Imist Simurg – ein Multitalent

Eigentlich ist der Imist Simurg ja so gar kein Verdampfer für mich: Zum einen stehe ich mit Topcoilern gerne mal auf Kriegsfuß, zum anderen haben mich Mesh-Verdampfer nie dauerhaft fesseln können. Trotzdem hat er mich von Anfang an gereizt, was sicher auch an der Flexibilität des Verdampfers liegt: Der Simurg kann sowohl mit Mesh als auch – mit optionalem Deck – mit klassischen Coils betrieben werden, und er soll auf DL genauso funktionieren wie auf MTL. Allerdings gehen Günther Zeller und Karl Hoebel von Eroltec noch einen Schritt weiter: Sie wollten mit ihrem ersten (!) Selbstwickler einen modularen Verdampfer auf den Markt bringen, der erweiterbar ist, bei dem einzelne Bauteile ausgetauscht werden können, und der auch noch in der Version 2 oder 3 mit dem Ur-Simurg kompatibel sein soll – Stichwort Nachhaltigkeit. In jedem Fall ein interessantes Projekt, und so habe ich mir eben doch ein Exemplar besorgt.

Der Imist Simurg von Eroltec

Als der Simurg dann endlich ankam war ich zuerst von den Ausmaßen der Verpackung, dann vom umfangreichen Zubehör und schließlich von der guten Verarbeitung geflasht. Okay, ein erster Batch hat immer noch kleine Macken, so war bei einigen Exemplaren das Befüllloch wohl nicht ausreichend entgratet, und auch die Schrauben für die Mesh-Aufnahme sind noch nicht ideal, aber bis auf diese Kleinigkeiten ist die Verarbeitung top!

Ich habe den Simurg jetzt seit gut zwei Wochen im Test – und zwar bislang ausschließlich im DL-Setting. MTL werde ich sicherlich auch noch ausprobieren, aber zum einen bin ich zur Zeit (typisch für den Sommer) fast ausschließlich mit recht offenem Zug unterwegs, zum anderen sehe ich den Simurg einfach nicht als MTL-Gerät. Aber ich lasse mich gerne eines Besseren belehren – im Winter dann. 😉

Die Optik

Über die Optik lässt sich immer streiten – so auch hier. Die Rändelung der Topcap gefällt manchen nicht, am Tankshield scheiden sich die Geister, und eine 26er Base wäre stimmiger als die jetzige, auf 25mm zulaufende.
Nun: Alternative Tankshields gab es bereits von Anfang an, eine 26er Base soll in Kürze erscheinen – über die endgültige Optik stimmt gerade die Community ab – und selbst eine alternative Topcap ist geplant. So kann man sich seinen Simurg auch optisch nach eigenem Geschmack zusammenstellen, wobei sich dann das Kleingeldfach natürlich auch ganz schnell leert.

Optik ist halt immer Geschmackssache, und ich habe schon deutlich hässlichere Verdampfer gesehen. Trotzdem habe ich meinem Simurg recht schnell ein neues Tankshield spendiert, ebenso ein anderes Driptip (mehr dazu weiter unten), und auch die 26er Base ist bereits vorbestellt.

Stefans Kombi: Simurg mit alternativem Tankshield “Star” auf einer SX Mini G-CLass

Im Übrigen sollte man große Verdampfer schon mögen – als dezent oder filigran kann man das Geschoss nun wirklich nicht bezeichnen – und auch einen adäquaten Akkuträger mit mindestens 25mm Aufnahme sein Eigen nennen.

Das Zubehör

Das Zubehör des Simurg sucht seinesgleichen: Ersatz-O-Ringe sind ja überall Standard, Ersatzgläser meist ebenso. Auch einen Schraubendreher bekommen die meisten Selbstwickler beigelegt, in der Regel sollte man diesen allerdings direkt im Müll entsorgen zeitnah durch einen Markendreher ersetzen. Nicht so bei Eroltec, das beigelegte Tool ist recht hochwertig und auch nach häufiger Nutzung noch nicht durchgenudelt. Aber nicht genug damit: Eine MTL-Topcap und ein entsprechendes Driptip sind bereits im Paket enthalten, dazu je zwei vorgeschnittene Mesh-Streifen für MTL und DL (eat this, GSV!), außerdem zwei weitere Dochte, Stopfen für die nichtgenutzten Dochtlöcher und eine transparente “Baseprotection-Disc”, auf deutsch Unterlegscheibe, zum Schutz des Akkuträgers. Mehr geht nicht!

Das umfangreiche Zubehör

Nun endlich: Die Praxis

Beginnen wir mit der Mesh-Variante. Hier muss als Referenz der Gevolution² von German Stil Vapor herhalten, der absolute König beim Geschmack unter den Mesh-Verdampfern. Und um es gleich vorweg zu nehmen: Er bleibt auch der König!

Allerdings hat der Simurg dem Gevolution² ein paar Dinge voraus:
Das Anbringen des Meshstreifens klappt innerhalb weniger Sekunden, und zwar ohne das halbe Deck auseinander zu bauen. Das Verlegen der Watte ist ein Kinderspiel, welches ganz ohne Friseurausbildung zu meistern ist, zumal die Wattetaschen riesig sind. Die Befüllung funktioniert perfekt mit sämtlichen gängigen Flaschen. Das Fassungsvermögen ist mit 8,5 bis 11,5ml um ein Vielfaches höher, und der Nachfluss ist, selbst mit vier Dochten, sensationell.

In Sekunden erledigt: Das Anbringen von Mesh und Watte

Der Geschmack

Mesh-Verdampfer dampfen sich anders, und sie schmecken auch anders als klassische Coil-Verdampfer – ist einfach so, und das muss man wissen. Ihre Stärke entfalten sie in erster Linie bei leicht frischen oder süßen Liquids – extrem vielschichtige, nuancenreiche Aromen hingegen mögen doch eher klassische Coils.

Wie bei jedem neuen Verdampfer muss man auch hier erst mal spielen: Welches Mesh nehme ich? Welche Watte – und wie viel? Wie dicht wird sie verlegt? All dies trägt zum Finden des eigenen Sweetpoints bei, und das Experimentieren lohnt sich! Zum Glück ist das Anbringen der “Wicklung” beim Simurg spielend einfach, man muss natürlich immer gut drauf achten, dass wirklich jeder Millimeter des Mesh-Streifens gut mit Watte bedeckt ist, Hotspots in einem Mesh-Verdampfer sind extrem ekelig.

Watte schön fluffig in die Taschen verlegen

Nach einigen Versuchen habe ich mit 300er Edelstahl-Mesh und sehr ausgedünnter, fluffig verlegter Watte mein absolutes Lieblings-Setting gefunden. 0,2 Ohm, 55 Watt, die Airflow nicht ganz geöffnet – so erreicht der Simurg mit meinen derzeitigen, frisch-süßen Favoriten (Eiskaffeenchen von Nebelfee und Berry Marmalade von 5 Elements) geschmacklich fast den Gevolution² – und das ist ein riesiges Kompliment!

Simurg oder Gevolution²?

Der Gevolution² ist etwas besonderes und geschmacklich mit das Beste, das ich bislang gedampft habe. Es ist ein Gerät für Vape-Nerds, für Leute, die ihren Verdampfer lieben, ihn hätscheln, und die ein wenig mehr Aufwand gerne in Kauf nehmen um auch den letzten Rest Geschmack raus zu kitzeln. Der Simurg ist eher was für Praktiker, für Leute, die einfach sehr lecker dampfen wollen und nicht basteln, die lieber mit einem weniger filigranen Gerät unterwegs sind, dafür weniger häufig nachfüllen wollen (und es doch ständig müssen).

Imist Simurg oder GSV Gevolution²?

Ich bin nun mal eher ein Praktiker, und da der Simurg geschmacklich sehr nahe an den Gevolution² ranreicht, ziehe ich persönlich den Herausforderer tatsächlich vor!

Der Simurg mit Coils

Optional ist für 30 Taler das Multi-Deck erhältlich – ein postless Coildeck für Single-, Dual- oder Triple-Coil. Das Wechseln des Decks ist innerhalb kürzester Zeit erledigt: Base abschrauben, Glas und Shield abziehen, zwei Schrauben lösen, die beiden Deck-Teile austauschen und danach wieder zusammenbauen.

Deckwechsel spielend einfach – vorne das Mesh-Deck, darüber das Multideck

Da ich, wie eingangs erwähnt, den Simurg eher als DL-Gerät sehe habe ich mich für eine Dual-Coil entschieden (Framed Staple, NiChr, 0,1 Ohm), also recht klassisch gehalten.

Bei komplett geöffneter Airflow und 90 bis 100 Watt wird es nach ein paar Zügen – wenig überraschend – doch ganz schön heiß an der Schnute. Der Nachfluss ist auch bei dieser Leistung hervorragend, lediglich auf dem letzten Milliliter sollte man den Dochten mal die Chance geben, nachzuziehen. Wer ihn mit höherer Leistung befeuern und auf Nummer sicher gehen will kann den Simurg auch mit sechs Dochten betreiben, dann stehen einen immerhin noch 8ml Fassungsvermögen zur Verfügung.

Multideck mit Dual-Coil und Blick auf die riesigen Wattetaschen

Nun darf man ein solch offenes Scheunentor natürlich geschmacklich nicht mit einem Single-Coiler mit gemäßigtem Luftzug – zum Beispiel dem von mir so geliebten und geschmacklich hervorragenden Taifun GT IV – vergleichen. Passende Vergleichsgeräte wären hier eher der Gelite² von German Stil Vapor, aber auch die Brunhilde von Vapefly.
Mein erster Eindruck war dann auch “solide”, schließt man die AFC ein wenig und zügelt die Leistung wird daraus ein “sehr solide”, und das ist durchaus als Kompliment zu verstehen.
Geschmacklich liegen alle drei Geräte für mich in etwa auf Augenhöhe, von der Verarbeitung (und auch beim Nachfluss) toppt der Simurg die Brunhilde allerdings deutlich – gut, er kostet auch das Dreifache. Der Gelite² ist noch mal eine andere Hausnummer, allein wegen der Materialstärke, da er aber nicht mehr produziert wird findet man im Simurg durchaus eine gute Alternative.

Braucht man das? Und – brauche ich das?

Wer einen gut verarbeiteten, flexiblen Topcoiler mit üppig Tankvolumen und ganz entspanntem Handling sucht ist beim Simurg gut aufgehoben, mit dem Coildeck zusammen liegen wir dann aber auch schon bei 160 Euro. Ist man bereit, diesen Betrag auszugeben, wird man es aber nicht bereuen. Wer den Simurg bereits besitzt und mit Coils experimentieren will hat sich das Multideck wahrscheinlich sowieso schon besorgt. 😉

Multideck mit Dualcoil und Wattierung.

Für mich wäre der “Coil-Simurg” eine Alternative zum Widowmaker. Mit dem bin ich zwar durchaus zufrieden, aber wie heißt es so schön: Besser geht immer, und allein von der Verarbeitung und vom Handling her ist der Simurg hier deutlich überlegen.
Der nächste Batch soll Stand jetzt im späten September Anfang Oktober erscheinen (wobei das nur, siehe Batch 1, eine geringe Aussagekraft hat), bis dahin werde ich den Simurg wieder als Mesher nutzen. Wenn er mich in den nächsten Wochen weiterhin so begeistert wird es wohl einen zweiten geben – das Coildeck habe ich ja schon. 😉

Und sonst so?

Da wäre natürlich zuerst der Anschaffungswiderstand zu nennen: 130 Euro ist schon eine Hausnummer! Die einzelnen Teile werden in Europa gefertigt, Zusammenbau und Endkontrolle finden in Deutschland statt. Die Verarbeitung ist insgesamt hervorragend, alles ist leichtgängig, das Gerät fühlt sich wertig an. Und ein Gevolution² schlägt immerhin mit 60€ mehr zu Buche.

Dann wäre da noch das Driptip, gerade bei High End-Verdampfern gerne mal ein Ärgernis. Das Simurg-Mundstück ist optisch keine Schönheit aber allemal ausreichend, mir ist es lediglich ein wenig zu kurz – ja, Topcoiler werden heiß, Mesh-Topcoiler noch heißer. Zwar handelt es sich hier um einen 810er-Standard-Anschluss (yeah!), allerdings ist das Original-Driptip optisch genau der zulaufenden Topcap angepasst – man kann es zwar auswechseln, muss dann allerdings unter Umständen optische Einbußen hinnehmen. Ich habe mir jetzt – ein Tipp aus der Community – das Driptip “Hydra” von Steampipes gegönnt, gehe aber davon aus, dass Eroltec in absehbarer Zeit noch weitere passende Driptips anbietet.

Licht und Schatten: Original-Driptip etwas kurz, dafür Befüllmechanismus perfekt

Ein wahres Highlight ist der Befüllmechanismus! Sidefilling kennt man ja schon von anderen Topcoilern, hier wurde noch ein Schritt weiter gedacht: Durch kleine Einkerbungen gibt es Rastpunkte, so dass man quasi blind die richtige Stellung des Shields findet. Abgesehen davon sind die Befüll-Öffnungen auch für ältere Chubby-Flaschen groß genug – hier macht das Befüllen Spaß. Muss es auch, weil…

Ja, natürlich säuft der Simurg wie ein Loch, aber es handelt sich nun mal um einen Mesh-Verdampfer, und die Dinger sind eben extrem durstig – weshalb einen die einfache Befüllung natürlich umso mehr erfreut. Und bevor die Coil-Fraktion jetzt hämisch grinst – keine Sorge, als Dualcoiler säuft er genauso. 😉

Und, Kaufempfehlung?

Ja, wenn du einen flexiblen Topcoiler suchst und dich die typische Hitzeentwicklung nicht stört. Ja, wenn du auf große Verdampfer mit viel Tankvolumen stehst. Ja, wenn du eher einen offenen Zug liebst. Ja, wenn du Mesh-Verdampfer (und eher süße Liquids) magst.

Nein, wenn du sparsam mit deinem Liquid umgehen möchtest. Nicht zwingend, wenn der Gevolution² bereits dein absoluter Lieblingsverdampfer ist. Eher nicht, wenn du auf straffen MTL-Zug stehst, da gibt es ausreichend Alternativen.

Simurg auf einer Coldsteel 200, einer Dani 21700 und auf einer Lostvape Paranormal

Fazit

Die Jungs von Eroltec haben mit dem Simurg einen richtig guten Verdampfer herausgebracht – meine hohen Erwartungen jedenfalls wurden bislang erfüllt, wenn nicht gar übertroffen. Wie er sich auf Dauer schlägt – und ob ich diesmal länger als ein paar Wochen beim Mesh bleibe – wird die Zeit zeigen. In jedem Fall ist der Simurg mit seinem modularen Aufbau – und der damit verbundenen Nachhaltigkeit – ein durchaus interessantes Projekt, das es wert ist, weiter verfolgt zu werden.

Ein Simurg am Ostseestrand

Für dieses Review waren erforderlich: Mehrere Deckwechsel, diverse neue Wicklungen, 300ml diverser Liquids, ca. 4 Liter Kaffee, 7 Fotoshootings mit insgesamt knapp 300 Fotos – und unendlich viele Stunden voller Dampfspaß.
Wem ein geschriebenes Review zu wenig (oder wer mit einem so langen Text überfordert) ist: Freunde der Bewegtbilder kommen unter anderem bei Dampfwolke7 auf ihre Kosten.

Imist Simurg von Eroltec
Höhe: 67mm
Durchmesser: 26mm (Base 25mm)
Gewicht: 100g
Füllvolumen: 8,5 bis 11,5ml, je nach Anzahl der verbauten Dochte
810er Widebore-Driptip (DL) und 510er-Driptip (MTL)
Bislang ausschließlich in der Edelstahl-Version erhältlich, schwarz soll Ende des Jahres folgen, DLC-Beschichtung ist geplant.
Preis: 129,95 €

The Torpedo has landet

Er sollte eigentlich Anfang Juni erscheinen. Dann Mitte Juni. Dann zum 1. Juli. Zum 20.Juli dann aber ganz bestimmt. Mit dem Imist Simurg verhält es sich ähnlich wie mit dem Berliner Großflughafen. Im Gegensatz zu diesem ist Eroltecs erster Selbstwickler aber nun endlich da:

Allerdings wurde beim Simurg – anders als beim Berliner Flughafen – die generell schon hohe Erwartungshaltung täglich ein bisschen größer.

Ob er sie erfüllen kann wird sich zeigen. Ich werde ihn auf Herz und Nieren Coil und Mesh testen…

…und berichten.

 

Flash-e-Vapor – das Urgestein

Heute widmen wir uns einmal einem Dampfer-Urgestein, einem Gerät, das Benedikt bereits vor sechs Jahren gedampft hat (und das als einer meiner ersten Wickelversuche herhalten musste): Dem Flash-e-Vapor.
Gefühlt gibt es ihn seit 100 Jahren – in Wirklichkeit wurde er 2012 von Arthur Schwarze entwickelt – und jedem, der sich ein klein wenig mit Selbstwicklern beschäftigt hat, ist er ein Begriff. Mittlerweile liegt er in der Version 4.5+ vor, und weder technisch noch optisch scheint sich seit der Ur-Version auf den ersten Blick all zuviel verändert zu haben.

FeV V3 mit Glaskit von 2014 (links) und der aktuelle FeV V4.5+ (rechts)

Natürlich wurde auch der FeV über die Jahre weiterentwickelt, aber eben nur punktuell. Das liegt in erster Linie an seinem Entwickler, der am bewährten Konzept festhalten will, und das gilt offensichtlich auch für die neuen Inhaber. Warum auch sollte man das Rad immer wieder neu erfinden? Und während man sich bei den Konkurrenzprodukten immer wieder an eine neue Optik gewöhnen muss bleibt der Wiedererkennungswert beim Flash-e-Vapor einfach hoch.

Ein gewisses Retrogefühl überkommt einen übrigens bereits beim Auspacken der Pappschachtel – noch immer findet man beim Zubehör Ortmann-Schnur als Alternative zur Watte und einen kleinen Nagel als Wickelhilfe, auch wenn die meisten ihn heutzutage ganz “normal” wickeln und wattieren wie jeden anderen Verdampfer.

Umfangreiches Zubehör – inklusive Edelstahl- und Polycarbonat-Tank, Docht, Schnur, Luftschrauben und natürlich dem obligatorischen Centstück für den Tankwechsel

Auch die Befüllung durch Abschrauben des Tanks wirkt in Zeiten von Top- und Sidefilling oder gar Ventilen etwas anachronistisch. Andererseits fasst der “normale” FeV 4.5+ beachtliche 7 Milliliter, und wenn man ihn dann mal nachfüllen muss geht dies ob der großen Öffnungen innerhalb weniger Sekunden. Gerüchteweise befüllen ihn die Hardcore-Fans, indem sie den Tank lediglich einmal in einen Liquid-Eimer tauchen. 😉

Befüllung von unten – etwas altmodisch, aber schnell und leicht gemacht

Aber was ist eigentlich so speziell am “Flashi”, wie ihn die Fanboys und -girls meist liebevoll nennen? In erster Linie der Aufbau: Die Tanksektion und die Wickelbase sind räumlich voneinander getrennt, so dass man durch einfaches Abziehen von Tank samt Bodenplatte sofort an die Wicklung kommt, ohne schrauben zu müssen oder Gefahr zu laufen, dass der Tank ausläuft. Das Liquid wird über Dochte – in der Regel aus Baumwollschnur, aber auch Mesh wird häufig verwendet – zur Wicklung geführt. Anders als bei Topcoilern müssen die Dochte das Liquid nicht über mehrere Zentimeter nach oben sondern nur wenige Millimeter nach unten befördern, weshalb der Flash-e-Nutzer selten mit Nachflussproblemen zu kämpfen hat. Will man auf Nummer sicher gehen kann man auch auf die DLC-Dochte zurückgreifen, die dem “kleinen” FeV serienmäßig beiliegen und für die anderen Varianten vom Hersteller als Zubehör angeboten werden. Auch ich nutze die DLC-Dochte und bin in der Regel mit dem Nachfluss mehr als zufrieden. Sollte dieser doch mal unterbrochen sein – was man leider erst sehr spät merkt – einfach mal beherzt ins Driptip pusten, zwei Sekunden warten und schon ist die Watte wieder nass.

Zu wickeln ist der FeV übrigens kinderleicht – auch wenn viele Nutzer hoffen, dass eines Tages die Posts doch mal mit Führungsnasen für die Drähte versehen werden. Auch das Wattieren sollte niemanden vor Probleme stellen, so dass der Flash-e-Vapor auch Wickeleinsteigern empfohlen werden kann.

Wicklung und Wattierung – SS316 MTL Fused, 7 Windungen, 3mm, 0.8 Ohm

Auch wenn es für den FeV seit der Version 2 immer mehr optionale Luftschrauben gibt ist und bleibt er in meinen Augen ein Backeverdampfer. Ich betreibe ihn mit der – mitgelieferten – 1.4mm-Schraube, wer auf extrem straffen Zug steht kann bis auf 0.9mm reduzieren. Andererseits kann man ihn auch mit zwei 2.1mm-Schrauben versehen und hat so einen Verdampfer für restriktiven Lungenzug. Einen Airflow-Ring wie bei den meisten Verdampfern heute üblich wird der FeV wohl nie erhalten – da man aber sein Setting, wenn man es einmal gefunden hat, im Alltag meist sowieso nicht verändert lässt es sich damit gut leben.

Am ehesten würde ich den FeV von Geschmack und Zug her noch mit dem Taifun GTR vergleichen wollen, aber auch der SQuape N MTL und der Kaifun Prime dürften eine ähnliche Zielgruppe ansprechen. Bis auf den SQuape N sind sie alle deutlich kleiner, aber wen die Länge des FeVs stört sollte sich die s-Version anschauen – bei 52mm Länge verfügt diese immer noch über ein Tankvolumen von 4,5ml.
Auch wirken all die Vergleichsmodelle sowohl vom Aufbau als auch von der Optik her wesentlich moderner – andererseits steckt im FeV eben jahrelange Erfahrung. Überhaupt ist der Flash-e-Vapor ein absolutes Alltagsgerät. Immer wieder fällt einem die Aussage seiner Nutzer auf, dass der FeV extrem zuverlässig ist und einen einfach nicht im Stich lässt – eine Aussage, der ich mich gerne anschließe. Mittlerweile ist er mein ständiger Begleiter – wenn auch, zugbedingt, nicht meine Nummer 1, aber eben eine wunderbare Ergänzung zu meinem geliebten GT IV.

FeV 4.5+ auf einer Yihi MX-Class, Dicodes Dani V3, Lost Vape Paranormal, Dicodes No6, Scarabäus Pro und Coldsteel 200

Der Flash-e-Vapor macht, wie oben zu sehen, auf vielen Akkuträgern eine gute Figur. Und obwohl bei seiner eingeforderten Leistung ein Single-Akkuträger ausreichend ist habe ich mich als Stromquelle für die Coldsteel 200 entschieden – und so eine, meiner Meinung nach, unheimlich stimmige, hübsche Kombi. Dass der FeV mit einem Dampfwürmchen versehen wurde versteht sich dabei von selbst. 😉

Bei fast allem im Leben gibt es natürlich auch einen kleinen Haken – im Falle des FeV ist es seine Verfügbarkeit: Kaum werden ein paar Modelle in freier Wildbahn gesichtet sind sie auch schon wieder weg. Wenn du also mit dem Gedanken spielst, dir ein Exemplar zu kaufen und du findest beim Off- oder Onliner deiner Wahl einen, dann schlage zu – sonst tut es ein anderer. 😉

Flesh e Vapor 4.5+
Durchmesser: 23 mm
Länge ohne Driptip: 61 mm
Leergewicht: ca. 95 Gramm
Tankvolumen: 7ml
Preis: 148,90 €

 

Komplex und doch simpel – der Widowmaker

“Die ganzen Dual-Topcoiler wie Gelite² oder Brunhilde sind ja wirklich toll, aber so langsam möchtest du doch noch mal einen schönen Bottomcoiler haben” dachte ich vor einiger Zeit. Kurz darauf kündigte Vandyvape den Widowmaker an, und die ersten Reviews erweckten eindeutig die Lust auf diesen Verdampfer. Mit kaum zwei Monaten Verzögerung war er dann auch in Deutschland verfügbar:

Es handelt sich um einen Bottomcoiler, der sowohl für den Dual- (sinnvoll) als auch für Singlecoilbetrieb (warum sollte man?) geeignet ist. Er verfügt über zwei stufenlos verstellbare Luftsysteme (eines seitlich, eines von unten), eine stufenlos verstellbare Liquidcontrol und – natürlich – Topfilling. Durchdachtes Schmankerl: Möchte man seinen Tank befüllen fasst man ihn erst am Glas an, schließt durch Drehen desselben die Liquidcontrol und öffnet, quasi im gleichen Arbeitsgang, den Deckel.

Zum Lieferumfang gehören neben einem – scheußlichen – Bubbleglas noch ein 510er-Driptip-Adapter, zwei Coils für den Start, jede Menge Ersatzteile sowie drei verschiedene Airflow-Shields, so dass wirklich jeder seinen idealen Luftzug finden sollte.

Allerdings ist auch beim größtmöglichen Lufteinlass noch ein Widerstand spürbar – ein reines Opendraw-Gerät ist der Widowmaker nicht, aber die Freunde des offenen Lungenzugs sollten gut auf ihre Kosten kommen.

Beim Deck handelt es sich um ein mittlerweile übliches postless Deck. Ich bin zwar nachwievor ein Freund des Velocity-Decks, aber zum Glück befindet sich auch beim Widowmaker eine Abschneidhilfe im Lieferumfang.

Das Wickeln ist ein Kinderspiel, auch etwas größere Coils lassen sich problemlos auf dem Deck unterbringen. Das Liquid muss keine langen, verschlungenen Wege zurücklegen sondern läuft direkt bei geöffneter Liquidcontrol von oben auf die Watte. Entsprechend entspannt gestaltet sich das Wattieren – einfach die Watte recht dünn und fluffig in die Kanäle legen:

Obwohl der Widowmaker recht komplex ist halte ich ihn für Einsteiger durchaus geeignet – man muss sich halt, wie an anderer Stelle bereits erwähnt, mit dem Gerät auseinandersetzen.

Natürlich habe ich meinen Widowmaker ein wenig gepimpt. Da ich ein Gerät für zuhause und eine weiteres für die Arbeit wollte war auch eine kleine Spielerei mit den Farben möglich. Ja, ich mag schwarz-gold. 😉

Eigentlich ist für den zweiten Widowmaker ja die Kriemhild-Box als Untersatz gedacht. Da diese wegen der Corona-Krise aber noch auf sich warten lässt…

Fazit:

Der Widowmaker ist ein zwar komplexer, trotzdem einfach zu handelnder Verdampfer mit wirklich gutem Geschmack. Zwei Nachteile sollte man allerdings nicht verschweigen: Zum einen muss konstruktionsbedingt das Deck nach dem Wickeln erst vom Akkuträger (oder dem Wickelsockel) genommen und dann unter den Verdampfer geschraubt werden – ein zusätzlicher Arbeitsschritt, der sich aber verschmerzen lässt. Zum anderen feuchtelt das ein oder andere Exemplar ein klein wenig an der Base – offensichtlich wurde beim Verpressen nicht immer ganz sauber gearbeitet. Wer ein solches Exemplar ergattert hat kann sich mit einer einfachen Unterlegscheibe für wenige Cent behelfen.

Freunden des offenen Luftzugs kann ich den Widowmaker klar empfehlen, testet ihn – nach dem Ende der Corona-Krise – doch einfach mal beim Dampfshop eures Vertrauens.

Vandyvape Widowmaker
Höhe: 51mm
Durchmesser: 25mm
Füllvolumen: 5ml (mit Bubbleglas 6ml)
Preis: Ca. 55 Euro

Mato – gehypt, verrissen, gehypt

Hier isser endlich, der Mato!

Nach heftigem Vorab-Hype und verzögertem Verkaufsstart spaltete der Mato erst mal heftig die Gemeinde, und das lag nur an ein paar kleinen Stahlseilen:
Da gab es die einen, deren Dochte problemlos förderten – sie waren mit ihrem Mato sofort glücklich.
Und dann gab es die, deren Dochte nicht förderten.

Fördert nicht so wirklich

Sie versuchten, die Dochte zu entkernen – und die Dochte zerfielen zu Staub. Sie probierten die mitgelieferten Ersatzdochte – und diese schlackerten gar fürchterlich im Tank umher. Sie versuchten es mit Mesh-Röllchen – diese förderten hervorragend, hinterließen aber beim Befüllen ein ruckzuck überflutetes Deck und manche Sauerei auf dem Akkuträger.

Fördert vor allem beim Befüllen etwas zu viel: Mato mit Meshröllchen

Oder sie legten die Watte bis in den Tank, was zwar leidlich funktionierte aber auch unpraktisch war und dazu grottig aussah. Schließlich wandten sie sich in ihrer Not an den freundlichen Helfer im örtlichen Baumarkt, schnitten sich ihre 7×7-Dochte – und plötzlich war bei den meisten Leidgeprüften der Nachfluss da! Die weitere Optimierung gelang dann durch Experimente bei der Watteverlegung oder mit unterschiedlichen Wattesorten.

Nun läuft’s richtig!

Einfach zu handhaben war der Mato also nicht zu Beginn,  aber es handelt sich nunmal um einen Selbstwickler, einen Topcoiler noch dazu, und der funktioniert nun mal nicht immer auf Anhieb so, wie man sich das vorstellt – schon gar nicht, wenn es sich um die erste Serie handelt. Im aktuellen Batch scheint das Problem mit den Dochten übrigens gelöst zu sein – die Bohrungen wurden einfach etwas breiter gemacht.

Leider zeigte sich in dieser Situation wieder mal ganz deutlich, dass die Dampferei längst mitten in der Gesellschaft angekommen ist: Der Shitstorm, der in erster Linie den Designer, nämlich die Nebelfee, überkam, machte auch dem letzten Naivling klar, dass es eine kuschelige Dampfercommunity nicht (mehr) gibt. So mancher Ausfall einiger Dampftuber und -innen konnte zwar noch als Amüsement dienen, generell ließ das Verhalten in den (a)sozialen Netzwerken aber heftige Zweifel an einer gewissen Reife der Dampferszene an sich aufkommen. Üble Beleidigungen und wüste Beschimpfungen, nur weil der Verdampfer nicht auf Anhieb funktioniert – sagt mal, geht’s eigentlich noch? Wer nicht bereit ist, sich mit seinem Selbstwickler zu beschäftigen sollte einfach Fertigcoiler nutzen, es gibt ja inzwischen genügend wirklich gute.

Eigentlich ganz einfach zu wickeln, der Mato

Wenn aber der Mato erst mal läuft, dann bekommt man einen sehr guten Verdampfer für einen restriktiven Lungenzug und mit wirklich gutem Geschmack. Die mitgelieferte Coil ist nicht nur durchaus lecker sondern auch noch “richtig rum” gedreht – also eigentlich falsch rum, und  praktischerweise gibt es direkt von Vandy Vape vorgefertigte, “links gedrehte” Coils im Zehnerpack zu kaufen – Geschäftssinn oder Kundenservice, das muss jeder für sich selbst beantworten. 😉

Praktisch – und mit allen gängigen Flaschen nutzbar – ist das Sidefilling: Einfach die Topcap ein wenig hoch- (oder ganz ab-) ziehen und den Tank durch das Silikonnubsi befüllen. (Glücklicherweise liegen zwei Ersatznubsis dabei, die ersten klagen schon, dass ihre Originalnubsis kaputt sind.) Apropos Zubehör: die mitgelieferte Abschneidhilfe ist wirklich praktisch. Wahrscheinlich wird dieses nützliche Tool bald jedem Selbstwickler mit postless Deck beiliegen – zur Müllvermeidung wird das dann dauerhaft allerdings nicht unbedingt beitragen.

Das Zubehörset mit praktischer Abschneidhilfe

Und, braucht man den Mato jetzt?
Wenn du einen Single-Top-Coiler für restriktiven Lungenzug suchst – nur zu! Für den Preis machst du nichts falsch: Er schmeckt gut, ist gut verarbeitet, und er macht Spaß, vorausgesetzt, du bist bereit, dich mit dem Gerät auseinander zu setzen! Anfängern würde ich den Mato nicht unbedingt empfehlen, aber es gibt ja auch bastel- und lernwillige Wickeleinsteiger, von daher…

Interessant ist übrigens gerade zu beobachten, wie viele Mato-Besitzer noch einen zweiten, dritten oder vierten kaufen. Natürlich liegt es auch daran, dass man die unterschiedlichen Farben so schön kombinieren kann…

Hübsche Kombinationen

…aber das würde man trotz des überschaubaren Preises wohl kaum mit einer “völligen Fehlkonstruktion” machen. Ja, zwischen Hype, völliger Verdammung und erneutem Hype können mitunter nur wenige Tage liegen… 😉

Vandy Vape Mato designed by Nebelfee
24mm Durchmesser
5ml Fassungsvermögen
Ca. 50€

Dicke Backen machen: Der GTR

Die Schnutsche Begeisterung für den Taifun GT IV hält ungebrochen an, er ist auch nach fast einem Jahr unsere absolute Lieblings-Dampfe.

Für das ultimative “Backedampfen” ist er allerdings nicht gemacht. Wenn man hin und wieder doch mal richtig “oldschooled”, also MTL dampfen, und dazu gerne beim gleichen Hersteller bleiben möchte, dann kommt man um den vor Kurzem erschienenen Taifun GTR wohl nicht herum. Ein 23mm- Singlecoiler, eher schlicht im Erscheinungsbild, aber dafür mit tollen “inneren Werten”.

Ich habe ihn, wie wahrscheinlich fast alle, in der “Special Edition” erworben, inklusive zweier Tabakaromen (die ich bis zum heutigen Tage noch nicht angemischt habe) und einer “handmade Coil” von DO-Coils, die man aber getrost in ihrer Verpackung belassen kann – sie taugt leider gar nix ist nicht gerade ein geschmackliches Highlight.

Der GTR verfügt über ein Topfill-System (ganz ohne Gewinde!) und über eine neuartige, aus zwei Kanälen bestehende Liquidcontrol. Der Luftzug lässt sich variabel einstellen (je zwei Luftlöcher mit 1,0 und 1,2mm, die in mehreren Kombinationen genutzt werden können), und bei der Wattierung kann man, Taifun-typisch, eigentlich nichts falsch machen, so dass der GTR im Handling extrem entspannt ist. Anstelle aus Glas besteht der Tank aus Polysulfon (PSU), ein Werkstoff, der auch extrem hohen Temperaturen und sämtlichen Chemikalien trotzen soll – trotzdem vermeide ich die üblichen “aggressiven” Liquids.

Entscheidend ist aber der Geschmack, und da bietet der Kleine wahrlich Großes! Bestückt mit einer SS316 Finefused Clapton liefert der GTR Geschmack auf höchstem Niveau, egal ob man mentholige, fruchtige oder süße Liquids bevorzugt. Nach einigen Wochen Dark Menthol von Tom Klark fließt zur Zeit das Feenchen von Nebelfee durch den GTR, und ich muss sagen: Absolut auf den Punkt getroffen!

Als Stromquelle habe ich mich für einen Akkuträger aus dem gleichen Hause entschieden, nämlich für den Skarabäus Pro, der – zusammen mit dem Adam von Old Sam – eine herrlich stimmige Kombi ergibt:

Der Skarabäus Pro ist eine halbmechanische Tube, also nicht regelbar, aber mit einem Hochleistungs-MosFet inklusive Temperatursensor ausgestattet und verfügt über diverse Schutzvorkehrungen gegen Überlastung, Spannungsabfall, Verpolung und Tiefenentladung. Das Highlight des Akkuträgers ist aber ganz klar der verschleißfreie “magnetoptische” Taster – ein haptisches Erlebnis! Ausgelegt ist der Skarabäus Pro für einen 18650er-Akku, was bei einem “Backedampfer” wie dem GTR aber allemal ausreicht, um einige Stunden Dampfspaß zu haben.

Ganz billig ist dieser Spaß nicht, die Geräte werden nun mal in Deutschland gefertigt, aber die Verarbeitung und das haptische, optische und geschmackliche Erlebnis lassen einen den üppigen Anschaffungswiderstand schnell verschmerzen. 😉 Ein weiterer, smokerstore-typischer Nachteil ist leider die Verfügbarkeit – wer mit dieser Kombi (oder auch nur mit Teilen davon) liebäugelt sollte zuschlagen, wenn er die Geräte beim Offliner des Vertrauens sieht.

Taifun GTR, Smokerstore
Höhe: 40mm (ohne Driptip)
Durchmesser: 23mm
Preis: 149,- €

Skarabäus Pro, Smokerstore
Höhe: 93 mm
Durchmesser: 23mm
Preis: 169,- €

Eine wahre (G)Evolution

Seitdem das Gerücht umhergeht, dass Heiko und Toto von German Stil Vapor an einem neuen 23mm-Verdampfer arbeiten, wuchs die Spannung. Was würde es werden? Ein verkleinerter Gelite? Eine überarbeiteter Genius? Nun, es wurde – ein Mesh-Verdampfer!

‘Warum nur?’ fragte sich der GSV-Fan – hatte sich doch nach dem Taifun BT die Mesh-Technik, zumindest bei Selbstwicklern, nicht wirklich durchsetzen können. Das Interesse sank nach der Ankündigung jedenfalls deutlich, erst recht, als die erste Wickelanleitung im Netz auftauchte: Zum Meshen das halbe Deck ausbauen, dabei gefühlte 20 Schrauben lösen (und natürlich wieder befestigen), und mindestens ein komplettes Schaf würde pro Wattierung dran glauben müssen. Geordert wurde der Gevolution² natürlich dennoch – ist ja ein GSV-Produkt – aber so richtig viel erwarteten wir nicht.

Und dann kam er an, der Gevolution…

Das erste, das beim Auspacken auffällt: Er ist klein! 3mm weniger Durchmesser als der Gelite², gerade mal 67 mm hoch, für GSV-Verhältnisse also geradezu filigran. Aber hübsch ist der Kleine geworden, mit stimmigen Proportionen, und zumindest optisch gefällt das Teil schon mal!

Der Kleine und sein großer Bruder – Gevolution² und Gelite²

Das zweite, das man beim Auspacken feststellt: Es wurde kein Mesh beigelegt! Ernsthaft Jungs? Ein kleines Tütchen mit ausreichend Mesh für 2 oder 3 Wicklungen liegen jedem China-Billig-Kracher bei!

Gevolution² mit Zubehör, Zertifikat und Anleitung – aber ohne Mesh

Also flugs ein Streifen Mesh aus alten BT-Beständen geschnappt (200er Kanthal), der Wickelanleitung gefolgt, und dabei festgestellt, dass es auf der Anleitung viel komplizierter wirkt als es in der Praxis letztendlich ist. Auf das Durchglühen des Meshs vor dem Wickeln verzichten wir – das funktioniert im Gerät selbst nämlich bestens, natürlich bevor man die Watte einlegt!

Meshung und Wattierung – Fotos by Manumodz

Dann kommt endlich der erste Dampftest, und weiter geht’s mit den Überraschungen: Der Zug ist weitaus geschlossener als von den anderen GSV-Geräten gewohnt. Der Dampf ist wesentlich wärmer als beim Taifun BT. Und der Geschmack ist – schlichtweg brillant! Sehr intensiv, auch kleine Noten werden herausgekitzelt, und von flach keine Spur! Die Ankündigung von GSV, dass der Gevolution² ein “geschmacklicher Hammer” sei, können wir nur bestätigen!

Natürlich wird nun fleißig experimentiert, mit unterschiedlichen Mesh-Sorten und -breiten, mit der Wattierung, mit der Größe der Schlaufe und natürlich mit der Airflow. Hier zeigt sich dann, dass der Gevolution² für ein Mesh-System doch sehr flexibel ist.

Ich persönlich bevorzuge einen maximal breiten Mesh-Streifen aus 300er Edelstahl mit recht weiter Schlaufe (also auch viel Watte) und der indirekten Airflow – so ergibt sich eine für mich perfekte Kombination aus angenehm leichtem Zug und hervorragendem Geschmack.

Stefans Mopfung

Aber da Zugverhalten und Geschmack nun mal ganz individuell sind lautet die Empfehlung auch bei diesem Verdampfer: Spielen, ausprobieren, experimentieren. Und ja, es lohnt sich!

Mesh – da war doch was (ein kleiner Exkurs)

Vor zwei Jahren hatte bereits ein Mesh-Verdampfer aus deutscher Herstellung einen Mesh-Hype ausgelöst, nämlich der Taifun BT. Der Hype war allerdings recht schnell wieder verflogen. Nicht, dass der BT per se schlecht war, aber die Nachteile – sehr kalter Dampf, mäßig pointierter Geschmack, wenig Möglichkeiten zum Experimentieren, vor allem aber ständiger Kampf gegen Hotspots – wogen meist mehr als die durchaus vorhandenen Vorteile, die dieses System mit sich bringt: Edelstahlgewebe springen nicht nur deutlich schneller an als kleine Drahtwicklungen – vor allem als die heute üblichen mehrfach geflochtenen, ummantelten, von tibetanischen Waisenkindern fußgeklöppelten Megacoils – sondern halten auch länger und sind meist schneller angebracht.

Das Anbringen des Mesh-Streifens ist beim Gevolution² zwar umständlicher als beim BT, dafür sitzt das Mesh wirklich bombenfest. Besonders begeistert sind wir von der kleinen “Fahne”, die hinter der Brücke bleibt und einem das Neuwattieren oder auch nur das erneute Anziehen der Watte extrem vereinfacht. Auch ist die beim Gevolution² angewandte “Spanngurttechnik” um Längen zuverlässiger – keine Hotspot-anfälligen Stellen an den Posts, kein Nachstopfen – einspannen, anziehen, und fertig. Und geschmacklich liegt der Gevolution², das müssen wir klar sagen, deutlich über dem BT.

Ein klein wenig Kritik

Natürlich ist kein Gerät perfekt, auch beim Gevolution² gibt es, wenn auch kleine, Kritikpunkte:
Zum Beispiel das Befüllventil – so praktisch das auch für konventionelle Flaschen ist, bei den heute leider üblichen Chubby Gorilla-Flaschen hat man nur die Wahl zwischen wahnsinnig werden und dem Umfüllen in andere Flaschen – wir empfehlen letzteres.
Außerdem ist da noch das Fassungsvermögen des Tanks. Gut, das ist immer zu gering, aber hier ist der Tank mit 4ml wirklich etwas knapp gehalten, zumal das – sehr schmale – Glas am oberen Tankende sitzt und es so nach drei, vier Zügen wirkt, als wäre der Tank wieder leer. Ist er zwar nicht, aber die Jungs von GSV arbeiten bestimmt trotzdem schon an einer Tankverlängerung, nicht wahr?!
Der letzte Kritikpunkt betrifft das Driptip: Nicht, dass das mitgelieferte ein schlechtes ist, im Gegenteil. Das große Aber: Es ist keine genormte Aufnahme, das heißt, Fremddriptip geht (mal wieder) nicht. Bitte, liebe Hersteller, liefert in solchen Fällen immer einen Adapter auf ein gängiges Format mit!

Eine häufig gesehene Kombi: Gevolution² auf einer Lostvape Paranormal DNA 250-C

Ansonsten gibt es an dem Gerät nichts zu kritisieren. Die Verarbeitung ist auf gewohntem GSV-Niveau, der Nachfluss läuft hervorragend, und der Spaßfaktor ist üppig. Erwähnen sollte man an dieser Stelle vielleicht noch mal, dass der Gevolution ein reiner Mesh-Verdampfer ist! Die Nutzung von herkömmlichen Coils ist zwar theoretisch möglich, allerdings läuft man Gefahr, sich die Abdeckplatte zu verbiegen.
Bleibt schließlich noch der – stolze – Preis von 189€ zu erwähnen. Ja, auch der Gevolution² ist kein Schnäppchen, aber das ist nun mal ein adäquater Preis für in Deutschland entwickelte und gefertigte Produkte in Kleinserien.

Wer braucht den Gevolution² nun?

Tja, was heißt schon brauchen? MTL-Dampfer brauchen sich keine Gedanken zu machen, ob sie schon mal mit dem Sparen anfangen sollen, ebensowenig diejenigen, die per se bei herkömmlichen Drahtwicklungen bleiben wollen. Alle, die einen der leckersten Verdampfer, der zur Zeit auf dem Markt ist, ihr eigen nennen wollen, sollten versuchen, einen Gevolution² mal bei Freunden, auf Stammtischen oder im Offliner des Vertrauens zur Probe zu dampfen. Und dann heißt es eigentlich nur noch auf den zweiten Batch zu warten…

Das Fazit

Wieder einmal hat es German Stil Vapor geschafft, die Dampferwelt – inklusive der Dampfschnuten – zu verblüffen, und wir müssen bei Heiko und Toto von GSV wirklich Abbitte leisten! Dass man aus einem Mesh-Verdampfer so viel Geschmack herauskitzeln kann war bis vor Kurzem eigentlich unvorstellbar. Dazu kommen die innovative Umsetzung, die wie gewohnt gute Verarbeitung und – ja, auch das Auge dampft mit – die gefällige Optik.

Ob der Gevolution² jetzt bei den Selbstwicklern eine neue Mesh-Welle lostreten wird – bei den Fertigcoilern wird ja Mesh, unserer Meinung nach bislang völlig zu Unrecht, immer beliebter – oder doch nur ein Nischenprodukt bleibt wird die Zeit zeigen, ebenso wie sich der Gevolution² im mehrmonatigen Dauergebrauch schlägt. Eines steht schon mal fest: Der Gevolution² ist ein hervorragender Verdampfer, der sogar meinem momentanen Referenzgerät, dem GT IV, locker das Wasser reichen kann!

Wer lieber bewegte Bilder mag: Ein ausführliches Review zum Gevolution² findet man bei Obis Dampfersofa.

Gevolution², German Stil Vapor, ab 189,- €, der erste Batch ist bereits ausverkauft, der zweite soll angeblich im Frühsommer 2019 erscheinen.

 

Die wilde Brunhilde

Das Hypegerät 2019 steht bereits seit Jahresbeginn fest, es ist natürlich die Brunhilde, das Gemeinschaftsprojekt von 103 deutschen Dampfern und dem chinesischen Hersteller Vapefly. Extrem gehypt und ebenso extrem gedisst – kaum ein Dampfer kam in den letzten Wochen um die wilde Hilde rum. Wir natürlich auch nicht:

Die Brunhilde von Vapefly

Das besondere an der Hilde ist zum einen die Kooperation von Dampfern und chinesischem Hersteller, wobei der ein oder andere unkt, dass die Brunhilde ja lediglich ein geklontes Sammelsurium von anderen Verdampfern sei. Ich sehe es eher so, dass die Macher durch gute Ansätze und Systeme inspiriert wurden und diese dann perfektioniert haben. Abgesehen davon ist es heute kaum noch möglich, ein völlig neues System zu bauen – alles gab es schon mal irgendwo.
Zum anderen ist das besondere der Preis – schlanke 50 Euro für einen durchdachten, gut verarbeiteten Topcoiler, das ist mal eine Ansage, zumal man auch beim mitgelieferten Zubehör nicht geizig war.

Ich nutze die wilde Hilde jetzt seit gut fünf Wochen, also genügend Zeit um die ersten Eindrücke niederzuschreiben.

Die Verarbeitung:

Solide! Lediglich der O-Ring an der Driptipaufnahme ist etwas zu dünn (unschön, wenn man sein Driptip oder gar den 510er Adapter zu verlieren droht) und der ein oder andere Docht sitzt etwas spack in seinem Loch, was eventuell für Probleme mit dem Nachfluss sorgt. Für beides gibt es Lösungen (anderes Driptip oder anderen O-Ring; zwei Litzen pro Docht rausnehmen, nix entkernen!), ansonsten habe ich schon Verdampfer made in Europe erlebt, die weitaus schlechter verarbeitet waren!

Das Deck mit der 3D-Airflow im Postblock

Das Handling

Coils rein, Watte durchziehen, umklappen, auf die Dochte legen, mit Liquid befüllen – und die Hilde ist einsatzbereit.

Die recht durchdachte Airflow bietet dem User eine weite Range, dennoch ist die Hilde nicht für den MTL-Gebrauch gemacht – sie möchte gut Leistung haben, und mit meinen 70 Watt befeuere ich sie noch sehr zurückhaltend. Der Liquidverbrauch ist entsprechend üppig, aber wer heutzutage bei einem DL-Dualcoiler etwas anderes erwartet ist selbst schuld.

Noch eine Anmerkung zur Befüllöffnung: Nach anfänglichen Problemen bin ich mittlerweile von dieser recht begeistert. Flasche gerade ansetzen, mutig drücken, und das Ding sabbert so gut wie nicht. Man sollte nur immer dran denken, anschließend das Tankshield wieder zurück zur Airflow zu drehen…

Feuer frei!

Der Geschmack:

Die Brunhilde wird gerne mit ähnlichen Dual-Topcoilern wie dem Gelite², dem Corona und dem Vapor Giant Extreme verglichen, nur um die bekanntesten zu nennen. Sowohl im Handling als auch Geschmack kommt sie da am ehesten an den Gelite von GSV ran – natürlich mit deutlich weniger Materialaufwand. Den Vapor Giant toppt die Hilde locker, der Corona ist in diesem Segment allerdings geschmacklich unerreicht.

Natürlich gibt es bessere Geschmacksverdampfer, in erster Linie sei der GT IV genannt, der für mich zur Zeit leckerste RTA, aber da kann man auch Äpfel mit Kirschen vergleichen – jo, ist beides Obst. 😉

Abgesehen davon ist ja auch der Spaß, den ein Gerät bringt, ein großer Faktor – und Spaß macht die wilde Hilde definitiv.

Fazit:

Das Gerät ist absolut stimmig in Punkto Verarbeitung, Handling und Geschmack, vor allem zu diesem Preis, und somit finde ich den Hype um die Brunhilde durchaus gerechtfertigt! Allerdings muss man schon der richtige Dampfertyp für diese Performance sein – und bereit, sich mit der wilden Hilde auseinanderzusetzen.

Brauche ich die Brunhilde nun?

Wenn du ausgewiesener Backedampfer bist, dann nicht. Und wenn du zu den Leuten gehörst die meinen, ein Selbstwickler, dazu ein Topcoiler, müsste sofort, immer und überall problemlos funktionieren, dann auch nicht.

Wenn du hingegen Topcoiler mit offenem Zug magst, oder einen solchen schon immer mal ausprobieren möchtest, dann solltest du bei der Hilde zuschlagen – zu diesem Preis gibt es derzeit nichts besseres!

Stefans Hilde auf der Paranormal mit passendem Driptip

Noch eine abschließende Anmerkung zu einer Frage, die ich zuletzt von einigen Dampfern gehört habe, nämlich ob die deutlich teureren High End-Geräte aus deutscher (oder schweizer) Herstellung noch eine Existenzberechtigung haben, wenn man ein solches Gerät aus China jetzt für einen Bruchteil des Anschaffungswiderstandes bekommen kann. Die Antwort ist ein ganz klares ja! Zum einen wäre da der bereits oben erwähnte Spaßfaktor, der in meinen Augen zum Beispiel bei einem Gelite nochmal ein Stück höher ist, was auch, aber nicht nur an der deutlich dickeren Materialstärke liegt. Zum anderen: Ohne die “Vorarbeit” von Smokerstore, German Stil Vapor oder meinetwegen auch Vapor Giant gäbe es die Brunhilde wohl gar nicht. Eine Brunhilde ist halt keine S-Klasse, aber mit einem Opel Astra kommt man auch schnell und bequem ans Ziel.

Vapefly Brunhilde, 49,90€, in der Special Edition nen Zehner teurer.

R, X, E, N

“Der N[duro] ist der erste SQuape, der mich nicht sonderlich reizt” sagte ich ein paar Tage, nachdem Stattqualm die neueste Version des SQuape vorstellte. Je nun… jetzt bin ich seit gut zwei Wochen doch ein N[duro]-Besitzer, und zwar ein recht glücklicher!

SQuape N[duro] DL von Stattqualm
Aber befassen wir uns doch mal etwas ausführlicher mit dem neuesten Baby von Stattqualm. Wir fangen an mit der…

Optik:

Der SQuape Rs war mit seiner zeitlosen Eleganz und den kleinen “Viva-Fenstern” einer der schönsten Verdampfer aller Zeiten. Der E[motion] war der würdige Nachfolger, nicht nur im Punkt Geschmack oder des auch für Einsteiger geeigneten Wickeldecks, sondern vor allem mit seiner verspielten Optik, dem schlanken Erscheinungsbild und den farbigen Akzenten.

Tja, und dann kam ER:

Drei mal SQuape – zwei davon sind hübsch

SQuape N[duro]. Schlicht. Gedrungen. Mit einem völlig atypischen Maß, nämlich statt der traditionellen 22 nun 24mm. Mit extrem breiten Fenstern. Mit einem furchtbar billig aussehenden “Plastedriptip”. Mit hässlichen, sichtbaren Befüllöffnungen in der Topcap. Mit einem Wort: Gewöhnungsbedürftig. Und das soll wirklich ein SQuape sein? Also mal lieber weg vom Thema Optik, hin zur technischen Seite:

Der Closing-Mechanismus

Das 3-Lock-System kennen wir noch vom X[dream]. Sorgte es zu Beginn für Verzückung stellte sich der Bajonettverschluss im Alltag gerne mal als hakelig und siffunterstützend heraus, O-Ringe wurden gequetscht, und der kleine Spalt nervte den ein oder anderen SQuapianer gehörig. Nun wurde der Closing-Mechanismus deutlich verbessert: Durch einfaches, leichtgängiges Drehen des Tanks wird er wahlweise komplett geschlossen (Stellung 0), geschlossen und durch leichtes Ziehen von der Base abnehmbar (Stellung I) oder er befindet sich im “Vape-Modus”, bei dem sich zusätzlich die Luftöffnung regulieren lässt.

Der Closing-Mechanismus des N[duro]
Das Ganze funktioniert nun erfreulich einwandfrei, ist leichtgängig und mit das beste Verschlusssystem, das je an einem Verdampfer umgesetzt wurde. Chapeau!

Damit wären wir auch bei der Befüllung:

Schön sind sie nicht, die sofort erkennbaren Befüllöffnungen in der Topcap:

Befüllöffnungen in der Topcap – nicht schön, aber praktisch

So gar nicht Stattqualm, so überhaupt nicht elegant, eher Marke “Selfmade-Billigtank von 2017”. Aber: Selten war ein Tank leichter zu befüllen! Kein ewig langes Drehen der Liquidcontrol wie beim Kayfun, kein Endlosgewinde wie beim GT IV, sondern mit einem kurzen Dreh den Tank dichtmachen, einfach die Topcap um eine Vierteldrehung bewegen und schon kann man selbst aus nervigsten Chubby-Flaschen den Tank befüllen. Eleganz follows Function – nicht unbedingt schön, aber im Alltag extrem praktisch!

Machen wir weiter mit dem Deck:

In guter Tradition des R und des E ist auch der N[duro] ein Singlecoiler. Die Posts sind nun ein wenig anders positioniert, das Anbringen der Wicklung funktioniert aber ähnlich entspannt wie bei seinen Vorgängern: Coil mit Wickelhilfe auflegen, Draht innen oder außen an den Schrauben vorbeiführen, fixieren, fertig. Lobenswert sind die praktischen Führungsnasen neben den Schrauben und die Tatsache, dass man hier nicht auf ausgefallene Innensechskant sondern auf einfache Kreuzschlitzschrauben setzt!

Wie der ein oder andere hatte ich bei meinem DL-Modell anfangs immer wieder leichte Probleme mit dem Nachfluss, auch das immer extremere Ausdünnen der Watte half nicht wirklich. Seitdem ich recht schlanke Coils nutze und die an der Innenseite der Schrauben vorbeiführe scheint das Problem behoben, auch die Watte wird nicht mehr ausgedünnt sondern vor dem Verlegen in den Liquidtaschen einfach gut aufgeflufft:

SQuape N-DL – Becoilen und Wattieren

Extreme Monstercoils bekommt man in diesem Deck nicht unter, aber dazu ist der N[duro], auch in der DL-Version, einfach nicht gemacht, und bei der MTL-Version sind die Drähte ja in der Regel sowieso eher schlank.

Das Wichtigste – der Geschmack:

Hier knüpft der N[duro] nahtlos an seine Vorgänger, den SQuape R[eloaded] und den SQuape E[motion] an. Extremer Süßkram ist nicht die Domäne des N[duro], dafür nutze ich weiterhin den GT IV, aber fruchtige oder fruchtig-frische Liquids (zur Zeit das AIR von Sique Berlin) sind hier bestens aufgehoben. Ansonsten ist Geschmack nun mal eine ganz persönliche Sache – also heißt es ausprobieren. Enttäuscht wird man vom N[duro] sicherlich nicht.

SQuape-Kombis im Wandel der Zeit

DL oder MTL?

Erstmals bringt Stattqualm von einem Verdampfer direkt zwei Versionen raus – eine für Backehörnchen und eine für Lungenzieher. Die MTL-Fraktion kommt absolut auf ihre Kosten, der Zug ist sehr restriktiv, und auch fummeligste Kleinstwicklungen bekommt man problemlos in das Deck gepackt. Bei der DL-Version ist die Sache nicht ganz so einfach: Wer open draw erwartet wird enttäuscht sein, wer riesige Monstercoils verbauen will ebenso – aber wer so etwas möchte nimmt sich einen Gelite² oder wartet auf die Brunhilde. Wer aber einen extrem leckeren Singlecoiler mit leichtem Zug möchte, der findet im N[duro]DL einen perfekten neuen Freund.

Und damit wären wir auch schon beim Fazit:

Die Optik ist gewöhnungsbedürftig, und das Driptip wird sofort ersetzt. Ansonsten hat man ein wunderbares, technisch innovatives und ausgereiftes Gerät, geschmacklich auf absolutem Top-Niveau. Der Preis von 155 € ist im üblichen “High End aus Europa”-Bereich und völlig angemessen, und im Gegensatz zu manch anderem Highender ist in der Regel auch die Verfügbarkeit kein großes Problem. Warum sich Stattqualm für ein 24er-Maß entschieden hat wird wohl ihr dunkles Geheimnis bleiben; die meisten aktuellen Tubes – auch der Mecanic aus dem eigenen Hause – sind 25mm breit, und so wird der N[duro] halt ein “Boxenluder” sein.

Mit einem anderen Driptip und einem passenden Akkuträger sieht es gar nicht sooo schlecht aus

Macht aber auch nix, schließlich gibt es ausreichend schicke Boxen, auf denen der neue SQuape gut aussieht. Bei mir läuft er zur Zeit auf einer Geekvape Blade, die in meinen Augen optisch recht gut zu dem etwas gedrungenen und eher schlichten N[duro] passt, aber auch auf einer Dicodes Dani-Box oder dem SQuape Mecanic macht der neue Schweizer einen guten Eindruck.

Und brauche ich den jetzt?

Du hast schon den Vorgänger und bist weder Sammler noch vom HWV befallen? Nun, wenn du den E[motion] im Griff hast (Stichwort siffen) und mit der Befüllung klar kommst, dann nicht unbedingt – geschmacklich sehe ich beide auf einer Höhe. Du besitzt noch keinen SQuape, liebäugelst aber schon länger damit? Dann ja – geschmacklich sind die Schweizer sowieso göttlich, und der N[duro] ist der technisch ausgereifteste von ihnen. Und Sammler, HWV-Geschädigte und Fanboys stellen sich diese Frage erst gar nicht. 😉

Mich hat der SQuape N[duro] anfangs so gar nicht gereizt – jetzt könnte er sich als bester SQuape ever herausstellen…

SQuape N[duro] von Stattqualm, 24mm Durchmesser, Länge (ohne Driptip) 47,8mm, Gewicht 69g, 5ml Tankvolumen, 155,- €.

 

Der GT IV – ein ganz Süßer!

Seit geraumer Zeit ist er auf dem Markt, der Taifun GT IV von Smokerstore, aber erst seit Kurzem haben ihn die Schnuten auch für sich entdeckt. Zwar war Benedikts erster Selbstwickler ein GT, aber danach haben wir die Taifuns ein wenig aus den Augen verloren und uns den “Mitbewerbern” von Svoemesto und Stattqualm gewidmet. Nun aber, nach einer längeren “Probierphase”, hat der neueste Taifun auch den Weg zu uns gefunden.

Der GT IV kommt in einer eher drögen Papprolle daher und nicht so schick wie der BT, aber es kommt ja schließlich auf den Inhalt – besser gesagt den Geschmack – an, und da waren die Smokerstore-Produkte immer schon ganz weit oben. Erfreulicherweise stimmt jetzt auch beim Handling des Verdampfers alles – eine von außen stufenlos verstellbare Airflow-Control, eine ebenso von außen einstellbare Liquidcontrol, dazu Topfilling, wobei man beim Befüllen die Topcap gar nicht ganz abdrehen muss – es aber in der Regel trotzdem macht. 😉 Wie beim Taifun gewohnt ist der GT IV ein Singlecoiler, den man zwar auch – mit hintereinanderliegenden Wicklungen – mit Dualcoil betreiben kann, aber warum sollte man?

Das Design hat sich gegenüber den Vorgängern leicht verändert, der Verdampfer ist mit seinen Sichtschlitzen unverkennbar, aber sonderlich praktisch ist es nicht – zum Glück hat Smokerstore verschiedene Tankshields optional im Angebot. Stef hat sich für die “Alte Männer-Version” entschieden – sie gibt nicht nur den Blick auf die Glocke frei sondern auch auf den Füllstand, der so auch ohne Brille auf den ersten Blick erkennbar ist:

Geschmacklich spielt der GT IV ganz klar in der Championsleague mit, wobei ihm, typisch für Taifun, vor allem die süßen Liquids liegen – hier ist er eine Klasse für sich. Leider ist der Kleine eine ziemliche “Saufziege”, aber da er sich in wenigen Sekunden nachfüllen lässt kommt man im Alltag auch damit klar.

Natürlich benötigt ein solcher Verdampfer einen adäquaten “Schuh”, Stef hat sich für die SX Mini SL-Class entschieden (natürlich mit einem farblich passenden Dampfwürmchen), Benedikt befeuert ihn zur Zeit mit der SX Mini G-Class, wobei da wohl auch noch nicht das letzte Wort gesprochen ist. 😉

Der Preis für den GT IV liegt im gewohnten “High End aus Deutschland-Bereich”, genauer gesagt bei 149,- €, was unserer Meinung nach vollkommen gerechtfertigt ist. Die Verarbeitung ist hervorragend, lediglich die Liquidcontrol möchte erst ein wenig eingegroovt werden, da sie anfangs doch recht schwergängig ist.

Unser Fazit: Wer einen geschmacklich hervorragenden Singlecoiler sucht und dazu auf süße Liquids steht, der kann beim GT IV absolut nichts falsch machen. Wir jedenfalls sind schwer begeistert!