschluss, Verpolung, Überladung, 10 Sekunden-Abschaltung)
Farben: Edelstahl, Schwarz, Gunmetal (weitere folgen als limitierte Edition)
Preis: RTA und Tube je ca. 40€, Kombi ca. 70€

 

Simurg Version 1.5 – Theorie und Praxis

Ja, es ist schon der dritte Beitrag über den Simurg innerhalb des letzten halben Jahres, aber was willste machen, wenn das Teil so interessant ist? Eben!

Simurg  und Black Simurg

Ich wollte den vor Kurzem erschienenen Black Simurg ja von Anfang an als Dualcoiler betreiben, also einfach das Mesh- durch das Coildeck ersetzen. Nun verpassten aber die Jungs von Eroltec ihrem Schützling beim aktuellen Batch ein überarbeitetes Mesh-Deck, das so ziemlich alle Punkte verbesserte, die man beim ersten Batch für optimierungswürdig gehalten hatte. Also könnte man nun seine Pläne umschmeißen, den neuen als Mesher nutzen und einfach den “alten” Simurg zum Coiler umbauen. Oder man macht es sich kompliziert, baut beide Geräte auseinander und setzt sie, da man sowieso noch ein paar Teile austauschen möchte, komplett neu zusammen:

Das Simurg-Puzzle

Betrachten wir die Veränderungen am Mesh-Deck mal etwas näher: Die Peekplatte und -schraube wurden durch eine Keramikplatte und Edelstahlschraube ersetzt, was eventuell auftretende Probleme beim Durchglühen behebt. Zum Einspannen des Meshs muss man nur noch eine Schraube pro Seite lösen, zudem ist man hier von Schlitz- auf 1.5er Sechskantschrauben gewechselt.

Mesh-Deck neu (links) und alt (rechts)

Die gravierendste Änderung besteht aber darin, dass man nun auch die “Durchschleiftechnik” anwenden kann, ähnlich wie man es bereits beim Gevolution² von GSV kennt. So muss man zum Einen den Mesh-Streifen nicht mehr in der Länge vorschneiden, zum Anderen kann man auch nach der Wattierung noch ein wenig nachspannen. Jedenfalls theoretisch.

Der Simurg ist zwar kein Communityprojekt, dennoch bemüht sich Eroltec, Anregungen aus der Fanbase umzusetzen. So wurde das Driptip etwas breitwandiger (leider nicht länger), die Luftführung in der Topcap wurde überarbeitet, und durch leichte Modifikationen funktioniert auch das Drehen der Topcap deutlich leichter – das Problem mit den zerreibenden O-Ringen sollte damit behoben sein.

Leichte Modifikationen

Eher für die Optik ist die neue gerändelte, optional erhältliche 26er-Base, die sicherlich vor allem bei größeren Akkuträger ihre Verwendung findet – und von mir natürlich direkt in beiden Geräten verbaut wurde.

Alle überarbeiteten Elemente sind einzeln erhältlich. Ob du als Nutzer der ersten Version jetzt unbedingt alle Bauteile oder nur das Mesh-Deck ersetzt, deinen alten Simurg ganz normal weiternutzt oder dir einen zweiten kaufst, das musst du selbst wissen, ist ja auch eine Frage des Budgets. Bei mir hat sich jedenfalls inzwischen einiges an Zubehör angesammelt:

Zwei Simurgs mit diversem Zubehör

In der Praxis:

Gut vier Wochen bin ich jetzt dem Simurg 1.5 unterwegs und kann festhalten: Die Befüllung ist mit den Modifikationen noch mal ein Stück besser geworden, da tropft und sifft rein gar nichts mehr, und auch die Airflow lässt sich deutlich geschmeidiger einstellen. Das neue Mesh-Deck lässt sich Dank der besseren – und weniger gewordenen – Schrauben noch einmal etwas leichter nutzen – jedenfalls, wenn man auf konventionelle Art mesht.

Leider funktioniert die neue “Durchschleiftechnik” im Praxistest so gar nicht bei mir – der Meshstreifen lässt sich einfach nicht nach oben durchziehen, da kann ich ihm gut zureden, wie ich will. Zugegeben, mein liebgewonnenes 300er-Mesh ist sehr dünn, nutzen wir also, einfach nur zum Ausprobieren, einen der mitgelieferten 100er-Meshstreifen, der deutlich stabiler ist. Aber siehe da: Auch nix!

Soll das so? Nö!

Bislang ist es mir nach unzähligen Versuchen nicht gelungen, diesen verflixten Streifen nach oben (oder auch nach unten) durchzuschieben. Es scheint einigen Usern ähnlich zu gehen während es bei anderen hervorragend klappt – ob es nun am Gerät liegt oder an der Person davor konnte ich bislang noch nicht eruieren.

Edit: Auch hier konnte wieder ein Tipp aus der Community helfen: Einfach den Mesh-Streifen an einer Seite schräg abschneiden, und schon klappt’s auch mit dem Nachbarn Durchziehen!

Die Durchschleiftechnik

Spätestens jetzt, da die “Meshung” noch mal ein Stück einfacher geworden ist, hat sich der Simurg seine 5 Sternchen verdient!

Nun ist aber erst mal genug gebastelt und geschrieben, widmen wir uns endlich wieder dem, weshalb wir den ganzen Quatsch eigentlich machen – nämlich dem Wolkenschieben… 😉

Wölkchen schieben

Euch allen wünschen wir nun, trotz der widrigen Umstände, eine möglichst entspannte, erholsame und gesunde Weihnachtszeit!

 

Doch wieder ein SQuape: Der Arise

Vielleicht ist es ein Reflex, eine Sucht, Nostalgie oder schlichtweg Irrsinn:  Stattqualm bringt einen neuen Verdampfer raus, und ich habe ihn, egal ob ich will oder nicht.

Stefans SQuape-Familie

Ich hatte ja bereits beim N[duro] ein wenig gezögert, ihn mir dann doch gekauft, war auch ganz angetan, aber so richtig glücklich wurde ich mit ihm nie – ich habe es einfach nicht geschafft, ihm seine Nachflussprobleme dauerhaft auszutreiben. Und obwohl er seit Ewigkeiten nur noch im Regal steht und ich mir eigentlich geschworen hatte, mir den nächsten SQuape nun wirklich nicht zu kaufen… Je nun:

Der SQuape A[rise]
In den letzten drei Wochen habe ich viel mit dem neuen Schatz experimentiert – zum Teil mehr, als mir lieb war – und möchte nun, wie gewohnt, die geneigte Leserschaft an den Erkenntnissen teilhaben lassen.

Die Optik

Im Review des N[duro] hatte ich mich bereits ausführlich über die neue Optik ausgelassen. Nach anfänglichem Fremdeln habe ich mich inzwischen daran gewöhnt, das macht es mir nun leichter, ähnelt der A[rise] seinem Vorgänger doch ziemlich – er wurde sogar noch ein bisschen schlichter, dazu fast 8mm kürzer, dadurch aber auch etwas gefälliger. Das eher ungewöhnliche Maß von 24mm behielt man allerdings bei.

Schlichtheit als neue Tradition? SQuape N[duro] und A[rise]
Die Topcap mit ihren sichtbaren Befüllöffnungen ist nachwievor keine Schönheit, das neue Standarddriptip wirkt hingegen nicht mehr so plump wie das des Vorgängers. Alles in allem: Schlicht, schnörkellos, funktional.

Das Innenleben

Einiges wurde vom N[duro] übernommen – der Closing-Mechanismus zum Beispiel, der mittlerweile wirklich ausgereift ist und zum Besten gehört, was es bei Verdampfern gibt! Oder der Befüllmechanismus, der noch mal ein wenig verbessert wurde (aber spätestens bei einem längeren Driptip immer noch nicht optimal für die verbreiteten Chubby-Flaschen ist).

Toller Befüllmechanismus – aber immer das Problem mit den leidigen Chubby-Flaschen

Neu hingegen ist der Einsatz von Air Discs, mit denen die Luftzufuhr zur Wicklung reguliert werden kann – offensichtlich ein neuer Trend, erschienen doch in letzter Zeit schon einige Verdampfer mit dieser Technik. Vier verschiedene Größen liegen bei, von ein- bis viermal 0.8mm, weitere Airdiscs sind optional erhältlich. Leider kann man die Discs nur bei entfernter Wicklung tauschen, aber zusätzlich geschieht eine stufenlose Feinjustierung ja weiterhin über den Closingring. Wer den A[rise] direkt auf Lunge dampfen möchte lässt die AirDiscs weg, und wer einen extrem restriktiven Zug bevorzugt kann noch die beigelegte Kaminreduzierung nutzen.

Airdiscs und Kaminreduzierung

Überarbeitet wurde das Deck, das wieder mehr an den SQuape R erinnert, und – zu meiner Begeisterung – die Liquidzufuhr, die nun wieder auf Umwege verzichtet und das Liquid direkt von oben auf die Watte laufen lässt. Diese beiden Dinge waren es auch, die mich abgeholt haben und weshalb eben der neueste Spross doch wieder bei mir Einzug hielt.

Das Innenleben des SQuape A[rise]
Das Handling

Wie bereits mehrfach erwähnt ist für mich das Handling eines Verdampfers enorm wichtig – lieber nehme ich (leichte) Geschmackseinbußen in Kauf als mich im Alltag mit dem Nachfluss, dem Wickeln oder beim Befüllen rumärgern zu müssen. Und das Handling beim jüngsten Schweizer ist absolut einwandfrei: Kein Siffen, kein Nachflussproblem, die Befüllung ist ein Kinderspiel. Durch die Führungsnasen gelingt das Anbringen der Wicklung selbst Einsteigern ebenso leicht wie das Verlegen der Watte. Klare Note Eins mit Sternchen!

Ein Kinderspiel: Wicklung und Wattierung des SQuape A[rise]
MTL oder DL?

Mit dem N[duro] war erstmals ein SQuape in zwei Varianten erschienen. Ich hatte mich seinerzeit für die DL-Version entschieden – und es ein Stück weit bereut. Beim A[rise] macht mir Stattqualm die Sache leichter: Der jüngste Schweizer soll sowohl im MTL- als auch im DL-Einsatz funktionieren. Da ich mittlerweile genug einige Geräte für den direkten Lungenzug besitze konzentriere ich mich beim A[rise] erst mal auf das, was den SQuape seit jeher ausmacht, nämlich den MTL-Betrieb.

Der Geschmack

Eigentlich sind die SQuape immer für ihren exzellenten Geschmack bekannt, aber diesmal tat ich mich wirklich schwer – ich glaube, ich habe noch bei keinem Test so viele verschiedene Liquids ausprobiert. Als Drähte mussten der Standard-Draht für MTL-Settings (Superfine Fused Clapton von VandyVape) und temporär eine – sehr träge – Kanthal-Clapton-Wicklung herhalten.

Die ersten Versuche wurden mit der 3 x 0.8mm-Airdisc und ohne die Kaminreduzierung durchgeführt – passionierten Backehörnchen wäre das viel zu offen, aber wenn ein Verdampfer schon so zum üppigen Experimentieren auffordert…

Fruchtig-frisch ist seit jeher die Domäne der Schweizer, und meine beiden derzeitigen Lieblinge – das “Green No.3” von KTS und das “Drunken Honey” von Snow Owl – eignen sich ob ihrer Komplexität hervorragend zum Testen. Leider enttäuschte mich hier der A[rise] doch ziemlich: Die Grundnote wurde zwar gut wiedergegeben, einzelne Nuancen jedoch kaum dargestellt, es fehlte schlicht die Vielschichtigkeit. Ein weniger komplexes Liquid wie die – schlichte, aber gute – Mango von Dash One hingegen interpretierte der A[rise] so wie gewünscht.

Die A[rise]-Testkollektion (1)
Zu viel Luft tat den SQuape aber noch nie wirklich gut, also wurde die 2 x 0.8 AirDisc eingebaut, dazu – wenn schon strikt, dann richtig – die Kaminreduzierung. Und siehe da, nicht nur beim Zug fühlte man sich plötzlich wieder “squapianisch”, sondern auch der Geschmack kam der – zugegeben, recht hohen – Erwartung schon wesentlich näher. Deutlich nuancenreicher, auch wenn beim Drunken Honey die Süße des Honigs ein wenig unterging und beim Green No.3 die Frische etwas zu sehr betont wurde. Dem Berry Marmalade von 5 Elements entlockte der SQuape noch mal völlig andere Noten als ich es vom GT IV oder vom Simurg kenne – wesentlich “marmeladiger”, dafür ließ sich die leichte Säure des Liquids nur erahnen.

Da musste wohl noch eine weitere Testrunde ran: Das White Rook von Dampflion kommt, obwohl wirklich gut getroffen, im GT IV etwas zu harsch für ein Allday daher, im A[rise] ist es etwas zurückhaltender, runder, weicher. Das #SYLD interpretierte der A[rise] dann so, wie ich es gewohnt bin – fruchtig, ausgewogen und nicht zu kantig. Schließlich musste noch das Tom Sawyer Frucht von Tom Klark herhalten, ein sehr komplexes Liquid, welches ich schon seit Jahren immer wieder dampfe – und bei dem ich mich sofort abgeholt fühle. Jou, genau so muss das schmecken!

Die A[rise]-Testkollektion (2)
Es scheint also nicht ganz so einfach zu sein, für den A[rise] das richtige Leckerli zu finden – natürlich schmeckt jedes Liquid in jedem Verdampfer ein bisschen anders, aber der SQuape interpretiert einige Aromen doch schon sehr… sagen wir mal “individuell”. 😉 Wenn man dann aber den passenden “Stoff” gefunden hat macht der kleine Schweizer so richtig Spaß.

Preis und Leistung

Geräte aus der Schweiz sind keine Billigheimer, und auch für den neuen SQuape muss man recht tief in die Tasche greifen: Mit 169 € ist er noch mal ein wenig teurer als sein Vorgänger. Dafür bekommt man allerdings auch einen extrem wertig verarbeiteten, technisch ausgeklügelten Verdampfer, und auch das mitgelieferte Zubehör kann sich sehen lassen.

Reichhaltiges Zubehör

Ob man jetzt jede Airdisc einzeln in Plastiktütchen verpacken muss sei allerdings mal dahingestellt.

Passende Schuhe

Seine gediegene Höhe lässt den A[rise] natürlich auf kleinen Akkuträgern sehr hübsch aussehen, zum Beispiel auf diversen Side-by-Side Boxen, die gerade sehr en vogue sind, oder der – leider nicht mehr produzierten – Pico 21700.

A[rise] auf der Aspire Mixx und der Pico 21700 – klein und handlich
Eine gute Figur macht er auch auf Yihis MX Class; auf dem Skarabäus Pro steht er leider ein wenig über – 24mm sind gerade für Tubes nun mal nicht das ideale Maß.

SQuape A[rise] auf der SX Mini MX Class und dem Skarabäus Pro.
Unterwegs nutze ich die Pico 21700 als Stromquelle, hier sind nicht nur die Proportionen stimmig, auch kommt man mit einem 21700er Akku sehr weit über den Tag, und mit 230 Gramm inklusive Akku ist die Kombi zudem noch ein Leichtgewicht. Allerdings nervt die automatische Zugabschaltung nach 10 Sekunden – meine MTL-Züge dauern einfach ein, zwei Sekunden länger -, und so nutze ich beim entspannten Dampfen zuhause derzeit die Coldsteel 200. Dauerhaft suche ich aber noch einen netten Untersatz, der alle Vorteile dieser beiden Kombis vereinigt, mal sehen, wann ich fündig werde.

SQuape A[rise] auf der Coldsteel 200
Brauche ich den nun?

Die SQuape-Jünger werden sich den A[rise] in jedem Fall holen – der Schreiber dieses Beitrags ist das beste Beispiel dafür. 😉 Ansonsten dürfte der jüngste SQuape sicher für diejenigen interessant sein, die sich ihren ersten High End-Selbstwickler anschaffen wollen und eher ein kleines Universalgerät suchen – ist mit dem A[rise] doch vom strengen MTL bis hin zum restriktiven DL alles möglich, außerdem ist der Verdampfer im Handling inklusive Wicklung und Wattierung so unkompliziert, dass er wirklich niemanden vor größere Probleme stellen sollte. Aber auch wer einen kleinen, entspannten Verdampfer für unterwegs sucht sollte sich mit dem neuen SQuape näher befassen. Wer einen komplett offenen Lungenzieher will wird mit dem A[rise] nicht glücklich, aber für offene Scheunentore war Stattqualm ja noch nie berühmt.

Fazit

Rund zwei Jahre nach dem N[duro] präsentiert Stattqualm jetzt den Nachfolger – und hat in diesem das beste an Technik von seinen Vorgängern vereint, so dass ich mich zu der Aussage hinreißen lasse “besser geht es nicht!” Bei der Optik scheint man den Weg der “neuen Sachlichkeit” weiter zu verfolgen, und auch wenn er mit den frühen Verdampfern nichts mehr gemein hat finde ich das Design gelungen. Geschmacklich ist der A[rise] anspruchsvoll, manche Liquids interpretiert er, nunja, eigenwillig, und man muss schon ein bisschen experimentieren. Vom Zug her überzeugt er mich vor allem bei striktem MTL-Setting – eigentlich logisch, ist ja schließlich ein SQuape.

Noch eine kleine Anmerkung: Ein Review eines Verdampfers basiert immer auf den persönlichen Empfindungen und Vorlieben, und es ist immer eine Momentaufnahme. Das Dampfen generell und der Geschmack im Speziellen sind vollkommen individuell, und so sollte man keinesfalls den Kauf (oder Nichtkauf) eines Gerätes von einem Review abhängig machen – auch wenn sich der Schreiberling noch so große Mühe gibt. 😉

Der SQuape A[rise] von Stattqualm
SQuape A[rise] von Stattqualm
Maße: 24 mm Durchmesser, Höhe 40mm (ohne Driptip)
Füllvoumen: 4ml
Material: Edelstahl, PSU (Tank), Aluminium emataliert, eloxiert (Deck, Kamin, Closing Ring)
Preis: 169,- € (inkl. 19% MwSt)

 

The Beauty and the Beast

Der Simurg hat etwas geschafft, was noch keinem Gerät vorher gelungen ist: Ich nutze ihn bereits seit über drei Monaten als Mesh-Verdampfer! Nun erschien der neue Batch, und ich konnte einfach nicht anders, als mir einen zweiten zu kaufen um ihn als Dualcoiler betreiben zu können. Und obwohl ich eher ein Freund der klassischen Edelstahl-Optik bin musste dieser zweite einfach in schwarz sein.

Gestatten: The Beauty and the Beast.

The Beauty (links) und the Beast (rechts)

The Beauty: Simurg 1 mit dem 1.5er Mesh-Deck, 300er Edelstahl-Mesh, 0.2 Ohm, 55 Watt, vier Dochte.
The Beast: Black Simurg mit Multideck, Dual-Coil (Framed Staple, NiChr), 0,1 Ohm, 75 Watt, sechs Dochte.

Einmal Mesh, einmal Coils

Beide Schönheiten wurden mit der 26er-Epsilon-Base und dem Tankshield “Star” aufgehübscht. Und bei ihrer Größe brauchen sie natürlich auch adäquates Schuhwerk:

Dampferträume

The Beauty sitzt auf der SX Mini T-Class, the Beast auf der Vapefly Kriemhild-Box.

So, und bevor ich jetzt am geplanten Beitrag zu den Veränderungen von der Version 1 zur Version 1.5 weiterschreibe werden erst mal ein paar kräftige Wolken geschoben… 😀

Imist Simurg – ein Multitalent

Eigentlich ist der Imist Simurg ja so gar kein Verdampfer für mich: Zum einen stehe ich mit Topcoilern gerne mal auf Kriegsfuß, zum anderen haben mich Mesh-Verdampfer nie dauerhaft fesseln können. Trotzdem hat er mich von Anfang an gereizt, was sicher auch an der Flexibilität des Verdampfers liegt: Der Simurg kann sowohl mit Mesh als auch – mit optionalem Deck – mit klassischen Coils betrieben werden, und er soll auf DL genauso funktionieren wie auf MTL. Allerdings gehen Günther Zeller und Karl Hoebel von Eroltec noch einen Schritt weiter: Sie wollten mit ihrem ersten (!) Selbstwickler einen modularen Verdampfer auf den Markt bringen, der erweiterbar ist, bei dem einzelne Bauteile ausgetauscht werden können, und der auch noch in der Version 2 oder 3 mit dem Ur-Simurg kompatibel sein soll – Stichwort Nachhaltigkeit. In jedem Fall ein interessantes Projekt, und so habe ich mir eben doch ein Exemplar besorgt.

Der Imist Simurg von Eroltec

Als der Simurg dann endlich ankam war ich zuerst von den Ausmaßen der Verpackung, dann vom umfangreichen Zubehör und schließlich von der guten Verarbeitung geflasht. Okay, ein erster Batch hat immer noch kleine Macken, so war bei einigen Exemplaren das Befüllloch wohl nicht ausreichend entgratet, und auch die Schrauben für die Mesh-Aufnahme sind noch nicht ideal, aber bis auf diese Kleinigkeiten ist die Verarbeitung top!

Ich habe den Simurg jetzt seit gut zwei Wochen im Test – und zwar bislang ausschließlich im DL-Setting. MTL werde ich sicherlich auch noch ausprobieren, aber zum einen bin ich zur Zeit (typisch für den Sommer) fast ausschließlich mit recht offenem Zug unterwegs, zum anderen sehe ich den Simurg einfach nicht als MTL-Gerät. Aber ich lasse mich gerne eines Besseren belehren – im Winter dann. 😉

Die Optik

Über die Optik lässt sich immer streiten – so auch hier. Die Rändelung der Topcap gefällt manchen nicht, am Tankshield scheiden sich die Geister, und eine 26er Base wäre stimmiger als die jetzige, auf 25mm zulaufende.
Nun: Alternative Tankshields gab es bereits von Anfang an, eine 26er Base soll in Kürze erscheinen – über die endgültige Optik stimmt gerade die Community ab – und selbst eine alternative Topcap ist geplant. So kann man sich seinen Simurg auch optisch nach eigenem Geschmack zusammenstellen, wobei sich dann das Kleingeldfach natürlich auch ganz schnell leert.

Optik ist halt immer Geschmackssache, und ich habe schon deutlich hässlichere Verdampfer gesehen. Trotzdem habe ich meinem Simurg recht schnell ein neues Tankshield spendiert, ebenso ein anderes Driptip (mehr dazu weiter unten), und auch die 26er Base ist bereits vorbestellt.

Stefans Kombi: Simurg mit alternativem Tankshield “Star” auf einer SX Mini G-CLass

Im Übrigen sollte man große Verdampfer schon mögen – als dezent oder filigran kann man das Geschoss nun wirklich nicht bezeichnen – und auch einen adäquaten Akkuträger mit mindestens 25mm Aufnahme sein Eigen nennen.

Das Zubehör

Das Zubehör des Simurg sucht seinesgleichen: Ersatz-O-Ringe sind ja überall Standard, Ersatzgläser meist ebenso. Auch einen Schraubendreher bekommen die meisten Selbstwickler beigelegt, in der Regel sollte man diesen allerdings direkt im Müll entsorgen zeitnah durch einen Markendreher ersetzen. Nicht so bei Eroltec, das beigelegte Tool ist recht hochwertig und auch nach häufiger Nutzung noch nicht durchgenudelt. Aber nicht genug damit: Eine MTL-Topcap und ein entsprechendes Driptip sind bereits im Paket enthalten, dazu je zwei vorgeschnittene Mesh-Streifen für MTL und DL (eat this, GSV!), außerdem zwei weitere Dochte, Stopfen für die nichtgenutzten Dochtlöcher und eine transparente “Baseprotection-Disc”, auf deutsch Unterlegscheibe, zum Schutz des Akkuträgers. Mehr geht nicht!

Das umfangreiche Zubehör

Nun endlich: Die Praxis

Beginnen wir mit der Mesh-Variante. Hier muss als Referenz der Gevolution² von German Stil Vapor herhalten, der absolute König beim Geschmack unter den Mesh-Verdampfern. Und um es gleich vorweg zu nehmen: Er bleibt auch der König!

Allerdings hat der Simurg dem Gevolution² ein paar Dinge voraus:
Das Anbringen des Meshstreifens klappt innerhalb weniger Sekunden, und zwar ohne das halbe Deck auseinander zu bauen. Das Verlegen der Watte ist ein Kinderspiel, welches ganz ohne Friseurausbildung zu meistern ist, zumal die Wattetaschen riesig sind. Die Befüllung funktioniert perfekt mit sämtlichen gängigen Flaschen. Das Fassungsvermögen ist mit 8,5 bis 11,5ml um ein Vielfaches höher, und der Nachfluss ist, selbst mit vier Dochten, sensationell.

In Sekunden erledigt: Das Anbringen von Mesh und Watte

Der Geschmack

Mesh-Verdampfer dampfen sich anders, und sie schmecken auch anders als klassische Coil-Verdampfer – ist einfach so, und das muss man wissen. Ihre Stärke entfalten sie in erster Linie bei leicht frischen oder süßen Liquids – extrem vielschichtige, nuancenreiche Aromen hingegen mögen doch eher klassische Coils.

Wie bei jedem neuen Verdampfer muss man auch hier erst mal spielen: Welches Mesh nehme ich? Welche Watte – und wie viel? Wie dicht wird sie verlegt? All dies trägt zum Finden des eigenen Sweetpoints bei, und das Experimentieren lohnt sich! Zum Glück ist das Anbringen der “Wicklung” beim Simurg spielend einfach, man muss natürlich immer gut drauf achten, dass wirklich jeder Millimeter des Mesh-Streifens gut mit Watte bedeckt ist, Hotspots in einem Mesh-Verdampfer sind extrem ekelig.

Watte schön fluffig in die Taschen verlegen

Nach einigen Versuchen habe ich mit 300er Edelstahl-Mesh und sehr ausgedünnter, fluffig verlegter Watte mein absolutes Lieblings-Setting gefunden. 0,2 Ohm, 55 Watt, die Airflow nicht ganz geöffnet – so erreicht der Simurg mit meinen derzeitigen, frisch-süßen Favoriten (Eiskaffeenchen von Nebelfee und Berry Marmalade von 5 Elements) geschmacklich fast den Gevolution² – und das ist ein riesiges Kompliment!

Simurg oder Gevolution²?

Der Gevolution² ist etwas besonderes und geschmacklich mit das Beste, das ich bislang gedampft habe. Es ist ein Gerät für Vape-Nerds, für Leute, die ihren Verdampfer lieben, ihn hätscheln, und die ein wenig mehr Aufwand gerne in Kauf nehmen um auch den letzten Rest Geschmack raus zu kitzeln. Der Simurg ist eher was für Praktiker, für Leute, die einfach sehr lecker dampfen wollen und nicht basteln, die lieber mit einem weniger filigranen Gerät unterwegs sind, dafür weniger häufig nachfüllen wollen (und es doch ständig müssen).

Imist Simurg oder GSV Gevolution²?

Ich bin nun mal eher ein Praktiker, und da der Simurg geschmacklich sehr nahe an den Gevolution² ranreicht, ziehe ich persönlich den Herausforderer tatsächlich vor!

Der Simurg mit Coils

Optional ist für 30 Taler das Multi-Deck erhältlich – ein postless Coildeck für Single-, Dual- oder Triple-Coil. Das Wechseln des Decks ist innerhalb kürzester Zeit erledigt: Base abschrauben, Glas und Shield abziehen, zwei Schrauben lösen, die beiden Deck-Teile austauschen und danach wieder zusammenbauen.

Deckwechsel spielend einfach – vorne das Mesh-Deck, darüber das Multideck

Da ich, wie eingangs erwähnt, den Simurg eher als DL-Gerät sehe habe ich mich für eine Dual-Coil entschieden (Framed Staple, NiChr, 0,1 Ohm), also recht klassisch gehalten.

Bei komplett geöffneter Airflow und 90 bis 100 Watt wird es nach ein paar Zügen – wenig überraschend – doch ganz schön heiß an der Schnute. Der Nachfluss ist auch bei dieser Leistung hervorragend, lediglich auf dem letzten Milliliter sollte man den Dochten mal die Chance geben, nachzuziehen. Wer ihn mit höherer Leistung befeuern und auf Nummer sicher gehen will kann den Simurg auch mit sechs Dochten betreiben, dann stehen einen immerhin noch 8ml Fassungsvermögen zur Verfügung.

Multideck mit Dual-Coil und Blick auf die riesigen Wattetaschen

Nun darf man ein solch offenes Scheunentor natürlich geschmacklich nicht mit einem Single-Coiler mit gemäßigtem Luftzug – zum Beispiel dem von mir so geliebten und geschmacklich hervorragenden Taifun GT IV – vergleichen. Passende Vergleichsgeräte wären hier eher der Gelite² von German Stil Vapor, aber auch die Brunhilde von Vapefly.
Mein erster Eindruck war dann auch “solide”, schließt man die AFC ein wenig und zügelt die Leistung wird daraus ein “sehr solide”, und das ist durchaus als Kompliment zu verstehen.
Geschmacklich liegen alle drei Geräte für mich in etwa auf Augenhöhe, von der Verarbeitung (und auch beim Nachfluss) toppt der Simurg die Brunhilde allerdings deutlich – gut, er kostet auch das Dreifache. Der Gelite² ist noch mal eine andere Hausnummer, allein wegen der Materialstärke, da er aber nicht mehr produziert wird findet man im Simurg durchaus eine gute Alternative.

Braucht man das? Und – brauche ich das?

Wer einen gut verarbeiteten, flexiblen Topcoiler mit üppig Tankvolumen und ganz entspanntem Handling sucht ist beim Simurg gut aufgehoben, mit dem Coildeck zusammen liegen wir dann aber auch schon bei 160 Euro. Ist man bereit, diesen Betrag auszugeben, wird man es aber nicht bereuen. Wer den Simurg bereits besitzt und mit Coils experimentieren will hat sich das Multideck wahrscheinlich sowieso schon besorgt. 😉

Multideck mit Dualcoil und Wattierung.

Für mich wäre der “Coil-Simurg” eine Alternative zum Widowmaker. Mit dem bin ich zwar durchaus zufrieden, aber wie heißt es so schön: Besser geht immer, und allein von der Verarbeitung und vom Handling her ist der Simurg hier deutlich überlegen.
Der nächste Batch soll Stand jetzt im späten September Anfang Oktober erscheinen (wobei das nur, siehe Batch 1, eine geringe Aussagekraft hat), bis dahin werde ich den Simurg wieder als Mesher nutzen. Wenn er mich in den nächsten Wochen weiterhin so begeistert wird es wohl einen zweiten geben – das Coildeck habe ich ja schon. 😉

Und sonst so?

Da wäre natürlich zuerst der Anschaffungswiderstand zu nennen: 130 Euro ist schon eine Hausnummer! Die einzelnen Teile werden in Europa gefertigt, Zusammenbau und Endkontrolle finden in Deutschland statt. Die Verarbeitung ist insgesamt hervorragend, alles ist leichtgängig, das Gerät fühlt sich wertig an. Und ein Gevolution² schlägt immerhin mit 60€ mehr zu Buche.

Dann wäre da noch das Driptip, gerade bei High End-Verdampfern gerne mal ein Ärgernis. Das Simurg-Mundstück ist optisch keine Schönheit aber allemal ausreichend, mir ist es lediglich ein wenig zu kurz – ja, Topcoiler werden heiß, Mesh-Topcoiler noch heißer. Zwar handelt es sich hier um einen 810er-Standard-Anschluss (yeah!), allerdings ist das Original-Driptip optisch genau der zulaufenden Topcap angepasst – man kann es zwar auswechseln, muss dann allerdings unter Umständen optische Einbußen hinnehmen. Ich habe mir jetzt – ein Tipp aus der Community – das Driptip “Hydra” von Steampipes gegönnt, gehe aber davon aus, dass Eroltec in absehbarer Zeit noch weitere passende Driptips anbietet.

Licht und Schatten: Original-Driptip etwas kurz, dafür Befüllmechanismus perfekt

Ein wahres Highlight ist der Befüllmechanismus! Sidefilling kennt man ja schon von anderen Topcoilern, hier wurde noch ein Schritt weiter gedacht: Durch kleine Einkerbungen gibt es Rastpunkte, so dass man quasi blind die richtige Stellung des Shields findet. Abgesehen davon sind die Befüll-Öffnungen auch für ältere Chubby-Flaschen groß genug – hier macht das Befüllen Spaß. Muss es auch, weil…

Ja, natürlich säuft der Simurg wie ein Loch, aber es handelt sich nun mal um einen Mesh-Verdampfer, und die Dinger sind eben extrem durstig – weshalb einen die einfache Befüllung natürlich umso mehr erfreut. Und bevor die Coil-Fraktion jetzt hämisch grinst – keine Sorge, als Dualcoiler säuft er genauso. 😉

Und, Kaufempfehlung?

Ja, wenn du einen flexiblen Topcoiler suchst und dich die typische Hitzeentwicklung nicht stört. Ja, wenn du auf große Verdampfer mit viel Tankvolumen stehst. Ja, wenn du eher einen offenen Zug liebst. Ja, wenn du Mesh-Verdampfer (und eher süße Liquids) magst.

Nein, wenn du sparsam mit deinem Liquid umgehen möchtest. Nicht zwingend, wenn der Gevolution² bereits dein absoluter Lieblingsverdampfer ist. Eher nicht, wenn du auf straffen MTL-Zug stehst, da gibt es ausreichend Alternativen.

Simurg auf einer Coldsteel 200, einer Dani 21700 und auf einer Lostvape Paranormal

Fazit

Die Jungs von Eroltec haben mit dem Simurg einen richtig guten Verdampfer herausgebracht – meine hohen Erwartungen jedenfalls wurden bislang erfüllt, wenn nicht gar übertroffen. Wie er sich auf Dauer schlägt – und ob ich diesmal länger als ein paar Wochen beim Mesh bleibe – wird die Zeit zeigen. In jedem Fall ist der Simurg mit seinem modularen Aufbau – und der damit verbundenen Nachhaltigkeit – ein durchaus interessantes Projekt, das es wert ist, weiter verfolgt zu werden.

Ein Simurg am Ostseestrand

Für dieses Review waren erforderlich: Mehrere Deckwechsel, diverse neue Wicklungen, 300ml diverser Liquids, ca. 4 Liter Kaffee, 7 Fotoshootings mit insgesamt knapp 300 Fotos – und unendlich viele Stunden voller Dampfspaß.
Wem ein geschriebenes Review zu wenig (oder wer mit einem so langen Text überfordert) ist: Freunde der Bewegtbilder kommen unter anderem bei Dampfwolke7 auf ihre Kosten.

Imist Simurg von Eroltec
Höhe: 67mm
Durchmesser: 26mm (Base 25mm)
Gewicht: 100g
Füllvolumen: 8,5 bis 11,5ml, je nach Anzahl der verbauten Dochte
810er Widebore-Driptip (DL) und 510er-Driptip (MTL)
Bislang ausschließlich in der Edelstahl-Version erhältlich, schwarz soll Ende des Jahres folgen, DLC-Beschichtung ist geplant.
Preis: 129,95 €

The Torpedo has landet

Er sollte eigentlich Anfang Juni erscheinen. Dann Mitte Juni. Dann zum 1. Juli. Zum 20.Juli dann aber ganz bestimmt. Mit dem Imist Simurg verhält es sich ähnlich wie mit dem Berliner Großflughafen. Im Gegensatz zu diesem ist Eroltecs erster Selbstwickler aber nun endlich da:

Allerdings wurde beim Simurg – anders als beim Berliner Flughafen – die generell schon hohe Erwartungshaltung täglich ein bisschen größer.

Ob er sie erfüllen kann wird sich zeigen. Ich werde ihn auf Herz und Nieren Coil und Mesh testen…

…und berichten.

 

Flash-e-Vapor – das Urgestein

Heute widmen wir uns einmal einem Dampfer-Urgestein, einem Gerät, das Benedikt bereits vor sechs Jahren gedampft hat (und das als einer meiner ersten Wickelversuche herhalten musste): Dem Flash-e-Vapor.
Gefühlt gibt es ihn seit 100 Jahren – in Wirklichkeit wurde er 2012 von Arthur Schwarze entwickelt – und jedem, der sich ein klein wenig mit Selbstwicklern beschäftigt hat, ist er ein Begriff. Mittlerweile liegt er in der Version 4.5+ vor, und weder technisch noch optisch scheint sich seit der Ur-Version auf den ersten Blick all zuviel verändert zu haben.

FeV V3 mit Glaskit von 2014 (links) und der aktuelle FeV V4.5+ (rechts)

Natürlich wurde auch der FeV über die Jahre weiterentwickelt, aber eben nur punktuell. Das liegt in erster Linie an seinem Entwickler, der am bewährten Konzept festhalten will, und das gilt offensichtlich auch für die neuen Inhaber. Warum auch sollte man das Rad immer wieder neu erfinden? Und während man sich bei den Konkurrenzprodukten immer wieder an eine neue Optik gewöhnen muss bleibt der Wiedererkennungswert beim Flash-e-Vapor einfach hoch.

Ein gewisses Retrogefühl überkommt einen übrigens bereits beim Auspacken der Pappschachtel – noch immer findet man beim Zubehör Ortmann-Schnur als Alternative zur Watte und einen kleinen Nagel als Wickelhilfe, auch wenn die meisten ihn heutzutage ganz “normal” wickeln und wattieren wie jeden anderen Verdampfer.

Umfangreiches Zubehör – inklusive Edelstahl- und Polycarbonat-Tank, Docht, Schnur, Luftschrauben und natürlich dem obligatorischen Centstück für den Tankwechsel

Auch die Befüllung durch Abschrauben des Tanks wirkt in Zeiten von Top- und Sidefilling oder gar Ventilen etwas anachronistisch. Andererseits fasst der “normale” FeV 4.5+ beachtliche 7 Milliliter, und wenn man ihn dann mal nachfüllen muss geht dies ob der großen Öffnungen innerhalb weniger Sekunden. Gerüchteweise befüllen ihn die Hardcore-Fans, indem sie den Tank lediglich einmal in einen Liquid-Eimer tauchen. 😉

Befüllung von unten – etwas altmodisch, aber schnell und leicht gemacht

Aber was ist eigentlich so speziell am “Flashi”, wie ihn die Fanboys und -girls meist liebevoll nennen? In erster Linie der Aufbau: Die Tanksektion und die Wickelbase sind räumlich voneinander getrennt, so dass man durch einfaches Abziehen von Tank samt Bodenplatte sofort an die Wicklung kommt, ohne schrauben zu müssen oder Gefahr zu laufen, dass der Tank ausläuft. Das Liquid wird über Dochte – in der Regel aus Baumwollschnur, aber auch Mesh wird häufig verwendet – zur Wicklung geführt. Anders als bei Topcoilern müssen die Dochte das Liquid nicht über mehrere Zentimeter nach oben sondern nur wenige Millimeter nach unten befördern, weshalb der Flash-e-Nutzer selten mit Nachflussproblemen zu kämpfen hat. Will man auf Nummer sicher gehen kann man auch auf die DLC-Dochte zurückgreifen, die dem “kleinen” FeV serienmäßig beiliegen und für die anderen Varianten vom Hersteller als Zubehör angeboten werden. Auch ich nutze die DLC-Dochte und bin in der Regel mit dem Nachfluss mehr als zufrieden. Sollte dieser doch mal unterbrochen sein – was man leider erst sehr spät merkt – einfach mal beherzt ins Driptip pusten, zwei Sekunden warten und schon ist die Watte wieder nass.

Zu wickeln ist der FeV übrigens kinderleicht – auch wenn viele Nutzer hoffen, dass eines Tages die Posts doch mal mit Führungsnasen für die Drähte versehen werden. Auch das Wattieren sollte niemanden vor Probleme stellen, so dass der Flash-e-Vapor auch Wickeleinsteigern empfohlen werden kann.

Wicklung und Wattierung – SS316 MTL Fused, 7 Windungen, 3mm, 0.8 Ohm

Auch wenn es für den FeV seit der Version 2 immer mehr optionale Luftschrauben gibt ist und bleibt er in meinen Augen ein Backeverdampfer. Ich betreibe ihn mit der – mitgelieferten – 1.4mm-Schraube, wer auf extrem straffen Zug steht kann bis auf 0.9mm reduzieren. Andererseits kann man ihn auch mit zwei 2.1mm-Schrauben versehen und hat so einen Verdampfer für restriktiven Lungenzug. Einen Airflow-Ring wie bei den meisten Verdampfern heute üblich wird der FeV wohl nie erhalten – da man aber sein Setting, wenn man es einmal gefunden hat, im Alltag meist sowieso nicht verändert lässt es sich damit gut leben.

Am ehesten würde ich den FeV von Geschmack und Zug her noch mit dem Taifun GTR vergleichen wollen, aber auch der SQuape N MTL und der Kaifun Prime dürften eine ähnliche Zielgruppe ansprechen. Bis auf den SQuape N sind sie alle deutlich kleiner, aber wen die Länge des FeVs stört sollte sich die s-Version anschauen – bei 52mm Länge verfügt diese immer noch über ein Tankvolumen von 4,5ml.
Auch wirken all die Vergleichsmodelle sowohl vom Aufbau als auch von der Optik her wesentlich moderner – andererseits steckt im FeV eben jahrelange Erfahrung. Überhaupt ist der Flash-e-Vapor ein absolutes Alltagsgerät. Immer wieder fällt einem die Aussage seiner Nutzer auf, dass der FeV extrem zuverlässig ist und einen einfach nicht im Stich lässt – eine Aussage, der ich mich gerne anschließe. Mittlerweile ist er mein ständiger Begleiter – wenn auch, zugbedingt, nicht meine Nummer 1, aber eben eine wunderbare Ergänzung zu meinem geliebten GT IV.

FeV 4.5+ auf einer Yihi MX-Class, Dicodes Dani V3, Lost Vape Paranormal, Dicodes No6, Scarabäus Pro und Coldsteel 200

Der Flash-e-Vapor macht, wie oben zu sehen, auf vielen Akkuträgern eine gute Figur. Und obwohl bei seiner eingeforderten Leistung ein Single-Akkuträger ausreichend ist habe ich mich als Stromquelle für die Coldsteel 200 entschieden – und so eine, meiner Meinung nach, unheimlich stimmige, hübsche Kombi. Dass der FeV mit einem Dampfwürmchen versehen wurde versteht sich dabei von selbst. 😉

Bei fast allem im Leben gibt es natürlich auch einen kleinen Haken – im Falle des FeV ist es seine Verfügbarkeit: Kaum werden ein paar Modelle in freier Wildbahn gesichtet sind sie auch schon wieder weg. Wenn du also mit dem Gedanken spielst, dir ein Exemplar zu kaufen und du findest beim Off- oder Onliner deiner Wahl einen, dann schlage zu – sonst tut es ein anderer. 😉

Flesh e Vapor 4.5+
Durchmesser: 23 mm
Länge ohne Driptip: 61 mm
Leergewicht: ca. 95 Gramm
Tankvolumen: 7ml
Preis: 148,90 €

 

Komplex und doch simpel – der Widowmaker

“Die ganzen Dual-Topcoiler wie Gelite² oder Brunhilde sind ja wirklich toll, aber so langsam möchtest du doch noch mal einen schönen Bottomcoiler haben” dachte ich vor einiger Zeit. Kurz darauf kündigte Vandyvape den Widowmaker an, und die ersten Reviews erweckten eindeutig die Lust auf diesen Verdampfer. Mit kaum zwei Monaten Verzögerung war er dann auch in Deutschland verfügbar:

Es handelt sich um einen Bottomcoiler, der sowohl für den Dual- (sinnvoll) als auch für Singlecoilbetrieb (warum sollte man?) geeignet ist. Er verfügt über zwei stufenlos verstellbare Luftsysteme (eines seitlich, eines von unten), eine stufenlos verstellbare Liquidcontrol und – natürlich – Topfilling. Durchdachtes Schmankerl: Möchte man seinen Tank befüllen fasst man ihn erst am Glas an, schließt durch Drehen desselben die Liquidcontrol und öffnet, quasi im gleichen Arbeitsgang, den Deckel.

Zum Lieferumfang gehören neben einem – scheußlichen – Bubbleglas noch ein 510er-Driptip-Adapter, zwei Coils für den Start, jede Menge Ersatzteile sowie drei verschiedene Airflow-Shields, so dass wirklich jeder seinen idealen Luftzug finden sollte.

Allerdings ist auch beim größtmöglichen Lufteinlass noch ein Widerstand spürbar – ein reines Opendraw-Gerät ist der Widowmaker nicht, aber die Freunde des offenen Lungenzugs sollten gut auf ihre Kosten kommen.

Beim Deck handelt es sich um ein mittlerweile übliches postless Deck. Ich bin zwar nachwievor ein Freund des Velocity-Decks, aber zum Glück befindet sich auch beim Widowmaker eine Abschneidhilfe im Lieferumfang.

Das Wickeln ist ein Kinderspiel, auch etwas größere Coils lassen sich problemlos auf dem Deck unterbringen. Das Liquid muss keine langen, verschlungenen Wege zurücklegen sondern läuft direkt bei geöffneter Liquidcontrol von oben auf die Watte. Entsprechend entspannt gestaltet sich das Wattieren – einfach die Watte recht dünn und fluffig in die Kanäle legen:

Obwohl der Widowmaker recht komplex ist halte ich ihn für Einsteiger durchaus geeignet – man muss sich halt, wie an anderer Stelle bereits erwähnt, mit dem Gerät auseinandersetzen.

Natürlich habe ich meinen Widowmaker ein wenig gepimpt. Da ich ein Gerät für zuhause und eine weiteres für die Arbeit wollte war auch eine kleine Spielerei mit den Farben möglich. Ja, ich mag schwarz-gold. 😉

Eigentlich ist für den zweiten Widowmaker ja die Kriemhild-Box als Untersatz gedacht. Da diese wegen der Corona-Krise aber noch auf sich warten lässt…

Fazit:

Der Widowmaker ist ein zwar komplexer, trotzdem einfach zu handelnder Verdampfer mit wirklich gutem Geschmack. Zwei Nachteile sollte man allerdings nicht verschweigen: Zum einen muss konstruktionsbedingt das Deck nach dem Wickeln erst vom Akkuträger (oder dem Wickelsockel) genommen und dann unter den Verdampfer geschraubt werden – ein zusätzlicher Arbeitsschritt, der sich aber verschmerzen lässt. Zum anderen feuchtelt das ein oder andere Exemplar ein klein wenig an der Base – offensichtlich wurde beim Verpressen nicht immer ganz sauber gearbeitet. Wer ein solches Exemplar ergattert hat kann sich mit einer einfachen Unterlegscheibe für wenige Cent behelfen.

Freunden des offenen Luftzugs kann ich den Widowmaker klar empfehlen, testet ihn – nach dem Ende der Corona-Krise – doch einfach mal beim Dampfshop eures Vertrauens.

Vandyvape Widowmaker
Höhe: 51mm
Durchmesser: 25mm
Füllvolumen: 5ml (mit Bubbleglas 6ml)
Preis: Ca. 55 Euro

Mato – gehypt, verrissen, gehypt

Hier isser endlich, der Mato!

Nach heftigem Vorab-Hype und verzögertem Verkaufsstart spaltete der Mato erst mal heftig die Gemeinde, und das lag nur an ein paar kleinen Stahlseilen:
Da gab es die einen, deren Dochte problemlos förderten – sie waren mit ihrem Mato sofort glücklich.
Und dann gab es die, deren Dochte nicht förderten.

Fördert nicht so wirklich

Sie versuchten, die Dochte zu entkernen – und die Dochte zerfielen zu Staub. Sie probierten die mitgelieferten Ersatzdochte – und diese schlackerten gar fürchterlich im Tank umher. Sie versuchten es mit Mesh-Röllchen – diese förderten hervorragend, hinterließen aber beim Befüllen ein ruckzuck überflutetes Deck und manche Sauerei auf dem Akkuträger.

Fördert vor allem beim Befüllen etwas zu viel: Mato mit Meshröllchen

Oder sie legten die Watte bis in den Tank, was zwar leidlich funktionierte aber auch unpraktisch war und dazu grottig aussah. Schließlich wandten sie sich in ihrer Not an den freundlichen Helfer im örtlichen Baumarkt, schnitten sich ihre 7×7-Dochte – und plötzlich war bei den meisten Leidgeprüften der Nachfluss da! Die weitere Optimierung gelang dann durch Experimente bei der Watteverlegung oder mit unterschiedlichen Wattesorten.

Nun läuft’s richtig!

Einfach zu handhaben war der Mato also nicht zu Beginn,  aber es handelt sich nunmal um einen Selbstwickler, einen Topcoiler noch dazu, und der funktioniert nun mal nicht immer auf Anhieb so, wie man sich das vorstellt – schon gar nicht, wenn es sich um die erste Serie handelt. Im aktuellen Batch scheint das Problem mit den Dochten übrigens gelöst zu sein – die Bohrungen wurden einfach etwas breiter gemacht.

Leider zeigte sich in dieser Situation wieder mal ganz deutlich, dass die Dampferei längst mitten in der Gesellschaft angekommen ist: Der Shitstorm, der in erster Linie den Designer, nämlich die Nebelfee, überkam, machte auch dem letzten Naivling klar, dass es eine kuschelige Dampfercommunity nicht (mehr) gibt. So mancher Ausfall einiger Dampftuber und -innen konnte zwar noch als Amüsement dienen, generell ließ das Verhalten in den (a)sozialen Netzwerken aber heftige Zweifel an einer gewissen Reife der Dampferszene an sich aufkommen. Üble Beleidigungen und wüste Beschimpfungen, nur weil der Verdampfer nicht auf Anhieb funktioniert – sagt mal, geht’s eigentlich noch? Wer nicht bereit ist, sich mit seinem Selbstwickler zu beschäftigen sollte einfach Fertigcoiler nutzen, es gibt ja inzwischen genügend wirklich gute.

Eigentlich ganz einfach zu wickeln, der Mato

Wenn aber der Mato erst mal läuft, dann bekommt man einen sehr guten Verdampfer für einen restriktiven Lungenzug und mit wirklich gutem Geschmack. Die mitgelieferte Coil ist nicht nur durchaus lecker sondern auch noch “richtig rum” gedreht – also eigentlich falsch rum, und  praktischerweise gibt es direkt von Vandy Vape vorgefertigte, “links gedrehte” Coils im Zehnerpack zu kaufen – Geschäftssinn oder Kundenservice, das muss jeder für sich selbst beantworten. 😉

Praktisch – und mit allen gängigen Flaschen nutzbar – ist das Sidefilling: Einfach die Topcap ein wenig hoch- (oder ganz ab-) ziehen und den Tank durch das Silikonnubsi befüllen. (Glücklicherweise liegen zwei Ersatznubsis dabei, die ersten klagen schon, dass ihre Originalnubsis kaputt sind.) Apropos Zubehör: die mitgelieferte Abschneidhilfe ist wirklich praktisch. Wahrscheinlich wird dieses nützliche Tool bald jedem Selbstwickler mit postless Deck beiliegen – zur Müllvermeidung wird das dann dauerhaft allerdings nicht unbedingt beitragen.

Das Zubehörset mit praktischer Abschneidhilfe

Und, braucht man den Mato jetzt?
Wenn du einen Single-Top-Coiler für restriktiven Lungenzug suchst – nur zu! Für den Preis machst du nichts falsch: Er schmeckt gut, ist gut verarbeitet, und er macht Spaß, vorausgesetzt, du bist bereit, dich mit dem Gerät auseinander zu setzen! Anfängern würde ich den Mato nicht unbedingt empfehlen, aber es gibt ja auch bastel- und lernwillige Wickeleinsteiger, von daher…

Interessant ist übrigens gerade zu beobachten, wie viele Mato-Besitzer noch einen zweiten, dritten oder vierten kaufen. Natürlich liegt es auch daran, dass man die unterschiedlichen Farben so schön kombinieren kann…

Hübsche Kombinationen

…aber das würde man trotz des überschaubaren Preises wohl kaum mit einer “völligen Fehlkonstruktion” machen. Ja, zwischen Hype, völliger Verdammung und erneutem Hype können mitunter nur wenige Tage liegen… 😉

Vandy Vape Mato designed by Nebelfee
24mm Durchmesser
5ml Fassungsvermögen
Ca. 50€